7 deutsche Aktien 2025: Linde, Münchener Rück, BASF und mehr
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Die Scheichs machen es vor: Mit ihren Ölmilliarden investieren sie gezielt in Deutschland – und das könnte auch für private Anleger ein wichtiges Signal sein. Denn gerade dann, wenn die wirtschaftlichen Aussichten düster erscheinen, bieten sich oft die attraktivsten Einstiegsmöglichkeiten. Jens Rabe, erfahrener Börsenstratege und Experte für regelbasiertes Investieren, hat sich sieben deutsche Aktien genauer angeschaut, die derzeit besonders spannend erscheinen.
Wichtig vorab: Die folgenden Überlegungen sind keine Finanzberatung, sondern Denkanstöße für eigene Recherchen. Wer an der Börse investiert, muss stets seine eigenen Hausaufgaben machen. Langfristiges Denken ist dabei der entscheidende Erfolgsfaktor – nicht kurzfristiges Markttiming. Mit diesem Mindset lohnt sich ein Blick auf die sieben Kandidaten.
Du erfährst:
→ Warum der Weltmarktführer Linde dem DAX den Rücken gekehrt hat
→ Welcher deutsche Versicherungskonzern nach 200% Rendite gerade Luft holt
→ Wie BASF sich von der heimischen Wirtschaftspolitik unabhängig macht
→ Ob die gebeutelte Bayer-Aktie nach 82% Verlust den Turnaround schafft
→ Warum die DWS von der kommenden Aktienrente profitieren wird
→ Was der Ausbruch aus einer jahrelangen Seitwärtsphase bei Jenoptik bedeutet
→ Warum die Porsche-Aktie trotz schlechter Zahlen nicht mehr fällt

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Linde: Weltmarktführer mit Allzeithoch-Potenzial
Die erste Aktie überrascht viele: Linde ist in keinem deutschen Index mehr vertreten, weil das Unternehmen seine Börsennotierung bewusst nach New York verlegte. Der Grund: Im DAX wurde die Marktkapitalisierung nur bis zu einem bestimmten Anteil berücksichtigt – für Linde als absoluten Weltmarktführer bei Edelgasen zu wenig. Der langfristige Monatschart ist laut Rabe ein Traum für jeden Langfristinvestor. Nach einem neuen Allzeithoch im Februar und Juli 2025 befindet sich die Aktie aktuell rund 15 % darunter – eine mögliche Einstiegsgelegenheit für geduldige Anleger.
Münchener Rück und BASF: Klassiker mit Substanz
Münchener Rück ist ein echter Compounder – eine Aktie, die über lange Zeiträume kontinuierlich nach oben strebt. Warren Buffett hielt sie jahrelang im Depot und bereute später den Verkauf. Nach einer Kurssteigerung von fast 200 % inklusive Dividenden zwischen 2022 und 2025 atmet die Aktie gerade durch. Mit einer Dividendenrendite von rund 4,7 % und einer verlässlichen Ausschüttungspolitik bleibt sie für das Langfristportfolio höchst attraktiv – aktuell knapp 10 % unter dem Allzeithoch.
BASF hingegen kämpft seit 2017 mit einer langen Seitwärtsbewegung. Als eine der größten Chemiefirmen der Welt verkauft das Unternehmen global – in Amerika, Indien, China und darüber hinaus. Ein neues Chemiewerk in China unterstreicht diese internationale Ausrichtung. Charttechnisch sieht es nach einem möglichen Ausbruch nach oben aus. Die Dividendenrendite liegt bei etwa 4 % – auch wenn deutsche Aktien diese nur einmal jährlich im Frühjahr ausschütten.
Bayer und DWS: Turnaround und Zukunftsthemen
Bayer hat durch die überteuerte Monsanto-Übernahme und die daraus resultierenden Klagewellen fast 82 % seines Kurswertes vom Hoch verloren – eine Ausnahmesituation für einen DAX-Konzern. Doch mittlerweile zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Die Dividende wurde zwar fast vollständig gestrichen, aber Bayer bleibt weltweit breit aufgestellt und dürfte stark von KI-gestützter Forschung und Verwaltungsoptimierung profitieren. Seit Ende 2024 gab es bereits eine Aufwärtsbewegung von über 100 %. Wer langfristig denkt, findet hier möglicherweise einen interessanten Turnaround-Kandidaten.
DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, profitiert von einem strukturellen Megatrend: dem wachsenden Bedarf an privater Altersvorsorge. Angesichts eines unter Druck stehenden Rentensystems und der Diskussion um eine mögliche Aktienrente in Deutschland ist DWS als heimischer Marktführer im Fondsbereich gut positioniert. Die Aktie befindet sich nahe ihrem Allzeithoch – ein leichter Rücksetzer könnte einen günstigeren Einstieg bieten.

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Jenoptik und Porsche: Ausbruch und Markenmythos
Jenoptik aus Thüringen ist charttechnisch besonders interessant. Nach einer langen Konsolidierungsphase seit 2018 ist die Aktie gerade nach oben ausgebrochen – genau die Art von Bewegung, die Rabe besonders schätzt. Aktuell noch rund 20 % unter dem Allzeithoch, passt das Unternehmen mit seinen Technologieprodukten perfekt in den aktuellen Technik- und Rüstungsboom.
Die Porsche AG (nicht die Holding) ist seit dem Börsengang 2022 um rund 54 % unter das Allzeithoch gefallen – von fast 100 Euro auf zwischenzeitlich 35 Euro. Doch seit April 2025 werden keine neuen Tiefs mehr markiert. Interessant: Obwohl die Zahlen weiterhin schwach sind, hält sich der Kurs stabil. Das Markenimage von Porsche hat weltweit nach wie vor enormes Gewicht – und genau das könnte langfristig ein wichtiger Stabilisator sein.
Fazit: Krisenphasen als Einstiegschance nutzen
Die sieben vorgestellten Aktien zeigen: Deutschland bietet trotz wirtschaftlicher Unsicherheit attraktive Investmentideen für langfristig denkende Anleger. Ob Weltmarktführer wie Linde, verlässliche Dividendenzahler wie Münchener Rück oder Turnaround-Kandidaten wie Bayer – entscheidend ist immer der langfristige Blick. Was nächste Woche passiert, weiß niemand. Aber wer in zehn Jahren zurückblickt, wird gut aufgestellte Unternehmen in der Krise zu kaufen wissen zu schätzen. Eigene Recherche bleibt dabei unverzichtbar.
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