Altersvorsorgedepot ab 2027: So wird deine alte Riester-Rente endlich attraktiv

Informationen zum Altersvorsorgedepot und dem Wechsel ab 2027.

Altersvorsorgedepot ab 2027

Eine kaputte Uhr geht auch zweimal am Tag richtig – und genau so fühlt es sich an, wenn die Bundesregierung tatsächlich mal etwas richtig macht. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot steht ab dem 1. Januar 2027 eine Reform ins Haus, die die verstaubte Riester-Rente endlich in die moderne Finanzwelt katapultiert. Doch was steckt wirklich dahinter? Lohnt sich das neue Produkt für dich? Und welche Haken gibt es noch?

In diesem Artikel erfährst du alles über das Altersvorsorgedepot: Was es von der alten Riester-Rente unterscheidet, welche Vorteile es bietet – und wo noch Stolpersteine lauern.

Warum die Riester-Rente gescheitert ist

Zurück in die 2000er: Unter Gerhard Schröder und dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester (übrigens gelernter Fliesenleger) wurde die Riester-Rente ins Leben gerufen. Die Idee klang gut – staatlich geförderte Altersvorsorge für alle. Doch schon bei der Geburt war das Produkt zum Scheitern verurteilt.

Die größten Probleme der Riester-Rente auf einen Blick:

  • Horrende Abschlusskosten: Dank intensiver Lobbyarbeit von Versicherungen und Banken hingen Abschlusskosten von 1,5 bis 3 % an den Verträgen. Das Geld verschwand, bevor es überhaupt arbeiten konnte.
  • Beitragsgarantie als Renditefresser: Anbieter mussten garantieren, dass du mindestens deine eingezahlten Beiträge zurückbekommst. Klingt sicher, führte aber dazu, dass das Geld kaum profitabel angelegt werden konnte.
  • Mickrige Förderung: Nur 175 € staatliche Zulage pro Jahr – und auch nur, wenn du 4 % deines Vorjahresbruttos einzahltest.
  • Keine Förderung für Selbstständige: Sie waren komplett außen vor, es sei denn, sie waren mit einer förderfähigen Person verheiratet.
  • Gedeckelte Einzahlungen: Maximal 2.100 € pro Jahr (abzüglich Förderung) – viel zu wenig für eine solide Altersvorsorge.

Das Ergebnis? Von ursprünglich 16 Millionen Riester-Verträgen sind nur noch 9 Millionen übrig – und ein Drittel davon liegt brach. Ein prominentes Beispiel für das Scheitern: Die Firma Fairriester, die versuchte, die Beitragsgarantie zu umgehen und voll in ETFs zu investieren. Als die Börsen während der Coronapandemie einbrachen, konnte die Garantie nicht mehr gewährleistet werden. Die Finanzaufsicht BaFin griff ein, und die Firma wurde geschlossen.

Das Altersvorsorgedepot: Was sich ab 2027 ändert

Jetzt wird es spannend: Das neue Altersvorsorgedepot soll all das besser machen. Die wichtigste Neuerung? Es gibt drei Varianten – und eine davon kommt ganz ohne Beitragsgarantie aus.

Die drei Garantie-Varianten im Überblick

  1. 100 % Beitragsgarantie: Wie gehabt – sicher, aber renditeschwach.
  2. 80 % Beitragsgarantie: 80 % liegen sicher, 20 % werden investiert. Ehrlich gesagt: wenig sinnvoll. Entweder richtig investieren oder lassen.
  3. Keine Beitragsgarantie: Und hier wird es richtig interessant! Dein Geld kann vollständig in ETFs investiert werden – bis Risikoklasse 4.

Was bedeutet Risikoklasse 4?

Du darfst in solide ETFs wie den MSCI World, den Vanguard FTSE All-World oder den S&P 500 investieren. Hochspekulative Produkte wie der Nasdaq 100 sind ausgeschlossen – was ehrlich gesagt sogar sinnvoll ist. Der Gesetzgeber schützt dich damit vor übermäßiger Spekulation.

Ein weißes Sparschwein als Symbol für das Altersvorsorgedepot.

Altersvorsorgedepot 2027: Viel mehr als nur ein Sparschwein

Förderung: Endlich attraktiv!

Der größte Gamechanger ist die neue Fördersystematik. Anders als bei der Riester-Rente hängt die Förderung nicht mehr von deinem Bruttoeinkommen ab, sondern nur noch von der Höhe deiner Einzahlungen.

So funktioniert die neue Förderung:

  • Zahlst du 360 € pro Jahr ein (30 € im Monat), bekommst du 50 % Förderung – also zusätzlich 180 € vom Staat.
  • Zahlst du 1.800 € pro Jahr ein (150 € im Monat), erhältst du auf die zusätzlichen 1.440 € noch einmal 25 % Förderung – maximal 360 €.
  • Gesamtförderung: Bis zu 540 € pro Jahr für Singles – deutlich mehr als die alten 175 € bei Riester!

Kinderzulage bleibt erhalten:

Für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, gibt es weiterhin 300 € Förderung pro Jahr. Wichtig: Die Zulage gilt nur für einen Elternteil.

Steuervorteile: Das musst du wissen

Das Altersvorsorgedepot bleibt eine Schicht-2-Rente. Das heißt:

  • Deine Beiträge kannst du steuerlich absetzen (abhängig von deinem persönlichen Steuersatz, maximal 55 %).
  • Im Gegenzug wird das Geld in der Auszahlphase nachgelagert versteuert – wie bei der gesetzlichen Rente.

Achtung, hier wird es etwas tricky:

Die nachgelagerte Besteuerung gilt für Einzahlungen bis 150 € im Monat. Zahlst du mehr ein (bis zu 540 € pro Monat sind möglich), greift für diesen Mehrbetrag das Teileinkünfteverfahren – also eine Besteuerung wie bei klassischen Kapitalerträgen. Wie Anbieter das technisch umsetzen wollen, ist noch unklar. Vermutlich werden viele einfach nur die 150-€-Variante anbieten, um Kosten zu sparen.

Kosten: Endlich fair!

Ein riesiger Vorteil: Die Effektivkosten sind auf 1 % pro Jahr gedeckelt. Das klingt erstmal nach viel, aber viele verstehen das falsch. Der Deckel bedeutet nicht, dass alle Anbieter automatisch 1 % verlangen. Im Wettbewerb könnten die Kosten durchaus deutlich niedriger ausfallen – vor allem, wenn günstige ETFs ins Spiel kommen.

Zusätzlich gibt es ein Zillmerungsverbot: Abschlusskosten dürfen nicht mehr in den ersten fünf Jahren aus dem Vertragsvermögen entnommen werden, sondern müssen über die gesamte Laufzeit gestreckt werden. Das erhöht die Rendite erheblich.

Flexibilität in der Auszahlungsphase

Bei der alten Riester-Rente musstest du oft über 95 Jahre alt werden, um dein eingezahltes Geld vollständig zurückzubekommen. Das ändert sich jetzt:

  • Statt eines starren Rentenfaktors gibt es einen flexiblen Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr.
  • Du kannst deine Auszahlungen selbst steuern und damit auch deine Steuerlast im Alter managen.

Was nach dem 85. Lebensjahr mit Restvermögen passiert, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Wechseloption für Riester-Sparer

Du hast bereits einen Riester-Vertrag? Perfekt! Du kannst ihn inklusive aller Zulagen ins neue Altersvorsorgedepot überführen – und das für maximal 150 € Wechselgebühr. Ein echter Gamechanger für die 9 Millionen Menschen, die noch einen Riester-Vertrag haben.

Du willst deine bestehende Altersvorsorge auf den Prüfstand stellen und wissen welche weiteren Hebel für dich Sinn machen? Vereinbare eine kostenfreie Vertragsanalyse mit uns: https://www.timvestment.de/

Selbstständige endlich dabei!

Bisher waren Selbstständige von der Riester-Förderung weitgehend ausgeschlossen. Das ändert sich jetzt: Jeder, der eine Steuernummer und eine Rentenversicherungsnummer in Deutschland hat, kann das Altersvorsorgedepot nutzen – unabhängig vom Berufsstatus.

Die Nachteile: Das solltest du beachten

So gut das Altersvorsorgedepot auch klingt – ein paar Haken gibt es noch:

Lange Bindung

Du kommst frühestens mit 62 Jahren an dein Geld. Brauchst du es vorher, musst du die Förderung zurückzahlen und Steuern nachzahlen. Das Produkt ist wirklich nur für die langfristige Altersvorsorge gedacht.

Auszahldauer begrenzt

Die Auszahlung ist auf das 85. Lebensjahr begrenzt. Was danach mit Restvermögen passiert, ist noch unklar. Hier besteht die Gefahr, dass Versicherer oder Banken profitieren.

Vererbbarkeit ungeklärt

Wie das Depot in der Rentenphase vererbt werden kann – besonders an nicht verheiratete Partner – ist noch offen. In der Ansparphase ist eine Vererbung an Partner oder leibliche Kinder möglich.

Keine Inflationsanpassung

Die Fördergrenzen und Maximaleinzahlungen sind nicht an die Inflation gekoppelt. Die 150 € von heute haben in 30 Jahren eine deutlich geringere Kaufkraft – ein klarer Nachteil.

Mann im Gespräch über das Altersvorsorgedepot 2027 in einem modernen Setting.

Thorsten Illig-Martin, Gründer timvestment

Fazit: Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für dich?

Das Altersvorsorgedepot ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der alten Riester-Rente. Die Kombination aus höherer Förderung, ETF-Investment ohne Beitragsgarantie, Kostentransparenz und Steuerstundungseffekt macht es zu einer ernstzunehmenden Option für die Altersvorsorge.

Besonders attraktiv ist es für:

  • Menschen, die langfristig und diszipliniert sparen wollen
  • Selbstständige, die bisher keine Riester-Förderung bekamen
  • Riester-Sparer, die endlich in rentable Produkte wechseln wollen
  • Familien mit Kindern (dank Kinderzulage)

Vorsicht geboten bei:

  • Der noch unklaren Vererbbarkeit
  • Der fehlenden Inflationsanpassung
  • Der langen Bindung bis 62 Jahre

Ob das Altersvorsorgedepot am Ende wirklich die beste Wahl ist, hängt stark von den konkreten Anbietern und deren Kosten ab. Sobald die ersten Produkte 2027 auf den Markt kommen, lohnt sich ein genauer Vergleich. Bis dahin gilt: Augen auf und informiert bleiben!

Von privater Altersvorsorge bis Krankenversicherung: Wir optimieren deine Geldanlage und Absicherung so, dass mehr von deinem Geld bei dir bleibt – nicht bei Banken, Versicherern oder dem Finanzamt. Mehr erfahren: https://www.timvestment.de/

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist in keiner Art und Weise eine professionelle (Anlage-)Beratung und ersetzen diese auch nicht. Es handelt sich auch nicht um eine Rechts- oder Steuerberatung.

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.