bKV-Tarif im Test: Landeskrankenhilfe (LKH) TeamUpgrade Complete
bKV-Tarif im Test: Landeskrankenhilfe (LKH) TeamUpgrade Complete
Analyse | Betriebliche Krankenversicherung | Stand: 03/2026
LKH TeamUpgrade Complete – bKV-Budgettarif im Praxistest
1. Das Budget und seine Sublimits: Was wirklich zur Verfügung steht
Der Tarif TeamUpgrade Complete der Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) funktioniert als klassisches Jahresbudgetmodell. Das Budget steht je Versicherungsjahr für alle erstattungsfähigen Aufwendungen zur Verfügung – von Arznei- und Verbandmitteln über Heilmittel bis hin zu Zahnbehandlung und Sehhilfen.
Klingt erstmal nach großzügiger Gestaltung. Die Einschränkungen kommen bei genauerem Blick in die AVB.
Die konkreten Sublimits laut AVB:
- Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen, Bildschirmarbeitsbrillen, Sonnenbrillen mit Sehstärke, Reparaturen, Refraktionsbestimmung): je nach Tarifstufe auf einen festen Betrag pro Jahr gedeckelt
- Zahnprophylaxe und Bleaching: ebenfalls auf einen festen jährlichen Betrag begrenzt, je nach Tarifstufe
- Alle anderen Leistungen teilen sich das verbleibende Restbudget
Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR lässt sich im Januar eine neue Brille mit Sehstärke kaufen und reicht 280 EUR ein. Das Sehhilfen-Sub-Budget liegt bei dieser Tarifstufe bei 200 EUR – er erhält also maximal 200 EUR erstattet, obwohl das Gesamtbudget noch weit nicht ausgeschöpft ist. Die restlichen 80 EUR verfallen für diesen Leistungsbereich – trotz vollem Jahresbudget. Das ist der Moment, in dem aus „600 EUR Gesundheitsbudget" ein „mal sehen, was davon wirklich ankommt" wird.
Arbeitgeber, die einen Tarif mit klarer Budgettransparenz suchen, sollten diese Sublimitstruktur sehr genau durchrechnen.
2. Tarifstruktur und Funktionsweise
Der LKH TeamUpgrade Complete ist ein reiner Gruppenversicherungstarif im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Er setzt zwingend einen Kollektivvertrag zwischen Arbeitgeber und LKH voraus – eine Einzelversicherung ist nicht möglich. Der Tarif richtet sich an GKV- wie PKV-Versicherte gleichermaßen, sofern die Grundversicherungspflicht nach § 193 Abs. 3 VVG erfüllt ist.
Besonders positiv: Es gibt weder Wartezeiten noch Altersgrenzen für den Eintritt. Bereits begonnene Behandlungen sind ebenfalls versichert, sobald der Versicherungsschutz beginnt. Der Beitrag ist altersunabhängig und innerhalb einer Tarifstufe für alle versicherten Personen gleich hoch – das vereinfacht die Administration erheblich.
Ebenfalls vorhanden: eine Beitragsfreistellungsmöglichkeit für Elternzeit, Langzeitkrankheit (ab 42 Tagen), Sabbatical und Pflegezeit – maximal 12 Monate, mit Nachweispflicht innerhalb von zwei Monaten. Der Versicherungsschutz bleibt während der Freistellung bestehen.
Praxisbeispiel: Ein Unternehmen mit gemischter Altersstruktur schätzt den einheitlichen Beitrag je Tarifstufe. Administrative Vereinfachung ist ein echter Vorteil. Die Beitragsfreistellung in der Elternzeit ist arbeitgeberfreundlich und vermeidet unnötige Kosten bei ruhenden Arbeitsverhältnissen. Das ist der solide Rahmen des Tarifs – die Frage ist, was darin steckt.

Georg Soller – Ihr Spezialist für betriebliche Krankenversicherung. Unabhängig. Persönlich. Seit 1951.
3. Was ist versichert – Überblick
Der TeamUpgrade Complete bietet ein vergleichsweise breites ambulantes Leistungsspektrum:
- Arznei- und Verbandmittel (inkl. verschreibungspflichtige Arzneimittel; Ausschluss: Lifestyle-Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika)
- Heilmittel nach BBhV-Anlage: Ergotherapie, Logopädie, Podologie, physikalische Therapien, Massagen, Krankengymnastik, Chiropraktik, Osteopathie, Kinesiotaping
- Hilfsmittel (orthopädische Einlagen, Bandagen, Prothesen, Rollstühle, Gehhilfen, Hörgeräte inkl. Reparatur, Blindenführhund)
- Sehhilfen inkl. Brillengestelle, Kontaktlinsen, Bildschirmarbeitsbrillen, Sonnenbrillen mit Sehstärke – auch ohne ärztliche Verordnung bei Optiker-Refraktion max. 240 EUR p.a.
- Laserkorrektur (LASIK und vergleichbare operative Sehschärfenkorrekturen)
- GKV-Zuzahlungen (§ 61 SGB V)
- Naturheilverfahren nach Hufeland-Verzeichnis, Heilpraktiker nach GebüH (außer ambulante Psychotherapie)
- Vorsorgeuntersuchungen inkl. Schwangerschaftsvorsorge (außer gendiagnostische Verfahren)
- Schutzimpfungen nach STIKO, Reiseimpfungen, Malariaprophylaxe, reisemedizinische Beratung
- Zahnbehandlung und Zahnersatz: Wurzelbehandlung, Parodontose, hochwertige Füllungen, Implantate inkl. Knochenaufbau, Veneers bis Zahn 8, Kronen, Brücken, Schienen, Knirscherschienen
- Kieferorthopädie – ausschließlich nach einem Unfall
- Zahnprophylaxe und Bleaching (Sub-Budget)
- Besondere Maßnahmen zur Schmerz-/Angstausschaltung beim Zahnarzt (Lachgas, Vollnarkose, Hypnose)
- Präventionskurse nach § 20 SGB V (zertifiziert durch Zentrale Prüfstelle Prävention, Nachweis 80 % Teilnahme erforderlich)
Nicht versichert:
- Stationäre Behandlungen (kein Krankenhaus-Baustein)
- Auslandsreisekrankenversicherung (keine eigenständige Reisekrankenversicherung)
- Ambulante Psychotherapie durch Heilpraktiker
- Kieferorthopädie außerhalb von Unfallfolgen
- Gendiagnostische Vorsorgeuntersuchungen
- Lifestyle-Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika
- Arbeitgebergesetzlich vorgeschriebene Schutzimpfungen
- Hilfsmittel des täglichen Lebens, Pflegehilfsmittel, Fitness-/Wellnessgegenstände
Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR benötigt im Laufe eines Jahres eine Zahnreinigung, neue Kontaktlinsen und möchte einen Yoga-Kurs als Präventionskurs einreichen. Die Zahnreinigung läuft ins Sub-Budget für Prophylaxe, die Kontaktlinsen ins Sub-Budget für Sehhilfen. Der Yoga-Kurs ist nur erstattungsfähig, wenn er nach § 20 SGB V zertifiziert ist und mindestens 80 % der Einheiten belegt wurden. Drei parallele Kostenblöcke, zwei davon sublimitiert – das restliche Hauptbudget schmilzt schneller als gedacht.
4. Kein Leistungsfreiheitsbonus: Was passiert, wenn das Budget nicht genutzt wird?
Der Tarif TeamUpgrade Complete sieht keinen Leistungsfreiheitsbonus vor. Nicht genutzte Budgetanteile aus einem Versicherungsjahr werden nicht auf das Folgejahr übertragen. Es gibt keine Rückerstattung, keine Prämienreduktion und keine sonstige Form der Belohnung für gesunde, wenig leistungsintensive Mitarbeiter.
Das ist aus Arbeitgeberperspektive eine relevante Entscheidungskomponente: Wer für einen jungen, gesunden Mitarbeiterstamm monatliche Beiträge zahlt, der das Budget nicht ausschöpft, sieht diesen Arbeitgeberanteil vollständig ohne Gegenwert verfallen.
Die relevanten Einschränkungen im Überblick:
- Kein Budgetübertrag auf das Folgejahr
- Keine Prämienrückerstattung oder Beitragsreduktion
- Kein Bonus für leistungsfreie Versicherungsjahre
Praxisbeispiel: Ein Unternehmen zahlt für einen Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR den vollen Jahresbeitrag. Der Mitarbeiter reicht im gesamten Jahr nichts ein – null Euro Erstattung. Kein Übertrag, kein Bonus, kein Rücklauf. Der Arbeitgeberbeitrag ist weg. In alternativen Konzepten am Markt gibt es Modelle, die nicht genutztes Budget zumindest teilweise als Bonus rückfließen lassen oder in Folgejahre übertragen – das sollten Arbeitgeber bei der Tarifauswahl aktiv prüfen.
5. Stationäre Absicherung: Nicht enthalten

Erfahrung seit 1951 – und ein klarer Fokus: die beste bKV-Lösung für Ihre Belegschaft.
Der TeamUpgrade Complete enthält keine stationäre Komponente. Krankenhausaufenthalte, Wahlleistungen (Chefarztbehandlung, Einbettzimmer) oder spezielle stationäre Zusatzleistungen sind nicht Gegenstand dieses Tarifs.
Das ist eine strukturelle Lücke, die gerade bei betrieblichen Gesundheitskonzepten ins Gewicht fällt. Der stationäre Bereich ist für viele Arbeitnehmer das emotionale Kernthema – und der Mehrwert, den ein Arbeitgeber durch eine bKV-Leistung sichtbar machen kann. Ein Tarif ohne Krankenhausbaustein liefert diesen Wahrnehmungseffekt nicht.
Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR erleidet einen Krankenhausaufenthalt mit mehrtägiger stationärer Behandlung. Die LKH TeamUpgrade Complete zahlt für diesen Fall nichts. Der Arbeitnehmer liegt im Mehrbettzimmer auf GKV-Standard, ohne jede Zusatzleistung aus der bKV seines Arbeitgebers. Das ist ein spürbarer Unterschied im Vergleich zu Tarifen, die stationäre Wahlleistungen einschließen – und ein Unterschied, den der Mitarbeiter genau in dem Moment wahrnimmt, in dem er am deutlichsten auf Unterstützung hofft.
Wer stationären Schutz als Teil des Arbeitgeberangebots positionieren will, muss entweder ein anderes Produkt wählen oder den TeamUpgrade Complete durch einen separaten Krankenhaus-Zusatztarif ergänzen.
6. Auslandsschutz: Keine eigenständige Reiseversicherung
Der TeamUpgrade Complete enthält keine Reiseversicherungskomponente im klassischen Sinne. Es gibt keine Absicherung für stationäre Notfallbehandlungen im Ausland, keine Kostenübernahme für Rücktransporte und keine Reisekrankenversicherung.
Was der Tarif hingegen bietet: Reiseimpfungen, Malariaprophylaxe und reisemedizinische Beratung sind erstattungsfähig. Das ist eine sinnvolle Ergänzung – aber kein Ersatz für eine echte Auslandsabsicherung.
Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter reist beruflich oder privat ins Ausland und muss dort stationär behandelt werden. Mit einem Beispielbudget von 600 EUR aus dem TeamUpgrade Complete ist für diese Situation nichts vorgesehen. Entstehende Behandlungskosten müssen selbst getragen oder über eine separate Reisekrankenversicherung abgedeckt werden. In einem Marktvergleich sind Tarife verfügbar, die sowohl ambulante Budgetleistungen als auch eine Grundabsicherung im Ausland kombinieren.

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7. Vertragsende und Weiterführung
Endet der Kollektivvertrag des Arbeitgebers oder scheidet ein Mitarbeiter aus dem versicherbaren Personenkreis aus, erlischt auch der Versicherungsschutz im TeamUpgrade Complete. Der Tarif ist explizit an den Bestand des Kollektivvertrages geknüpft.
Positiv: Das Fortsetzungsrecht nach § 206 Abs. 4 und § 207 Abs. 2 VVG ist vertraglich verankert. Ausscheidende Mitarbeiter können den Vertrag in eine Einzelversicherung überführen – ohne neue Wartezeiten, da die bisherige Versicherungszeit angerechnet wird.
Das Fortsetzungsrecht ist ein echter Mehrwert für Arbeitnehmer – insbesondere für solche, die bereits Vorerkrankungen haben und auf dem freien Versicherungsmarkt schwieriger eine vergleichbare Absicherung bekommen würden. Für Arbeitgeber ist es ein Argument im Rahmen des Offboardings: Die bKV-Leistung endet nicht abrupt, sondern kann nahtlos fortgeführt werden.
Praxisbeispiel: Ein langjähriger Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR wechselt den Arbeitgeber. Sein bisheriger Kollektivvertrag endet. Er nutzt das Fortsetzungsrecht und führt den Tarif privat weiter – zu den Bedingungen der Einzelversicherung, aber ohne erneute Wartezeiten. Für ihn ist das ein konkreter Wert der bKV, der über das Arbeitsverhältnis hinauswirkt.
8. Servicekomponenten: Reines Erstattungsmodell
Der TeamUpgrade Complete ist ein klassisches Erstattungsmodell ohne erkennbare Servicekomponenten, Assistance-Leistungen oder digitale Gesundheitsangebote. Es gibt keine Hinweise auf Telemedizin, App-Funktionen, Arztterminservices, Gesundheitscoaching oder ähnliche Zusatzangebote in den AVB.
Das Leistungsmodell ist klar: Rechnung einreichen – Erstattung erhalten. Das hat eine gewisse Klarheit, bedeutet aber auch: Es gibt nichts, was über die reine Kostenerstattung hinausgeht.
Die relevanten Einschränkungen im Überblick:
- Kein digitales Serviceangebot
- Keine Telemedizin-Integration
- Kein Arztterminservice
- Kein Gesundheitscoaching
- Reines Erstattungsmodell ohne Mehrwertservices
Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter mit einem Beispielbudget von 600 EUR sucht einen Facharzttermin und wartet Wochen. Die LKH bietet im Rahmen des TeamUpgrade Complete keine Unterstützung bei der Terminvermittlung oder Arzt-Navigation. Er trägt Rechnung nach Behandlung ein – das war's. Für Arbeitgeber, die ihre bKV als modernes Benefit-Instrument mit spürbarem Alltagsmehrwert positionieren wollen, ist das ein Manko. Der Markt zeigt: Tarife mit integrierten Service-Komponenten werden von Mitarbeitern deutlich stärker wahrgenommen und geschätzt.

Georg Soller findet das Konzept, das wirklich passt – nicht das, das sich am besten verkauft.
9. Einordnung: Stärken, Lücken und was Arbeitgeber abwägen sollten
Der LKH TeamUpgrade Complete ist ein solide strukturierter ambulanter Budgettarif mit einem breiten Leistungskatalog. Die Stärken liegen im Leistungsumfang des ambulanten Bereichs: Der Tarif deckt Zahnbehandlung, Zahnersatz, Implantate, Sehhilfen, Heilmittel, Hilfsmittel, Naturheilverfahren, Vorsorge, Impfungen und Präventionskurse in einem Produkt ab. Die altersunabhängige Beitragsstruktur und das Fortsetzungsrecht sind administrative Pluspunkte.
Die Lücken sind aber strukturell und nicht marginal:
- Sublimits für Sehhilfen von max. 240 EUR p.a. und Prophylaxe reduzieren das nutzbare Budget in praxisrelevanten Bereichen spürbar
- Kein stationärer Schutz – eine der sichtbarsten und emotional relevantesten Leistungskomponenten fehlt
- Keine Auslandsreisekrankenversicherung – für Unternehmen mit Dienstreisenden oder international mobilem Personal eine echte Versorgungslücke
- Kein Leistungsfreiheitsbonus – der Arbeitgeberbeitrag hat keinen Rücklaufmechanismus für gesunde Mitarbeiter
- Keine digitalen Servicekomponenten – der Tarif liefert reinen Kostenersatz ohne spürbaren Alltagsmehrwert
Arbeitgeber, die eine solide Grundabsicherung im ambulanten Bereich ohne stationären Baustein suchen, finden im TeamUpgrade Complete einen funktionalen Tarif. Wer dagegen ein vollständiges bKV-Konzept mit stationärer Absicherung, Auslandsschutz und modernen Servicekomponenten aufbauen will, sollte den Markt auf Kombinationslösungen prüfen.
Ein unabhängiger bKV-Makler kann helfen, Tarife zu vergleichen, die genau diese Lücken schließen – mit klarer Budgetstruktur, ohne versteckte Sublimits und mit spürbarem Mehrwert für jeden Mitarbeiter im Alltag.
Sprechen Sie uns an – auf betriebskranken.de finden Sie eine unabhängige Übersicht der am Markt verfügbaren bKV-Tarife und können direkt eine Beratung anfragen. Wir betreuen knapp 2.000 Arbeitgeber mit über 40.000 versicherten Mitarbeitern.

Die Georg Soller Unternehmensgruppe – Ihr Partner für betriebliche Absicherung. Gegründet 1951.