Blutspenden mit Hashimoto – solltest du es wirklich tun?
Hannah Hauser weiß aus Erfahrung und Praxis, wie Hashimoto Blutspenden beeinflusst.
Du hast Hashimoto und denkst darüber nach Blut zu spenden, um anderen zu helfen? Die gute Nachricht ist, dass es in den meisten Fällen rechtlich möglich ist. Die wichtigere Frage ist jedoch, ob es auch für dich gesund ist oder ob du deinen ohnehin schon gestressten Körper damit schadest? In diesem Artikel erfährst du, was sich rechtlich geändert hat, warum Blutspenden bei Hashimoto früher problematisch war und warum du trotz Erlaubnis lieber zweimal überlegen solltest, bevor du zur Blutspende gehst.
Was hat sich rechtlich geändert?
Bis vor Kurzem war es in manchen Regionen, beispielsweise in Österreich, für Menschen mit Hashimoto schlichtweg nicht erlaubt, Blut zu spenden. Der Grund: Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer dauerhaften, leichten Entzündung der Schilddrüse einhergeht. Diese Entzündung belastet den Kreislauf und der muss beim Blutspenden stabil sein.
Seit Sommer 2025 gilt jedoch eine neue Regelung. Auch in Österreich sind Betroffene jetzt nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen. In Deutschland war die Regelung ohnehin schon flexibler. Entscheidend ist nun der individuelle Gesundheitszustand. Eine Spende ist möglich, wenn die Erkrankung stabil ist. Das bedeutet:
- Keine akute Entzündungsphase
- Keine kürzlichen Medikamentenanpassungen
- Ein gutes Allgemeinbefinden
Klingt erst mal gut oder? Aber nur weil du darfst, heißt das noch lange nicht, dass du es auch solltest.
Warum Blutspenden bei Hashimoto problematisch sein kann
Der Körper ist bereits geschwächt
Hashimoto geht häufig mit einer Schilddrüsenunterfunktion einher. Das bedeutet, dass deine Schilddrüse nicht genug Hormone produziert oder die Hormone nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Typische Symptome einer Unterfunktion sind:
- Chronische Müdigkeit: Du schaffst es kaum ohne Kaffee durch den Tag, hast mittags ein Tief und fällst abends müde auf die Couch
- Haarausfall: Du entdeckst immer mehr Haare in deiner Bürste
- Gewichtszunahme: Trotz Diäten und Sport kannst du einfach nicht abnehmen
- Zyklusprobleme: Du leidest unter Periodenschmerzen, Unfruchtbarkeit oder den Wechseljahren
Diese Symptome zeigen, dass dein Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Er braucht Energie, um wieder gesund zu werden, nicht zusätzlichen Stress.

Blutspenden bei Hashimoto ist zusätzlicher Stress für das Hormonsystem
Blutspenden = zusätzlicher Stress für den Körper
Wenn du Blut spendest, verliert dein Körper auf einen Schlag etwa einen halben Liter Blut. Das ist biologisch gesehen eine Stresssituation, ähnlich wie bei einem Unfall oder einer Operation. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol). Deshalb fühlst du dich direkt nach der Blutspende oft energiegeladen und wach.
Aber Achtung! Dieses gute Gefühl ist trügerisch. Es bedeutet nicht, dass die Blutspende deinem Körper guttut. Im Gegenteil: Du ziehst einem ohnehin schon geschwächten System noch mehr Energie ab. Langfristig kann das deinen gesundheitlichen Zustand verschlechtern, auch wenn du es nicht sofort merkst.
Hannahs persönliche Erfahrung
Viele Jahre lang habe ich selbst trotz Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion regelmäßig Blut gespendet – aus dem Wunsch heraus, anderen zu helfen. Doch die Erfahrungen waren alles andere als positiv. Mein Körper hat mir dabei deutlich seine Grenzen gezeigt.
Mehrfach kam es zu Kreislaufzusammenbrüchen, einmal sogar auf dem Gang zwischen Blutabnahme und Ruheraum. Mein Körper war einfach zu geschwächt und konnte diese zusätzliche Belastung nicht mehr gut ausgleichen. Heute, mit mehr Wissen und Erfahrung, würde ich diese Entscheidung anders treffen.
Was du stattdessen tun solltest
Es ist ehrenwert, anderen Menschen helfen zu wollen und ja, Blutspenden ist wichtig und sinnvoll – für gesunde Menschen. Doch wenn dein Körper bereits kämpft, ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für dich. Deine Priorität sollte sein:
- Bringe deine Schilddrüse wieder ins Gleichgewicht. Arbeite daran, dass dein Körper wieder genug eigene Hormone produziert.
- Achte auf Signale deines Körpers. Weniger Müdigkeit, nachwachsende Haare, Gewichtsverlust, lockerer sitzende Hosen. Das alles sind Zeichen, dass es aufwärts geht.
- Erst wenn du wieder gesund bist, kannst du auch anderen etwas geben.
Denk an die Situation im Flugzeug: Die Flugbegleiter sagen dir, dass du zuerst deine eigene Sauerstoffmaske aufsetzen sollst, bevor du anderen hilfst, auch wenn Kinder oder Kranke neben dir sitzen. Nur wenn du selbst stabil bist, kannst du wirklich anderen helfen.

Erst wenn dein Körper wieder im Gleichgewicht ist, hast du die Kraft, anderen zu helfen
Fazit: Erst heilen, dann helfen
Du darfst mittlerweile mit Hashimoto Blut spenden, aber das bedeutet nicht, dass es eine gute Idee ist. Dein Körper zeigt dir durch Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und Gewichtszunahme, dass er aus dem Gleichgewicht geraten ist. Blutspenden würde ihn nur zusätzlich belasten, weshalb ich es generell meinen Klienten nicht empfehle.
Konzentriere dich zuerst darauf, deine Schilddrüse wieder zu aktivieren, deinen Stoffwechsel anzukurbeln und deine Energie zurückzugewinnen. Sobald du dich wieder gesund und stark fühlst, kannst du mit gutem Gewissen anderen helfen. Auch du hast es verdient, gesund zu sein.
Du möchtest tiefer in das Thema Schilddrüse eintauchen? Hannah litt selbst viele Jahre an Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Durch die natürliche Aktivierung ihrer Schilddrüse hat sie über 25 Kilo abgenommen und braucht heute keine Medikamente mehr.
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