Der X-Faktor für Coaches, Berater und Dienstleister
Niemand macht das!
Kennst du das? Du setzt dir ein ambitioniertes Ziel, startest hochmotiviert durch und nach zwei, drei Wochen ist die ganze Sache eingeschlafen. Fünf LinkedIn-Beiträge pro Woche sollten es werden, geworden sind es zwei oder drei, bis irgendwann gar keiner mehr kam. Zwanzig Akquise-Nachrichten am Tag standen auf dem Plan, doch nach wenigen Wochen ist auch das im Sande verlaufen. Drei bis fünf neue Kunden im Monat waren das Ziel, vielleicht hat es einmal für zwei gereicht, und dann war wieder Ruhe.
Dieses Muster kennt fast jeder Coach, Berater, Trainer oder Agenturinhaber, der sein Geschäft ausbauen will. Und das eigentliche Problem liegt dabei gar nicht an mangelnder Disziplin oder falschen Zielen. Es fehlt ein zweites, mindestens genauso wichtiges Element: der Mindeststandard. Gerade wenn dein Business gerade wächst, du neue Prozesse aufbaust, Personal einstellst oder neue Systeme und sogar KI-Tools integrierst, brauchst du neben großen Zielen eine Art Sicherheitsnetz, das dich auffängt, wenn der Alltag mal nicht nach Plan läuft.
Warum Ziele allein dich nicht weiterbringen
Ziele sind wichtig, keine Frage. Sie geben dir eine Richtung und zeigen dir, wo die Reise hingehen soll. Das Problem an reinen Zielen ist aber: Sie kennen nur zwei Zustände. Entweder du erreichst sie, oder du scheiterst. Und genau dieses Scheitern führt oft dazu, dass Menschen komplett aufgeben, anstatt einfach etwas kleiner weiterzumachen.
Stell dir vor, du nimmst dir vor, fünf LinkedIn-Beiträge pro Woche zu veröffentlichen. Klappt das in einer stressigen Woche nicht, fühlt es sich schnell wie ein Totalausfall an, und die Versuchung ist groß, ganz aufzuhören. Genau hier setzt der Mindeststandard an. Er ist die Grenze, auf die du zurückfällst, wenn das große Ziel gerade nicht erreichbar ist, aber unter die du niemals rutschst, komme was wolle.

Sebastian Auer
So funktioniert das Prinzip in der Praxis
Das Prinzip lässt sich denkbar einfach auf alle Bereiche deines Business übertragen. Du definierst dir immer zwei Werte: das Ziel, das du eigentlich erreichen willst, und den Mindeststandard, den du unter keinen Umständen unterschreitest.
| Bereich | Ziel | Mindeststandard |
|---|---|---|
| LinkedIn-Content | 5 Beiträge pro Woche | mindestens 3 Beiträge pro Woche |
| Akquise-Nachrichten | 20 individuelle Nachrichten täglich | mindestens 10 Nachrichten täglich |
| Kaltakquise-Anrufe | 100 Versuche täglich | mindestens 50 Versuche täglich |
| Neukundengewinnung | 3 bis 5 neue Kunden pro Monat | mindestens 1 bis 2 neue Kunden pro Monat |
Der entscheidende Unterschied: Den Mindeststandard reißt du nicht. Egal ob du keine Lust hast, ob ein stressiger Tag dazwischenkommt oder ob gerade alles drunter und drüber geht, außer bei ernsthafter Krankheit gibt es keine Ausnahme. Genau diese Kompromisslosigkeit sorgt dafür, dass sich mit der Zeit eine stabile Basis in deinem Geschäft etabliert, unter die du einfach nicht mehr fällst.
Warum das Prinzip auch außerhalb des Business funktioniert
Dieses Denken lässt sich übrigens eins zu eins auf andere Lebensbereiche übertragen, zum Beispiel auf Sport und Ernährung. Nimmst du dir vor, fünfmal die Woche ins Gym zu gehen, definierst du gleichzeitig einen Mindeststandard von vielleicht zweimal pro Woche, den du garantiert einhältst, egal wie der Tag gelaufen ist. Willst du dich sechsmal die Woche gesund ernähren, setzt du deinen Mindeststandard bei fünfmal an.
Das Ergebnis ist immer dasselbe: Du fällst nie unter ein bestimmtes Niveau zurück. Statt zwischen Vollgas und komplettem Stillstand hin- und herzupendeln, bewegst du dich konstant auf einem soliden Grundlevel, von dem aus du dich immer wieder Richtung Ziel hocharbeiten kannst.
Warum Mindeststandards gerade beim Wachstum entscheidend sind
Besonders in Wachstumsphasen deines Business zahlt sich dieses Prinzip aus. Wenn du neue Mitarbeiter einstellst, neue Kundengewinnungsprozesse aufbaust oder Automationen und KI-Tools einführst, verändert sich vieles gleichzeitig. Genau in solchen Umbruchphasen brauchst du feste Ankerpunkte, die unabhängig vom aktuellen Chaos bestehen bleiben.
Mindeststandards sorgen dafür, dass deine Vernetzungsstrategie, deine Content-Erstellung, dein Akquiseprozess und deine gesamte Verkaufsstrategie nicht bei jeder Unsicherheit ins Wanken geraten. Sie schaffen einen roten Faden, der sich später sogar automatisieren oder an feste und freie Mitarbeiter delegieren lässt. So entsteht aus einem einmaligen Motivationsschub ein nachhaltiger, wiederholbarer Prozess, der dir über Monate und Jahre hinweg eine planbare Neukundengewinnung sichert.

Sebastian Auer
Fazit: Baue dir dein persönliches Sicherheitsnetz
Große Ziele sind wichtig, aber sie reichen allein nicht aus. Erst die Kombination aus ambitioniertem Ziel und kompromisslosem Mindeststandard sorgt dafür, dass du dranbleibst, auch wenn der Alltag mal nicht mitspielt. Schau dir noch heute deine wichtigsten Vorhaben an, sei es im Business, im Sport oder in der Ernährung, und definiere zu jedem Ziel einen realistischen Mindeststandard, den du ab sofort ausnahmslos einhältst.
Beobachte dich in den kommenden Wochen selbst: Wo fällst du normalerweise komplett aus dem Tritt, sobald ein Ziel mal nicht erreicht wird? Genau dort setzt du jetzt deinen persönlichen Mindeststandard an, und du wirst merken, wie viel stabiler dein Fortschritt plötzlich wird.
Was ist der Unterschied zwischen einem Ziel und einem Mindeststandard?
Ein Ziel beschreibt den Idealzustand, den du anstrebst, während der Mindeststandard die absolute Untergrenze ist, die du unter keinen Umständen unterschreitest, selbst wenn das Ziel gerade unerreichbar scheint.
Wie hoch sollte ich meinen Mindeststandard ansetzen?
Wähle ihn so, dass du ihn auch an einem schlechten Tag realistisch schaffst, meist liegt er bei etwa der Hälfte bis zwei Dritteln deines eigentlichen Ziels.
Gilt das Prinzip nur für Business-Ziele?
Nein, das Prinzip funktioniert genauso gut bei Sport, Ernährung oder anderen persönlichen Gewohnheiten, überall dort, wo Konstanz wichtiger ist als kurzfristige Höchstleistung.
Was mache ich, wenn ich auch den Mindeststandard mal reiße?
Dann analysiere ehrlich, ob der Standard zu hoch angesetzt war, und passe ihn realistisch an, wichtig ist, dass du danach sofort wieder einsteigst, statt komplett aufzuhören.
Wie helfen Mindeststandards beim Aufbau einer Kundengewinnungspipeline?
Sie sorgen dafür, dass Akquise, Content und Vernetzung kontinuierlich weiterlaufen, auch in stressigen Phasen, wodurch aus einzelnen Aktionen ein verlässlicher, langfristiger Prozess wird.