Helvetia CleVesto Allcase: Warum dieser Vertrag fast 100.000 Euro kostet

Helvetia CleVesto Allcase

Helvetia CleVesto Allcase

Stell dir vor, du zahlst 34 Jahre lang jeden Monat 250 Euro in deine Altersvorsorge ein – und am Ende verliert dein Geld mehr als ein Drittel seiner Kaufkraft. Klingt absurd? Leider ist das bei vielen Rentenversicherungen Realität. Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen: Die Helvetia CleVesto Allcase verursacht in einem konkreten Fall Gesamtkosten von fast 100.000 Euro. Wir zeigen dir, worauf du bei deiner Altersvorsorge achten solltest – und warum sich eine genaue Prüfung immer lohnt.

Was macht eine gute Altersvorsorge aus?

Bevor wir uns das konkrete Beispiel anschauen, lass uns kurz klären, woran du eine sinnvolle Altersvorsorge erkennst. Denn am Ende zählt nicht die schönste Werbebroschüre, sondern das, was tatsächlich bei dir ankommt.

Die fünf wichtigsten Faktoren

Rendite steht an erster Stelle: Dein Geld sollte sich langfristig vermehren – und zwar realistisch kalkulierbar. Achte darauf, dass die Anlage in Werte investiert, die historisch nachweisbar gute Erträge bringen.

Kosten sind der größte Renditekiller: Jeder Euro, der für Verwaltung, Abschluss oder Fondsgebühren draufgeht, fehlt dir später. Bei langen Laufzeiten summieren sich selbst kleine Prozentsätze zu enormen Beträgen.

Versteckte Renditebremsen lauern überall: Transaktionskosten, ungünstige Anlageentscheidungen oder Performance-Gebühren – all das schmälert deine Rendite, ohne dass du es direkt merkst.

Steuern solltest du von Anfang an mitdenken: Nutze die gesetzlichen Möglichkeiten, um den Zinseszinseffekt maximal auszuschöpfen.

Inflation unterschätzen viele: Was heute 100 Euro wert ist, hat in 30 Jahren bei zwei Prozent Inflation nur noch eine Kaufkraft von etwa 55 Euro. Deine Altersvorsorge muss diese Entwicklung nicht nur ausgleichen, sondern deutlich übertreffen.

Helvetia CleVesto Allcase

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Der konkrete Fall: 250 Euro im Monat über 34 Jahre

Ein 33-jähriger Kunde legte uns sein Angebot der Helvetia CleVesto Allcase vor. Die Eckdaten klingen zunächst solide: 250 Euro monatlich, Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr, keine Anfangsinvestition, keine Dynamik. Macht insgesamt 102.000 Euro eingezahltes Kapital.

Die Anlage setzt zu 80 Prozent auf den Aktienfonds Carmignac Gestion S.A. und zu 20 Prozent auf den Rentenfonds Franklin Templeton Investment Funds SICAV. Auf dem Papier eine Mischung, die Wachstum und Sicherheit kombinieren soll.

Doch dann kommt die Ernüchterung: Bei genauer Durchrechnung zeigt sich eine Gesamtbelastung von 97.578,62 Euro durch Kosten und renditemindernde Faktoren. Fast so viel, wie überhaupt eingezahlt wird.

Wo verschwindet das Geld?

Die Helvetia selbst berechnet 12.546 Euro an Vertragskosten über die Laufzeit. Das klingt erst mal nach einem überschaubaren Betrag. Doch der eigentliche Kostenberg türmt sich woanders auf.

Alpha-Kosten: Der Einstieg kostet dich 2.550 Euro

Die sogenannten Abschluss- und Vertriebskosten werden auf Basis deiner Gesamtbeitragssumme berechnet. In diesem Fall: 102.000 Euro mal 2,5 Prozent. Diese 2.550 Euro werden in den ersten fünf Jahren aus deinem Vertragsguthaben genommen – und fließen größtenteils als Provision an den Vermittler.

Besonders ärgerlich: Jede Zuzahlung oder Beitragserhöhung löst neue Abschlusskosten aus. Dein Berater verdient also jedes Mal mit, wenn du mehr einzahlst.

Beta-Kosten: Doppelt zahlen für Verwaltung

Bei jedem Monatsbeitrag werden 5,10 Prozent direkt als Verwaltungskosten abgezogen. Das macht 12,75 Euro pro Monat – über 34 Jahre sind das 5.202 Euro.

Doch damit nicht genug: In den ersten zehn Jahren kommen zusätzlich 15,98 Prozent obendrauf. Weitere 4.794 Euro, die aus deinen Beiträgen verschwinden, bevor sie überhaupt richtig angelegt werden.

Die Fondskosten: Der stille Kostengigant

Hier wird es richtig teuer. Die laufenden Kosten der beiden Fonds liegen bei durchschnittlich 2,03 Prozent pro Jahr – und werden auf dein gesamtes Fondsguthaben berechnet. Das heißt: Je mehr Geld sich in deinem Vertrag ansammelt, desto höher werden die absoluten Kosten.

Über 34 Jahre summiert sich das auf 85.032,62 Euro. Mehr als du überhaupt eingezahlt hast. Diese Kosten werden nicht laut angekündigt, sondern Jahr für Jahr stillschweigend aus deinem Vermögen entnommen.

Versteckte Renditebremsen: Weitere 2 Prozent pro Jahr

Zusätzlich zu den offiziellen Kosten gibt es renditemindernde Faktoren, die indirekt wirken:

  • Transaktionskosten (geschätzt 1,00 Prozent p.a.): Jedes Mal, wenn der Fonds Wertpapiere kauft oder verkauft, kostet das Geld
  • Ungünstige Anlageentscheidungen (geschätzt 0,50 Prozent p.a.): Aktives Fondsmanagement schneidet langfristig oft schlechter ab als der Markt
  • Performance-Gebühren (durchschnittlich 0,40 Prozent p.a.): Der Fondsmanager kassiert extra, wenn der Fonds gut läuft
  • Cash-Lock-Falle (geschätzt 0,16 Prozent p.a.): Liquiditätspuffer im Fonds bleiben unverzinst liegen

Alles zusammen vernichtet rund zwei Prozent deiner Rendite – Jahr für Jahr.

Was bleibt am Ende übrig?

Nach 34 Jahren sieht die Rechnung so aus:

  • Eingezahlt: 102.000 Euro
  • Endkapital (brutto): 139.828,79 Euro
  • Steuern: 4.550,91 Euro
  • Endkapital (netto): 135.277,88 Euro

Auf den ersten Blick ein Plus von über 33.000 Euro. Klingt doch gut, oder?

Die Inflation frisst deinen Gewinn

Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die Kaufkraft. Bei einer durchschnittlichen Inflation von zwei Prozent pro Jahr haben deine 135.277,88 Euro in 34 Jahren nur noch einen realen Wert von 68.995,53 Euro.

Du hast also 102.000 Euro eingezahlt und bekommst Kaufkraft im Wert von knapp 69.000 Euro zurück. Ein Verlust von über 33.000 Euro – trotz Börsenrendite und 34 Jahren Geduld.

Die Rentenoption: Nur sinnvoll, wenn du 110 wirst

Alternativ zur Kapitalauszahlung kannst du eine lebenslange Rente wählen. Bei diesem Vertrag wären das 268,14 Euro brutto pro Monat.

Klingt erst mal solide. Doch rechne mal nach: Um auf die gleiche Summe wie bei der Einmalauszahlung zu kommen (139.828,79 Euro), müsstest du die Rente über 521 Monate beziehen. Das sind über 43 Jahre.

Du müsstest also mindestens 110 Jahre alt werden, damit sich die Rentenoption überhaupt lohnt. Und auch hier gilt: Die Kaufkraft dieser 268 Euro beträgt inflationsbereinigt nur noch etwa 137 Euro.

Helvetia CleVesto Allcase

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Was kannst du daraus lernen?

Dieser Fall zeigt exemplarisch, was bei vielen klassischen Rentenversicherungen schiefläuft:

Intransparente Kostenstrukturen: Die wahren Kosten verstecken sich in Kleingedrucktem und Prozentangaben, die harmlos klingen, aber Zehntausende Euro kosten.

Mehrfachbelastung: Versicherungskosten, Fondskosten, versteckte Gebühren – du zahlst auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

Langfristige Renditebremsen: Bei einer Gesamtbelastung von fast 100.000 Euro bleibt selbst von einer guten Marktrendite kaum noch etwas übrig.

Inflation wird ignoriert: Viele Angebote rechnen nur mit nominalen Beträgen und blenden aus, dass Geld über Jahrzehnte massiv an Wert verliert.

Konkrete Tipps für deine Altersvorsorge

  1. Frage nach allen Kosten: Lass dir Alpha-, Beta-, Gamma- und Kappa-Kosten einzeln ausweisen. Rechne dir aus, was das über die Laufzeit in Euro bedeutet.
  2. Prüfe die Fondskosten: Laufende Kosten über 1,5 Prozent sind bei einem langfristigen Investment zu hoch. Es gibt Alternativen mit 0,2 bis 0,5 Prozent.
  3. Rechne mit Inflation: Deine Altersvorsorge muss die Inflation nicht nur ausgleichen, sondern deutlich schlagen – sonst verlierst du real Geld.
  4. Vergleiche Alternativen: Oft kannst du mit ETF-Sparplänen oder fondsgebundenen Verträgen mit niedrigen Kosten deutlich mehr herausholen.
  5. Lass dich unabhängig beraten: Ein Berater, der nur Provisionen verdient, hat ein Interesse an teuren Produkten. Honorarberatung kostet zwar, ist aber oft günstiger.
Helvetia CleVesto Allcase

Helvetia CleVesto Allcase

Fazit: Augen auf bei der Altersvorsorge

Die Helvetia CleVesto Allcase ist in diesem konkreten Fall ein Paradebeispiel dafür, wie Kosten deine Rendite auffressen können. Fast 100.000 Euro Gesamtbelastung bei 102.000 Euro Einzahlung – das ist schlichtweg zu viel.

Das bedeutet nicht, dass jeder Helvetia-Vertrag schlecht ist. Aber es zeigt: Du musst genau hinschauen. Jedes Angebot, jede Tarifkombination, jede individuelle Situation erfordert eine eigene Prüfung.

Wenn du bereits einen Vertrag hast oder ein Angebot vorliegt: Lass es durchrechnen. Nicht von dem, der es dir verkauft hat, sondern von jemandem, der kein finanzielles Interesse am Abschluss hat. Die paar Hundert Euro für eine unabhängige Prüfung können dir Zehntausende sparen.

Deine Altersvorsorge ist zu wichtig, um sie auf gut Glück abzuschließen. Nimm dir die Zeit, verstehe die Kosten, rechne mit der Inflation – und triff dann eine informierte Entscheidung. Dein 67-jähriges Ich wird es dir danken.

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