In welche Edelmetalle sollte man 2027 investieren?

Gold- und Silbermünzen liegen vor einem Kursdiagramm; darüber steht die Frage, in welche Edelmetalle man 2027 investieren sollte.

In welche Edelmetalle sollte man 2027 investieren?

Insgesamt gibt es acht Edelmetalle. Für private Anleger stehen jedoch vor allem die klassischen Vier im Mittelpunkt: Gold, Silber, Platin und Palladium.

Warum gerade diese vier?

Die Antwort liegt nicht allein in ihrer Seltenheit oder ihrem aktuellen Preis. Entscheidend sind auch die Nachfrage, die Handelsstrukturen und die Frage, wie gut sich die Metalle später vor allem wieder verkaufen lassen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in einer zunehmend geopolitisch geprägten Welt an Bedeutung gewinnt: Wo werden die Metalle gefördert und welche Abhängigkeiten bestehen entlang ihrer Lieferketten?

Während China bei zahlreichen Technologiemetallen und Seltenen Erden eine dominierende Rolle spielt, unterscheiden sich die geografischen Förderschwerpunkte der klassischen Edelmetalle teilweise erheblich.

In diesem Artikel erfährst Du, welche Chancen und Risiken die vier Edelmetalle mit sich bringen, welche Rolle ihre Herkunft spielt und worauf Du beim physischen Kauf und späteren Verkauf unbedingt achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Edelmetalle stehen für private Anleger im Mittelpunkt: Gold, Silber, Platin und Palladium verfügen über etablierte Handelsmärkte. Andere Edelmetalle wie z. Bsp. Rhodium sind zwar ebenfalls handelbar, weisen jedoch häufig größere Handelsspannen und stärkere Preisschwankungen auf.
  • Gold gilt als der klassische Wertspeicher. Es wird weltweit gehandelt und sowohl von privaten Anlegern als auch von Zentralbanken nachgefragt. China gehört zu den bedeutendsten Goldförderländern.
  • Silber ist der „kleine Bruder von Gold". Als Industriemetall wird seine Preisentwicklung von der industriellen Nachfrage beeinflusst. Gleichzeitig schwankt der Silberpreis häufig stärker als der Goldpreis.
  • Platin und Palladium eröffnen eine andere geografische Perspektive. Ihre Förderung konzentriert sich insbesondere auf Südafrika und Russland. Damit unterscheiden sich ihre Lieferketten von vielen Technologiemetallen und Seltenen Erden, bei denen China eine dominierende Rolle spielt.
  • Beim physischen Investment zählt nicht nur der Kaufpreis. Entscheidend sind auch die Handelbarkeit, die professionelle Lagerung und die Bedingungen für den späteren Verkauf, denn nicht jedes seltene oder teure Metall eignet sich gleichermaßen für eine langfristige Vermögensstrategie.
Eine Person notiert mit einem Stift Informationen zu Edelmetalle investieren in einem aufgeschlagenen Notizbuch.

Welches Edelmetall passt 2027 wirklich ins Portfolio?

Acht Edelmetalle, vier davon für Anleger

Zu den Edelmetallen zählen Gold und Silber sowie die sechs Platinmetalle: Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Doch nicht jedes dieser acht Metalle eignet sich gleichermaßen für private Anleger. In meiner Beratung konzentriere ich mich deshalb ganz bewusst auf vier: Gold, Silber, Platin und Palladium.

Der Grund dafür liegt nicht allein in ihrer Bekanntheit oder in ihrer industriellen Bedeutung. Entscheidend sind für mich vor allem die etablierten Handelsmärkte, die internationale Nachfrage und die Möglichkeiten eines späteren Verkaufs.

Für Gold und Silber setzt die London Bullion Market Association (LBMA) international anerkannte Qualitätsstandards für den professionellen Edelmetallhandel. Bei Platin und Palladium übernimmt der London Platinum and Palladium Market (LPPM) eine vergleichbare Rolle. Beide Organisationen führen sogenannte „Good-Delivery-Listen" anerkannter Raffinerien und definieren Standards für die entsprechenden Handelsbarren.

Doch ein international anerkannter Metallpreis allein garantiert noch keinen problemlosen Wiederverkauf.

Im professionellen Rohstoffhandel spielen auch die physische Form, die Reinheit, die Herkunft und die Dokumentation eines Metalls eine wichtige Rolle. Ein standardisierter Barren einer anerkannten Raffinerie wird anders gehandelt als beispielsweise ein industrielles Metallpulver oder ein speziell gefertigtes Produkt.

Hinzu kommt die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, der sogenannte „Spread". Je kleiner und spezialisierter ein Markt ist, desto stärker können diese Preisunterschiede ausfallen.

Ein gutes Gegenbeispiel ist Rhodium.

Rhodium gehört zu den teuersten und seltensten Edelmetallen der Welt und notierte Mitte Oktober 2026 bei rund 9.150 US-Dollar je Feinunze, gut doppelt so viel wie Gold. Rund 80 Prozent der Weltförderung stammen aus Südafrika, eingesetzt wird es vor allem in Abgaskatalysatoren. Kaufen und verkaufen lässt es sich physisch durchaus, doch der Markt ist wesentlich kleiner als bei den vier klassischen Edelmetallen, die Handelsspannen fallen deutlich größer aus und die Preise können wegen der starken Abhängigkeit von der Industrienachfrage extrem schwanken.

Aus meiner langjährigen Erfahrung im operativen Rohstoffhandel weiß ich: Die Seltenheit eines Metalls allein sagt noch nichts darüber aus, ob es sich für eine langfristige Vermögensstrategie eignet.

Sie alle verfügen über etablierte Handelsstrukturen und bieten unterschiedliche Möglichkeiten, physische Edelmetalle in eine langfristige Vermögensstrategie einzubinden.

Gold: Das Fundament, und ausgerechnet China fördert am meisten

Gold gilt seit Jahrtausenden als der Wertspeicher schlechthin. Es wird weltweit gehandelt, von Zentralbanken als strategische Reserve gehalten und von privaten Anlegern zur langfristigen Vermögenssicherung genutzt.

Doch ein Blick auf die Förderländer überrascht: China ist der weltweit größte Goldproduzent. Nach Angaben des World Gold Council wurden 2025 weltweit rund 3.672 Tonnen Gold gefördert. China lag dabei vor Russland und Australien.

Bedeutet das, dass Anleger mit Gold ebenfalls von China abhängig sind? Nicht in vergleichbarem Maße wie bei vielen Technologiemetallen und Seltenen Erden.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Struktur des Goldmarktes. Gold wird nicht nur neu gefördert, sondern seit Jahrhunderten auch weltweit gesammelt, gehandelt und wiederverwertet. Anders als bei zahlreichen industriell verbrauchten Rohstoffen bleibt ein großer Teil des jemals geförderten Goldes weiterhin verfügbar.

Hinzu kommt das sogenannte Sekundärgold aus Recyclingprozessen. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Edelmetallscheideanstalt C.HAFNER. Das Unternehmen gewinnt Gold unter anderem aus Altschmuck, Dentalgold und industriellen Produktionsabfällen zurück. Durch spezielle Scheideverfahren wird das enthaltene Edelmetall aufbereitet und kann anschließend erneut als Feingold, beispielsweise in Form von Barren, in den Wirtschaftskreislauf gelangen.

Zwar benötigt auch die Wiederaufbereitung Energie und Ressourcen. Dennoch kann recyceltes Gold insbesondere beim Energiebedarf und den Treibhausgasemissionen deutliche ökologische Vorteile bieten, denn es müssen keine neuen Vorkommen erschlossen werden. Für Anleger, die auch Umwelt- und ESG-Kriterien berücksichtigen, kann die nachvollziehbare Herkunft des Goldes deshalb ein zusätzliches Entscheidungskriterium sein.

Zusätzlich kommen international etablierte Handelsplätze, anerkannte Raffinerien und eine breite Nachfrage von Zentralbanken, institutionellen Investoren, der Schmuckindustrie und privaten Anlegern hinzu.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die hohe Liquidität des Goldmarktes. Damit ist gemeint, dass Gold in großen Mengen international gehandelt wird und sich bei marktüblichen Bedingungen vergleichsweise gut kaufen und auch wieder schnell verkaufen lässt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold frei von Risiken ist. Auch der Goldpreis kann erheblich schwanken. Er wird unter anderem von der Geldpolitik, den Realzinsen, Wechselkursentwicklungen und der weltweiten Nachfrage beeinflusst.

Für eine langfristige Vermögensstrategie ist Gold deshalb weniger als kurzfristige Spekulation interessant, sondern viel mehr als physischer Sachwert mit einem international etablierten Handelsmarkt.

Silber: Zwischen Industriemetall, Preisschwankungen und physischer Nachfrage

Silber wird häufig als der „kleine Bruder des Goldes" bezeichnet. Doch während Gold vor allem als klassischer Wertspeicher geschätzt wird, besitzt Silber eine entscheidende zusätzliche Eigenschaft: Es ist ein unverzichtbarer industrieller Rohstoff.

Silber verfügt über die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle und wird unter anderem in der Elektronik, der Photovoltaik, der Elektromobilität und zahlreichen weiteren industriellen Anwendungen wie z. Bsp. in Rechenzentren eingesetzt. Damit hängt seine Nachfrage nicht nur vom Interesse der Anleger ab, sondern auch von der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung.

Nahaufnahme bläulich reflektierender Solarmodule als Beispiel für industrielle Silbernachfrage beim Thema in Edelmetalle investieren.

Photovoltaik ist einer der Gründe, warum der Silberpreis an der industriellen Nachfrage hängt.

Diese Doppelrolle macht Silber besonders interessant, aber auch schwankungsanfälliger als Gold. In wirtschaftlichen Krisen kann eine rückläufige Industrienachfrage den Silberpreis zusätzlich belasten. Umgekehrt können wirtschaftliche Erholungsphasen und eine steigende industrielle Nachfrage für deutliche Kursbewegungen sorgen.

Ein weiterer wichtiger Faktor liegt auf der Angebotsseite: Silber wird häufig als Nebenprodukt bei der Förderung von Kupfer, Blei, Zink oder Gold gewonnen. Selbst bei steigenden Silberpreisen lässt sich die Fördermenge deshalb nicht beliebig schnell erhöhen.

Neben der Minenförderung gewinnt auch das Recycling an Bedeutung. Nach Angaben des Silver Institute wurden 2025 weltweit rund 6.145 Tonnen Silber aus Altmaterialien zurückgewonnen. Dazu zählen beispielsweise Schmuck, industrielle Produktionsabfälle und Elektronikschrott.

Gerade unter ESG-Gesichtspunkten ist das interessant: Recycling kann den Bedarf an zusätzlicher Rohstoffförderung reduzieren und natürliche Ressourcen schonen. Allerdings ist die Rückgewinnung von Silber häufig technisch sehr aufwendig, da es in vielen industriellen Produkten nur in geringen Mengen enthalten ist.

Auch das Verhältnis zwischen physischem Silber und dem Silber-Papiermarkt verdient Aufmerksamkeit. Die US Debt Clock weist hierfür die sogenannte Paper-to-Silver-Ratio aus. Im Oktober 2026 lag diese bei rund 407 zu 1. Die Kennzahl stellt das Handelsvolumen von Silberkontrakten der jährlichen weltweiten Silberförderung gegenüber.

Für Anleger ist deshalb eine Unterscheidung wesentlich: Ein Finanzprodukt, das die Silberpreisentwicklung abbildet, ist nicht dasselbe wie das unmittelbare Eigentum an physischem Silber.

Wer physisches Silber als langfristigen Sachwert erwerben möchte, sollte neben den Kurschancen und den höheren Preisschwankungen deshalb auch auf eine eindeutige Eigentumszuordnung, die professionelle Lagerung und die Bedingungen für einen späteren Verkauf achten.

Goldbarren neben einem Tablet mit Kursdiagramm – passend zum Thema in Edelmetalle investieren.

Gold und Silber erfüllen unterschiedliche Aufgaben: der eine als Wertspeicher, der andere zusätzlich als Industriemetall.

Platin und Palladium: Seltene Edelmetalle mit geopolitischer Bedeutung

Platin und Palladium gehören zur Gruppe der Platinmetalle und werden in wesentlich geringeren Mengen gefördert als Gold oder Silber. Ihre Bedeutung liegt vor allem in ihren besonderen chemischen und physikalischen Eigenschaften, die sie für zahlreiche industrielle Anwendungen unverzichtbar machen.

Ein Blick auf die Förderländer zeigt einen interessanten Unterschied zu vielen Technologiemetallen und Seltenen Erden: Bei Platin und Palladium dominiert nicht China, sondern vor allem Südafrika und Russland.

Nach Angaben des U.S. Geological Survey wurden 2025 weltweit schätzungsweise 170 Tonnen Platin und 190 Tonnen Palladium gefördert. Rund 71 Prozent der Platinförderung entfielen dabei auf Südafrika. Bei Palladium lag Russland mit etwa 44 Prozent der weltweiten Produktion an erster Stelle.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Platin und Palladium frei von geopolitischen Risiken sind. Politische Unsicherheiten, Handelsbeschränkungen, Energieprobleme oder Produktionsausfälle in wenigen bedeutenden Förderländern können das weltweite Angebot erheblich beeinflussen.

Auch auf der Nachfrageseite unterscheiden sich beide: Platin wird unter anderem in Fahrzeugkatalysatoren, der chemischen Industrie, der Glasherstellung und in bestimmten Wasserstofftechnologien eingesetzt. Palladium spielt insbesondere bei Abgaskatalysatoren für Benzinmotoren eine wichtige Rolle und wird außerdem in der Elektronik und chemischen Industrie verwendet.

Die Entwicklung der Automobilindustrie hat deshalb erheblichen Einfluss auf beide Märkte. Während Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und viele Hybridfahrzeuge weiterhin Platinmetalle für ihre Abgasreinigung benötigen, kommen rein batterieelektrische Fahrzeuge ohne entsprechende Abgaskatalysatoren aus.

Hinzu kommt, dass Platin und Palladium in bestimmten Katalysatoranwendungen teilweise gegeneinander ausgetauscht werden können. Preisunterschiede und technische Anforderungen beeinflussen daher, welches Metall bevorzugt eingesetzt wird.

Eine weitere Besonderheit ist das Recycling. Platin und Palladium lassen sich beispielsweise aus gebrauchten Fahrzeugkatalysatoren zurückgewinnen. Diese Sekundärversorgung ergänzt die Minenförderung und kann die Abhängigkeit von neu geförderten Rohstoffen verringern.

Für Anleger eröffnen Platin und Palladium damit eine andere Perspektive als Gold und Silber: Ihre Preisentwicklung hängt besonders stark von industriellen Anwendungen, technologischen Veränderungen und der Versorgung aus wenigen Förderregionen ab.

Wer diese Metalle physisch erwerben möchte, sollte deshalb neben möglichen Kurschancen auch geopolitische Risiken und die Bedingungen für einen späteren Verkauf im Blick behalten.

Drei Fachleute prüfen an einem Laptop Bauteile in einer Automobilproduktion – ein Beispiel für industrielle Nachfrage nach Edelmetallen.

Die Automobilindustrie entscheidet mit darüber, wie stark Platin und Palladium nachgefragt werden.

Welche Rolle spielen die vier Edelmetalle in Deiner Vermögensstrategie?

Gold, Silber, Platin und Palladium gehören zwar alle zur Gruppe der Edelmetalle, erfüllen innerhalb einer langfristigen Vermögensstrategie jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Gold bildet für viele Anleger das Fundament, Silber ergänzt es als Edel- und Industriemetall, Platin und Palladium bringen industrielle und geografische Einflussfaktoren hinzu. Die folgende Übersicht fasst zusammen, welche Aufgabe die vier Metalle jeweils übernehmen können:

MetallAufgabe in der VermögensstrategieHauptförderländerWorauf Du besonders achten solltest
GoldFundament und klassischer WertspeicherChina, Russland, AustralienBreite Nachfrage und hohe Liquidität, der Preis schwankt dennoch mit Geldpolitik und Realzinsen
SilberErgänzung des Fundaments, zugleich IndustriemetallBreit verteilt, häufig Nebenprodukt der Kupfer-, Blei- und ZinkförderungStärkere Preisschwankungen und der Unterschied zwischen physischem Silber und Papiermarkt
PlatinBeimischung mit Bezug zu Industrie und WasserstoffSüdafrika (rund 71 Prozent)Abhängigkeit von der Automobilindustrie und von wenigen Förderregionen
PalladiumBeimischung mit Bezug zu Katalysatoren und ElektronikRussland (rund 44 Prozent), SüdafrikaAustauschbarkeit mit Platin und geopolitische Risiken der Lieferketten

Doch wie stark sollten die einzelnen Metalle gewichtet werden? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht.

Entscheidend sind die bereits vorhandene Vermögensstruktur, der individuelle Anlagehorizont, die persönliche Risikobereitschaft und die Frage, wie viel Kapital langfristig gebunden werden kann.

Dabei sollte eines nicht vergessen werden: Physische Edelmetalle erwirtschaften weder Zinsen noch Dividenden. Ihr wirtschaftlicher Ertrag entsteht allein durch eine mögliche Wert- bzw. Kurssteigerung.

Skizze einer Glühbirne mit dem Wort „analysis“ und Begriffen zu Entwicklung, Forschung und Strategie – passend zum Thema Edelmetalle investieren.

Vor der Gewichtung steht die Analyse: Welche Aufgabe soll jedes der vier Metalle übernehmen?

Praxistipp: Denke beim Metallkauf bereits an den Verkauf

Bevor Du Dich für ein physisches Edelmetall entscheidest, stelle Dir drei Fragen:

  1. Welche Aufgabe soll das Metall in meinem Vermögen übernehmen? Geht es mir um langfristigen Werterhalt, Diversifikation oder die Chancen industrieller Entwicklungen?
  2. Wie lange kann ich auf das investierte Kapital verzichten? Physische Edelmetalle eignen sich nicht als Ersatz für kurzfristig benötigte Liquidität.
  3. Wie komme ich später wieder an mein Geld? Kläre bereits vor dem Kauf, wo das Metall gelagert wird, wer es zurückkauft, welche Kosten dabei entstehen können und wie schnell Dir Dein Geld ausbezahlt wird.

„Ein durchdachter Metallkauf beginnt nicht erst beim aktuellen Kurs, sondern bereits bei einer klaren Strategie für Kauf, Lagerung und späteren Verkauf.“

Nadine Rajner, Expertin für Vermögensschutz und Sachanlagen

Mein Grundsatz aus über 18 Jahren operativem Rohstoffhandel und als langjährige Sachwert Investorin lautet deshalb: Erst die Strategie, dann das Metall.

Fazit: 2027 entscheidet die Strategie, nicht das einzelne Edelmetall

Gold, Silber, Platin oder Palladium, welches Edelmetall ist 2027 die richtige Wahl?

Die Antwort hängt weniger davon ab, welches Metall kurzfristig die höchsten Kursgewinne verspricht, sondern davon, welche Aufgabe es innerhalb Deiner Vermögensstrategie übernehmen soll.

Gerade mit Blick auf 2027 lohnt es sich, nicht nur die Preisentwicklung, sondern auch die globalen Rohstoffabhängigkeiten genauer zu betrachten, denn die geografische Verteilung der Förderung, die Verfügbarkeit physischer Bestände und die Möglichkeiten des Recyclings beeinflussen die Märkte ebenso wie wirtschaftliche und politische Entwicklungen.

Aus über 18 Jahren Erfahrung im operativen Rohstoffhandel weiß ich: Entscheidend sind neben dem Einkauf die Qualität und Herkunft der Metalle, eine professionelle Lagerung und die Möglichkeit, sie später jederzeit wieder zu verkaufen.

Wer sein Vermögen breiter aufstellen und sich unabhängiger von einzelnen Anlageklassen und Finanzmarktentwicklungen positionieren möchte, sollte deshalb auch die Rolle physischer Edelmetalle prüfen.

Eine Frau und ein Mann sprechen vor einem Publikum; passend zum Thema in Edelmetalle investieren.

Nadine Rajner auf der Bühne des Founder Summit 2026.

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Häufige Fragen zum Thema

Wie viele Edelmetalle gibt es, und warum nur vier für Anleger?

Es gibt acht Edelmetalle: Gold und Silber sowie die sechs Platinmetalle Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Für Privatanleger kommen davon vier in Frage. Entscheidend ist nicht die Seltenheit, sondern die Handelbarkeit: Gold, Silber, Platin und Palladium haben einen funktionierenden Käufermarkt, die übrigen Metalle werden fast ausschließlich industriell nachgefragt.

Warum gelten Platin und Palladium als unabhängig von China?

Die Förderung konzentriert sich vor allem auf Südafrika und Russland. Nach Angaben des U.S. Geological Survey wurden 2025 weltweit schätzungsweise 170 Tonnen Platin und 190 Tonnen Palladium gefördert. Rund 71 Prozent der Platinförderung entfielen dabei auf Südafrika, bei Palladium lag Russland mit etwa 44 Prozent an erster Stelle. Beim Gold ist das anders: Dort ist China der größte Förderer der Welt.

Stimmt es, dass Silber in Krisen besser läuft als Gold?

Aus Krisen heraus ja, in der Krise selbst meist nicht. Im Juli 2008 lag die Gold-Silber-Ratio bei rund 1:50, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008 bei etwa 1:83. Silber war also zunächst deutlich stärker gefallen.

Bis zum 18. April 2011 fiel die Ratio dann auf rund 1:32, Silber hatte Gold in der Erholungsphase also klar überflügelt. Diese höhere Dynamik bedeutet aber auch ein höheres Rückschlagrisiko.

Warum gehört Rhodium nicht zu den klassischen Anlagemetallen?

Rhodium ist das teuerste Edelmetall und notiert Mitte Oktober 2026 bei rund 9.150 US-Dollar je Feinunze, gut doppelt so viel wie Gold. Rund 80 Prozent der Förderung stammen aus Südafrika.

Für Privatanleger ist das Angebot an physischer Ware begrenzt, und je höher der Preis je Einheit, desto kleiner der Kreis möglicher Käufer beim Wiederverkauf. Für industrielle Anwendungen ist Rhodium dagegen unverzichtbar.

Wie schnell lassen sich Platin und Palladium wieder verkaufen?

Etwas langsamer als Gold und Silber, aber deutlich leichter als Spezialmetalle wie Rhodium. Beide haben einen funktionierenden internationalen Markt.

Wenn schneller Zugriff auf Liquidität für dich Priorität hat, plane Platin und Palladium als Beimischung und nicht als Hauptposition.

Lohnt sich der Einstieg 2027 noch, wenn Gold schon so hoch steht?

Entscheidender als der Einstiegszeitpunkt ist die Frage, welche Aufgabe ein Metall innerhalb Deiner Vermögensstrategie übernehmen soll. Physische Edelmetalle erwirtschaften weder Zinsen noch Dividenden, ihr Ertrag entsteht allein über eine mögliche Wertsteigerung. Deshalb gehören die Gewichtung, die Lagerung und die Bedingungen für den späteren Verkauf von Anfang an dazu. Eine Aussage über künftige Kursentwicklungen lässt sich daraus ausdrücklich nicht ableiten.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Gewinne aus dem Verkauf von physischen Edel- und Technologiemetallen sowie Seltenen Erden können nach einer Haltedauer von 12 Monaten gemäß § 23 EStG steuerfrei sein.Die tatsächliche Besteuerung hängt von den persönlichen Verhältnissen ab und kann sich ändern.

Keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung: Die Informationen in diesem Beitrag dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Sie sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Edel- und Technologiemetallen, Seltenen Erden oder anderen Finanzinstrumenten zu verstehen. Eine Haftung für finanzielle Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen entstehen, wird ausgeschlossen.

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