Intersolar München: Die spannendsten Solar-Neuheiten im Überblick
Intersolar in München
Die Energiewende passiert nicht irgendwo da draußen – sie passiert gerade, auf Messen wie der Intersolar in München. Wer wissen will, wohin die Reise bei Photovoltaik, Heimspeichern und Smart-Home-Integration geht, der findet hier die Antwort. Tag 2 der Intersolar hat gezeigt: Der Trend zum kompakten All-in-One-Systemturm ist längst kein Nischenthema mehr, sondern der neue Standard. Dazu kommen clevere Moduldesigns, durchdachte Energiemanagement-Lösungen und smarte Steuergeräte, die deinen Haushalt wirklich effizienter machen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Highlights zusammen – kompakt, verständlich und ohne technischen Overkill.
Speicher, Wechselrichter & All-in-One-Systeme: Was die Hersteller zeigen
Goodwe: Flexibler Batterieturm mit eigenem Sicherheitskonzept
Goodwe setzt auf das bewährte All-in-One-Prinzip: Wechselrichter oben, Batteriemodule darunter – alles in einem kompakten Turm. Der Wechselrichter deckt eine Leistungsspanne von 5 bis 30 kW ab, der Speicher lässt sich von 5 kWh bis auf beeindruckende 108 kWh ausbauen.
Besonders interessant ist die Flexibilität bei der Modulwahl. Es gibt vier verschiedene Batteriemodule – 5, 6, 8 und 9 kWh –, die sich beliebig kombinieren lassen. Die größeren Varianten (8 und 9 kWh) punkten mit einer 1C-Ladeleistung: Das bedeutet, ein 8-kWh-Modul kann mit bis zu 8 kW geladen werden und ist so theoretisch in einer Stunde vollgeladen. Die kleineren Module (5 und 6 kWh) arbeiten mit 0,5C.
Jedes Batteriemodul verfügt über ein eigenes Batteriemanagementsystem (BMS) und ein integriertes Löschkonzept – eine permanente Überwachungsschicht, die kontinuierlich prüft, ob alles im grünen Bereich liegt. Im Wechselrichter selbst steckt neben dem eigentlichen Inverter auch ein Smart Meter sowie die Backup-Funktion für den Notstrombetrieb. Wer zusätzlich ein vollwertiges Energiemanagementsystem möchte, kann den EZ Manager von Goodwe separat dazuerwerben.
Fronius: Bewährtes Ökosystem mit smarten Ergänzungen
Fronius zeigt sein bekanntes Heimsystem rund um den Gen24 Hybridwechselrichter (bis 12 kW), den Symo GEN24 Plus und den Reserva-Speicher. Beim klassischen Reserva-Speicher (6,3 bis 15,8 kWh pro Turm) hat sich grundsätzlich wenig verändert – aber das Drumherum hat sich weiterentwickelt.
Neu ist der Reserva Pro für größere Anlagen und Gewerbe: Er startet bei 12 kWh und geht bis zu 32 kWh pro Turm. Besonders praktisch: Bis zu vier Reserva-Pro-Türme lassen sich direkt und ohne zusätzliche Combiner Box parallel schalten – das macht selbst große Speicherinstallationen deutlich unkomplizierter.
Weitere Neuheiten im Überblick:
- Backup Controller: Automatische Notstromumschaltung auf 63 Ampere – fällt das öffentliche Netz aus, versorgt das System das Haus nahtlos weiter.
- Ohmpilot Eco: Steuert Wärmepumpe und Heizstab gleichzeitig und leitet Überschussstrom gezielt dorthin.
- Fronius Enia Link: Das neue Energiemanagementsystem, das auf dem Smart Meter IP aufsetzt und alle Energieflüsse im Haushalt koordiniert.
- Wattpilot Flex Home: Die Wallbox von Fronius erhält ein flexibleres Kabelmanagement und kommt jetzt serienmäßig mit einem 6-Meter-Kabel.

funktionierendes System + smarte Ergänzung = das perfekte Gesamtkonzept
Sungrow: Der Powerbay kommt als All-in-One-Turm
Auch Sungrow betritt den All-in-One-Ring – mit dem neuen Powerbay. Das dreiphasige System für Heim- und Kleingewerbe bietet Wechselrichter mit 3 MPP-Trackern (10–15 kW) oder 4 MPP-Trackern (17–30 kW). Pro Speicherturm sind bis zu 60 kWh möglich, und es können zwei Türme parallel betrieben werden – was maximal 120 kWh Kapazität bedeutet.
Batteriemodule gibt es in 6, 9 und 10 kWh, frei kombinierbar. Neu ist außerdem die Energy Bridge, die künftig jeder Lieferung beiliegt: Sie trennt bei Netzausfall automatisch das Hausnetz vom öffentlichen Netz und sorgt dafür, dass Strom vom Dach oder aus dem Speicher weiter fließt. Ergänzt wird das System durch den IH Manager Mini, der direkt am Wechselrichter eingesteckt wird und die Integration von Fremdsystemen ermöglicht – darunter Wärmepumpen über EEBus und Heizstäbe über Modbus.
| Hersteller | Max. Speicherkapazität | Besonderheit |
| Goodwe | 108 kWh | 4 Modulgrößen frei kombinierbar, 1C-Laden |
| Fronius | 128 kWh (4× Reserva Pro) | Direktparallel ohne Combiner Box |
| Sungrow | 120 kWh (2 Türme) | Energy Bridge, IH Manager Mini integriert |

Du musst die neuen Techniken nutzen!
Solar-Technik & Smart Home: Was Installateure und Hausbesitzer jetzt wissen sollten
Ja Solar: Warum das neue Tripel-Cut-Design ein Gamechanger ist
Der Stand von Ja Solar zeigt eindrucksvoll, wie sich Solarmodul-Technik weiterentwickelt. Bisher war das Halfcut-Modul der Standard: Die Modulfläche wird in zwei Hälften geteilt, beide Hälften parallel geschaltet. Fällt eine Hälfte durch Verschattung aus, verliert man 50 % der Leistung.
Ja Solars Antwort: das Tripel-Cut-Design. Statt zwei werden jetzt drei parallele Felder gebildet. Das bedeutet in der Praxis: Bei Teilabschattung fällt die Leistung nur noch um rund 30 % statt 50 %. Ein Live-Demo auf der Messe hat es eindrucksvoll gezeigt – das Licht im Demonstrationsaufbau dimmt bei Verschattung spürbar weniger stark.
Ein weiterer Vorteil: Weil die drei Anschlüsse nicht mehr eng beieinander in der Modulmitte sitzen, sondern sich großzügiger über die Rückseite verteilen, entstehen größere Abstände zwischen den Öffnungen im Glas. Das macht das Modul deutlich stabiler und senkt die Bruchgefahr beim Transport.
Neu ist außerdem ein überarbeiteter Rahmen mit bis zu fünf Wasserabläufen. Gerade auf flachen Dächern sammeln sich an der Unterkante von Modulen gerne Wasser und Dreck – das neue Design lässt beides einfach ablaufen, ohne dass man nachträglich Clips kaufen muss.
Shelly: Smart Home für PV-Anlagen – so geht Energiemanagement für jeden
Ein Messestand, der sich vor Besuchern kaum retten konnte: Shelly. Und das nicht ohne Grund. Die Produkte des Herstellers ermöglichen es, einen Haushalt schrittweise und ohne großen Installationsaufwand smart zu machen – besonders interessant in Kombination mit einer PV-Anlage.
Der Einstieg gelingt mit dem Pro 3EM (120 A), einem dreiphasigen Energiemessgerät mit Stromzangen. Es erfasst den gesamten Haushaltsverbrauch und macht sofort sichtbar, wann die Spitzenverbrauchszeiten sind und welche Geräte die größten Stromfresser sind.
Sobald man weiß, was im Haus verbraucht wird, beginnt die eigentliche Optimierung. Das Prinzip:
- Messen: Gesamtverbrauch und PV-Einspeisung erfassen.
- Identifizieren: Großverbraucher erkennen (Heizstab, Klimaanlage, Waschmaschine).
- Steuern: Bei Überschuss automatisch zuschalten – per Add-on Schaltausgang am Pro 3EM.
Besonders praktisch: Der Pro 3EM hat einen Add-on-Slot, an den ein 2-Ampere-Schaltausgang gesteckt werden kann. Per App lässt sich dann softwareseitig festlegen: „Wenn ich gerade X kWh Überschuss produziere, schalte den Heizstab ein." Energie, die sonst eingespeist würde, wird so direkt im Warmwasser oder im Klima gespeichert.
Für einzelne Verbraucher bietet Shelly smarte Steckdosen und Steckdosenleisten – alle mit Leistungsmessung und Einzelschaltung. Typische Anwendungsfälle:
- Mobile Klimaanlage: Bei PV-Überschuss automatisch einschalten – genau dann, wenn sie auch gebraucht wird.
- Waschmaschine: In Überschussfenster legen.
- Standby-Verbraucher: Netzwerktechnik, Fernseher und Co. bei Abwesenheit komplett trennen.
Bei den Unterputzgeräten hilft die Farbcodierung bei der Orientierung:
- Blau: Potenzialfreier Kontakt – ideal für Garagentore.
- Rot: 230 V mit Leistungsmessung – klassisch für Lichtschalter.
- Schwarz (2PM): Zwei Schaltausgänge – für zwei Lampenkreise oder Motorsteuerung (z. B. Rolladen mit Zeitprogramm).

Paul Schmidt, Geschäftsführer Bedachungen Schmidt und PvWelt
K2 Systems: Kleine Neuerungen mit großer Wirkung auf der Baustelle
K2 Systems zeigt keine Revolution, aber durchdachte Detailverbesserungen, die Installateuren den Alltag erleichtern:
- Kabelclips für Modulrahmen: Saubere Kabelführung ohne Kabelbinder – kompatibel mit verschiedenen Modulrahmen.
- Optimierer-Clip: Ermöglicht das einfache Platzieren von Optimierern direkt auf der Schiene.
- Multiwell High: Mehr Platz unter dem Modul für Optimierer, bessere Hinterlüftung – speziell für Trapezfalzdächer konzipiert.
Fazit
Die Intersolar macht deutlich: Die Solarbranche entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit. All-in-One-Systemtürme sind der neue Marktstandard – kompakter, einfacher zu installieren, flexibler skalierbar. Gleichzeitig werden die Details feiner: bessere Moduldesigns mit weniger Verschattungsverlusten, durchdachtere Energiemanagement-Integration und smarte Steuergeräte, die wirklich jeder nutzen kann.
Wenn du selbst eine PV-Anlage planst oder optimieren möchtest, lohnt es sich, diese Entwicklungen im Blick zu behalten. Starte mit dem Messen: Wer nicht weiß, wann und wie viel er verbraucht, verschenkt Potenzial. Ein Gerät wie der Shelly Pro 3EM kostet wenig, liefert aber die Datenbasis für alle weiteren Optimierungsschritte. Probiere es heute aus – du wirst überrascht sein, was in deinem Haushalt wirklich passiert.
Was bedeutet 1C-Ladeleistung bei einem Batteriespeicher?
Ein Speicher mit 1C-Ladeleistung kann in einer Stunde vollständig geladen werden – ein 8-kWh-Modul lässt sich also mit bis zu 8 kW laden. Das ist besonders vorteilhaft, wenn eine große PV-Anlage kurzzeitig viel Strom produziert.
Was ist der Unterschied zwischen Halfcut- und Tripel-Cut-Solarmodulen?
Beim Halfcut-Modul wird die Fläche in zwei parallele Hälften geteilt – fällt eine durch Verschattung aus, sinkt die Leistung um 50 %. Beim Tripel-Cut-Design gibt es drei parallele Felder, wodurch der Leistungsabfall bei Teilverschattung auf rund 30 % reduziert wird.
Brauche ich für ein Shelly-System eine PV-Anlage?
Nein. Shelly-Produkte lassen sich auch ohne PV-Anlage sinnvoll einsetzen, um Verbrauch zu messen, Standby-Geräte zu steuern oder Smart-Home-Funktionen umzusetzen. In Kombination mit einer PV-Anlage entfalten sie jedoch ihren größten Mehrwert.
Was ist eine Energy Bridge und wozu dient sie?
Die Energy Bridge – neu bei Sungrow – ist ein Gerät, das bei einem Netzausfall automatisch das Hausnetz vom öffentlichen Netz trennt. So kann der Strom vom Dach oder aus dem Speicher ohne Unterbrechung weiter genutzt werden.
Kann ich verschiedene Batteriemodulgrößen in einem Speicherturm kombinieren?
Bei Goodwe und Sungrow ist das möglich. Du kannst zum Beispiel Module mit 6, 9 oder 10 kWh frei kombinieren, was eine individuelle Anpassung an den eigenen Bedarf und das vorhandene Budget erlaubt.