Kaffee bei Hashimoto: Gesund oder ungesund für deine Schilddrüse?

Hannah Hauser ist Schilddrüsenexpertin und studierte Ernährungswissenschaftlerin

Hannah Hauser ist Schilddrüsenexpertin und studierte Ernährungswissenschaftlerin

Dieser Duft von frisch gemahlenem Kaffee, die Vorfreude auf den ersten Schluck und dann dieses Gefühl von Energie, Wachheit und neuer Kraft. Gerade wenn du unter Hashimoto oder einer Schilddrüsenunterfunktion leidest, scheint Kaffee manchmal der einzige Retter zu sein. Während andere mühelos durch den Tag kommen, kämpfst du mit Müdigkeit und dem Gefühl, einfach nicht richtig in die Gänge zu kommen. In diesem Artikel erfährst du, welchen Einfluss Kaffee auf deine Schilddrüse hat und wie ein schilddrüsenfreundlicher Kaffeekonsum aussehen kann.

Warum sind wir bei Hashimoto eigentlich so müde?

Um zu verstehen, warum Kaffee bei Schilddrüsenproblemen eine so große Rolle spielt, lohnt sich ein Blick in unsere Zellen. Dort, genauer gesagt in den Mitochondrien, findet nämlich unsere Energiegewinnung statt. Dazu wird aus der aufgenommenen Nahrung Glukose in ATP (Adenosintriphosphat) umgewandelt. Es entsteht die Energie, die uns vital, warm und voller Tatendrang fühlen lässt.

Dieser Prozess wird direkt vom Schilddrüsenhormon T3 gesteuert. Wenn genug T3 in den Zellen ankommt, läuft alles rund. Fehlt jedoch T3 oder kommt es nicht richtig in den Zellen an, läuft der gesamte Stoffwechsel auf Sparflamme. Die Folge: Müdigkeit, Kälteempfinden, Antriebslosigkeit.

Viele Hashimoto-Betroffene leiden trotz der Einnahme von L-Thyroxin weiterhin unter diesen Symptomen. Kein Wunder also, dass Kaffee zur täglichen Rettung wird, denn schließlich müssen wir im Alltag funktionieren, die Arbeit erledigen, den Haushalt schmeißen und uns um unsere Familie kümmern. Für Müdigkeit ist einfach kein Platz.

Kann Kaffee deiner Schilddrüse schaden?

Ja, definitiv, aber nur bei falschem Konsum. Kaffee kann auf verschiedene Weisen negativ auf deinen Hormonhaushalt wirken:

  • Erhöhte Cortisolausschüttung: Koffein stimuliert die Nebennieren und führt zur Ausschüttung von Cortisol, einem Stresshormon. Chronisch erhöhte Cortisolspiegel belasten den gesamten Hormonhaushalt.
  • Blutzuckerschwankungen: Kaffee, besonders auf nüchternen Magen und schwarz getrunken, kann den Blutzuckerspiegel durcheinanderbringen. Das wiederum beeinflusst Insulinspiegel und Hormone.
  • Verlust des natürlichen Rhythmus: Wenn du ständig auf Koffein angewiesen bist, verlierst du das Gespür für deine natürliche Energie. Der Körper gewöhnt sich daran, von außen gepusht zu werden.

Viele Hashimoto-Betroffene berichten zudem von einer Koffein-Unverträglichkeit. Sie fühlen sich nach dem Kaffeetrinken zittrig, nervös oder innerlich unruhig. Falls du das bei dir beobachtest, ist das ein deutliches Zeichen, dass dein Körper überfordert ist.

Kaffee und L-Thyroxin: Eine problematische Kombination

Ein wichtiger Punkt, den viele nicht wissen: Kaffee hemmt die Aufnahme von L-Thyroxin. Studien zeigen, dass die gleichzeitige Einnahme von Kaffee und dem Schilddrüsenmedikament die Aufnahme des T4-Hormons um bis zu 40 Minuten verzögert und die Bioverfügbarkeit um etwa 32 Prozent verringert.

Was bedeutet das für dich?

  • Nimm dein L-Thyroxin immer mit Wasser ein, nie mit Kaffee
  • Warte mindestens eine halbe Stunde, besser noch bis nach dem Frühstück, bevor du Kaffee trinkst
  • So stellst du sicher, dass dein Körper das Medikament optimal aufnehmen kann

Darf ich vor der Blutkontrolle Kaffee trinken?

Wenn du zur Kontrolle deiner Schilddrüsenwerte gehst, musst du nicht nüchtern sein. Du darfst also frühstücken und Kaffee trinken. Allerdings kann es sinnvoll sein, an dem Morgen die Tablette nicht einzunehmen – besprich das am besten mit deinem Arzt. So werden die Werte nicht verfälscht, insbesondere wenn neben dem TSH auch ft3 und ft4 gemessen werden.

Wenn die Schilddrüse auf Sparflamme läuft, wird Kaffee schnell zum täglichen Begleiter, um der Müdigkeit entgegenzuwirken 

Wenn die Schilddrüse auf Sparflamme läuft, wird Kaffee schnell zum täglichen Begleiter, um der Müdigkeit entgegenzuwirken 

Die positiven Seiten von Kaffee – ja, die gibt es!

Bei richtigem Konsum kann Kaffee auch positive Effekte haben:

  • Regulierung von Östrogen: Kaffee kann überschüssiges Östrogen abmildern – ein großer Vorteil, wenn du unter einer Östrogendominanz leidest. Östrogen wirkt nämlich als Schilddrüsen-Bremse.
  • Verbesserung der Insulinsensitivität: Ein gut getimter Kaffeekonsum kann helfen, den Blutzuckerspiegel stabiler zu halten.
  • Unterstützung der Lebergesundheit: Die Leber spielt eine zentrale Rolle bei der Umwandlung von T4 in das aktive T3. Kaffee kann die Leberfunktion positiv beeinflussen.

Alle diese Faktoren wirken sich positiv auf deinen Schilddrüsenhormon-Stoffwechsel aus, von der Bildung über die Umwandlung bis zum Transport in die Zellen.

Drei Tipps für schilddrüsenfreundlichen Kaffeekonsum

Wenn du Kaffee liebst und nicht darauf verzichten möchtest, kannst du ihn so konsumieren, dass er deiner Schilddrüse nicht schadet:

1. Niemals auf nüchternen Magen

Trinke Kaffee immer nach einer Mahlzeit, zum Beispiel nach dem Frühstück. So vermeidest du Blutzuckerschwankungen und eine übermäßige Cortisolausschüttung.

2. Nie schwarz – immer mit Nährstoffen kombinieren

Füge deinem Kaffee Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett hinzu. Das können sein:

  • Milch
  • Ahornsirup, Honig oder Zucker
  • MCT-Öl oder Butter
  • Kollagenpulver
  • Ein Eigelb (ja, wirklich!)

Diese Kombination macht den Kaffee hormonfreundlicher und sorgt für eine gleichmäßigere Energieversorgung.

3. Nur in der ersten Tageshälfte

Trinke Kaffee nicht nach 16 Uhr, um deinen Schlaf-Wach-Rhythmus nicht zu stören. Guter Schlaf ist essentiell für die Regeneration deiner Schilddrüse.

Sind grüner oder schwarzer Tee die bessere Alternative?

Neben Kaffee enthalten auch grüner Tee, schwarzer Tee, Kakao und dunkle Schokolade anregende Wirkstoffe. In Tee ist es das Thein, das an Gerbstoffe gebunden ist und deshalb langsamer und milder wirkt als Koffein. Viele empfinden die Wirkung als angenehmer und langanhaltender.

Aber Vorsicht bei grünem Tee: Studien zeigen, dass die Polyphenole in grünem Tee die Entgiftung von überschüssigem Östrogen hemmen können. Das ist kontraproduktiv, denn gerade Östrogendominanz ist bei vielen Hashimoto-Betroffenen ein Thema. Deshalb ist grüner Tee nicht automatisch die bessere Wahl.

Auch bei Tee gilt: Niemals auf nüchternen Magen trinken und am besten mit einer Mahlzeit kombinieren.

Kombiniere Kaffee oder Tee immer mit Kohlenhydraten, Eiweiß und gesunden Fetten, um deine Hormone und die Schilddrüse zu unterstützen

Kombiniere Kaffee oder Tee immer mit Kohlenhydraten, Eiweiß und gesunden Fetten, um deine Hormone und die Schilddrüse zu unterstützen

Fazit: Von äußerer zu innerer Energie

Kaffee ist nicht grundsätzlich schlecht bei Hashimoto, aber er sollte niemals zum Pflaster werden, mit dem du Energiemangel überdeckst. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen äußerer Energie (die du durch Koffein zuführst) und innerer, echter Energie (die aus deiner Schilddrüse kommt).

Wenn du morgens nur mit Kaffee aus dem Bett kommst oder das Nachmittagstief ohne Espresso nicht überstehst, ist das ein Zeichen, dass etwas im Hormonhaushalt nicht stimmt. Dein Ziel sollte sein, diese innere Energie zurückzugewinnen, sodass Kaffee zur Freude wird, nicht zur Notwendigkeit. Und vielleicht merkst du irgendwann: Du brauchst ihn gar nicht mehr, weil deine Energie von innen kommt. Genau das ist das Ziel, denn du hast es verdient, dich von innen energiegeladen zu fühlen.

Du möchtest tiefer in das Thema Schilddrüse eintauchen? Hannah litt selbst viele Jahre an Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Durch die natürliche Aktivierung ihrer Schilddrüse hat sie über 25 Kilo abgenommen, ihre Energie zurückgewonnen und braucht heute keine Medikamente mehr.

Wenn du wissen willst, wie das auch für dich funktionieren kann, dann schau jetzt auf ihrer Website vorbei und sicher dir einen Platz in ihrem begehrten Schilddrüsen-Coaching: www.hannahhauser.de

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