Kann man mit Trading Geld verdienen? Was die Zahlen sagen
Kann man mit Trading Geld verdienen? Was die Zahlen sagen
Fast drei von vier Kleinanlegern, die in Deutschland mit Turbo-Zertifikaten gehandelt haben, haben über fünf Jahre Geld verloren. Im Schnitt 6.358 Euro pro Person, zusammengerechnet mehr als 3,4 Milliarden Euro. Das sind keine Schätzungen aus einem Forum, sondern Zahlen der Finanzaufsicht.
Trotzdem lautet die ehrliche Antwort auf die Titelfrage: Ja, mit Trading lässt sich Geld verdienen. Dieselben Daten zeigen nur eben auch, dass es einer Minderheit gelingt. Und diese Minderheit macht ein paar Dinge systematisch anders als die große Mehrheit.
Dieser Artikel ordnet zuerst die Zahlen ein, die kaum jemand im Detail kennt. Danach zeigt er dir, was die profitable Minderheit konkret tut, wie Florian Sondershausen selbst dorthin gekommen ist und wo die Grenzen liegen, die in jede seriöse Antwort gehören.
Das Wichtigste in Kürze
- Die BaFin hat fünf Jahre Turbo-Handel ausgewertet, rund 543.000 Kleinanleger und etwa 113 Millionen Transaktionen. 74,2 Prozent machten Verluste, im Schnitt 6.358 Euro pro Person.
- Je häufiger gehandelt wurde, desto schlechter das Ergebnis: von rund 70 Prozent Verlustquote bei wenigen Transaktionen auf 91 Prozent bei mehr als 1.000. Mehr Aktivität ist also kein Erfolgsrezept.
- Bei CFDs lagen die Verlustquoten schon vor der ESMA-Beschränkung 2018 zwischen 74 und 89 Prozent. Seitdem weist jeder Anbieter seine eigene Quote aus, du kannst sie in zehn Sekunden selbst nachlesen.
- Die profitable Minderheit arbeitet mit einem festen Regelwerk, begrenzt das Risiko pro Trade auf etwa 1 Prozent und beurteilt ihre Strategie über 50 bis 100 Trades, nicht über eine gute Woche.
- Seit dem 16. Juni 2026 gelten für Turbo-Zertifikate strengere Vertriebsregeln, inklusive Pflicht-Risikowarnung und Wissensabfrage vor dem Kauf.

Was die Daten der Finanzaufsicht über Privatanleger wirklich sagen.
Was die Finanzaufsicht über Privatanleger weiß
Die BaFin hat den Handel deutscher Kleinanleger mit Turbo-Zertifikaten von Januar 2019 bis Dezember 2023 ausgewertet. Die Stichprobe ist groß genug, um Zufall auszuschließen: rund 543.000 Anleger und etwa 113 Millionen Transaktionen. Das Ergebnis: 74,2 Prozent erlitten Verluste, im Schnitt 6.358 Euro pro Person, zusammen mehr als 3,4 Milliarden Euro.
Interessanter als die Gesamtquote ist die Staffelung nach Handelshäufigkeit. Bei einer bis zehn Transaktionen lag die Verlustquote bei rund 70 Prozent. Bei 10 bis 100 Transaktionen waren es 76 Prozent, bei 100 bis 500 rund 83 Prozent, bei 500 bis 1.000 schon 88 Prozent und bei mehr als 1.000 Transaktionen 91 Prozent. Übung macht hier offensichtlich nicht den Meister. Wer viel handelt, handelt in der Regel nur sein Konto leer.
Die BaFin hat daraus Konsequenzen gezogen. Seit dem 16. Juni 2026 ist der Vertrieb von Turbo-Zertifikaten an Kleinanleger in Deutschland beschränkt. Es gilt eine standardisierte Risikowarnung, Vermittler müssen vor dem Kauf das Grundwissen des Anlegers abfragen und mindestens alle sechs Monate erneut prüfen, und Anreize wie reduzierte Ordergebühren oder Neukundenboni sind untersagt.
Bei CFDs ist das Bild älter und sieht ähnlich aus. Bevor die europäische Aufsicht ESMA den CFD-Handel für Privatkunden 2018 beschränkte, zeigten Auswertungen nationaler Aufsichtsbehörden, dass typischerweise 74 bis 89 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld verlieren. Seitdem muss jeder Anbieter seine eigene Quote veröffentlichen.
Mach die Probe aufs Exempel: Öffne die Website eines beliebigen CFD-Brokers und scroll ganz nach unten. Dort steht ein Satz in der Form „… Prozent der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.“ Diese Zahl stammt nicht von Kritikern, sondern vom Anbieter selbst. Wer sie einmal bewusst liest, geht mit anderen Erwartungen an das Thema heran.
| Produktart | Untersuchter Zeitraum | Anteil der Verlustkonten | Durchschnittlicher Verlust |
|---|---|---|---|
| Turbo-Zertifikate, BaFin-Studie | 2019 bis 2023 | 74,2 Prozent | 6.358 Euro pro Person |
| CFDs, ESMA vor der Beschränkung | bis 2018 | 74 bis 89 Prozent | 1.600 bis 29.000 Euro pro Kunde |
Was die Minderheit anders macht
Die Zahlen sagen, wie viele scheitern. Sie sagen nicht, warum. Die ausführliche Antwort auf das Warum, von Strategie-Hopping bis zur Rolle der Psyche, steht im Beitrag Warum verlieren die meisten Trader Geld?. Hier geht es um die Gegenrichtung: Was machen die, bei denen es funktioniert, Tag für Tag anders?
Strategie
Ein festes Regelwerk legt vor dem ersten Klick fest, wann du einsteigst, wann du aussteigst und wann du nichts tust. Entscheidend ist dabei weniger, welches Regelwerk es ist, sondern dass du es lange genug unverändert durchziehst, um es über 50 bis 100 Trades zu beurteilen. Wer nach drei Verlusten das System wechselt, sammelt Meinungen statt Daten.
Risikomanagement
Vor jedem Trade steht fest, wie viel er im schlimmsten Fall kosten darf. In der Praxis sind das meist höchstens 1 Prozent des Kontos. Diese eine Regel entscheidet, ob eine Verlustserie eine Delle ist oder das Ende: Bei 1 Prozent Risiko überstehst du zehn Fehlschläge in Folge mit noch rund 90 Prozent deines Kapitals.
Disziplin
Den Plan einzuhalten klingt banal und ist trotzdem der Punkt, an dem die meisten scheitern. Dazu gehört, Verluste als normale Betriebskosten zu akzeptieren und nach einem Minus nicht aus Frust sofort nachzuhandeln. Genau dieses Nachhandeln erklärt die Staffelung aus der BaFin-Studie: Wer viel handelt, handelt oft aus Emotion.
Zeit
Trading lernt man in Monaten, nicht in Tagen, wie jedes Handwerk und wie ein Instrument. Auch bei Erfahrenen wechseln sich gute und schlechte Wochen ab. Wer seine Erwartung an diesen Rhythmus anpasst, trifft bessere Entscheidungen als jemand, der nach zwei schwachen Wochen das ganze Vorhaben infrage stellt.

Vorbereitung, Disziplin und Dokumentation sind das, was die Minderheit vom Rest unterscheidet.
Wie Florian Sondershausen diesen Weg gegangen ist
Florian Sondershausen hat genau diesen Weg hinter sich, und zwar nicht geradlinig. Auf schnelle Anfangsgewinne folgten herbe Verluste. „Ich hab Lehrgeld bezahlt“, sagt er heute. 2017 und 2018 zwangen ihn gesetzliche Änderungen, sein Vorgehen in Teilen neu aufzubauen. Nach eigenen Angaben dauerte es rund ein Jahr, bis er wieder profitabel handelte.
Der Wendepunkt war Reduktion statt Erweiterung: weniger Setups, klar definierte Liquiditätszonen, 1 Prozent Risiko pro Trade, jeder Trade dokumentiert, dazu tägliche Vor- und Nachbereitung. Wie das im Alltag neben einem Vollzeitjob funktioniert, steht im Beitrag Trading neben dem Vollzeitjob. Im YouTube-Livestream handelt er zudem fast jeden Dienstag live und zeigt dort auch Trades, die schiefgehen, samt dem, was er daraus mitnimmt. Seinen Weg hat er außerdem im Buch Tradingtraum aufgeschrieben.
„In der Sterneküche habe ich gelernt, dass Erfolg aus Vorbereitung, Disziplin und einem klaren System entsteht. An der Börse ist es nicht anders: Wer emotional und ohne Strategie handelt, wird langfristig kaum erfolgreich sein.“
Florian Sondershausen, Geschäftsführer der Haag Sondershausen Consulting GmbH
Was realistisch ist und wo die Grenzen liegen
Über Nacht reich wird mit Trading niemand, auch an den Finanzmärkten wird nichts geschenkt. Realistisch ist etwas anderes: Wer die vier Punkte oben durchhält, baut sich ein Handwerk auf, mit dem sich zeit-, orts- und auftraggeberunabhängig Geld verdienen lässt. Das ist der eigentliche Reiz, und er ist deutlich nüchterner als das, was auf Social Media beworben wird.
Dazu gehören die Grenzen. Jeder einzelne Trade bleibt ein Risiko, auch mit Strategie und Ausbildung. Verlustphasen gehören zum Geschäft. Bei Hebelprodukten kann der Einsatz in kurzer Zeit vollständig weg sein. Auf ein Tradingkonto gehört deshalb ausschließlich Geld, dessen Verlust du verkraften kannst. Wer das Geld für Miete, laufende Rechnungen oder Schulden braucht, klärt zuerst diese Basis. Welche Summe als Start sinnvoll ist, haben wir in Wie viel Geld braucht man zum Traden als Anfänger wirklich? aufgeschlüsselt.
Oft entscheidet die erste echte Verlustphase darüber, ob jemand weitermacht. Wer sein Risiko bis dahin klein gehalten hat, hat noch Kapital und noch Nerven für den nächsten Schritt. Viele geben zu früh auf, weil sie sich vorher zu sehr verbrannt haben.

Struktur schlägt Tempo: Der Unterschied zeigt sich über Monate, nicht über einzelne Wochen.
Fazit: Die Frage ist nicht ob, sondern unter welchen Bedingungen
Mit Trading lässt sich Geld verdienen, es gelingt aber nur der Minderheit. Es ist eben jene Minderheit, die ein festes Regelwerk, kontrolliertes Risiko und realistische Erwartungen über Monate und Jahre durchhält, und nicht die, die alles auf eine Karte setzt wie im Casino. Die amtlichen Statistiken sind damit kein Argument gegen das Trading. Sie sind ein Argument gegen das Handeln ohne Struktur.
Hinter diesem Beitrag steht die Haag Sondershausen Consulting GmbH aus Koblenz, gegründet von Christian Haag und Florian Sondershausen. Sie verbindet eine nach ISO 9001:2015 zertifizierte Prozessqualität mit täglichen Live-Calls, in denen du Analysen und Fragen direkt mit erfahrenen Begleitern abgleichst.
Die eigenentwickelten Analysetools arbeiten mit klar definierten Zonen von Angebot und Nachfrage, wodurch der tägliche Zeitaufwand für viele Teilnehmer auf rund 30 Minuten sinkt. Wie das geprüft wurde, steht in Ist Florian Sondershausen seriös?.
Ob das zu dir passt, lässt sich schlecht aus einem einfachen Artikel heraus entscheiden. Dafür gibt es zwei Wege, beide kostenlos und unverbindlich: Du testest dich selbst in der Trader Challenge, oder du besprichst deine Ausgangslage direkt mit einem Experten im kostenlosen Orientierungsgespräch.
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Häufige Fragen zum Thema
Wie viele Trader verlieren tatsächlich Geld?
Die BaFin hat für Turbo-Zertifikate über fünf Jahre eine Verlustquote von 74,2 Prozent ermittelt. Bei CFDs lagen die Quoten vor der ESMA-Beschränkung 2018 zwischen 74 und 89 Prozent der Kleinanlegerkonten. Beide Zahlen beziehen sich auf Hebelprodukte und sind deshalb kein Urteil über jede Form des Börsenhandels.
Wie viel Geld kann man realistisch mit Trading verdienen?
Eine seriöse Prozentzahl gibt es nicht, weil das Ergebnis von Kapital, Risiko pro Trade, Strategie und Durchhaltevermögen abhängt. Realistisch ist der Blick auf die Struktur statt auf die Rendite: ein Regelwerk, das über 50 bis 100 Trades trägt, und ein Risiko, das Verlustserien übersteht.
Warum steigt die Verlustquote mit der Handelshäufigkeit?
In der BaFin-Studie steigt die Quote von rund 70 Prozent bei einer bis zehn Transaktionen auf 91 Prozent bei mehr als 1.000. Häufiges Handeln erhöht die Kosten und entsteht oft aus dem Impuls, einen Verlust sofort auszugleichen. Mehr Aktivität ist damit eher ein Warnsignal als ein Zeichen von Erfahrung.
Ist Trading als Nebeneinkommen geeignet?
Grundsätzlich ja, aber nicht als schnelle Ergänzung zum Gehalt. Der Aufbau dauert Monate, und in dieser Zeit sollte der Lebensunterhalt aus einer anderen Quelle kommen. Entscheidend ist ein fester Zeitrahmen für Vor- und Nachbereitung statt ständiger Blick auf den Chart.
Was ändert sich seit dem 16. Juni 2026 für Turbo-Zertifikate?
Die BaFin hat Vermarktung, Vertrieb und Verkauf an Kleinanleger in Deutschland beschränkt. Es gilt eine standardisierte Risikowarnung, Vermittler müssen vor dem Kauf das Grundwissen des Anlegers prüfen und diese Abfrage mindestens alle sechs Monate wiederholen, und Kaufanreize wie reduzierte Ordergebühren oder Neukundenboni sind untersagt.
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