Lohnt sich Allianz Rente IndexSelect: Warum diese bAV dein Geld verbrennt

Lohnt sich Allianz Rente IndexSelect?

Lohnt sich Allianz Rente IndexSelect?

Du hast eine betriebliche Altersvorsorge bei der Allianz abgeschlossen – oder denkst gerade darüber nach? Dann solltest du jetzt genau aufpassen. Denn was auf den ersten Blick nach moderner Indexanlage mit Sicherheitsnetz aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Renditefalle. Wir haben das Produkt „RenteIndexSelect" der Allianz einmal auseinandergenommen – und das Ergebnis ist ernüchternd.

So funktioniert die Allianz Rente IndexSelect

Das Produkt verspricht eine clevere Kombination: Dein Geld fließt wahlweise in das Sicherungsvermögen der Allianz oder in eine sogenannte Indexpartizipation. Klingt flexibel, oder? Du kannst jedes Jahr neu entscheiden, wie viel Prozent deines Kapitals (in 25-%-Schritten) entweder im sicheren Hafen bleiben oder an der Entwicklung des EuroStoxx 50 oder des S&P 500 teilnehmen soll.

Luca Himmer - Vertriebsleiter der Vetter Group

Luca Himmer - Vertriebsleiter der Vetter Group

Sicherungsvermögen vs. Indexpartizipation

Im Sicherungsvermögen erwirtschaftet die Allianz derzeit etwa 3,5 bis 3,8 % Rendite – solide, aber nicht gerade aufregend. Spannender klingt da die Indexpartizipation: Du partizipierst an der Entwicklung großer Aktienindizes, hast aber eine Wertsicherung bei null Prozent. Das heißt: Selbst wenn der Index fällt, verlierst du nichts. Garantiegeber ist die Allianz Leben.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus.

Das Cap-Problem: Deine Rendite wird gedeckelt

Hier kommt der Haken: Die Allianz begrenzt deine monatliche Rendite durch ein sogenanntes Cap. Beim S&P 500 liegt dieses Cap bei gerade einmal 2,2 % pro Monat, beim EuroStoxx 50 bei 3,2 %. Das bedeutet: Egal, wie stark der Markt in einem Monat steigt – mehr als 2,2 % bekommst du nicht gutgeschrieben.

Das wäre vielleicht noch verkraftbar, wenn nicht gleichzeitig etwas Entscheidendes passieren würde: Verluste trägst du voll mit. Macht der S&P 500 in einem Monat minus 4,7 %, dann wird dir auch minus 4,7 % angerechnet. Aber steigt er um 10,7 %, bekommst du nur 2,2 %.

Ein Rechenbeispiel, das schmerzt

Schauen wir uns ein konkretes Jahr an: 2021 legte der S&P 500 insgesamt 41 % zu. Eine traumhafte Performance. Doch wer in der RenteIndexSelect investiert war, kam nach Anrechnung aller monatlichen Caps und Verluste gerade einmal auf 10,9 % Rendite. Warum? Weil die stärksten Monate – in denen der Index richtig zulegte – durch das Cap brutal beschnitten wurden, während die schwächeren Monate voll durchschlugen.

Über den Zeitraum von 2017 bis 2025 hätte ein normaler S&P-500-Investment dein Kapital auf 253 % des Ausgangswerts gebracht – also mehr als verdoppelt. Die Indexpartizipation der Allianz? Gerade einmal 129 % – umgerechnet eine Durchschnittsrendite von mickrigen 3,6 % pro Jahr. Damit bewegst du dich auf dem Niveau des langweiligen Sicherungsvermögens – nur mit deutlich mehr Aufwand und Komplexität.

Das Serviceteam der Vetter Consulting GmbH, stets auf der Suche nach der besten Lösung für unsere Kunden.

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Die versteckten Kosten fressen deine Rendite auf

Doch damit nicht genug. Jetzt kommen noch die Produktkosten ins Spiel – und die haben es in sich:

  • Abschlusskosten: 2,5 % in den ersten fünf Jahren
  • Beitragsbezogene Verwaltungskosten (Beta): 3,5 % in den ersten fünf Jahren, danach satte 5 %
  • Guthabenbezogene Kosten (Gamma): 0,6 % jährlich auf das gesamte verwaltete Kapital

Keine Stückkosten – das klingt erstmal gut. Aber 0,6 % Gamma sind im Vergleich zu modernen bAV-Lösungen extrem hoch.

Was bleibt unterm Strich?

Nehmen wir den steuerfreien Höchstbetrag von 676 € monatlich über eine Laufzeit von 35 Jahren. Bei einer durchschnittlichen Bruttorendite von 3,62 % (wie in den letzten acht Jahren bei der Indexpartizipation) bleiben nach Abzug aller Kosten gerade einmal 1,94 % Nettorendite übrig.

Du zahlst insgesamt rund 280.000 € ein, hast aber etwa 60.000 € Kosten. Am Ende stehen dir knapp 405.000 € zur Verfügung. Das klingt nach viel Geld – ist aber inflationsbereinigt ein Minusgeschäft.

Hauke Andreeßen - bAV-Experte der Vetter Consulting GmbH

Hauke Andreeßen - bAV-Experte der Vetter Consulting GmbH

Inflation frisst dein Erspartes

Bei einer durchschnittlichen Inflation von nur 2 bis 3 % verlierst du real an Kaufkraft. Eine Altersvorsorge sollte aber genau das Gegenteil tun: Dein Vermögen sichern und mehren. Eine Nettorendite von unter 2 % schafft das nicht.

Fazit: Finger weg – es gibt bessere Alternativen

Die Allianz RenteIndexSelect ist ein klassisches Beispiel dafür, wie komplexe Finanzprodukte durch Kleingedrucktes und versteckte Mechanismen zur Renditefalle werden. Das Cap-System sorgt dafür, dass du an starken Marktphasen kaum teilhast, während du Verluste voll mitträgst. Die hohen Kosten tun ihr Übriges.

Unser Rat: Egal, ob du Angestellter, Geschäftsführer oder Selbstständiger bist – es gibt sowohl bei der Allianz selbst als auch am Gesamtmarkt deutlich bessere bAV-Lösungen. Produkte mit echter ETF-Anlage, niedrigeren Kosten und ohne Renditedeckelung bieten dir langfristig eine echte Chance auf Vermögensaufbau.

Du hast bereits einen Vertrag oder ein Angebot vorliegen? Dann lass ihn unabhängig prüfen. Oft lohnt sich ein Wechsel oder eine Anpassung – und 35 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, um mit der falschen Entscheidung zu leben. Schau genau hin, rechne nach und triff eine informierte Entscheidung. Deine Altersvorsorge hat das verdient.

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