Lohnt sich der Fonds Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities - R?
Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung
Ein Fonds, der seit fast 20 Jahren am Markt ist, über 20 Milliarden Euro Kundengelder verwaltet und bei Genossenschafts-, Sparkassen-, Groß- und Privatbanken gleichermaßen genutzt wird – das macht ihn zu einem der bekanntesten Mischfonds Deutschlands. Er verspricht Kapitalerhalt und Kapitalwachstum gleichzeitig, über alle Anlageklassen hinweg – quasi eine Vermögensverwaltungslösung in einer einzigen Fondslösung. Klingt verlockend, keine Frage.
Doch gerade weil so viel Geld in diesem Fonds steckt, lohnt sich ein genauer Blick. Wenn du überlegst, einen Sparplan darauf einzurichten oder den Fonds in dein Depot aufzunehmen, solltest du wissen, was tatsächlich hinter den Kulissen passiert: Wie ist das Geld verteilt, was hat es in der Vergangenheit gebracht und welche Kosten schlagen dir am Ende wirklich aufs Ergebnis? Genau das schauen wir uns jetzt in Ruhe an.
"Alle Zahlen in diesem Artikel beziehen sich auf den Stand 30.06.2026 und können sich seither verändert haben. Prüfe vor einer Entscheidung immer die aktuellen Werte im Verkaufsprospekt bzw. den wesentlichen Anlegerinformationen des Fonds."
Was steckt hinter dem Fonds?
Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities existiert seit 2007 und verfolgt einen aktiven, flexiblen Investmentansatz. Das Fondsmanagement kann grundsätzlich in alle Anlageklassen investieren, muss aber mindestens 25 Prozent in Aktien halten. Eine Orientierung an einem klassischen Index findet nicht statt – stattdessen wird eine eigene, unabhängige Anlagewelt geschaffen, die sich an Kriterien wie Diversifikation, Qualität, Flexibilität, Solvenz und Wert orientiert.
Schauen wir uns die aktuelle Sektorverteilung:
| Sektor | Anteil |
|---|---|
| Informationstechnologie | 18,25% |
| Gesundheitswesen | 15,94% |
| Finanzen | 15,12% |
| Nicht-Basiskonsumgüter | 15,02% |
| Basiskonsumgüter | 13,96% |
| Industrieunternehmen | 13,64% |
| Kommunikationsdienste | 5,01% |
| Materialien | 3,06% |
Bei den Top-Positionen finden sich klingende Namen wie die Deutsche Börse (2,96%), Alphabet (2,92%), Unilver (2,75%), Amazon (2,65%), Adidas (2,60%), Nestle (2,53%), Berkshire Hathaway (2,37%), Microsoft (2,32%), Abbott Laboratories (2,31%) und Reckitt Benckiser Group (2,29%). Insgesamt machen die Top 10 Positionen aber nur 25,70% des Fondsvermögens aus - bei 63 Positionen insgesamt, davon 56 Aktien, ist das Portfolio also breit gestreut.
Bei den Anlageklassen dominieren Aktien mit knapp 83 Prozent, gefolgt von Edelmetallen mit rund 8 Prozent. Dazu kommen ein Kassenbestand von ca. 7 Prozent, Renten mit ca. 2 Prozent und Wandelanleihen mit 0,22 Prozent. Bei den sonstigen Positionen steht aktuell ein Minuswert von -0,24 Prozent zu Buche.
Die Rendite im Detail

Armin Dzubur
Kommen wir zum Punkt, der für dich als Anleger wahrscheinlich am wichtigsten ist: Was hat der Fonds tatsächlich abgeworfen?
| Zeitraum | Kumulierte Rendite |
|---|---|
| 1 Jahr | 1,90% |
| 3 Jahre | 13,10% |
| 5 Jahre | 8,00% |
| 10 Jahre | 52,40% |
Wichtig beim Lesen dieser Tabelle: Das sind Gesamtrenditen über den jeweiligen Zeitraum, nicht pro Jahr. Ein Blick auf die Fünfjahresspalte zeigt, wie schwach das wirklich ist: 8 Prozent Wertentwicklung über volle fünf Jahre entspricht im Schnitt nur rund 1,5 Prozent pro Jahr – deutlich unter dem, was man von einem aktiv gemanagten Fonds mit voller Freiheit über alle Anlageklassen erwarten würde.
Das liegt auch an der Gewichtung: Sektoren wie Basiskonsumgüter oder Industrieunternehmen lagen in den vergangenen Jahren eher schwer im Depot, während zum Beispiel Technologiewerte deutlich stärker gelaufen sind. Auch die langjährige Position in Gold, die bis vor einigen Monaten noch für Überrenditen sorgte und lange als cleverer Schachzug galt, konnte die schwächere Aktienperformance zuletzt nicht mehr ausgleichen.
Chancen, Risiken und die Kostenfrage
Bevor du eine Entscheidung triffst, lohnt sich ein Blick auf beide Seiten der Medaille.
Das spricht für den Fonds:
- Komplett flexible Anlagepolitik ohne Benchmark-Zwang
- Breite Streuung über verschiedene Anlageklassen
- Fremdwährungschancen durch internationale Investments
- Jährliche Dividendenausschüttung
- Zusätzliches Renditepotenzial durch den gezielten Einsatz von Derivaten
Das solltest du im Hinterkopf behalten:
- Währungsrisiko durch internationale Engagements
- Derivate können auch gegen dich arbeiten
- Aktien- und Anlageklassenrisiken, wenn bestimmte Branchen schwächeln
- Dividendenrisiko, falls Unternehmen weniger Gewinn ausschütten
- Wie bei jeder Kapitalanlage: Wertverluste bis hin zum Teilverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich
Bei den Kosten wird es dann konkret unangenehm: Je nach Anlagevermittler fällt ein einmaliger Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent an. Die laufenden Kosten liegen aktuell bei 1,62% pro Jahr, die Transaktionskosten sind mit 06276% vergleichsweise gering, können aber bei stärkerem Umschichten steigen.
Zusätzlich gibt es eine erfolgsabhängige Vergütung von bis zu 10 Prozent der positiven Wertentwicklung, gedeckelt auf maximal 2,5 Prozent des durchschnittlichen Fondsvermögens pro Abrechnungsperiode – hier gilt jeweils der niedrigere Wert. Wichtig zu wissen: Diese Gebühr wird nur fällig, wenn der Fonds ein neues Hoch erreicht. Frühere Verluste müssen erst aufgeholt werden, bevor überhaupt eine Vergütung anfällt. Für die reine Erholung nach schlechten Jahren zahlst du also nichts extra.
Fazit

Armin Dzubur
Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities genießt zweifellos einen exzellenten Ruf in der Fondswelt. Die frühzeitige Goldstrategie wurde später von vielen anderen Mischfonds kopiert – ein Beweis für den Innovationsgeist im Fondsmanagement. Der Zahlenvergleich zeigt aber deutlich: Die Rendite der letzten Jahre bleibt im Verhältnis zu den umfangreichen Freiheiten, die das Fondsmanagement genießt, einfach zu schwach.
Die Rendite der letzten Jahre ist im Verhältnis zu den umfangreichen Freiheiten, die das Fondsmanagement genießt, einfach zu schwach. Wer sich das selbst näher anschauen will: Prüfe genau, ob die Kombination aus Kosten, Cash-Quote und tatsächlicher Wertentwicklung zu deinen eigenen Anlagezielen passt, bevor du dich für einen Sparplan oder eine Einmalanlage entscheidest. Gerade für Anleger ab einem Vermögen von 250.000 EUR sollten genauer auf Ihre Anlagestruktur schauen, da dies sonst sehr teuer werden kann.
Wenn du dir die Frage stellst, ob sich der Fonds oder die anderen Fonds und ETFs in deinem Depot lohnen, du nicht mehr blind in Fonds oder ETFs investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden.
Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com.
Ab welchem Betrag kann ich in den Fonds investieren?
Das hängt von deinem Broker oder Berater ab, üblich sind Sparpläne bereits ab kleinen monatlichen Beträgen, während Einmalanlagen meist keine Mindestsumme voraussetzen.
Warum ist die Rendite trotz Goldanteil so schwach?
Die starke Gewichtung in Sektoren wie Basiskonsumgütern und Industrieunternehmen konnte in den vergangenen Jahren nicht mit der Entwicklung der Technologiebranche mithalten, sodass der Goldanteil die Schwäche nicht ausgleichen konnte.
Was bedeutet die erfolgsabhängige Vergütung genau?
Sie wird nur fällig, wenn der Fonds ein neues Wertehoch erreicht und frühere Verluste bereits vollständig ausgeglichen sind, maximal jedoch 2,5 Prozent des durchschnittlichen Fondsvermögens pro Abrechnungsperiode.
Ist ein hoher Kassenbestand grundsätzlich schlecht?
Nicht zwangsläufig, da er auch als Sicherheitspuffer bei Marktturbulenzen dient, allerdings erzielt dieser Anteil keine Kapitalmarktrendite und schmälert damit das Gesamtergebnis.
Für wen eignet sich dieser Mischfonds am ehesten?
Er passt am besten zu Anlegern, die Wert auf Stabilität und breite Streuung legen und bereit sind, dafür eine im Vergleich zu reinen Aktieninvestments geringere Rendite in Kauf zu nehmen.