Lohnt sich die Continentale Rente Invest?

Mann vor Geldscheinen mit Einblendung „Im Test: Continentale Tarif Rente Invest“.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Stell dir vor, du sparst 18 Jahre lang jeden Monat 550 € für deine Altersvorsorge. Am Ende hast du über 118.000 € eingezahlt - und gut 56.000 € davon sind in Kosten geflossen. Genau dieses Szenario zeigt die Analyse einer fondsgebundenen Rentenversicherung mit Fonds-Sparplan, wie sie viele Anbieter im Angebot haben.

Das Beispiel basiert auf realen Angaben eines Sparers, kann also im Einzelfall abweichen und ersetzt keine persönliche Beratung. Aber es zeigt sehr anschaulich, wo bei solchen Verträgen das Geld verschwindet. Wenn du so einen Tarif besparst oder darüber nachdenkst, bekommst du hier einen klaren Blick auf die Kostenhebel, die Auszahlung und die Frage, wie viel am Ende wirklich bei dir ankommt.

DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police und Situation beurteilen.

Die Ausgangslage: Das steckt im Vertrag

Ein Berater im dunklen Anzug sitzt auf einer Sitzbank – passend zur Analyse der Continentale Rente Invest.

Armin Dzubur

Der Sparer ist Jahrgang 1972 und hat den Vertrag im April 2021 gestartet. Die Laufzeit beträgt 18 Jahre, der Monatsbeitrag liegt bei 550 €. Gespart wird nicht in einen, sondern in zwei Fonds: Zum einen in den DWS ESG Investa LD als auch in den DWS Invest ESG Equity Income LC. Der garantierte Rentenfaktor beträgt 26,12 € pro 10.000 € Vermögen. Als Rechenbasis dient eine angenommene Rendite von 9 % pro Jahr.

Die drei Kostenebenen im Überblick

Um einen Vertrag fair zu prüfen, lohnt sich der Blick auf drei Ebenen: die Kosten der Versicherung, die Kosten der Fonds und sonstige Einflussfaktoren, die sich nachteilig auswirken.

KostenartHöhe
Abschluss- und Vertriebskosten2,5 % der Beitragssumme (ca. 3.000 € über 60 Monate verteilt)
Verwaltungskosten10,28 % vom Monatsbeitrag (ca. 56,54 € monatlich)
Fondskosten1,49 % pro Jahr
Sonstige nachteilige Faktoren1,91 % pro Jahr

Die Beitragssumme beträgt rund 118.000 €. Die Abschlusskosten werden nicht auf einmal fällig, sondern in den ersten fünf Jahren Monat für Monat abgezogen. Du merkst sie also kaum, zahlst sie aber trotzdem.

Das Gutachten: Kosten und Ergebnis in Zahlen

Teil 1: Die Gesamtkosten

Über 18 Jahre summieren sich die Versicherungskosten auf 15.182 €. Die Kosten für die Geldanlage selbst belaufen sich auf 41.426 €. Zusammen sind das rund 56.600 € Gesamtkosten. Besonders die laufenden Prozentwerte pro Jahr wirken über so lange Zeiträume erheblich, weil sie jedes Jahr auf ein wachsendes Vermögen erhoben werden.

Teil 2: Was am Ende übrig bleibt

Brutto ergibt sich ein Endvermögen von 174.590 €. Lässt du dir das Geld netto auf einen Schlag auszahlen, sind es rund 165.000 €. Alternativ kannst du eine lebenslange Rente wählen: In diesem Fall 495,95 € pro Monat.

Spannend ist die Frage, wann sich die Rente im Vergleich zur Einmalauszahlung rechnet. Bezogen auf das Bruttoendvermögen müsstest du etwa 29,3 Jahre Rente beziehen, bis die Summe der Rentenzahlungen dem Endvermögen entspricht, der Sparer müsste dafür also rund 96 Jahre alt werden. 
Wer früher stirbt, bekommt über die Rente insgesamt weniger heraus, sofern keine Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenleistung vereinbart ist. Umgekehrt sichert dich die lebenslange Rente dagegen ab, dass das Geld bei sehr langem Leben aufgebraucht ist. Welche Variante besser passt, hängt von deiner Situation ab.

Worauf du bei deinem Vertrag achten solltest

  1. Versicherungskosten prüfen: Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten bestimmen von Anfang an, wie viel deines Beitrags wirklich investiert wird.
  2. Fondskosten vergleichen: Schon wenige Zehntelprozent Unterschied pro Jahr machen über Jahrzehnte viele tausend Euro aus.
  3. Sonstige Einflussfaktoren beachten: Zusätzliche Effekte können die Rendite um fast zwei Prozentpunkte jährlich drücken.
  4. Auszahlungsvarianten durchrechnen: Rente oder Einmalzahlung - hier hilft der Break-even-Zeitpunkt bei der Entscheidung.
  5. Inflation einplanen: Nominale Zahlen wirken oft deutlich besser als die reale Kaufkraft.

Fazit

Berater im dunklen Anzug sitzt lächelnd im Büro – zur Analyse der Continentale Rente Invest.

Armin Dzubur

Die Kosten in diesem Beispiel sind spürbar: 1,49 % Fondskosten pro Jahr, dazu rund 15.200 € Versicherungskosten über die Laufzeit. Das heißt aber nicht, dass der Vertrag zwangsläufig schlecht ist, denn er bietet auch Garantien und eine lebenslange Rente. Es gibt allerdings Alternativen: günstigere Fonds, günstigere Tarife oder eine andere Struktur. Ob dabei am Ende mehr übrig bleibt, muss im Einzelfall geprüft werden, denn auch Alternativen haben Vor- und Nachteile.

Mein Tipp: Hol dir deine Kostenübersicht, rechne Gesamtkosten und Auszahlung durch und vergleiche sie mit Alternativen. Eine unabhängige, persönliche Beratung hilft dir, die Zahlen für deinen Fall richtig einzuordnen.

Wenn du gerade einen Vertrag bei der Continentale besparst oder bei einer anderen Gesellschaft und dich fragst: Wie sieht das eigentlich bei mir aus? Lohnt sich das Ganze überhaupt noch? Wenn du keine Lust mehr hast, im Dunkeln zu tappen und in Produkte zu investieren, die du überhaupt nicht verstehst. Wenn du langsam merkst, dass du ein Leben lang nur draufgezahlt hast. Und wenn du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt worden zu sein. 

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com. 

Sind fondsgebundene Rentenversicherungen grundsätzlich schlecht?

Nein, sie bieten zum Beispiel einen garantierten Rentenfaktor. Entscheidend sind aber die Kosten, denn hohe Gebühren schmälern das Ergebnis über lange Laufzeiten erheblich.

Wann zahlen sich die Abschlusskosten aus?

In diesem Beispiel werden 2,5 % der Beitragssumme (ca. 3.000 €) über die ersten 60 Monate verteilt abgezogen. Sie sind also ein fester Kostenblock, den du von Beginn an trägst.

Lohnt sich die lebenslange Rente oder die Einmalauszahlung?

Das hängt von deiner Lebenserwartung ab. Im Beispiel müsstest du rund 29,3 Jahre Rente beziehen, bis die Rente der Einmalauszahlung entspricht, also etwa 96 Jahre alt werden.

Warum ist die Inflation so wichtig?

Sie senkt die Kaufkraft. Im Beispiel sinkt das Endvermögen von 174.590 € auf rund 122.219 € und die Rente von 495,95 € auf etwa 347,24 €.

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