Lohnt sich die Generali Strategie Plus: Warum dich diese bAV 365.000 € kosten könnte!
Im Test Generali Strategie Plus
Du hast eine betriebliche Altersvorsorge bei der Generali oder überlegst, eine abzuschließen? Dann solltest du jetzt weiterlesen. Denn was auf den ersten Blick wie eine solide Vorsorgelösung aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als kostspieliges Konstrukt, das dich im schlimmsten Fall mehrere Hunderttausende Euro kosten kann.
Die Generali Strategie Plus wird von der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) vermittelt – einem Finanzvertrieb mit rund 8 bis 9 Millionen Kunden in Deutschland. Statistisch gesehen könnte also jeder zehnte Deutsche so einen Vertrag haben. Das Problem: Die wenigsten wissen wirklich, was in ihrem Vertrag steckt und wie er tatsächlich funktioniert. Es ist Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen.
Das Versprechen: 100 % Anlage in renditeorientierte Fonds
Auf dem Papier klingt die Generali Strategie Plus verlockend: Dein Kapital soll zu 100 % in eine fondsgebundene Kapitalanlage fließen – so steht es zumindest in den Vertragsunterlagen. Du bekommst eine Garantie von 60 oder 80 % deines eingezahlten Kapitals und kannst dich zurücklehnen, während dein Geld „renditeorientiert" arbeitet.
Doch die Realität sieht anders aus. Schauen wir uns echte Vertragswerte an: Bei einem Vertrag mit über 16.000 € Vertragsguthaben liegen gerade mal 1.500 € im eigentlichen Fonds – das sind sage und schreibe nur 9,2 %. Der Rest? Liegt im Sicherungsvermögen der Generali, das etwa 3 % Rendite pro Jahr abwirft. Bei anderen Verträgen sind es vielleicht 15 % im Fonds – aber eben nicht die versprochenen 100 %.

Realer Auszug eines echten Kundenbeispiels
Keine ETFs, nur teure Garantiefonds
Und selbst diese geringe Quote wird nicht in kostengünstige ETFs investiert, sondern ausschließlich in hauseigene Garantiefonds der Generali. Eine ETF-Anlage ist schlichtweg nicht möglich – egal, was dir dein Berater vielleicht erzählt.

Grafische Darstellung was dieser Vertrag mit deinem Geld macht.
Die verfügbaren Fonds heißen etwa "Generali Smartfonds Vorsorgestrategie" oder "DWS Zukunftsstrategie" und haben alle eines gemeinsam: Extrem hohe Kosten. Während ein ETF mit etwa 0,2 % jährlichen Kosten (TER) auskommt, schlagen die Generali-Fonds mit 1,5 bis 2,5 % zu Buche – das Zehnfache!

Auszug: Fondskosten DWS Zukunftsstrategie Quelle: Onvista.de
Die bittere Wahrheit über Garantiefonds
Garantiefonds sind übrigens nicht mit klassischen Aktienfonds zu verwechseln. Sie sind konservativ angelegt und erzielen typischerweise nur rund 3,5 % Rendite pro Jahr – wenn überhaupt. Ein Blick auf die Performance zeigt: Seit ihrer Auflage haben diese Fonds oft nur die Hälfte der Rendite eines einfachen MSCI World ETF erzielt. Zehnfache Kosten, halbe Rendite – keine gute Kombination.
Die versteckten Kostenfallen
Neben den Fondskosten kommen noch die Produktkosten der Versicherung hinzu:
- Abschlusskosten: 2,5 % (verteilt auf 15 Jahre)
- Beta-Kosten: 12,5 %
- Gamma-Kosten: 0,5 %
In Summe frisst das Produkt durchschnittlich 2,74 % Rendite pro Jahr auf. Zum Vergleich: Günstige Marktbegleiter liegen bei etwa 1 %.
Ein Rechenbeispiel, das schockiert
Nehmen wir an, du zahlst 35 Jahre lang monatlich 676 € ein (der aktuelle Steuerfreibetrag nach §3 Nr. 63 EStG)
Selbst wenn wir wohlwollend annehmen, dass:
- 20 % deines Kapitals im Fonds liegen (statt der realen 9 %)
- Der Fonds tatsächlich 7 % Rendite macht (was er offensichtlich nicht tut)
- Die Fondskosten nur 1,5 % betragen (oft sind es 2 %)
...dann kommst du nach 35 Jahren auf etwa 560.000 €.

Realer Kostenvergleich
Ein vergleichbarer Vertrag mit ETF-Anlage und fairer Kostenstruktur würde dir dagegen 930.000 € bescheren. Die Differenz? Satte 365.000 €!
Und jetzt wird es richtig bitter: Wenn wir realistischere Annahmen treffen – also dass die Fonds nur 3,5 % Rendite machen und die Kosten bei 2 % liegen – schrumpft deine Rendite nach Kosten auf magere 1,26 % pro Jahr.
Was du jetzt tun solltest
Hast du bereits einen solchen Vertrag? Dann lass ihn dringend von einem unabhängigen Experten prüfen. Je nachdem, wie lange du schon einzahlst, kann es sinnvoll sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder sogar zu kündigen und in eine bessere Lösung zu wechseln.
Überlegst du gerade, so einen Vertrag abzuschließen? Dann suche dir Alternativen. Es gibt Direktversicherungen und Pensionskassen mit echten ETF-Portfolios und fairen Kostenstrukturen, die dir deutlich mehr Kapital im Alter bescheren werden.
Fazit: Das Problem ist systematisch
Das Tragische: Es ist nicht nur die Generali Strategie Plus betroffen. Fast alle Anlageprodukte der Generali – ob Direktversicherung, Pensionskasse, private Altersvorsorge oder Basisrente – arbeiten mit denselben teuren aktiven Fonds und ähnlichen Kostenstrukturen.
Die Kombination aus hohen Produktkosten, teuren Fonds und dem Umstand, dass der Großteil deines Geldes gar nicht in der "renditeorientierten" Anlage steckt, führt zu einem dramatischen Renditekiller. Selbst wenn 100 % deines Kapitals im Fonds lägen und dieser die gleiche Rendite wie ein ETF erzielen würde, würdest du allein durch die Kostenstruktur rund 300.000 € verlieren.
Die wichtigste Erkenntnis: Schau genau hin, bevor du unterschreibst. Bei der Altersvorsorge geht es um deine finanzielle Zukunft – und um Summen, die den Unterschied zwischen einem sorgenfreien Ruhestand und einem Leben am Existenzminimum ausmachen können. Lass dich unabhängig beraten und vergleiche mehrere Angebote. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Wir haben eine ausführliche Analyse über diesen Vertrag angefertigt.
Das Video hierzu findest du hier