Lohnt sich die Generali Vermögensaufbau & Sicherheitsplan – Tarif VAN/F?

Analyse des Generali Vermögensaufbau Sicherheitsplans Tarif VAN/F im Test.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Stell dir vor, du zahlst über Jahrzehnte brav monatlich in einen Vertrag ein - und am Ende stellst du fest, dass die Kosten höher sind als das, was du überhaupt eingezahlt hast. Klingt absurd? Genau das passiert bei vielen fondsgebundenen Rentenversicherungen, wie eine aktuelle Vertragsprüfung eines Tarifs der Generali Vermögensaufbau Sicherheitsplan, Tarif: VAN/F eindrucksvoll zeigt.

Wenn du selbst über den Abschluss eines solchen Tarifs nachdenkst oder bereits einen besparst, solltest du genau hinschauen. Denn die Zahlen, die bei der Analyse eines echten Interessenten-Vertrags herauskamen, sind ziemlich ernüchternd. Es geht um einen 1994 geborenen Interessenten, der seit April 2023 monatlich 150 Euro einzahlt, mit einer Laufzeit von 38 Jahren bis 2061. Bespart wird der Fonds DWS Akkumula, kalkuliert mit einer Rendite von 9% pro Jahr. Klingt erstmal nach einem soliden Plan - bis man sich die Kostenstruktur genauer ansieht.

DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police und Situation beurteilen.

Die Kostenfalle: Drei Ebenen, die dein Vermögen auffressen

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass hier gleich auf drei Ebenen kräftig abkassiert wird. Das macht den Unterschied zwischen einer soliden Geldanlage und einem Fass ohne Boden aus.

Versicherungskosten

Zunächst fallen Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von 2% auf alle künftigen Beiträge über die gesamte Laufzeit - das ergibt allein über die ersten fünf Jahre ein Gesamtkostenvolumen von 1.710 Euro. 


Dazu kommen laufende Verwaltungskosten von satten 22,6% auf den monatlichen Beitrag von 150 Euro - und zwar über die komplette Laufzeit von 38 Jahren!

Fondskosten

Neben den Versicherungskosten schlägt auch der bespaarte Fonds selbst zu Buche. Der DWS Akkumula verursacht laufende Kosten von 1,57% pro Jahr.

Sonstige nachteilige Einflussfaktoren

Als wäre das nicht genug, kommen noch einmal 1,49% an sonstigen Kostenfaktoren obendrauf, die sich negativ auf die Wertentwicklung auswirken.

Was am Ende wirklich übrig bleibt

Mann präsentiert das Konzept des Generali Vermögensaufbau Sicherheitsplans an einer Tafel.

Armin Dzubur

Nach Ablauf der 38 Jahre steht theoretisch eine Einmalleistung vor Steuern von 179.297,10 Euro im Raum. Berücksichtigt man die individuelle steuerliche Situation, bleiben davon realistisch rund 161.000 Euro übrig. Alternativ besteht ein Wahlrecht auf eine lebenslange monatliche Rente von 402,52 Euro.

Um beim Vergleich zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rente den finanziellen Gleichstand (Break-even) zu erreichen, müsste die Rente 37 Jahre und einen Monat lang bezogen werden. Das bedeutet: Der Sparer müsste deutlich über 100 Jahre alt werden, damit sich die Rentenvariante überhaupt lohnt.

Der unterschätzte Faktor: Inflation

Und dann ist da noch ein Aspekt, der in den meisten Berechnungen komplett unter den Tisch fällt: die Inflation. Rechnet man sie ein, verändert sich das Bild dramatisch.

AuszahlungsartNominal (vor Inflation)Real (inflationsbereinigt)
Einmalzahlung179.297,10 €85.781,93 €
Monatliche Rente402,52 €189,66 €

Die Kaufkraft schmilzt also fast um die Hälfte. Was sich zunächst nach einer stattlichen Summe anhört, entpuppt sich am Ende als deutlich weniger wert, als man ursprünglich gedacht hätte.

Was du jetzt tun solltest, wenn du selbst betroffen bist

Mann im Anzug sitzt entspannt auf einem Sofa, Thema: Generali Vermögensaufbau.

Armin Dzubur

Falls du selbst einen ähnlichen Vertrag bei der Generali oder einem anderen Anbieter besitzt, gibt es einige konkrete Schritte, die du angehen solltest:

  • Lass deine bestehende Vorsorge professionell auf die tatsächliche Kostenstruktur prüfen.
  • Hinterfrage kritisch, welche Rendite realistisch erzielbar ist - nicht nur, welche in der Beispielrechnung steht.
  • Prüfe, ob ein Wechsel zu einer kostengünstigeren Alternative sinnvoll ist.
  • Achte darauf, dass eine individuelle Altersvorsorge auf deine persönliche Situation zugeschnitten ist - inklusive der freien Wahl zwischen Einmalzahlung, monatlicher Rente oder einer Mischung aus beidem.

Fazit

Die Analyse zeigt deutlich, wie stark Kosten und Inflation zusammen an deinem Vermögen nagen können. Eine Rendite von 9% auf dem Papier bedeutet noch lange nicht, dass am Ende auch tatsächlich viel für dich übrig bleibt. Wenn die Gesamtkosten die eingezahlten Beiträge übersteigen, stimmt etwas grundlegend nicht mit der Produktkonstruktion.

Schau dir deshalb deinen eigenen Vertrag noch einmal genau an - oder lass ihn professionell prüfen, bevor du weiter blind einzahlst. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, welche Kosten wirklich anfallen und ob es nicht bessere, transparentere Alternativen für deinen Vermögensaufbau gibt.

Wenn du gerade einen Vertrag bei der Generali besparst oder bei einer anderen Gesellschaft und dich fragst: Wie sieht das eigentlich bei mir aus? Lohnt sich das Ganze überhaupt noch? Wenn du keine Lust mehr hast, im Dunkeln zu tappen und in Produkte zu investieren, die du überhaupt nicht verstehst. Wenn du langsam merkst, dass du ein Leben lang nur draufgezahlt hast. Und wenn du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt worden zu sein. 

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch mit mir unter www.armin-dzubur.com

Was sind die größten Kostentreiber bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung?

Meist sind es die Kombination aus Abschluss- und Vertriebskosten, laufenden Verwaltungskosten der Versicherung sowie den zusätzlichen Fondskosten - diese drei Faktoren summieren sich über die Laufzeit oft zu enormen Beträgen.

Lohnt sich die lebenslange Rente oder die Einmalzahlung eher?

Das hängt stark vom individuellen Break-even-Punkt ab. Wenn du die Rente extrem lange - teils über 100 Jahre alt werdend - beziehen müsstest, um mit der Einmalzahlung gleichzuziehen, spricht vieles für die Einmalzahlung.

Warum wird die Inflation bei solchen Verträgen oft nicht mitgerechnet?

Weil sie das Ergebnis deutlich unattraktiver aussehen lässt. Viele Vertragsdarstellungen zeigen nur die nominale Auszahlung, nicht die reale Kaufkraft nach Jahrzehnten.

Wie erkenne ich, ob mein bestehender Vertrag zu teuer ist?

Lass dir die Gesamtkosten in absoluten Euro-Beträgen über die gesamte Laufzeit aufschlüsseln, nicht nur in Prozentangaben - so erkennst du schnell, ob die Kosten in einem gesunden Verhältnis zu deinem Vermögensaufbau stehen.

Was ist eine sinnvolle Alternative zu solchen Standardtarifen?

Eine individuell zugeschnittene Altersvorsorge, bei der du selbst über Auszahlungsform, Anlagestrategie und Kostenstruktur mitentscheiden kannst, ist in der Regel deutlich günstiger und flexibler.

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