Lohnt sich die Swiss Life Investo Aktiv?

Analyse des Tarifs Investo aktiv von Swiss Life mit einer Person und Finanzunterlagen.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Du zahlst über 34 Jahre lang treu jeden Monat 300 Euro in deine Altersvorsorge ein – und am Ende frisst allein die Inflation fast die Hälfte deiner Auszahlung auf. Klingt unglaublich? Genau das zeigt die Analyse einer realen Fondspolice bei der Swiss Life mit dem Tarif Investo aktiv. Wer eine solche Vereinbarung bereits abgeschlossen hat oder gerade darüber nachdenkt, sollte genau hinschauen, denn die Kostenstruktur solcher Produkte hat es in sich.

Als Finanzanlagen- und Honoraranlagenvermittler begleite ich seit Jahren Menschen beim Vermögensaufbau und bei der Altersvorsorge. Dabei begegnen mir immer wieder Verträge, bei denen die Rendite auf dem Papier gut aussieht, die tatsächliche Auszahlung am Ende aber deutlich schwächer ausfällt als erhofft.

Der folgende Fall basiert auf den echten Daten eines Interessenten und dient zur Orientierung. Er ersetzt keine individuelle Beratung, zeigt aber sehr anschaulich, worauf du bei solchen Verträgen achten musst.

DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police(n) und Situation beurteilen.

Die Ausgangslage: Ein typischer Altersvorsorgevertrag mit großen Zielen

Mann am Computer bei der Analyse von Swiss Life Investo Aktiv.

Armin Dzubur

Der Interessent in diesem Fall wurde 1988 geboren und startete im August 2021 seine Vereinbarung mit der Swiss Life. Die Laufzeit ist auf 34 Jahre ausgelegt, monatlich fließen 300 Euro in eine freie Fondsanlage, konkret in den JPMorgan Global Focus Fonds. Für die Berechnung wurde eine Rendite von 9 Prozent angenommen, ein durchaus ambitionierter, aber nicht unrealistischer Wert für einen breit gestreuten Aktienfonds über einen so langen Zeitraum.

Soweit klingt das nach einem soliden Altersvorsorgevertrag. Das Problem liegt allerdings nicht in der Rendite des Fonds, sondern in den Kosten, die auf drei verschiedenen Ebenen anfallen und die Rendite Stück für Stück auffressen.

Die Versicherungskosten der Swiss Life

Zunächst fallen Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von 2,5 Prozent der Bewertungssumme an. Diese werden über die ersten fünf Jahre verteilt und summieren sich auf 3.060 Euro. Das ist aber erst der Anfang.

Hinzu kommen die sogenannten Betakosten, die Verwaltungskosten, auf den monatlichen Beitrag. Mit durchschnittlich 9,94 Prozent bedeutet das knapp 30 Euro, die jeden Monat über die gesamte Laufzeit zusätzlich anfallen.

Dazu gesellen sich die Gammakosten, die Verwaltungskosten auf das angesparte Guthaben, in Höhe von 0,35 Prozent pro Jahr.

Schließlich gibt es noch Stückkosten, auch Kappa-Kosten genannt, die sich auf 36 Euro jährlich belaufen.

Fondskosten

Neben den reinen Versicherungskosten kommen die Vorkosten des gewählten Fonds hinzu. Beim JPMorgan Global Focus liegen diese aktuell bei 1,52 Prozent. Das mag auf den ersten Blick moderat wirken, summiert sich über drei Jahrzehnte aber zu einem beachtlichen Betrag.

Sonstige Einflussfaktoren

Als dritte Kostenebene gibt es noch sonstige Einflussfaktoren, die sich negativ auf das Endergebnis auswirken. Hier spielen die Faktoren Transaktionskosten (0,5 Prozent), Renditeverlust durch aktives Management (0,7 Prozent) und Cash-Lock durch nicht investiertes Kapital (0,16 Prozent). Diese belaufen sich auf 1,36 Prozent im Jahr und schmälern die Rendite zusätzlich, ohne dass sie auf den ersten Blick offensichtlich sind.

Was die Kosten am Ende wirklich bedeuten

Um die Dimension greifbar zu machen, lohnt sich ein Blick auf ein finanzmathematisches Gutachten. Dieses rechnet exakt aus, wie sich die verschiedenen Kostenblöcke über die gesamte Laufzeit auswirken.

Die Versicherungskosten summieren sich über 34 Jahre auf rund 29.128 Euro. Die Vorkosten des Fonds schlagen mit weiteren rund 97.708 Euro zu Buche. Zusammengerechnet ergibt das eine Gesamtkostenbelastung von 126.836 Euro. Das ist eine Summe, die in einem kostengünstigeren Produkt größtenteils als zusätzliches Vermögen zur Verfügung stünde.

KostenblockBetrag über Laufzeit
Versicherungskosten (Swiss Life)ca. 29.128 €
Vorkosten (JPMorgan Fonds)ca. 97.708 €
Gesamtkostenca. 126.836 €

Das Endergebnis: Brutto, Netto und die Rentenoption

Aus den eingezahlten 122.400 Euro (300 Euro monatlich über 34 Jahre) errechnet sich am Ende ein Bruttoergebnis von 309.241 Euro. Nach Abzug der individuellen steuerlichen Belastung des Interessenten bleiben netto 277.418 Euro übrig, sofern er sich für die Einmalauszahlung entscheidet.

Alternativ steht die Option einer lebenslangen monatlichen Rente zur Verfügung. Diese wurde mit rund 682 Euro monatlich berechnet. Setzt man beide Optionen ins Verhältnis, zeigt sich ein überraschendes Ergebnis: Um mit der monatlichen Rente auf denselben Betrag wie bei der Bruttoauszahlung zu kommen, müsste der Interessent 37,8 Jahre lang Rente beziehen. Das würde bedeuten, dass er über 104 Jahre alt werden müsste.

Der Inflations-Schock

Jetzt kommt der Teil, der die Rechnung endgültig kippt: die Inflation. Rechnet man die Kaufkraftentwicklung über die kommenden Jahrzehnte mit ein, schrumpft das Bruttoergebnis von 309.241 Euro auf einen realen Wert von nur noch 157.721 Euro – ein Kaufkraftverlust von fast der Hälfte. Die monatliche Rente von 682 Euro entspricht inflationsbereinigt gerade einmal einer Kaufkraft von rund 347 Euro.

Was du aus diesem Fall lernen kannst

Diese Analyse zeigt exemplarisch, wie stark hohe Kostenstrukturen eine eigentlich attraktive Rendite von 9 Prozent ausbremsen können. Die Fondsauswahl selbst mag gut sein, doch die Verpackung in Form der Versicherungspolice sorgt dafür, dass ein Großteil des Potenzials verloren geht.

Wenn du selbst eine ähnliche Vereinbarung besitzt oder über den Abschluss nachdenkst, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Wie hoch sind die Abschluss- und Vertriebskosten und über welchen Zeitraum werden sie verteilt?
  • Welche laufenden Verwaltungskosten fallen auf Beitrag und Guthaben an?
  • Wie hoch sind die Kosten des/der gewählten Fonds oder ETFs?
  • Gibt es sonstige Einflussfaktoren, die die Rendite schmälern?
  • Wie verändert sich das Ergebnis, wenn man die Inflation mit einrechnet?

Fazit

Ein Berater in Anzug sitzt auf einer Couch und diskutiert Swiss Life Investo Aktiv.

Armin Dzubur

Die Swiss Life mit dem Tarif Investo aktiv zeigt in diesem Fall unheimlich hohe Kostenblöcke, die sich deutlich nachteilig auf das Endergebnis auswirken. Rechnet man die Inflation mit ein, kommt die gesamte Vereinbarung regelrecht nicht aus dem Quark. Genau deshalb ist es wichtiger denn je, bestehende Verträge zu überprüfen und wo nötig zu optimieren, um am Ende tatsächlich ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Schau dir also am besten noch heute deine eigenen Vorsorgeverträge an und prüfe, welche Kosten dort tatsächlich anfallen. Oft lohnt sich ein zweiter Blick mehr, als man zunächst denkt.

Wenn du gerade einen Vertrag bei der Swiss Life besparst oder bei einer anderen Gesellschaft und dich fragst: Wie sieht das eigentlich bei mir aus? Lohnt sich das Ganze überhaupt noch? Wenn du keine Lust mehr hast, im Dunkeln zu tappen und in Produkte zu investieren, die du überhaupt nicht verstehst. Wenn du langsam merkst, dass du ein Leben lang nur draufgezahlt hast. Und wenn du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt worden zu sein.

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch mit mir unter www.armin-dzubur.com. 

Was sind Betakosten bei einer Fondspolice?

Betakosten sind laufende Verwaltungskosten, die prozentual vom monatlichen Beitrag abgezogen werden und die Versicherungsgesellschaft für die Verwaltung deines Vertrags berechnet.

Lohnt sich die Einmalauszahlung oder die monatliche Rente mehr?

Das hängt stark von deiner individuellen Lebenserwartung ab. In diesem Beispiel müsste der Interessent über 104 Jahre alt werden, damit sich die monatliche Rente gegenüber der Einmalauszahlung amortisiert.

Warum ist die Inflation bei der Altersvorsorge so wichtig?

Die Inflation reduziert die tatsächliche Kaufkraft deines Ersparten über die Jahre erheblich. Ein Bruttoergebnis, das gut aussieht, kann inflationsbereinigt nur noch einen Bruchteil wert sein.

Kann ich eine bestehende Fondspolice noch optimieren?

In vielen Fällen ja. Eine genaue Kostenanalyse zeigt oft Optimierungspotenzial, sei es durch einen Fondswechsel innerhalb der Police oder durch eine grundsätzliche Umstrukturierung der Altersvorsorgestrategie.

Woran erkenne ich hohe versteckte Kosten in meinem Vertrag?

Achte auf Begriffe wie Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Beta- und Gammakosten sowie Stückkosten. Lass dir im Zweifel ein finanzmathematisches Gutachten erstellen, das alle Kostenebenen transparent aufschlüsselt.

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.