PKV-Tarif MB0 (MedBest) der ARAG im Check: Warum günstig nicht immer die beste Wahl ist

ARAG MB0 MedBest Kosten Analyse Erfahrungen

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Du überlegst, in die private Krankenversicherung zu wechseln und stolperst über einen Tarif, der monatlich über 170 Euro günstiger ist als deine aktuelle Versicherung? Klingt verlockend – aber Vorsicht ist geboten. Am Beispiel des ARAG-Tarifs MB0 zeigt sich, warum ein niedriger Beitrag nicht automatisch das beste Angebot ist und welche versteckten Risiken in scheinbar attraktiven PKV-Tarifen lauern können.

Wenn du dir den Tarif lieber erklären lässt, statt alles zu lesen: In unserem YouTube-Video zum ARAG MB0 (MedBest) gehen wir alle wichtigen Punkte Schritt für Schritt durch – von den Leistungen über die möglichen Fallstricke bis hin zu einem ehrlichen Fazit. So bekommst du in wenigen Minuten ein klares Bild, ob der Tarif wirklich zu dir passt.

Was bietet der ARAG MB0 Tarif überhaupt?

ARAG MB0 MedBest0 Analyse

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Der MB0 ist ein Vollkostentarif der ARAG Versicherung, der auf den ersten Blick durchaus beeindruckt. Für einen 1990 geborenen Versicherten mit Versicherungsbeginn Ende 2024 liegt die Gesamtrate bei 710,41 Euro monatlich. Nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses von 352,71 Euro bleibt ein Eigenanteil von 357,70 Euro – das sind rund 170 Euro weniger pro Monat als bei vielen Vergleichsangeboten. Aufs Jahr gerechnet ergibt das eine Ersparnis von etwa 2.040 Euro.

Das Leistungspaket liest sich solide: Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, freie Arztwahl mit Privatarztbehandlung, 100 Prozent Kostenübernahme bei Zahnbehandlungen und 90 Prozent bei Zahnersatz. Hinzu kommen Heilpraktiker- und Naturheilverfahren, ein offener Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie ohne Einschränkung und sogar Sehhilfen bis 600 Euro alle zwei Jahre. Der Tarif verzichtet auf eine allgemeine Selbstbeteiligung und bietet bei Leistungsfreiheit eine Beitragsrückerstattung von 2,5 Monatsbeiträgen.

Ein besonderes Feature ist die FlexiPro-Tarifoption: Sie ermöglicht dir, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in höherwertige Tarife zu wechseln – allerdings nur bis zum 49. Lebensjahr. Dazu kommt ein Krankentagegeld (KTV 42) und die Pflegepflichtversicherung (PVN), die zu 100 Prozent steuerlich absetzbar ist.

Ambulante Leistungen: Stark, aber mit Tücken

Im ambulanten Bereich übernimmt der Tarif 100 Prozent der Kosten für Arztbesuche, Naturheilverfahren, Vorsorge, Arznei- und Verbandmittel sowie Heilmittel wie Logopädie oder Ergotherapie. Der offene Hilfsmittelkatalog klingt zunächst großzügig – aber Achtung: Bei besonderen Hilfsmitteln wie einem elektrischen Krankenfahrstuhl ist eine vorherige Genehmigung der Versicherung nötig. Ohne diese Genehmigung werden nur 80 Prozent der Kosten für die Standardausführung übernommen.

Positiv hervorzuheben sind die operativen Laser-Korrekturen, die bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden – allerdings mit Einschränkungen bei bestimmten Dioptriewerten. Psychotherapie wird sowohl ambulant als auch stationär zu 100 Prozent gedeckt, selbst bei Gebührenüberschreitungen. Schutzimpfungen nach STIKO-Empfehlung sind inklusive, auch für Auslandsreisen.

Ein Schwachpunkt: Die häusliche Krankenpflege wird nur bis zur Höhe der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sind auf vier Wochen begrenzt, Haushaltshilfe und Kinderbetreuung fallen komplett raus.

Stationäre Versorgung: Komfort mit Einschränkungen

Im Krankenhaus profitierst du von der Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Privatarztbehandlung und Zugang zu Privatkliniken. Verzichtest du auf die gesonderte Unterbringung oder den Privatarzt, gibt es ein Ersatzkrankenhaustagegeld von 50 Euro.

Ambulante Operationen sowie vor- und nachstationäre Behandlungen werden vollständig übernommen. Bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr ist die Begleitung im Krankenhaus versichert, Hospizleistungen sind ebenfalls enthalten. Transportkosten zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus werden bis 100 Kilometer im stationären Fall voll erstattet.

Zahnleistungen: Gut, aber mit Wartezeit

Bei Zahnbehandlungen übernimmt der Tarif 100 Prozent, bei Zahnersatz 90 Prozent – jeweils mit den üblichen Zahnstaffeln. Im ersten Jahr werden maximal 1.000 Euro erstattet, im zweiten und dritten Jahr jeweils 2.000 Euro, ab dem vierten Jahr gibt es keine Begrenzung mehr. Inlays werden zu 100 Prozent, Implantate inklusive Knochenaufbau zu 90 Prozent bezahlt.

Ein Pluspunkt: Heil- und Kostenpläne müssen nicht vorgelegt werden, und auch Honorarüberschreitungen über die Gebührenordnung hinaus werden im Zahnbereich übernommen.

Die versteckten Risiken: Warum Vorsicht geboten ist

ARAG MB0 Kosten

ARAG MB0 Kosten

So attraktiv das Leistungspaket auch klingt – der Tarif hat einige erhebliche Nachteile, die du unbedingt kennen solltest:

Problem 1: Fehlende Beitragsstabilität

Die ARAG ist eine Aktiengesellschaft, keine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Das bedeutet: Gewinne fließen primär an die Aktionäre, nicht zurück an die Versicherten. Das kann langfristig zu höheren Beitragsanpassungen führen. Tatsächlich ist für 2025 bereits eine Beitragsanpassung angekündigt. Die Vertriebskosten bei der ARAG sind in den letzten Jahren stark angestiegen – ein weiteres Warnsignal für mangelnde Stabilität.

Problem 2: Junger Tarif ohne Stabilitätshistorie

Der mb0 ist ein relativ neuer Tarif aus der Tarifgeneration 2011. Es gibt keine nachvollziehbare langfristige Stabilitätshistorie. Bei PKV-Tarifen ist aber gerade die Entwicklung über Jahrzehnte entscheidend – schließlich willst du nicht alle paar Jahre mit drastischen Beitragssteigerungen konfrontiert werden.

Problem 3: Genehmigungsvorbehalte in den Vertragsbedingungen

Besonders kritisch sind die Vertragsbedingungen: Wichtige Leistungen – wie besondere Hilfsmittel oder gemischte Anstalten – müssen vorab genehmigt werden. Die Versicherung kann im Ernstfall ablehnen, ohne dass du effektive Widerspruchsmöglichkeiten hast. Das ist ein erhebliches Risiko, das im Leistungsfall richtig teuer werden kann.

Steuerliche Aspekte: Nicht alles ist absetzbar

Nur 79,59 Prozent des MB0-Beitrags sind steuerlich absetzbar, während FlexiPro und das Krankentagegeld keine oder nur geringe steuerliche Absetzbarkeit besitzen. Die Pflegepflichtversicherung ist zwar zu 100 Prozent absetzbar, Krankentagegeld-Leistungen aber nicht. Bei der Berechnung deiner tatsächlichen Ersparnis musst du diese steuerlichen Aspekte unbedingt berücksichtigen.

Fazit: Günstig ist nicht gleich gut

ARAG MedBest0 Erfahrungen

ARAG MedBest0 Erfahrungen

Der ARAG MB0 (MedBest) Tarif mag auf den ersten Blick mit seiner günstigen Rate und soliden Leistungen überzeugen. Die monatliche Ersparnis von 170 Euro ist verlockend – aber sie kommt mit Risiken, die du nicht unterschätzen solltest. Fehlende Beitragsstabilität, eine schwache Unternehmensstruktur und kritische Genehmigungsvorbehalte können langfristig zu bösen Überraschungen führen.

Auf dem Markt gibt es vergleichbare Tarife mit ähnlichen Leistungen, aber deutlich größerer langfristiger Stabilität. Welcher Tarif für dich optimal ist, hängt von deinen individuellen Bedürfnissen, deinem Alter und deinem Gesundheitszustand ab. Lass dich unabhängig beraten und vergleiche nicht nur die monatliche Rate, sondern auch die Tarifhistorie, die Unternehmensform und vor allem das Kleingedruckte in den Vertragsbedingungen.

Merke dir: Eine private Krankenversicherung ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Was heute günstig ist, kann morgen zur Kostenfalle werden. Nimm dir die Zeit für eine fundierte Entscheidung – es lohnt sich.

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