PKV-Wechsel Beitragsentlastungstarif: Das muss man unbedingt beachten
PKV-Wechsel Lohnen sich die Beitragsentlastungstarife?
„Die private Krankenversicherung ist im Alter unbezahlbar.“ Diesen Satz hört man ständig, vor allem wenn in Talkshows wieder einmal über die PKV diskutiert wird. Richtig ist: Die Beiträge steigen im Laufe der Jahre. Das gilt allerdings genauso für die gesetzliche Krankenversicherung. Während du die Erhöhungen in der PKV direkt auf deinem Konto bemerkst, erfolgen sie in der GKV oft weniger auffällig, etwa durch steigende Beitragssätze und eine höhere Beitragsbemessungsgrenze. Gehaltserhöhungen können diesen Effekt zusätzlich überdecken. Und anders als oft behauptet, bist du steigenden Beiträgen in der PKV nicht hilflos ausgeliefert.
Ein wirksames Werkzeug speziell für Angestellte ist der sog. Beitragsentlastungstarif. Du zahlst heute einen zusätzlichen Beitrag und senkst damit später deine Kosten im Alter. In diesem Artikel erfährst du, wie das funktioniert, welche Vorteile und Nachteile es gibt, für wen sich der Tarif lohnt und welche Alternativen du hast.
So funktioniert der Beitragsentlastungstarif
Neben deinem regulären PKV-Beitrag zahlst du einen zusätzlichen Betrag. Der Versicherer legt ihn verzinst an. Im Alter wird dieses Kapital genutzt, um deinen Beitrag zu senken. Die genauen Konditionen legst du beim Abschluss fest, also Höhe und Beginn der Entlastung. Dabei gibt es Grenzen: Die Entlastung startet meist nicht vor dem 60. Lebensjahr, und auch die maximale Höhe ist begrenzt.
Meist schließt du den Tarif zusammen mit dem Haupttarif ab. Du kannst ihn aber auch später ergänzen, in der Regel zwischen dem 20. und 55. Lebensjahr. Beginn und Höhe der Entlastung lassen sich anpassen, unter bestimmten Umständen kannst du die Zahlungen sogar zeitweise aussetzen.

PKV-Wechsel: Früh Rücklagen bilden lohnt sich!
Konstante oder dynamische Entlastung
Die Entlastung gibt es in zwei Varianten:
| Kriterium | Konstante Entlastung | Dynamische Entlastung |
|---|---|---|
| Wirkung | Beitrag sinkt um einen festen Betrag | Entlastung wächst mit steigenden PKV-Beiträgen |
| Bei Beitragserhöhung | Entlastung bleibt gleich | Entlastung steigt mit |
| Eigener Beitrag | bleibt stabil | steigt ebenfalls |
Vorteile und Nachteile im Überblick
Vier starke Vorteile
- Hohe Flexibilität: Du wählst Höhe und Startzeitpunkt der Entlastung und kannst beides später anpassen, meist etwa ab 60 oder erst ab 70.
- Keine Gesundheitsprüfung: Anders als bei vielen anderen PKV-Produkten musst du keine Gesundheitsfragen beantworten.
- Steuerliche Absetzbarkeit: Wie die regulären PKV-Beiträge kannst du die Beiträge steuerlich geltend machen, meist rund 80 %.
- Arbeitgeberzuschuss: Als Angestellter bekommst du bis zu 50 % Zuschuss. Dieser steigt jährlich mit den Beitragsbemessungsgrenzen der GKV an.
Fünf Nachteile, die du kennen solltest
- Zahlung bis zum Lebensende: Die Beiträge laufen in der Regel so lange, wie du die Entlastung nutzt.
- Verlust bei Wechsel oder Kündigung: Kehrst du in die GKV zurück oder wechselst die PKV, verfallen die gezahlten Beiträge. Sie kommen anderen Versicherten zugute.
- Keine Auszahlung an Angehörige: Stirbst du früh, bekommen deine Angehörigen nichts zurück.
- Risiko Bürgerversicherung: Würde die PKV abgeschafft, bestünde voraussichtlich kein Anspruch auf Rückzahlung.
- Keine garantierte Entlastung: Die tatsächliche Höhe hängt von der Wirtschaftlichkeit des Versicherers und der Verzinsung ab.
Für wen lohnt sich der Tarif?
Besonders sinnvoll ist er für gut verdienende Angestellte. Ihre gesetzliche Rente liegt oft deutlich unter dem letzten Einkommen, und weniger PKV-Beitrag im Alter ist eine echte Aufbesserung der Rente. Arbeitgeberzuschuss und Steuervorteil verstärken den Effekt. Rechne den maximal möglichen Zuschuss deshalb unbedingt in deine Entscheidung ein.
Selbstständige bekommen keinen Arbeitgeberzuschuss und tragen die Kosten allein. Interessant kann der Tarif trotzdem sein, wenn du Steuern sparen und im Alter niedrigere Beiträge zahlen willst.
Ein PKV-Wechsel kann Beiträge sparen oder bessere Leistungen ermöglichen. Gleichzeitig gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, etwa Gesundheitszustand, Altersrückstellungen, Tarifleistungen und mögliche Nachteile beim Wechsel. Prüfe jetzt, ob ein Wechsel für dich sinnvoll ist und worauf du unbedingt achten solltest. Jetzt beraten lassen: https://www.timvestment.de/

Thorsten Illig-Martin @timvestment auf YouTube & Experte für die private Krankenversicherung
Alternativen zum Beitragsentlastungstarif
- Eigene Rücklagen: Du sparst selbst für künftige PKV-Beiträge. Das verlangt Disziplin und langfristige Planung. Die größte Hürde ist psychologisch: Das Geld darf nicht für kurzfristig reizvollere Zwecke draufgehen.
- Rürup-Rente (Basisrente): Sie wird steuerlich gefördert, und das Kapital ist erst im Rentenalter verfügbar. So entfällt die Versuchung, früher darauf zuzugreifen.
Fazit
Der Beitragsentlastungstarif ist kein Selbstläufer, aber speziell für gutverdienende Angestellte ein starkes Instrument gegen steigende PKV-Beiträge im Alter. Entscheidend sind Arbeitgeberzuschuss, Steuervorteil und dein Wissen um die Risiken, vor allem Verfall bei Wechsel und fehlende Garantie. Vergleiche ihn mit Alternativen wie der Rürup-/Basisrente und lass dich unabhängig beraten. Prüfe heute noch, wie hoch dein möglicher Arbeitgeberzuschuss ist, und rechne durch, was dir eine Entlastung ab 60 oder 70 bringen würde.
Bis zu welchem Alter kann ich den Tarif abschließen?
In der Regel ist ein Abschluss zwischen dem 20. und 55. Lebensjahr möglich. Die Details unterscheiden sich je nach Versicherer.
Brauche ich eine Gesundheitsprüfung?
Nein, für den Abschluss eines Beitragsentlastungstarifs ist keine Gesundheitsprüfung nötig.
Lohnt sich der Tarif auch für Selbstständige?
Er kann sich lohnen, wenn du Steuern sparen und im Alter deine Beiträge senken willst. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es allerdings nicht.
Kann ich die Entlastung später ändern?
Ja, Beginn und Höhe der Entlastung lassen sich in der Regel anpassen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist in keiner Art und Weise eine professionelle (Anlage-)Beratung und ersetzen diese auch nicht. Es handelt sich auch nicht um eine Rechts- oder Steuerberatung.