Schuppenflechte loswerden: 7 Dinge, die du unbedingt meiden solltest

7 Dinge auf die man verzichten sollte bei Psoriasis

7 Dinge auf die man verzichten sollte bei Psoriasis

Du wirst vielleicht am liebsten wegklicken wollen, wenn du diese Ratschläge liest. Verständlich – denn die meisten Tipps klingen erstmal hart und unbequem. Aber bleib dran: Was du hier erfährst, kann deine Symptome spürbar lindern und dir ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Denn wer mit Schuppenflechte lebt, kennt das Gefühl: die ständige Suche nach Linderung, der Frust über teure Cremes, die nichts bringen, und der Rückzug aus dem sozialen Leben. Doch es gibt Wege, die wirklich helfen – ohne Wundermittel, aber mit echtem Verständnis für deinen Körper.

Warum dein Darm der Schlüssel ist – nicht deine Haut

Der Darm spielt eine entscheidende Rolle bei Psoriasis

Der Darm spielt eine entscheidende Rolle bei Psoriasis

Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt, ist keine Hautkrankheit. Das klingt paradox, ist aber entscheidend: Es ist ein Darmproblem. Dein Darm macht rund 80 % deines Immunsystems aus und hat eine Kontaktfläche von 30 bis 40 Quadratmetern – deine Haut dagegen nur etwa zwei. Das bedeutet: Dein Darm ist die viel größere Baustelle, wenn es um Entzündungen und Autoimmunreaktionen geht.

Bei Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis ist dein Immunsystem verwirrt. Es greift körpereigene Zellen an, weil es sie fälschlicherweise für Feinde hält. Die gute Nachricht: Du kannst dein Immunsystem neu "trainieren". Es ist möglich, dass es lernt, bestimmte Reize nicht mehr als Bedrohung zu sehen. Genau hier setzen die folgenden sieben Tipps an.

Akzeptanz als erster Schritt

Bevor wir zu den konkreten Ratschlägen kommen, ein wichtiger Punkt: Akzeptiere die Diagnose. Das heißt nicht, dass du aufgibst – im Gegenteil. Es bedeutet, dass du aufhörst, gegen die Realität anzukämpfen, und anfängst, konstruktiv zu handeln. Selbstmitleid bringt dich nicht weiter. Es kostet nur Energie, die du besser in echte Veränderungen investieren kannst.

Vergiss teure Cremes

Noch eine Sache vorweg: All die teuren Salben und Cremes – Sorion, Loyon, Bepanthen – bringen langfristig nichts. Du verschmierst damit nur tote Hautzellen auf deiner Haut. Sie mögen kurzfristig kaschieren, aber sie lösen das Problem nicht. Schlimmer noch: Du verstopfst deine Poren mit Chemie. Spare dir das Geld und die Hoffnung – die Lösung liegt tiefer.

Die 7 Dinge, die du meiden solltest

1. Zigaretten – mehr als nur Lungenkrebs

Jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist. Aber wusstest du, dass Zigaretten deine Schuppenflechte massiv verschlechtern? In jeder Zigarette stecken über 4.000 giftige und krebserregende Chemikalien – darunter Schwermetalle wie Blei und Arsen. Diese setzen sich in deinen Zellen fest und blockieren Stoffwechselprozesse. Stell dir vor, ein kleines Kind blockiert das Klettergerüst auf dem Spielplatz und will einfach nicht weggehen. Genau so verhindern diese Schwermetalle, dass wichtige Nährstoffe in deine Zellen gelangen.

Selbst wenn du dich ansonsten gesund ernährst: Die Mikronährstoffe kommen nicht dort an, wo sie gebraucht werden. Und noch etwas: Ärzte nehmen Raucher weniger ernst. Deine Chancen auf hochwertige, teurere Medikamente wie Biologika sinken drastisch, wenn du rauchst.

2. Zucker – Nahrung für die falschen Gäste

Zucker zu meiden ist in unserer heutigen Zeit eine Herausforderung. Selbst wenn du bewusst darauf verzichtest, versteckt er sich in unzähligen Lebensmitteln. Aber hier geht es nicht um Dogmatismus, sondern um Verständnis: Zucker füttert Pilze in deinem Körper, allen voran den Candida-Pilz. In Maßen ist das kein Problem – aber bei übermäßigem Zuckerkonsum wächst dieser Pilz unkontrolliert und verursacht Entzündungen und Gelenkschmerzen.

Wenn du die Wahl hast, greif zu Fruchtzucker aus natürlichen Quellen wie roten Trauben. Warum? Weil diese gleichzeitig Antioxidantien liefern, die freie Radikale bekämpfen. Studien zeigen: Menschen mit Psoriasis haben an den entzündeten Hautstellen und in den Gelenken einen erhöhten Anteil an freien Radikalen. Antioxidantien helfen, diese zu neutralisieren.

3. Gluten und Weizen – langsames Gift

Gluten und Weizen stehen schon lange im Verdacht, Entzündungen zu fördern. Warum? Pflanzen schützen sich mit natürlichen Giften vor Fressfeinden. Diese Gifte sind in kleinen Mengen für gesunde Menschen unproblematisch – aber bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen summieren sie sich über Jahre hinweg und befeuern Entzündungsprozesse.

Ein Selbstversuch: Verzichte mal drei bis vier Tage auf Weizen und Gluten und beobachte deinen Körper. Viele berichten von weniger Juckreiz, weniger verstopfter Nase und besserer Stimmung. Es gibt aber Ausnahmen: Bestimmte Brotsorten wie Roggen enthalten wertvolle Mikronährstoffe, die für uns trotzdem wichtig sind. Es geht also nicht um kompletten Verzicht, sondern um bewusste Auswahl.

4. Alkohol – nicht nur wegen des Zuckers

Alkoholkonsum kann eine Psoriasis deutlich verschlechtern

Alkoholkonsum kann eine Psoriasis deutlich verschlechtern

Alkohol enthält Zucker – das allein ist schon Grund genug, vorsichtig zu sein. Dazu kommt die Belastung für Leber und Darm, die bei Schuppenflechte ohnehin schon gefordert sind. Heißt das, dass du nie wieder Alkohol trinken darfst? Nein. Es bedeutet, dass du bewusst damit umgehen solltest. Ein Bier hier und da ist kein Weltuntergang – solange du insgesamt auf deinen Körper achtest.

5. Öle mit ungünstigem Omega-6/Omega-3-Verhältnis

Öle wie Sonnenblumenöl haben ein katastrophales Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 – teilweise 120:1. Das fördert Entzündungen. Besser: Olivenöl, Leinöl oder Avocadoöl. Leinöl ist sogar das einzige Öl mit einem positiven Verhältnis – es enthält viermal mehr Omega-3 als Omega-6.

Omega-6 ist nicht grundsätzlich schlecht, im Gegenteil: Es unterstützt die Hormonproduktion, vor allem Testosteron, was wiederum gut für Sport und Fettverbrennung ist. Und weniger Körperfett bedeutet automatisch weniger Entzündungen, denn Fettzellen gelten als Entzündungsherde.

6. Kuhmilch – die halbe Miete für dein Wohlbefinden

Das ist für viele der Game-Changer: Kuhmilch weglassen. Die Laktose in der Milch ist eine Art Zucker, der die "bösen" Bakterien in deinem Darm füttert. Die Folge: juckende Ohren, verstopfte Nase, Müdigkeit, diffuses Unwohlsein.

Ein Experiment: Steig für vier bis sechs Wochen komplett auf Hafermilch um. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, aber die Wirkung ist oft verblüffend. Ohren werden freier, die Nase läuft weniger, das allgemeine Wohlbefinden steigt. Nach einem Monat konsequenten Verzichts ist der Unterschied bei vielen Betroffenen deutlich spürbar.

7. Nachtschattengewächse – unterschätzte Entzündungstreiber

Nachtschattengewächse verwirren das Immunsystem zusätzlich bei Psoriasis

Nachtschattengewächse verwirren das Immunsystem zusätzlich bei Psoriasis

Kartoffeln, Auberginen, Paprika, Tomaten – sie alle gehören zur Familie der Nachtschattengewächse und fördern Entzündungen. Besonders problematisch: Kartoffeln enthalten Stärke, die wiederum ideales Futter für schlechte Darmbakterien ist.

Ein Trick: Wenn du Kartoffeln isst, lass sie abkühlen. Dabei entsteht resistente Stärke Typ 3, die wiederum gut für deine guten Darmbakterien ist. Eine Ausnahme gibt es: Rote Paprika ist wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts empfehlenswert. Vitamin C hilft gegen erhöhte Harnsäure, ein häufiges Problem bei Psoriasis-Patienten.

Warum Biologika den Unterschied machen können

All diese Tipps sind wichtig – aber seien wir ehrlich: Auch wenn du all das befolgst, wirst du vermutlich nicht zu 100 % beschwerdefrei. Hier kommen Medikamente wie Biologika ins Spiel. Sie geben dir die 80 % Verbesserung, die du brauchst, um überhaupt die Energie und Zeit zu haben, dich um die restlichen 20 % zu kümmern.

Biologika helfen, das Immunsystem zu regulieren. In Kombination mit den oben genannten Ernährungsanpassungen können sie zu jahrelanger Erscheinungsfreiheit führen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein – sondern darum, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Fazit: Deine Schuppenflechte ist eine Chance

Das klingt vielleicht seltsam, aber nach Jahren mit Psoriasis lässt sich sagen: Die Diagnose ist auch eine Möglichkeit, dein Leben zu überdenken. Sie zwingt dich, auf deinen Körper zu hören, Gewohnheiten zu hinterfragen und herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist.

Du musst nicht auf alles verzichten. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein. Feiere ruhig mal, trink ein Bier, gönn dir was – solange du insgesamt auf die Signale deines Körpers achtest. Je schneller du die Karten annimmst, die dir das Leben zugespielt hat, und das Beste daraus machst, desto leichter wird dein Weg.

Dein nächster Schritt: Probier es aus. Reduziere Zucker, verzichte mal vier Wochen auf Kuhmilch, tausche Sonnenblumenöl gegen Olivenöl. Beobachte, wie dein Körper reagiert. Und vor allem: Gib nicht auf. Du hast mehr Kontrolle, als du denkst.

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