Steuerberaterprüfung: Die Bestehensquoten im Überblick

Auf einem Tisch liegen Lehrbücher zur Steuerberaterprüfung mit bunten Tabs.

Die Bestehensquoten der Steuerberaterprüfung

Stell dir vor, du meldest dich zu einer Prüfung an, bei der du im Vorfeld schon weißt: Je nachdem, welchen beruflichen Hintergrund du mitbringst, liegt deine Erfolgswahrscheinlichkeit zwischen 19 und 85 Prozent. Genau das ist beim Steuerberaterexamen Realität. Die Bestehensquoten unterscheiden sich je nach Berufsgruppe teilweise dramatisch – und wer diese Zahlen ignoriert, verschenkt wertvolle Erkenntnisse für die eigene Prüfungsvorbereitung.

Denn so nüchtern Statistiken auch klingen mögen: Sie zeigen dir schwarz auf weiß, wo du aktuell stehst und was dich von einer Top-Quote trennt. Wer sich zu Beginn der Vorbereitung ehrlich mit diesen Unterschieden auseinandersetzt, kann gezielt gegensteuern, statt einfach drauflos zu lernen. Genau darum geht es in diesem Ratgeber: Wir schauen uns die offiziellen Quoten an, klären, warum sie so unterschiedlich ausfallen – und was du ganz konkret daraus für deinen eigenen Weg zur bestandenen Prüfung mitnehmen kannst.

Die Zahlen im Detail: Wer besteht wie oft?

Schaut man sich die durchschnittlichen Bestehensquoten der letzten Jahre an, ergibt sich folgendes Bild – aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen, die zur schriftlichen Prüfung antreten:

BerufsgruppeBestehensquote (schriftliche Prüfung)
Diplom-Finanzwirte (Finanzverwaltung)ca. 84–86 %
Akademiker (Bachelor/Master, ohne Finanzverwaltung)40,5 %
Steuerfachwirte50,7 %
Bilanzbuchhalter37,2 %
Steuerfachangestellte (Praktikerweg, 8 Jahre Berufserfahrung)19,2 %

Schon auf den ersten Blick fällt die riesige Lücke zwischen den Diplom-Finanzwirten und allen anderen Gruppen auf. Und es kommt noch dicker: Diese Werte beziehen sich nur auf Personen, die die Prüfung tatsächlich angetreten und abgegeben haben. Bezieht man alle mit ein, die sich ursprünglich zur Prüfung angemeldet hatten, sehen die realen Erfolgsquoten deutlich schlechter aus. Bei Akademikern etwa bestehen realistisch betrachtet nur rund 41 von 100 Personen, die sich im April zugetraut haben, im Oktober anzutreten.

Warum ist die Lücke so groß?

Die naheliegende Vermutung wäre: Diplom-Finanzwirte sind einfach intelligenter oder fleißiger. Doch genau das stimmt nicht. Wer selbst aus der Finanzverwaltung kommt und dort unterrichtet hat wie wir bei ESH, weiß: Der durchschnittliche Prüfling aus dieser Gruppe unterscheidet sich weder in Intelligenz noch in Fleiß von Akademikern, Steuerfachwirten oder Steuerfachangestellten. Es gibt keine äußeren Tugenden, an denen sich dieser Unterschied festmachen lässt.

Der eigentliche Unterschied liegt woanders – nämlich in der Ausbildung selbst. Drei zentrale Faktoren erklären die Lücke:

  • Inhaltliche Tiefe: Wurde das nötige Fachwissen von Grund auf systematisch vermittelt oder gibt es Wissenslücken im Fundament?
  • Klausurskills: Beherrschst du Gutachtenstil, Subsumtionstechnik, den korrekten Umgang mit Gesetzestexten und die Zitierweise, die in der Prüfung erwartet wird?
  • Lernstrategien: Wurde dir beigebracht, wie man in kurzer Zeit effizient und zielgerichtet lernt – oder fehlt dieses methodische Handwerkszeug?

Diplom-Finanzwirte durchlaufen eine Ausbildung, die genau auf diese drei Punkte einzahlt. Steuerfachangestellte etwa haben ihre Ausbildung oft vor vielen Jahren abgeschlossen, und das dort vermittelte Lernverhalten hilft nur bedingt für die Anforderungen des Examens. Akademiker wiederum bringen zwar wissenschaftliches Arbeiten mit, aber nicht zwangsläufig die klausurspezifischen Skills, die für das Steuerberaterexamen entscheidend sind.

Was bedeutet das für deine Vorbereitung?

Arbeitsplatz mit Büchern und Brille, symbolisch für Steuerberaterprüfung.

Lernen für die Steuerberaterprüfung

Wenn der Unterschied nicht in deiner Begabung liegt, sondern in dem, was dir bislang vermittelt wurde, ergibt sich daraus eine klare Handlungsanweisung: Finde heraus, was dir fehlt, und schließe genau diese Lücken. Dafür lohnt sich zu Beginn der Vorbereitung eine detaillierte Standortbestimmung wie bei unseren Kursen:

  • Wie ist mein aktuelles fachliches Niveau im Vergleich zum geforderten Prüfungsniveau?
  • Welche Klausurtechniken beherrsche ich schon und welche noch nicht?
  • Wie effizient ist meine Lernmethode wirklich?
  • Welche Rahmenbedingungen bringe ich mit? (z.B. Freistellung, Lernzeit & Alter)

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich ein Lernplan erstellen, der wirklich zu deinem Ausgangsniveau und deinen Rahmenbedingungen passt. Denn pauschal mehr zu lernen bringt wenig, wenn die Grundlage nicht stimmt – frei nach dem Prinzip: Mit einer stumpfen Säge wird der größte Fleiß nicht reichen, um einen dicken Baum zu fällen.

Dein Ziel: Raus aus dem Durchschnitt

Unabhängig davon, zu welcher Berufsgruppe du gehörst, sollte dein persönliches Ziel sein, deine Erfolgswahrscheinlichkeit auf ein Niveau von rund 70-80 Prozent zu heben. Das ist kein Zufall und keine Wunschvorstellung, sondern durch eine systematische, planbare Vorbereitung wie bei ESH Examensvorbereitung erreichbar. Der Weg dahin sieht für jede Gruppe etwas anders aus, folgt aber immer demselben Muster:

  1. Analyse des Startniveaus: Wo stehst du aktuell fachlich, methodisch und klausurtechnisch?
  2. Abgleich mit dem Prüfungsniveau: Welche konkreten Lücken bestehen zwischen deinem Ist-Zustand und den Anforderungen der Prüfung?
  3. Individueller Lernplan: Ein Vorgehen, das genau auf deine Schwachstellen und Rahmenbedingungen zugeschnitten ist.
  4. Kontinuierliches Überprüfen: Regelmäßige Überprüfung, ob du dich Schritt für Schritt dem Prüfungsniveau näherst.

Dieser Prozess erfordert harte Arbeit – eine Wunderpille gibt es nicht. Aber er schafft etwas, das im Steuerberaterexamen oft fehlt: echte Planbarkeit. Statt im Blindflug zu lernen, weißt du genau, was du wann trainieren musst, um dein Ziel zu erreichen.

Zwei Personen sitzen in einem Raum für die Steuerberaterprüfung und Examensvorbereitung.

Standortanalyse mit ESH Examensvorbereitung

Fazit: Kenne deine Ausgangslage, um deine Erfolgsquote zu steigern

Die Bestehensquoten im Steuerberaterexamen sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis unterschiedlicher Ausbildungshintergründe und Vorbereitungsstrategien. Der entscheidende Unterschied zwischen den Berufsgruppen liegt nicht in Intelligenz oder Fleiß, sondern in fachlicher Tiefe, Klausurtechnik und Lernstrategie. Genau hier kannst du ansetzen: Mach dir bewusst, welche Hebel du persönlich hast, und richte deine Vorbereitung gezielt darauf aus.

Dein Takeaway für heute: Nimm dir Zeit für eine ehrliche Selbsteinschätzung, bevor du deinen Kurs buchst und einfach ins blaue startest. Nur wer weiß, wo die eigenen Lücken liegen, kann sie systematisch schließen – und sich so realistische Chancen auf eine Bestehensquote im Bereich der Spitzengruppe erarbeiten.

Warum haben Diplom-Finanzwirte die höchste Bestehensquote?

Weil ihre Ausbildung von Anfang an sehr eng auf die Inhalte, die Klausurtechnik und die Lernanforderungen des Steuerberaterexamens zugeschnitten ist, wodurch Sie zum Start der Vorbereitung einen Vorsprung haben.

Bedeutet eine niedrigere Bestehensquote meiner Berufsgruppe, dass ich schlechtere Chancen habe?

Nicht zwangsläufig – die Quote beschreibt den Durchschnitt deiner Gruppe, deine individuelle Erfolgschance hängt davon ab, wie gezielt du die vorhandenen fachlichen und methodischen Lücken schließt.

Welche Rolle spielt die Lernstrategie im Vergleich zum reinen Faktenwissen?

Eine durchdachte Lernstrategie ist mindestens genauso entscheidend wie Fachwissen, da die Vorbereitungszeit begrenzt ist und ineffizientes Lernen wertvolle Zeit kostet, ohne das Prüfungsniveau zu erreichen.

Wie finde ich heraus, welche Skills mir aktuell fehlen?

Eine strukturierte Standortanalyse zu Beginn der Vorbereitung, die dein fachliches Niveau, deine Klausurtechnik und deine Lernmethodik mit den Prüfungsanforderungen abgleicht, schafft bisher nur die ESH Examensvorbereitung.

Ist eine Bestehensquote von 80 Prozent realistisch, egal aus welcher Berufsgruppe ich komme?

Ja, mit einer systematischen, auf die eigenen Schwachstellen zugeschnittenen Vorbereitung wie bei ESH ist dieses Niveau grundsätzlich für jede Berufsgruppe planbar erreichbar.

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