Strukturpellets im Milchviehbetrieb: Wie Familie Hetzel Einstreu und Fütterung verbindet
Strukturpellets im Milchviehbetrieb: Wie Familie Hetzel Einstreu und Fütterung verbindet
Ein Stall, in dem der Hoflader lautlos über den Gang gleitet, kein Staub in der Luft hängt und trotzdem alles seinen geregelten Gang geht: Genau so sieht der Arbeitsalltag bei Familie Hetzel im südlichen Landkreis Landshut in Niederbayern aus.
Was hier über die letzten Jahre entstanden ist, ist mehr als eine einzelne Verbesserung. Es ist ein durchdachtes Konzept, bei dem die Strukturpellets gleich zwei zentrale Aufgaben im Stall übernehmen.
Für Milchviehhalter, die nach einer saubereren, effizienteren Lösung für Einstreu und Fütterung suchen, lohnt sich der Blick auf diesen Betrieb.
Der Betrieb: Vater und Sohn im Team
Corbinian Hetzel ist Jungbauer und führt zusammen mit seinem Vater Alexander Hetzel einen Milchviehbetrieb mit 60 Kühen. Zum Hof gehört zusätzlich eine Biogasanlage, die den Betrieb sinnvoll ergänzt. Im Stall selbst setzt Corbinian einen akkubetriebenen Hoflader ein.

Der Hof der Hetzels in Velden (Niederbayern).
Der Vorteil liegt auf der Hand: Er fährt lautlos, ohne Emissionen und ohne die körperliche Anstrengung, die ein klassischer dieselbetriebener Hoflader mit sich bringt.
Diese Kombination aus moderner Technik und praxisnahen Lösungen zieht sich durch den gesamten Betrieb, wie sich auch bei der Einstreu- und Fütterungsfrage zeigt.
Der Weg zu Strukturpellets
Anfang 2023 begann Familie Hetzel mit den ersten Versuchen, Strukturpellets zum Einstreuen der Liegeboxen zu verwenden. Bis dahin kam eine Kalkmischung zum Einsatz.
Der direkte Vergleich zeigte schnell einen deutlichen Unterschied: Die Pellets nehmen spürbar mehr Feuchtigkeit auf als die bisherige Mischung. Diese höhere Saugfähigkeit hat die Familie von Anfang an überzeugt, und aus dem ersten Versuch wurde rasch eine feste Praxis im Betrieb.
Anwendung 1: Strukturpellets als Einstreu in den Liegeboxen
Im Stall der Hetzels gibt es Hochboxen und Tiefboxen. Unabhängig von der baulichen Form hat sich der Umgang mit den Pellets als praktikabel erwiesen. Alexander Hetzel bringt die Vorteile so auf den Punkt:
Neben der Staubfreiheit nennt Alexander Hetzel weitere praktische Vorzüge: Weil das Material kompakt ist, braucht es wenig Lagerraum. Mit der Schaufel lässt sich zudem viel Gewicht auf einmal transportieren, was pro Arbeitsgang eine hohe Leistung bedeutet und eine präzise Verteilung in die Box ermöglicht.

Corbinian Hetzel beim Einstreuen der Strukturpellets mit dem Hoflader.
Ablauf im Stall
Der eigentliche Einstreuvorgang mit Lader und Dosierschaufel findet einmal wöchentlich statt. Dazwischen läuft die tägliche Routine denkbar einfach ab: Mist herausnehmen und die Pellets etwas verteilen. Mehr Aufwand ist im Alltag nicht nötig.
Die Einstreuschaufel: Eigenbau aus der Nachbarschaft
Ein befreundeter Landwirt hat für Familie Hetzel eine Einstreuschaufel mit hydraulischem Förderband gebaut. Eine einfache, aber sehr effektive Lösung, mit der sich die Pellets präzise in die Liegeboxen dosieren lassen.
Wirkung auf die Kühe
Sobald die Pellets mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen, zerfallen sie und bilden eine trockene Unterlage. So können die Kühe bequem und sauber liegen. Das kommt dem Wohlbefinden der Tiere und der Euterhygiene zugute, zwei Faktoren, die im täglichen Stallbetrieb eng zusammenhängen.
Anwendung 2: Rohfaserversorgung im Fütterungsroboter
Die zweite Einsatzmöglichkeit der Strukturpellets zeigt sich an anderer Stelle im Betrieb: Bei der Fütterung.
Familie Hetzel nutzt die Pellets nicht nur als Einstreu, sondern auch zur Rohfaserversorgung der Milchkühe. Dazu werden die Pellets mit dem Lader in den Vorratsbunker des Fütterungsroboters gefüllt, den Rest übernimmt die Technik vollautomatisch.
Alexander Hetzel berichtet, dass aktuell über die Fütterung 3 bis 4 Kilo Stroh pro Kuh eingebracht werden. Diese Menge lässt sich mit den Pellets zuverlässig und gleichmäßig dosieren.
Warum Pellets besser funktionieren als loses oder gepresstes Stroh
Hier wird der Unterschied zu klassischen Strohformen deutlich. Alexander Hetzel erklärt, dass mit losem oder gepresstem Stroh das Ganze kaum funktionieren würde: Das Stroh ist dann länger, wird von den Kühen aussortiert und die Mischung fällt insgesamt weniger homogen aus als mit Pellets.

Bei den Pellets funktioniert das Beimischen aufgrund der Form, Struktur und der Wirkungsweise in Kombination mit Feuchtigkeit wesentlich besser als mit herkömmlichem Stroh.
Der Grund liegt im Herstellungsprozess und in der Wirkung im Roboter: Durch die Feuchtigkeit im Grundfutter und durch die Wasserzugabe im Roboter lösen sich die Pellets auf. Dadurch können die Tiere die Rohfaser nicht mehr selektieren, sie fressen die Ration so, wie sie zusammengestellt wurde. Genau das ist der entscheidende Unterschied zu langem Stroh, das leicht aussortiert werden kann.
| Merkmal | Loses/gepresstes Stroh | Strukturpellets |
|---|---|---|
| Länge des Materials | lang, faserig | kompakt, definierte Struktur |
| Selektierbarkeit durch die Kuh | möglich, wird aussortiert | nicht möglich, löst sich auf |
| Homogenität der Mischung | geringer | höher |
| Dosierbarkeit im Roboter | schwierig | präzise, fein rieselnd |
Die Pellets Sorten im Betrieb Hetzel
Je nach Verwendungszweck setzt Familie Hetzel unterschiedliche Sorten ein:
- Heu- und Gerstenstroh-Pellets: Hauptsächlich zur Fütterung
- Weizenstroh-Pellets: Hauptsächlich zum Einstreuen der Liegeboxen
Diese Aufteilung zeigt, dass nicht jede Pelletssorte für jeden Zweck gleich gut geeignet ist, sondern dass sich mit der passenden Auswahl beide Anwendungen im Betrieb sauber trennen und optimieren lassen.
Fazit: Was andere Milchviehbetriebe daraus lernen können
Der Betrieb Hetzel zeigt in der Praxis, wie vielseitig Strukturpellets im modernen Stall eingesetzt werden können. Was 2023 als Versuch zum Einstreuen begann, hat sich zu einer festen Doppelanwendung entwickelt: Staubarme, saugfähige Einstreu in den Liegeboxen einerseits, präzise dosierbare Rohfaserquelle im Fütterungsroboter andererseits.
Kombiniert mit moderner Technik wie dem akkubetriebenen Hoflader und der eigens gebauten Einstreuschaufel entsteht ein Konzept, das Arbeitsaufwand, Tierwohl und Fütterungseffizienz gleichzeitig optimiert.
Du überlegst, Strukturpellets in deinem Milchviehbetrieb einzusetzen?
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Weitere Informationen und die Möglichkeit zur direkten Anfrage findest du auf strukturpellets-waldinger.de.
Häufige Fragen zum Thema: Strukturpellets im Milchviehbetrieb
Können Strukturpellets sowohl als Einstreu als auch zur Fütterung eingesetzt werden?
Ja, im Betrieb Hetzel werden Strukturpellets für beide Zwecke genutzt: als Einstreu in den Liegeboxen und zur Rohfaserversorgung über den Fütterungsroboter, je nach Pelletsorte.
Wie oft muss man Strukturpellets in den Liegeboxen nachstreuen?
Bei Familie Hetzel findet das eigentliche Einstreuen mit Lader und Dosierschaufel einmal pro Woche statt. Dazwischen genügt die tägliche Routine aus Mist herausnehmen und Pellets etwas verteilen.
Wie funktionieren Strukturpellets im Fütterungsroboter?
Die Pellets werden in den Vorratsbunker des Fütterungsroboters gefüllt und rieseln von dort sauber und präzise dosiert in die Ration. Durch Feuchtigkeit im Grundfutter und Wasserzugabe im Roboter lösen sie sich auf.
Welcher Unterschied besteht zwischen losem Stroh und Strohpellets in der Fütterung?
Loses oder gepresstes Stroh ist länger und wird von den Kühen aussortiert, wodurch die Mischung weniger homogen wird. Pellets lösen sich in der Ration auf, sodass die Rohfaser nicht mehr selektiert werden kann.
Wie viel Stroh bekommt eine Kuh in der Fütterung mit Pellets?
Im Betrieb Hetzel werden aktuell 3 bis 4 Kilo Stroh pro Kuh über die Fütterung mit Pellets eingebracht.
Welche Pelletssorten gibt es und wofür werden sie eingesetzt?
Familie Hetzel nutzt Heu- und Gerstenstroh-Pellets hauptsächlich zur Fütterung sowie Weizenstroh-Pellets hauptsächlich zum Einstreuen der Liegeboxen.
Sind Strukturpellets staubfrei?
Ja, laut Alexander Hetzel ist die Staubfreiheit einer der größten Vorteile der Pellets gegenüber der zuvor verwendeten Kalkmischung, zusätzlich zu hoher Saugkraft und kompakter Lagerung.