Stuttgarter FlexRente performance+ im Check: Was nach 37 Jahren wirklich übrig bleibt

Stuttgarter FlexRente performance+

Stuttgarter FlexRente performance+

Eine monatliche Einzahlung von 450 Euro, am Ende eine Rente von über 1.100 Euro – klingt verlockend, oder? Doch wie viel von deinem Geld verschwindet wirklich in den Kosten? Und lohnt sich die Rentenversicherung der Stuttgarter tatsächlich als Altersvorsorge? Wir haben einen konkreten Vertrag unter die Lupe genommen und zeigen dir, worauf es bei der Bewertung wirklich ankommt.

Was macht eine gute Altersvorsorge aus?

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz klären, woran du eine solide Altersvorsorge erkennst. Denn am Ende zählt nicht, was dir versprochen wird – sondern was tatsächlich bei dir ankommt.

Die fünf entscheidenden Faktoren

Rendite: Deine Altersvorsorge sollte eine realistische, langfristig hohe Rendite erwirtschaften. Nur so vermehrt sich dein Kapital spürbar.

Kosten: Jeder Euro, der für Gebühren draufgeht, fehlt dir später. Achte darauf, dass die Kosten möglichst gering ausfallen.

Versteckte Renditefresser: Neben offensichtlichen Gebühren gibt es oft weitere Faktoren, die deine Rendite schmälern – zum Beispiel ungünstige Anlageentscheidungen oder Transaktionskosten.

Steuern: Nutze steuerliche Vorteile clever, um den Zinseszinseffekt für dich arbeiten zu lassen.

Inflation: Unterschätze nicht, wie stark die Geldentwertung an deinem Kapital nagt. Deine Altersvorsorge muss die Inflation mindestens ausgleichen – idealerweise deutlich übertreffen.

Wenn du diese Punkte im Blick behältst, hast du eine gute Chance, dass dein Geld sich auch wirklich vermehrt.

Stuttgarter FlexRente performance+

Stuttgarter FlexRente performance+

Der konkrete Fall: 450 Euro monatlich über 37 Jahre

Schauen wir uns an, was ein Kunde der Stuttgarter FlexRente performance+ erwarten kann. Die Eckdaten:

  • Monatsbeitrag: 450 Euro
  • Laufzeit: 37 Jahre (Eintrittsalter 30, Rentenbeginn 67)
  • Gesamteinzahlung: 199.800 Euro
  • Keine Dynamik, keine Einmalzahlung

Das Geld fließt zu 100 Prozent in den Fidelity Funds Global Technology Fund – ein Aktienfonds mit nahezu vollständigem Aktienanteil. Theoretisch kannst du hier mit der langfristigen Aktienmarktrendite von durchschnittlich neun Prozent pro Jahr rechnen. Doch das ist nur die Marktrendite – vor Kosten und Steuern.

Wo dein Geld verschwindet: Die Kostenfalle

Jetzt wird's spannend – und ernüchternd. Denn von der Marktrendite musst du eine ganze Reihe von Kosten abziehen:

Kosten der Stuttgarter: 47.905 Euro

Die Versicherung kassiert auf drei verschiedene Arten:

Alpha-Kosten (Abschlusskosten): Das sind die Vertriebs- und Abschlusskosten, die über die ersten fünf Jahre aus deinem Vertragsguthaben genommen werden. In diesem Fall: knapp 5.000 Euro. Das Geld fließt größtenteils als Provision an den Vermittler.

Beta-Kosten (Verwaltungskosten je Beitrag): Bei jeder Beitragszahlung werden 8,5 Prozent abgezogen – also 38,25 Euro pro Monat. Über 37 Jahre summiert sich das auf fast 17.000 Euro.

Gamma-Kosten (laufende Verwaltung): Diese Kosten werden jährlich auf dein gesamtes Vertragsguthaben berechnet – 0,48 Prozent pro Jahr, nach Überschussbeteiligung noch 0,39 Prozent. Das klingt wenig, summiert sich aber auf etwa 26.000 Euro, weil die Berechnungsgrundlage mit jedem Jahr wächst.

Kosten der Kapitalanlage: 179.114 Euro

Hier wird's richtig heftig. Neben den laufenden Fondskosten von 1,04 Prozent pro Jahr kommen weitere renditemindernde Faktoren ins Spiel:

  • Transaktionskosten (geschätzt 1 Prozent p.a.)
  • Opportunitätskosten durch möglicherweise ungünstige Anlageentscheidungen (geschätzt 0,5 Prozent p.a.)
  • Cash-Lock-Falle durch die gewählte Strategie (geschätzt 0,12 Prozent p.a.)

Insgesamt schmälern diese Faktoren deine Rendite um etwa 2,66 Prozent pro Jahr – und das summiert sich über Jahrzehnte gewaltig.

Stuttgarter FlexRente performance+

Stuttgarter FlexRente performance+

Das ernüchternde Ergebnis

Nach 37 Jahren ergibt sich folgendes Bild:

  • Eingezahlt: 199.800 Euro
  • Endkapital (brutto): 516.581 Euro
  • Steuern bei Auszahlung: 38.110 Euro
  • Nettokapital: 478.472 Euro

Auf den ersten Blick ein ordentlicher Gewinn von rund 278.000 Euro. Doch Vorsicht – hier kommt die Inflation ins Spiel.

Die Inflation frisst deinen Gewinn

Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr schrumpft die Kaufkraft deiner Auszahlung dramatisch. Die 478.472 Euro haben in 37 Jahren nur noch eine Kaufkraft von etwa 229.959 Euro. Vergleichst du das mit deiner Einzahlung von 199.800 Euro, wird klar: Du hast gerade mal die Inflation ausgeglichen, aber keinen echten Vermögenszuwachs erzielt.

Die Rentenoption: Lohnt sich das?

Alternativ zur Einmalzahlung kannst du eine lebenslange Rente wählen. Mit dem garantierten Rentenfaktor von 22,56 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben erhältst du:

1.165 Euro monatliche Bruttorente

Klingt solide? Rechnen wir nach: Um das eingezahlte Kapital plus Rendite wieder rauszubekommen, müsstest du die Rente 443 Monate beziehen – das sind über 36 Jahre. Du müsstest also mindestens 103 Jahre alt werden, damit sich die Rentenoption im Vergleich zur Einmalzahlung lohnt.

Und auch hier nagt die Inflation: Die 1.165 Euro hätten bei zwei Prozent Inflation in 37 Jahren nur noch eine Kaufkraft von etwa 560 Euro.

Stuttgarter FlexRente performance+

Stuttgarter FlexRente performance+

Unser Fazit: Viel Potenzial verschenkt

Die Stuttgarter FlexRente performance+ schafft es, die Inflation auszugleichen – aber nicht viel mehr. Besonders problematisch: Die Gesamtbelastung von über 227.000 Euro steht in einem ungünstigen Verhältnis zum eingesetzten Kapital von knapp 200.000 Euro. Mehr als die Hälfte deiner theoretischen Rendite verschwindet in Kosten und versteckten Renditefressern.

Erfahrungsgemäß lassen sich solche Kosten durch eine klügere Produktwahl um mehrere Zehntausend Euro reduzieren. Das würde bei gleicher Einzahlung zu einem deutlich höheren Endkapital führen – und damit zu einem echten Vermögensaufbau, nicht nur zu einem Inflationsausgleich.

Die wichtigste Erkenntnis: Lass dich nicht von hohen Endsummen blenden. Entscheidend ist, was nach Kosten, Steuern und Inflation wirklich übrig bleibt. Und genau deshalb lohnt sich eine individuelle Vertragsprüfung – bevor du jahrzehntelang einzahlst und am Ende feststellst, dass ein Großteil deines Geldes in den falschen Taschen gelandet ist.

Unser Tipp: Wenn du bereits einen solchen Vertrag hast oder ein Angebot vorliegt, hol dir eine unabhängige zweite Meinung ein. Oft gibt es Alternativen, die bei gleicher Einzahlung deutlich mehr aus deinem Geld machen.

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.