Warum dein Ego dich davon abhält, im Vertrieb endlich erfolgreich zu sein
Alexandra Weck | A. Weck Consulting
Stell dir vor, du sitzt zum ersten Mal in einem Porsche, fährst auf vereistem Schnee und sollst kontrolliert durch eine Kurve driften – bei Tempo 50. Klingt verrückt? Genau so fühlt es sich an, wenn du ein bewährtes Sales-Framework bekommst und jede Faser deines Körpers schreit: „Das fühlt sich falsch an!" Doch genau hier liegt der Unterschied zwischen denen, die ihre Vertriebsziele sprengen, und denen, die immer wieder an der gleichen Stelle scheitern.
Alexandra Weck, Sales-Expertin mit 17 Jahren Erfahrung, erlebte diesen Moment am eigenen Leib – beim Porsche-Winterfahrtraining in St. Moritz. Und was sie dort lernte, gilt auch für deinen Vertriebserfolg: Manchmal ist das Richtige kontraintuitiv. Und oft scheitern wir nicht am Plan, sondern daran, dass wir ihm nicht wirklich folgen.
Das Problem: Wir glauben, es besser zu wissen
Alexandra kennt das Muster nur zu gut: Kunden bekommen von ihr erprobte Templates, Frameworks und Skripte – verfeinert durch Jahre an Erfahrung und dutzende erfolgreiche Projekte. Doch dann kommt die Nachricht: „Es funktioniert nicht."
Früher zweifelte sie an sich selbst. Heute weiß sie: Das Problem liegt nicht am Framework, sondern daran, dass es nicht wirklich umgesetzt wird. Wenn sie nachfragt und sich Screenshots zeigen lässt, offenbart sich das Muster:
- Hier wurde etwas „angepasst"
- Dort wurde ein Teil weggelassen
- Da wurde etwas „verbessert"
Das Ergebnis? Das Framework ist nicht mehr wiederzuerkennen. Und dann die Frage: „Warum funktioniert es nicht?" Die ehrliche Antwort: Weil du es nicht benutzt hast.
Die Porsche-Lektion: Vertrauen schlägt Intuition
Beim Winterfahrtraining stand Alexandra vor einer ähnlichen Situation. Neues Auto, vereister Untergrund, null Erfahrung im Driften. Der Instructor gibt Anweisungen, die sich komplett falsch anfühlen:
- Gas geben, wenn das Auto ausbricht? Kontraintuitiv.
- Gegenlenken, aber nicht zu viel? Fühlt sich falsch an.
- Bremse loslassen, obwohl die Angst sagt: Festhalten? Gegen jeden Instinkt.
Doch Alexandra traf eine Entscheidung: Ich vertraue diesem Menschen. Er macht das seit Jahrzehnten. Also befolgte sie exakt – nicht ungefähr, nicht „so ähnlich" – seine Anweisungen. Mit Tempo 50 in die Eiskurve. Das Ergebnis? Ein perfekt kontrollierter Drift, das Auto verlor sie nicht, und sie fuhr einfach weiter.
Die Erkenntnis: Sie meisterte eine Situation, die sie vorher nie erlebt hatte, nur weil sie einem bewährten Plan folgte.
Drei Gründe, warum wir Pläne sabotieren

Drei Karten mit den Gründen, warum wir bewährten Plänen nicht folgen: das Ego, das falsche Bauchgefühl und der Drang zur Personalisierung.
Warum fällt es uns so schwer, bewährten Strategien zu folgen? Alexandra identifiziert drei Hauptgründe:
1. Das Ego: „Ich weiß es besser"
Wir alle glauben gerne, dass unsere Erfahrung, unsere Branche, unsere Kunden „anders" sind. Besonders erfolgreiche Menschen, die gewohnt sind, Entscheidungen zu treffen, tun sich schwer damit, in einem neuen Bereich die Kontrolle abzugeben.
Die Wahrheit: Wenn jemand in einem spezifischen Bereich mehr Expertise hat als du, ist dein Ego dein größter Feind. Du würdest doch auch nicht erwarten, dass ein Sales-Coach dir erzählt, wie Vermögensverwaltung funktioniert, oder?
2. Es fühlt sich falsch an
Genau wie beim Driften: Gas geben, wenn das Auto ausbricht, widerspricht jedem Instinkt. Genauso fühlen sich manche Sales-Techniken anfangs fremd und unnatürlich an.
Die Lösung: Mach es trotzdem. Vertraue dem Framework. Mit der Zeit wird es zu deiner zweiten Natur. Aber das dauert – und erfordert Durchhaltevermögen.
3. Der Drang zur Personalisierung
„Ich passe das mal an meinen Stil an", „Das passt nicht zu mir", „Meine Kunden sind anders" – diese Gedanken kennen wir alle. Doch wenn du an zu vielen Stellen änderst, ist das Framework kein Framework mehr. Es ist „irgendwas". Und irgendwas funktioniert eben nicht.
Warum Ghostwriter oft scheitern
Dieses Prinzip erklärt auch, warum viele Erfahrungen mit Agenturen und Ghostwritern enttäuschen. Fast jeder Kunde, mit dem Alexandra heute arbeitet, hatte bereits frustrierende Agentur-Erfahrungen: Content, der sich nicht authentisch anfühlt, der nicht performt, der keine Kunden bringt.
Das Problem: Abgeben funktioniert nicht, wenn du den Prozess selbst nicht verstehst. Ohne Wissen über funktionierende Formulierungen kannst du nicht beurteilen, ob der Content gut ist. Du kannst nicht korrigieren, nicht führen – du bist abhängig.
Der bessere Weg: Lerne erst selbst mit einem bewährten Framework. Verstehe, warum etwas funktioniert. Dann kannst du delegieren – mit präzisen Briefings und klaren Qualitätsmaßstäben. Oder du baust dir ein internes Team auf und bleibst unabhängig von Externen.
Die Persönlichkeitsfrage: Bist du bereit zu vertrauen?
Nicht jeder ist dafür gemacht, einem fremden Plan zu folgen – und das ist völlig okay. Aber Alexandra ist ehrlich: Es braucht eine gewisse Persönlichkeitsstruktur.
Konkret brauchst du:
- Demut – die Fähigkeit anzuerkennen, dass jemand in einem bestimmten Bereich mehr weiß als du
- Vertrauen – in die Expertise der Person, die den Plan entwickelt hat
- Disziplin – einem Framework zu folgen, auch wenn es sich anfangs fremd anfühlt
Das unterscheidet die Erfolgreichen von den Struggelnden: Die einen befolgen einen Plan exakt, mindestens so lange, bis sie verstehen, warum und wie er funktioniert. Die anderen passen an, „verbessern", machen es persönlicher – und wundern sich, warum nichts passiert.
Der praktische Appell: So gehst du es richtig an

Vier-Schritte-Sequenz: Framework exakt befolgen, testen und messen, verstehen warum es wirkt, und erst dann zum eigenen Framework machen.
Wenn du ein Framework, Template oder Skript bekommst – besonders wenn du dafür bezahlt hast –, dann nutze es genau so, wie es ist. Nicht ungefähr, nicht angepasst, nicht „ein bisschen anders".
Das bedeutet nicht Wort-für-Wort-Kopie, sondern: Halte dich an das Grundkonzept, die Struktur, die Logik. Mit Tools wie KI kannst du heute personalisieren, ohne vom Kerngedanken abzuweichen.
Die richtige Reihenfolge:
- Befolge das Framework exakt
- Teste und messe die Ergebnisse
- Verstehe, warum und wie es funktioniert
- Erst dann mach es zu deinem eigenen Framework
Gib dem Ganzen eine faire Chance. Nicht drei Tage, nicht eine Woche – eine echte, ehrliche Testphase.
Fazit: Vertraue dem Instructor
Alexandra ist mit einem Porsche auf Schnee gedriftet, weil sie einem Instructor vertraute, der wusste, was er tut. Sie hat nicht improvisiert, nicht „ihr Ding" gemacht, nicht auf ihr Bauchgefühl gehört.
Und genau das ist der Schlüssel für deinen Vertriebserfolg: Wenn du mit jemandem arbeitest, der in seinem Bereich Experte ist, dann lass diese Person auch der Experte sein. Du bist der Spezialist für dein Fachgebiet – aber wenn es um Sales 4.0, Content-Strategien oder LinkedIn-Performance geht, brauchst du jemanden, der diesen Bereich in- und auswendig kennt.
Die wichtigste Erkenntnis: Manchmal fühlt sich das Richtige erst mal falsch an. Genau wie Gas geben beim Ausbrechen des Autos. Aber wenn du dem bewährten Plan folgst, wirst du nicht nur die Kurve kriegen – du wirst sie kontrolliert driften.
Bereit, einem Framework wirklich zu folgen? Dann hör auf, anzupassen, zu verbessern und zu personalisieren, bevor du überhaupt verstanden hast, wie der Motor läuft. Vertraue dem Prozess. Gib ihm eine echte Chance. Und beobachte, wie sich deine Ergebnisse verändern.