Warum du dich als Pferdemensch ständig verbiegst und warum Coaching mit Pferden dir hilft
Coaching mit Pferden hilft dir, dir selbst treu zu bleiben!
Kennst du das Gefühl, nie gut genug zu sein? Ständig zu grübeln, ob du wirklich alles richtig machst? Ob deine Kolleginnen, dein Partner oder sogar dein Pferd dich mögen, wenn du nicht funktionierst wie erwartet? Du bist damit nicht allein – im Gegenteil: Dieses Muster begegnet fast jedem, der hohe Ansprüche an sich selbst stellt. Franziska Müller, Host des Podcasts "undressierte Seelen", beschreibt dieses Phänomen mit einem einprägsamen Bild: Wir tragen unsichtbare Sättel, die uns das Leben unnötig schwer machen. Fünf davon lohnt es sich genauer anzuschauen – denn wer sie erkennt, kann sie endlich ablegen.
Das Pferd mit den fünf Sätteln
Stell dir vor, du bist ein Pferd. Fünf verschiedene Sättel liegen bereit, und je nachdem, welchen du trägst, bewegst du dich anders – manchmal verkrampft, manchmal unsicher, manchmal erschöpft. Das Pferd bleibt dabei immer dasselbe. Nur die Last verändert sich. Genauso ist es mit dir: Deine Persönlichkeit bleibt gleich, aber bestimmte Denkmuster sorgen dafür, dass du dich ständig verbiegst, statt frei und selbstbestimmt zu handeln.

Pferdemenschen grübeln ständig, ob sie alles richtig machen!
Sattel 1: Der Perfektionismus
Du willst alles perfekt machen – die E-Mail, das Video, das Training mit deinem Pferd. Das Ergebnis? Du fängst gar nicht erst an, oder du wiederholst Dinge endlos, weil dir nie etwas gut genug erscheint. Dieser Sattel sitzt nie richtig, egal wie sehr du dich verbiegst. Perfektionismus erhöht den Druck – auf dich selbst, auf dein Pferd, auf deine Partnerschaft. Wer permanent vergleicht (die perfekte Beziehung auf Instagram, das perfekte Training im Nachbarstall), gerät automatisch in einen Zustand des Mangels. Die eigene Realität kann gegen die Hochglanz-Fantasie nie gewinnen.
Sattel 2: Der People Pleaser
Dieser Sattel will es allen recht machen – und bewegt sich deshalb ständig mit, statt einen festen Platz einzunehmen. Menschen, die anderen gefallen wollen, schwimmen mit, statt eigene Entscheidungen zu treffen. Sie handeln gegen ihr eigenes Wertesystem, nur um Zustimmung von außen zu bekommen. Die entscheidende Frage lautet: Braucht dein Pferd wirklich das teure Zubehör oder das intensive Training – oder brauchst eigentlich du die Bestätigung, eine gute Pferdebesitzerin zu sein?
Sattel 3: Das Hochstapler-Syndrom
Selbst erfolgreiche Menschen wie Barbara Schöneberger kennen dieses Gefühl: "Eigentlich kann ich das doch gar nicht – hoffentlich merkt das keiner." Wer kein Lob annehmen kann und Erfolge ständig auf Glück schiebt, trägt genau diesen Sattel. Das Problem: Sobald von außen Anerkennung kommt, wird's ihm unheimlich. Er beginnt, sich selbst zu sabotieren, nur um das Gefühl von "Ich habe es mir nicht verdient" zu bestätigen.
Sattel 4: Die Erschöpfung
Hier gilt: Leistung und Selbstwert sind eins. Wer glaubt, erst aufhören zu dürfen, wenn wirklich alles erledigt ist, sammelt unbewusst einen "Beweisordner" voller Erfolge – und findet trotzdem nie genug. Die Folge: Erschöpfung. Der Sattel wird immer müder, bis er irgendwann abrutscht – und mit ihm der Reiter.
Sattel 5: Die Selbstsabotage
Das vielleicht tückischste Muster: Kurz vor dem Ziel plötzlich abzubrechen. Franziska Müller vergleicht das mit einer Möhre, die man kurz vor der ersten grünen Spitze wieder ausgräbt. Die Angst sitzt tief – Angst vor Veränderung, vor Neid, vor neuen Erwartungen. Also erfinden viele Menschen unbewusst Ausreden: Krankheit, neue Prioritäten, plötzliche Zweifel am eigenen Ziel.
| Sattel | Kernproblem | Typisches Verhalten |
| Perfektionismus | Nichts ist je gut genug | Aufschieben, endloses Überarbeiten |
| People Pleaser | Angst, nicht dazuzugehören | Sich verbiegen, fremden Erwartungen folgen |
| Hochstapler-Syndrom | Erfolge werden nicht angenommen | Lob abwehren, Zufälle statt Kompetenz betonen |
| Erschöpfung | Wert = Leistung | Nie aufhören können, Grenzen ignorieren |
| Selbstsabotage | Angst vor Veränderung | Kurz vor dem Ziel abbrechen |
Vom dressierten zum freien Selbst
Der Vergleich mit dem Pferd trifft den Kern der Sache: Ein Pferd, das man mit Druck und System dressiert, mag vielleicht funktionieren – frei ist es nicht. Genau das passiert auch mit uns, wenn Selbstwert von außen abhängt, von Leistung, Anerkennung und Perfektion. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Willst du frei sein oder gefangen? Willst du dich selbst annehmen oder ständig bekämpfen?
Der Schlüssel liegt darin, diese Muster überhaupt erst zu erkennen. Wer merkt, dass er gerade wieder in den Perfektionismus-Sattel steigt oder anfängt, kurz vor dem Ziel zu sabotieren, kann bewusst gegensteuern. Das bedeutet nicht, von heute auf morgen völlig verändert zu sein – aber es bedeutet, sich selbst mit mehr Nachsicht und Klarheit zu begegnen.
Fazit: Leg die Sättel ab, die dir nicht passen
Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Vergleich: Selbstwert, der ausschließlich von außen kommt – durch Perfektion, Zustimmung oder Leistung – macht dich abhängig und erschöpft dich langfristig. Echte Veränderung beginnt damit, die eigenen Muster zu erkennen und bewusst zu hinterfragen, statt sie automatisch weiterzuleben. Beobachte dich diese Woche bewusst: In welchen Situationen greifst du zu einem dieser fünf Sättel? Und was würde passieren, wenn du ihn einfach mal ablegst?

Echte Veränderung bei Pferdemenschen durch pferdegestütztes Coaching.
Was bedeutet der Begriff "undressierte Seele" genau?
Er beschreibt einen Zustand, in dem du nicht mehr aus Angst, Zwang oder Erwartungsdruck handelst, sondern aus innerer Freiheit und Selbstakzeptanz heraus – ähnlich wie ein Pferd, das nicht dressiert, sondern frei und vertrauensvoll unterwegs ist.
Kann ich mehrere dieser Muster gleichzeitig haben?
Ja, das ist sogar häufig der Fall. Viele Menschen erkennen sich in zwei oder drei der beschriebenen Sättel wieder, meist mit einem besonders dominanten Muster.
Wie erkenne ich, ob ich ein People Pleaser bin?
Ein deutliches Zeichen ist, wenn du regelmäßig Dinge tust, die nicht zu deinen eigenen Werten passen, nur um anderen zu gefallen oder Konflikte zu vermeiden. Frag dich bei Entscheidungen ehrlich: Mache ich das für mich oder nur, damit ich gemocht werde?
Warum sabotieren Menschen sich kurz vor dem Erfolg selbst?
Oft steckt dahinter unbewusste Angst vor den Konsequenzen des Erfolgs – etwa Veränderung, neue Erwartungen oder Neid aus dem Umfeld. Das Unterbewusstsein wählt dann lieber das Bekannte, auch wenn es unbequem ist.
Was kann ich konkret tun, um diese Muster zu durchbrechen?
Der erste Schritt ist immer die bewusste Wahrnehmung: Erkenne, welchen Sattel du gerade trägst. Danach hilft es, kleine Experimente zu wagen – zum Beispiel eine Entscheidung zu treffen, die nicht jedem gefällt, oder ein Lob einfach anzunehmen, ohne es abzuwerten.