Warum du jetzt eine Finanzplanung brauchst (auch wenn du nicht reich bist)

Warum du jetzt eine Finanzplanung brauchst – auch wenn du nicht reich bist

Warum du jetzt eine Finanzplanung brauchst – auch wenn du nicht reich bist

Du zahlst Steuern, solange du lebst. Und selbst wenn du stirbst, erstellt das Finanzamt noch eine unterjährige Steuererklärung bis zu deinem Todestag. Klingt absurd? Ist aber so. Genau deshalb lohnt es sich, dass du dich endlich mit deinen Finanzen beschäftigst nicht erst, wenn du kurz vor der Pensionierung stehst, sondern jetzt.

Das Thema Finanzplanung wird in der Schweiz immer noch stiefmütterlich behandelt. Zwar investieren mittlerweile 30 bis 40 Prozent der Schweizer ihr Geld, aber das ist immer noch eine Minderheit. Und noch weniger Menschen haben einen echten Überblick über ihre gesamte finanzielle Situation. Dabei geht es bei einer soliden Finanzplanung um viel mehr als nur darum, Geld an der Börse anzulegen. Es geht um deine Absicherung, deine Vorsorge, dein Wohneigentum, deine Steuern und um die Frage, ob dein Geld bis zum Lebensende reicht.

Finanzplanung ist mehr als nur Investieren

Das Budget: Dein finanzieller Kompass

Am Anfang jeder klugen Finanzentscheidung steht das Budget. Es ist der Grundstein, auf dem alles andere aufbaut. Und nein, du kannst es nicht mit 18 aufsetzen und dann bis zur Pensionierung einfach liegen lassen. Ein Budget muss leben. Es passt sich an Lohnerhöhungen, Jobwechsel, Familienzuwachs und Lebensträume an.

Das Problem: Die wenigsten haben überhaupt ein Budget. Und wenn doch, ist es oft falsch. Für einen Finanzplaner ist das fatal, denn er muss wissen, wie viel Geld du monatlich ausgibst, um überhaupt eine langfristige Planung erstellen zu können. Stell dir vor, du bist 50 Jahre alt und planst die nächsten 40 Jahre, wenn dein Budget schon um 5.000 Franken daneben liegt, hat das massive Auswirkungen auf deine gesamte Zukunft.

Ein Budget gibt dir nicht nur Kontrolle, sondern vor allem Ruhe. Du weisst, wo du stehst. Du kannst besser schlafen, weil du nicht im Dunkeln tappst.

Die Lebensphasen: Wann Finanzplanung wirklich Sinn macht

Finanzplanung ist kein statisches Dokument, das einmal erstellt wird und dann ewig gilt. Sie muss sich an dein Leben anpassen. Die wichtigsten Trigger, die eine Finanzplanung sinnvoll machen, sind:

  • Erster Job und Lohnerhöhungen: Du verdienst endlich eigenes Geld aber wohin damit?
  • Partnerschaft und Heirat: Plötzlich wird Absicherung wichtig. Was passiert, wenn einer von euch ausfällt?
  • Kinder: Kannst du dir ein Kind überhaupt leisten? Was passiert, wenn du IV wirst oder stirbst?
  • Wohneigentum: Der Traum vom Eigenheim aber wie viel Eigenkapital brauchst du wirklich? Was bedeutet Tragbarkeit?
  • Pension: Ab 50 wird Pensionsplanung richtig spannend. Reicht dein Geld bis 86? Oder bist du schon mit 73 pleite?

Jede dieser Phasen bringt neue Fragen mit sich. Und genau deshalb ist Finanzplanung kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy 

Quelle: Marc Steiner Investment Academy 

Absicherung: Die unterschätzte Säule

Viele Finanzplaner konzentrieren sich auf Investitionen und Vermögensaufbau. Aber was ist mit der Absicherung? Was passiert, wenn du erwerbsunfähig wirst? Wie hoch ist deine IV-Rente? Und wie viel bekommst du eigentlich von deiner Pensionskasse?

Ein Beispiel: Du bist 30, verdienst gut, lebst im Konkubinat und hast keine Kinder. Wenn du stirbst, bekommt deine Partnerin oder dein Partner in der Regel nichts von deiner Pensionskasse es sei denn, du hast sie oder ihn aktiv angemeldet. Viele wissen das, haben es aber trotzdem noch nicht gemacht. Das ist verschenktes Geld.

Oder ein anderes Szenario: Du wirst erwerbsunfähig und bekommst nur noch 60 Prozent deines bisherigen Lohns. Dein Budget braucht aber mindestens 80 Prozent. In solchen Fällen kann eine Erwerbsunfähigkeitsrente Sinn machen auch wenn Lebensversicherungen sonst selten eine gute Idee sind.

Rechtliche Vorsorge: Testament, Vorsorgeauftrag & Co.

Zu einer guten Finanzplanung gehört auch die rechtliche Ebene. Wer erbt eigentlich, wenn du stirbst? Hast du ein Testament? Einen Vorsorgeauftrag? Gerade bei Konkubinatspaaren ohne Kinder ist das extrem wichtig, denn ohne Testament erbt deine bessere Hälfte gar nichts.

Viele Finanzplaner sprechen nur über Investitionen und Pensionskassen aber das reicht nicht. Wer sich wirklich umfassend absichern will, muss auch über Erbrecht, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung sprechen.

Wer braucht eine Finanzplanung?

Kurz gesagt: fast jeder. Sobald du zu 100 Prozent arbeitest und Geld verdienst, macht eine Vorsorgeanalyse Sinn. Du solltest wissen, was passiert, wenn du erwerbsunfähig wirst oder stirbst. Und sobald du erste grössere finanzielle Entscheidungen triffst, Hauskauf, Familiengründung, Investitionen wird eine umfassende Finanzplanung richtig wertvoll.

Ab 50 Jahren wird Pensionsplanung besonders wichtig. Dann geht es darum, ob dein Geld wirklich bis zum Lebensende reicht oder ob du mit 70 plötzlich ohne Spielraum dastehst.

Die verschiedenen Anbieter: Bank, Versicherung oder unabhängiger Planer?

Es gibt drei Hauptwege, wie du an eine Finanzplanung kommst:

  1. Versicherungsberater: Er kommt auf dich zu, macht eine Analyse und schlägt dir Produkte vor. Oft wird die Finanzplanung quersubventioniert. Das heisst, sie ist günstig oder kostenlos, weil der Berater am Verkauf von Produkten verdient.
  2. Bank: Dein Kundenberater merkt, dass du gut verdienst oder grössere Summen auf dem Konto hast. Die Bank erstellt eine Finanzplanung, oft mit einem spezialisierten Finanzplaner. Auch hier gilt: Die Bank will am Ende Produkte verkaufen.
  3. Unabhängige Finanzplaner: Sie werden direkt von dir bezahlt, entweder pro Stunde (200 bis 350 Franken) oder als Pauschale. Sie haben kein Interesse daran, dir bestimmte Produkte zu verkaufen, theoretisch. Aber Vorsicht: Auch hier gibt es schwarze Schafe, die am Ende Kickbacks von Vermögensverwaltern kassieren.

Wichtig: Frage immer nach, wie dein Finanzberater oder Finanzplaner bezahlt wird. Nur wenn du verstehst, woher seine Vergütung kommt, kannst du mögliche Interessenkonflikte erkennen. Transparenz ist dabei das A und O.

Investieren: Rendite vs. Sicherheit

Ein Finanzplaner wird dir nie eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr versprechen, selbst wenn die Börse historisch gesehen genau das im Schnitt liefert. Warum? Weil Finanzplanung konservativ sein muss. Die meisten Planer rechnen mit 3 bis 5 Prozent Rendite.

Das Problem dabei: Viele Finanzplanungstools rechnen einfach linear mit einer konstanten Rendite. Sie zeigen nie, was passiert, wenn es in den ersten Jahren nach der Pensionierung einen Crash von 20 Prozent gibt. Genau diese ersten Jahre sind aber entscheidend.

Ein Tipp: Halte gerade zu Beginn deiner Pensionierung ausreichend Liquidität vor, damit du nicht gezwungen bist, in einem Crash zu verkaufen.

PK-Einkäufe: Nicht immer sinnvoll

Viele 30-Jährige fragen sich, ob sie 20.000 Franken in ihre Pensionskasse einzahlen sollen. Die Antwort: eher nicht. Das Geld ist in der PK nicht liquide. Die Rendite der Pensionskasse war in den letzten Jahren zwar okay, langfristig aber nicht besonders lukrativ.

PK-Einkäufe machen vor allem Sinn, wenn du kurz vor der Pensionierung stehst. Dann profitierst du vom risikolosen Steuerspareffekt. Mit 30 ist es oft besser, das Geld in einen ETF zu investieren da hast du mehr Rendite und Flexibilität.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Fazit: Finanzplanung ist kein Luxus, sondern ein Must-have

Finanzplanung ist kein Thema nur für Reiche. Sie ist für jeden wichtig, der langfristig finanziell sicher leben will. Sie gibt dir Klarheit, Sicherheit und die Gewissheit, dass dein Geld reicht, egal, was das Leben bringt.

Der wichtigste Takeaway: Kümmere dich jetzt. Nicht irgendwann. Mach eine Vorsorgeanalyse, sobald du zu 100 Prozent arbeitest. Überprüfe dein Budget regelmässig. Und spätestens ab 50 solltest du eine umfassende Pensionsplanung in Angriff nehmen.

Du musst das Rad nicht alleine erfinden. Aber du musst wissen, welche Räder überhaupt existieren und welche für dich die richtigen sind.

Hier geht es zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=aGe5CtWW0m0

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