Warum du jetzt keine chinesischen Aktien kaufen solltest
China-Aktien Totalverlust? Warum Alibaba, BYD & Co. jetzt fallen
China ist technologisch auf dem Vormarsch – und trotzdem solltest du chinesische Aktien im Depot gerade eher meiden. Das klingt widersprüchlich, ist aber die bittere Realität des aktuellen Investmentklimas. Während KI-Aktien aus den USA seit Jahren durch die Decke gehen, stagnieren chinesische Technologieriesen wie Alibaba, Baidu und BYD auf Kursniveaus von vor 10 bis 15 Jahren. Warum das so ist – und warum sich daran in absehbarer Zeit wenig ändern wird – das solltest du kennen, bevor du auch nur einen Euro in Richtung China überweist.
Was gerade im Hintergrund passiert – und warum kaum jemand davon weiß
Die meisten Anleger haben eine entscheidende Meldung schlichtweg verpasst: Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) hat eine umfangreiche Sanktionsliste veröffentlicht, auf der zahlreiche chinesische Technologieunternehmen stehen. Die Liste umfasst satte 16 Seiten – und darauf finden sich Namen, die du sehr wahrscheinlich kennst.
Die Sanktionsliste trifft bekannte Giganten
Zu den gelisteten Unternehmen gehören unter anderem:
- Alibaba – der chinesische E-Commerce- und Technologieriese
- Baidu – Chinas Antwort auf Google
- BYD – einer der weltweit größten Elektroautohersteller
Die Konsequenz: Amerikanische Unternehmen, die Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium halten oder anstreben, dürfen nicht mehr mit diesen Firmen zusammenarbeiten. Das gilt nicht nur für den Kauf von Hardware oder Bauteilen – selbst das Nutzen einer chinesischen Cloud kann problematisch werden. Ein konkretes Beispiel: Der deutsche Softwarekonzern SAP betreibt eine gemeinsame Cloud mit Alibaba. Da SAP eng mit dem Pentagon kooperiert, muss das Unternehmen bis 2027 eine Lösung finden – sonst droht der Verlust amerikanischer Aufträge.
Warum das direkt auf die Aktienkurse drückt
Hier liegt der entscheidende Mechanismus, den viele Anleger unterschätzen: Das meiste Kapital der Welt wird in Amerika verwaltet. Pensionsfonds, Hedgefonds, institutionelle Investoren – sie alle entscheiden täglich, wohin Milliarden fließen. Und ein amerikanischer Fondsmanager, der Geld für seine Kunden anlegt, wird sich zweimal überlegen, ob er in ein Unternehmen investiert, das auf einer Sanktionsliste steht.
Das Ergebnis ist eine strukturelle Unterperformance chinesischer Aktien – nicht weil die Unternehmen schlecht wirtschaften, sondern weil institutionelles Kapital schlicht nicht mehr dorthin fließt.
Was die Zahlen über chinesische Aktien verraten
Alibaba, Baidu, BYD – eine ernüchternde Bilanz
Ein Blick auf die Charts der bekanntesten chinesischen Aktien spricht Bände:
| Unternehmen | Aktuelles Kursniveau entspricht... | Rendite in den letzten Jahren |
| Alibaba | Stand von 2014 | ~0 % in 12 Jahren |
| BYD | Stand von 2021 | Kaum Zuwachs seit Jahren |
| Baidu | Stand von 2011 | ~0 % in 15 Jahren |
Selbst wer auf Dividenden hofft, wird bei Alibaba mit einer Ausschüttungsrendite von gerade einmal 0,91 % kaum entschädigt. Zum Vergleich: Amerikanische Tech-Aktien haben sich im selben Zeitraum oft vervielfacht.

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Chinesische Techs vs. amerikanische Techs – der Vergleich ist eindeutig
Seit dem Tiefpunkt im Januar 2024 haben chinesische Technologieaktien zwar rund 90 % zugelegt – klingt gut. Doch im direkten Vergleich mit US-Technologiewerten seit 2010 zeigt sich eine extreme Underperformance, die sich über mehr als eine Dekade erstreckt. Und der Katalysator, der diesen Rückstand aufholen könnte? Er ist nicht in Sicht. Weder Europäer noch Araber, Südamerikaner oder Afrikaner werden ihre Ersparnisse in Massen in chinesische Aktien pumpen.
Was du beim Emerging-Markets-ETF beachten solltest
Ein weiterer blinder Fleck: Viele Anleger investieren über einen Emerging-Markets-ETF, ohne zu wissen, dass China darin erheblich gewichtet ist. Wer sich die Performance eines Emerging-Markets-ETFs mit China-Anteil vs. eines ETFs ohne China anschaut, wird feststellen: Der China-freie ETF schneidet derzeit deutlich besser ab. Beide haben zwar zuletzt neue Allzeithochs markiert – aber der Abstand zwischen den beiden Varianten spricht eine klare Sprache.
Wenn du in Schwellenländer investieren möchtest, lohnt es sich, explizit auf einen Emerging-Markets-ETF ex China zu achten.
Fazit: Chinesisches Essen top, chinesische Aktien – eher nicht
Die Quintessenz ist so klar wie unbequem: China ist technologisch eine Weltmacht, und das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Aber für Aktienanleger zählt nicht nur, was ein Unternehmen leistet – sondern wohin die großen Geldströme fließen. Und die fließen gerade nicht nach China.
Die Kombination aus US-Sanktionen, chinesischen Gegenmaßnahmen und dem damit verbundenen Rückzug institutioneller Investoren schafft ein Umfeld, das kurzfristig kaum Kurspotenzial bietet. Wer langfristig in chinesische Aktien investiert, wettet nicht nur auf Unternehmen – er wettet gegen geopolitische Schwerkraft.
Die praktische Empfehlung: Überprüfe dein Depot auf direkte China-Positionen und schau dir deinen Emerging-Markets-ETF genauer an. Wer in Schwellenländer investieren möchte, kann das auch über China-freie Varianten tun. Amerikanische Tech-Werte bleiben – trotz aller Bewertungsdiskussionen – die bevorzugte Anlaufstelle für globales Kapital.
Sollte ich meine chinesischen Aktien jetzt sofort verkaufen?
Das hängt von deiner persönlichen Situation ab. Als langfristiger Buy-and-Hold-Investor sprechen die genannten geopolitischen Risiken und die fehlenden Kapitalflüsse klar gegen ein Halten. Wer kurzfristig tradet und eine konkrete Kurschance sieht, kann das anders bewerten – aber als Kerninvestment für die nächsten Jahre ist die Risikolage derzeit ungünstig.
Ist ein Emerging-Markets-ETF mit China-Anteil noch sinnvoll?
Ein klassischer Emerging-Markets-ETF bildet China zum Teil mit ab, was die Gesamtperformance in den vergangenen Jahren gebremst hat. Wer Schwellenländer ohne dieses Risiko abbilden möchte, sollte explizit nach einem „Emerging Markets ex China"-ETF suchen, der zuletzt besser performt hat.
Warum performen chinesische Aktien trotz starker Unternehmen so schwach?
Der Hauptgrund ist strukturell: Das meiste Weltkapital wird von amerikanischen Fondsmanagern verwaltet. Sobald Unternehmen auf US-Sanktionslisten stehen, meiden diese Investoren die entsprechenden Aktien – unabhängig von der operativen Qualität des Unternehmens. Kurse steigen nur dort dauerhaft, wo Kapital hinströmt.
Gilt die Sanktionsliste nur für US-Unternehmen?
Nein, indirekt sind auch europäische Unternehmen betroffen. Wer Geschäfte mit dem US-Verteidigungsministerium macht und gleichzeitig chinesische Cloud-Dienste oder Partnerschaften mit gelisteten Firmen nutzt, riskiert den Verlust amerikanischer Aufträge – wie das Beispiel SAP und Alibaba zeigt.
Ist China im KI-Rennen wirklich mit den USA gleichauf?
In vielen Bereichen ja. Die Einschätzung ist, dass sich die KI-Welt in zwei starke Lager aufteilen wird – ein amerikanisches und ein chinesisches Ökosystem. China investiert massiv in eigene Modelle und Infrastruktur. Das Problem für Aktionäre: Technologischer Erfolg und Börsenerfolg sind nicht automatisch dasselbe, wenn geopolitische Barrieren das Kapital fernhalten.
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