Warum gute Positionierung wehtun muss – sonst bist du unsichtbar
Andreas Baulig hat schon über 8.000 Unternehmen beraten
Stell dir vor, du hast die besten Ergebnisse in deiner Branche, aber niemand redet über dich. Kein Hass, keine Liebe, einfach nur... Stille. Genau das ist das Schicksal der meisten Coaches, Berater und Agenturinhaber, die sich fragen, warum trotz guter Arbeit der Terminkalender nicht voll wird. Die Antwort ist unbequem, aber simpel: Sie sind austauschbar.
In einer Welt, in der jeder zweite Anbieter mit denselben Buzzwords, denselben Reports und denselben lauwarmen Botschaften wirbt, fällt niemand mehr auf, der einfach nur "solide" ist. Wer wirklich siebenstellige Umsätze machen will, muss verstehen, dass gute Positionierung nicht gefällig ist – sie ist konfrontativ. Und genau darin liegt der Schlüssel zu echtem, nachhaltigem Wachstum.
Warum Anecken wichtiger ist als Gefallen
Die meisten Unternehmer haben gelernt, dass man möglichst niemandem auf die Füße treten sollte. Man will ja schließlich sympathisch wirken und breite Zustimmung finden. Das Problem: Genau diese Strategie führt dazu, dass man in der Masse untergeht. Wenn 90 Prozent der Menschen dich mögen, aber niemand wirklich für dich brennt, hast du keine Marke aufgebaut, sondern nur ein weiteres Gesicht im Einheitsbrei.
Das Ziel sollte stattdessen sein, bei einem kleinen, aber intensiv loyalen Teil deiner Zielgruppe einen Nerv zu treffen. Die Formel dahinter ist so simpel wie radikal: 90 Prozent der Leute dürfen sich fragen, was das für ein seltsamer Anbieter ist. Die restlichen 10 Prozent aber müssen das Gefühl haben, dass du ihre Gedanken liest. Diese Verschiebung im Denken verändert alles – von der Werbebotschaft über den Content bis zur Preisgestaltung.
Die emotionale Wirkung echter Positionierung
Worte, die wirklich wirken, lösen etwas aus. Nicht Zustimmung im Sinne von "ja klingt vernünftig", sondern ein kleiner Stich, ein Wiedererkennen, das fast schon unangenehm ist, weil es so genau trifft. Genau dieser Moment entscheidet, ob jemand bei dir kauft oder einfach weiterscrollt.

Langeweile ist der Tod jeder Marke
Das bedeutet konkret: Deine Werbetexte, deine LinkedIn-Beiträge, deine Anzeigen dürfen nicht mehr nach dem Schema "Wir helfen Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen" klingen. Sie müssen eine klare, unverwechselbare Haltung transportieren, die auch mal aneckt.
Austauschbarkeit ist der stille Umsatzkiller
Viele Anbieter kopieren unbewusst das, was in ihrer Branche als Standard gilt: der gleiche Freebie, der gleiche Funnel-Aufbau, dieselben Formulierungen auf der Webseite. Das Ergebnis ist eine gesichtslose Masse an Angeboten, bei denen potenzielle Kunden am Ende nur noch über den Preis entscheiden – weil sie sonst keinen Unterschied erkennen können.
Wer diesem Kreislauf entkommen will, muss bereit sein, sich von der Masse abzuheben, auch wenn das bedeutet, ab und zu unbequem oder sogar "sonderbar" zu wirken. Besonders zu sein bedeutet eben nicht immer, angenehm zu sein.
| Merkmal | Austauschbarer Anbieter | Einzigartig positionierter Anbieter |
|---|---|---|
| Reaktion des Marktes | Niemand redet über dich | Klare Lager: Fans und Kritiker |
| Werbebotschaft | 0815, wie alle anderen | Persönlich, konfrontativ, klar |
| Zielgruppenbindung | Schwach, kaufentscheidend ist der Preis | Stark, Kunden identifizieren sich |
| Finanzielles Ergebnis | Stagnation trotz guter Arbeit | Siebenstellige Umsätze möglich |
Deine Persönlichkeit ist dein größter Wettbewerbsvorteil
Statt sich hinter neutralen Marketingphrasen zu verstecken, sollten Unternehmer lernen, ihre eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen – im Ton, in der Wortwahl, in der Art, wie sie ihre Methode erklären. Das bedeutet nicht, künstlich zu provozieren, sondern ehrlich und ungefiltert die eigene Sichtweise zu vertreten, auch wenn sie vom Mainstream abweicht.
Genau diese Authentizität ist es, die dafür sorgt, dass Menschen nicht mehr fragen "Was macht ihr eigentlich anders?", sondern von selbst erkennen: Hier ist jemand, der wirklich anders denkt und deshalb auch andere Ergebnisse liefert.
Fazit: Mut zur Kante zahlt sich aus
Die wichtigste Erkenntnis ist simpel, aber unbequem: Wachsweiches Marketing führt zu wachsweichen Ergebnissen. Wer finanziell wachsen will, muss bereit sein, eine klare Haltung zu zeigen, auch wenn das bedeutet, dass ein Teil des Marktes ablehnend reagiert. Genau dieser Mut zur Reibung ist es, der am Ende die richtigen Kunden anzieht – die, die bereit sind, für echte, unverwechselbare Expertise auch entsprechend zu bezahlen.
Beobachte deine eigene Kommunikation in den nächsten Tagen ganz bewusst: Klingt das, was du sagst, nach dir – oder klingt es nach jedem anderen Anbieter in deiner Branche? Wenn du diese Frage ehrlich beantwortest, hast du bereits den ersten Schritt zu einer Positionierung gemacht, die wirklich wirkt.
Muss ich wirklich polarisieren, um erfolgreich zu sein?
Nicht im Sinne von künstlicher Provokation, aber du solltest bereit sein, eine klare, eigene Haltung zu vertreten, auch wenn sie nicht jedem gefällt.
Was, wenn ich Angst habe, Kunden durch eine klare Positionierung zu verlieren?
Du verlierst vor allem die Kunden, die ohnehin nicht zu dir gepasst hätten – gleichzeitig gewinnst du die, die wirklich zu deinem Angebot passen und bereit sind, in dich zu investieren.
Wie finde ich meine eigene, unverwechselbare Botschaft?
Indem du ehrlich reflektierst, was du anders machst als der Rest deiner Branche, und diesen Unterschied klar und ohne Verwässerung in deiner Kommunikation sichtbar machst.
Funktioniert diese Strategie auch in konservativen Branchen?
Ja, denn auch dort sehnen sich Kunden nach Klarheit und Differenzierung – die Umsetzung sollte lediglich zum jeweiligen Marktumfeld passen.