Was verdient ein pferdegestützter Coach wirklich? Zahlen & Fakten

Ein pferdegestützter Coach mit einem Pferd, der die Frage zum Verdienst stellt.

Was verdient ein pferdegestützter Coach?

Stell dir vor, zwei Menschen schließen im selben Jahr dieselbe Coaching-Ausbildung ab. Ein Jahr später verlangt der eine gelegentlich 100 Euro für ein Einzelcoaching, während die andere bereits 2.000 Euro pro Teilnehmer für ihre Seminare aufruft. Klingt unfair? Ist es nicht. Es zeigt nur, wie groß die Verdienstspanne im pferdegestützten Coaching tatsächlich ist - und wovon dein eigenes Einkommen wirklich abhängt.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, als pferdegestützter Coach zu arbeiten, stellst du dir vermutlich genau diese Frage: Was kann ich damit eigentlich verdienen? Die ehrliche Antwort vorweg: Ein festes Gehalt gibt es nicht. Die meisten Coaches sind selbstständig und legen ihre Preise selbst fest. Genau das ist aber auch die gute Nachricht - denn dein Verdienst ist kein Schicksal, sondern eine Frage von Positionierung, Können und Angebot. In diesem Artikel bekommst du realistische Zahlen, Beispielrechnungen und die wichtigsten Stellschrauben, an denen du selbst drehen kannst.

Was du für Coachings, Seminare und Retreats verlangen kannst

Für ein pferdegestütztes Einzelcoaching bewegen sich die Preise meist zwischen 100 und 250 Euro oder mehr pro Stunde. Diese große Spanne hat einen einfachen Grund: Nicht jeder Coach bringt die gleiche Erfahrung, Sicherheit und Positionierung mit.

Preisspanne für pferdegestütztes Coaching pro Stunde.

Preise für pferdegestütztes Coaching

Dein persönlicher Preis hängt unter anderem davon ab,

  • wie sicher du einen Coachingprozess führen kannst,
  • welche Methoden du beherrschst,
  • mit welcher Zielgruppe du arbeitest,
  • welche Ergebnisse deine Klienten bei dir erreichen,
  • wie klar dein Angebot formuliert ist,
  • wie viel Erfahrung du bereits gesammelt hast,
  • wie überzeugend du den Wert deiner Arbeit vermitteln kannst.

Gerade am Anfang zögern viele, einen angemessenen Preis zu verlangen. Der Gedanke „Ich muss erst jahrelang arbeiten, bevor ich 150 oder 200 Euro nehmen darf" ist weit verbreitet - aber schlicht falsch. Wenn du einen professionellen Coachingprozess führst und nicht nur eine nette Stunde mit einem Pferd anbietest, darf sich das in deinem Preis widerspiegeln.

Eine kleine Beispielrechnung

Rechnen wir das mal durch: Bei sechs Einzelcoachings im Monat und einem Preis von 150 Euro kommst du auf 900 Euro Umsatz. Bei zwölf Coachings sind es bereits 1.800 Euro. Führst du vier Coachings pro Woche durch, landest du bei rund 2.400 Euro Monatsumsatz - wohlgemerkt vor Steuern und Betriebskosten. Die Zahlen zeigen aber vor allem eines: Du musst nicht sofort kündigen und jeden Tag mehrere Klienten coachen, um dir ein solides zweites Standbein aufzubauen.

Mit Gruppen, Seminaren und Retreats deutlich mehr verdienen

Einzelcoachings sind nur der Anfang. Als pferdegestützter Coach kannst du dein Angebot deutlich breiter aufstellen - etwa mit Gruppencoachings, halb- oder ganztägigen Workshops, mehrtägigen Seminaren, Retreats, Teamcoachings, Führungskräftetrainings oder Kombinationen mit Wandern, Yoga und Meditation.

Der Charme von Gruppenangeboten: Mehrere Teilnehmer tragen gemeinsam zum Umsatz bei. Nehmen acht Menschen an einem Workshop teil und zahlen je 650 Euro - 2000 Euro, kommst du auf 5.200 Euro - 16.000 Euro Umsatz - abzüglich Kosten für Halle, Verpflegung oder Unterlagen. Je klarer und hochwertiger dein Konzept, desto höher darf der Preis sein. Manche Absolventinnen verlangen bereits nach wenigen Monaten Ausbildung 2.000 Euro pro Seminarteilnehmer. Das ist kein Maßstab für jeden Einsteiger, zeigt aber, was möglich ist, wenn Können, Sicherheit, Positionierung und Angebot zusammenpassen.

Retreats bieten dabei die größte Bandbreite, weil du Coaching mit weiteren Erlebnissen verknüpfen kannst - etwa mit Naturerfahrungen, mehrtägigen Auszeiten für stark belastete Berufstätige oder intensiven Veränderungsprozessen in kleinen Gruppen. Der Preis richtet sich hier nicht nur nach Coachingstunden, sondern auch nach Dauer, Unterkunft, Verpflegung, Gruppengröße und Betreuungsintensität.

Mit pferdegestütztem Coaching können Gruppen und Retreats deutlich mehr verdienen.

Mit Gruppen deutlich mehr Geld verdienen.

Kosten, Gewinn und die Frage nach dem Hauptberuf

Wie viel am Ende wirklich übrig bleibt, hängt stark von deinem Angebotsmodell ab. Hast du bereits ein eigenes Pferd und coachst an deinem Stall, bleiben die Zusatzkosten oft gering - du brauchst keinen eigenen Coachinghof oder teure Praxisräume. Einzelcoachings funktionieren häufig auf einem Platz, im Roundpen, auf dem Paddock oder bei einem Coaching-Spaziergang.

Bei Seminaren und größeren Gruppen kann sich das Mieten einer Halle oder eines Seminarraums lohnen, weil gleichzeitig mehrere zahlende Teilnehmer dabei sind. Mögliche Zusatzkosten sind:

KostenartBetrifft eher
Platz- oder HallenmieteSeminare, Gruppen
Raummiete für TheorieWorkshops
Gewerbliche VersicherungAlle Angebotsformen
Fahrt- und ReisekostenFirmenkunden, Retreats
Website und MarketingAlle Angebotsformen
Verpflegung / externe LeistungenRetreats

Wichtig: Kläre vorher, ob Pferd und Stall gewerblich für Coachings genutzt werden dürfen und ob dein Versicherungsschutz das abdeckt. Und denk daran, klar zwischen Umsatz und Gewinn zu unterscheiden - ein Retreat bringt oft hohen Umsatz, aber auch höhere Organisationskosten, während ein gut kalkulierter Workshop trotz Hallenmiete sehr rentabel sein kann. Rechne deshalb immer vorher, statt Preise nach Gefühl festzulegen.

Privatkunden, Gruppen und Unternehmen im Vergleich

Die Qualität deiner Arbeit bleibt immer gleich - unabhängig davon, wer zahlt. Trotzdem unterscheiden sich die Preise je nach Kundengruppe deutlich, weil Aufwand, Verantwortung und wirtschaftlicher Kontext variieren.

KundengruppeTypische ThemenPreisniveau & Aufwand
PrivatkundenSelbstvertrauen, Entscheidungen, NeuorientierungMeist unkompliziert, überschaubare Vor-/Nachbereitung
Gruppen / SeminarePersönlichkeitsentwicklung, WorkshopsGeringerer Einzelpreis, höherer Gesamtumsatz
FirmenkundenFührung, Kommunikation, TeamentwicklungHöhere Tagessätze, mehr Planungsaufwand

Firmenkunden erwarten oft ein individuelles Konzept, Vorgespräche, Abstimmung mit der Personalabteilung und eine Auswertung im Anschluss. Deshalb sind hier höhere Tagessätze üblich - nicht, weil die Coachingstunde an sich mehr wert ist, sondern weil Umfang und Verantwortung des Gesamtauftrags größer sind.

Kann man davon leben - und muss man sofort kündigen?

Ja, du kannst hauptberuflich vom pferdegestützten Coaching leben. Das passiert aber nicht automatisch nach der Ausbildung. Eine Selbstständigkeit braucht Leidenschaft, Ausdauer und die Bereitschaft, auch in ruhigeren Phasen dranzubleiben - das gehört zu fast jeder unternehmerischen Tätigkeit dazu.

Wer hauptberuflich arbeiten will, muss mehr können als gute Coachings durchzuführen. Dazu gehört, sich klar zu positionieren, das eigene Angebot verständlich zu erklären, sichtbar zu werden, Beratungsgespräche zu führen, Preise selbstbewusst zu vertreten und kontinuierlich neue Angebote zu entwickeln.

Was am Ende wirklich über deinen Verdienst entscheidet

Nicht das Pferd und nicht das Zertifikat bestimmen deinen Verdienst. Entscheidend ist die Kombination aus fachlicher Kompetenz, Sicherheit in der Prozessführung, einem klaren Angebot, der passenden Zielgruppe, deiner Positionierung, Sichtbarkeit, der Fähigkeit, Preise zu vertreten - und der Bereitschaft, langfristig dranzubleiben.

Zwei Coaches mit identischer Ausbildung können völlig unterschiedliche Umsätze erzielen: Der eine bietet gelegentlich ein Einzelcoaching für 100 Euro an, die andere baut Seminare, Retreats und Firmenangebote zu einem vollständigen Unternehmen aus. Beides ist legitim - entscheidend ist, was du selbst willst und aufzubauen bereit bist.

Grafik zu pferdegestütztem Coaching und den Verdienstmöglichkeiten.

Hauptberuflich vom pferdegestützten Coaching leben können

Fazit: Dein Verdienst ist keine feste Zahl, sondern eine Entscheidung

Ein pferdegestützter Coach kann mit Einzelcoachings zwischen 100 und 250 Euro pro Stunde verlangen, mit Seminaren, Retreats und Firmenangeboten sind deutlich höhere Umsätze möglich - bis hin zu 4.000 Euro oder mehr pro Teilnehmer bei einem starken Konzept. Diese Preise entstehen aber nicht durch ein Zertifikat allein, sondern durch Können, Sicherheit, ein klares Angebot und die Fähigkeit, den eigenen Wert selbstbewusst zu vertreten.

Nimm dir das als Ausgangspunkt: Überlege dir schon jetzt, mit welcher Zielgruppe du arbeiten möchtest und welches Format - Einzelcoaching, Gruppe oder Retreat - am besten zu dir passt. Genau diese Klarheit ist der erste Schritt zu einem tragfähigen Angebot.

Wie viel verdient ein pferdegestützter Coach im Durchschnitt?

Für Einzelcoachings sind 100 bis 250 Euro pro Stunde üblich, bei Seminaren, Retreats und Firmenangeboten sind deutlich höhere Umsätze pro Teilnehmer oder Veranstaltung möglich.

Brauche ich einen eigenen Coachinghof, um zu starten?

Nein, für Einzelcoachings reicht häufig ein geeigneter Platz, ein Roundpen oder eine Wiese am eigenen Stall - eine eigene Reithalle ist meist erst bei größeren Gruppenangeboten sinnvoll.

Kann ich nebenberuflich als pferdegestützter Coach starten?

Ja, der nebenberufliche Einstieg ist für viele der sinnvollere Weg, um Erfahrungen zu sammeln, das eigene Angebot zu entwickeln und erste Klienten zu gewinnen, ohne sofort das bisherige Einkommen aufzugeben.

Warum verlangen manche Coaches so viel mehr als andere?

Der Preisunterschied entsteht durch fachliche Kompetenz, Sicherheit in der Prozessführung, ein klares Angebot, die passende Zielgruppe und die Fähigkeit, den eigenen Wert überzeugend zu vermitteln - nicht allein durch die Ausbildung.

Lohnen sich Firmenkunden mehr als Privatkunden?

Firmenkunden bringen oft höhere Tagessätze mit sich, weil der gesamte Auftrag umfangreicher ist - inklusive individuellem Konzept, Vor- und Nachbereitung und größerer Verantwortung, nicht weil die reine Coachingleistung mehr wert ist.

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