Welcher Pferdemensch bist du? Die fünf Pferdemensch-Typen nach Franziska Müller
Welcher Pferdemensch bist du? 5 Typen
Du liebst dein Pferd. Im Job läuft es. Nach außen wirkt alles stabil. Und trotzdem ist es in dir leiser geworden: Die Leichtigkeit von früher, der Mut und die Leidenschaft sind irgendwo auf dem Weg liegen geblieben. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein.
In über 20 Jahren Arbeit mit Menschen und Pferden und mit mehr als 700 ausgebildeten Coaches sind fünf Muster immer wieder aufgetaucht: die gleichen Sätze, die gleichen Sorgen und die gleichen Reaktionen der Pferde. Daraus ist das Modell der fünf Pferdemenschen-Typen nach Franziska Müller entstanden. In diesem Artikel erfährst du, welcher Typ du bist. Du bekommst außerdem für jeden Typ eine Übung, die du schon morgen im Stall ausprobieren kannst.
Die fünf Pferdemenschen-Typen nach Franziska Müller
Die Typen sind ein Praxismodell. Sie sind eine Landkarte, die dir die Richtung zeigt. Den Weg gehst du selbst. Und du bist mehr als ein Typ: Die meisten Menschen erkennen sich in einem Haupttyp und einem zweiten Typ wieder. Das ist völlig normal. Lies einfach mit offenem Herzen und schau, wo es bei dir klingelt.
Typ 1: Die Getriebene
Sie ist ständig in Bewegung. Morgens hat sie im Kopf schon die halbe To-do-Liste abgehakt. Job, Familie, Stall: Sie hält alles am Laufen, und das richtig gut.
- Stärke: Verlässlichkeit und enorme Durchhaltekraft.
- Blinder Fleck: Sie spürt ihre Müdigkeit erst, wenn der Körper laut wird. Dann streikt der Rücken, der Schlaf wird schlechter, alles ist zu viel. Funktionieren fühlt sich für sie lange wie Stärke an.
- Das Pferd: Es spürt das innere Tempo sofort und wird hektisch oder zieht sich zurück. Es zeigt dir nur, was gerade in dir los ist.
Übung: Bleib vor dem Putzen drei Minuten neben deinem Pferd stehen. Ohne Aufgabe, ohne Plan. Atme aus und warte, bis dein Pferd abschnaubt. Oft kommst du genau in diesem Moment auch selbst an.
Typ 2: Die Verborgene
Sie ist feinfühlig und klug und nimmt unglaublich viel wahr, oft mehr als alle anderen im Raum. Das meiste behält sie für sich. Im Meeting hat sie den klugen Gedanken, und jemand anderes spricht ihn aus. Am Stall lässt sie den anderen den Vortritt.
- Stärke: Tiefe, Weitblick und ein feines Gespür für Menschen und Tiere.
- Blinder Fleck: Sie glaubt, Zurückhaltung schütze sie. Der Preis: Sie wird übersehen und unterschätzt, am meisten von sich selbst.
- Das Pferd: Ein Pferd sucht Führung. Gibst du Raum frei, übernimmt es ihn. Es drängelt, bestimmt das Tempo und geht, wohin es will.
Übung: Führ dein Pferd eine Runde und richte dich bewusst auf. Brustbein hoch, Blick zum Ziel, ruhiger und klarer Schritt. Beobachte, was passiert. Viele erleben dabei zum ersten Mal: Wenn ich mich zeige, folgt mir jemand.
Typ 3: Die Fürsorgende
Sie hat ein riesiges Herz. Sie kümmert sich um ihr Pferd, die Kinder, die Eltern, die Kollegin, der es schlecht geht, und gleich noch um die halbe Stallgemeinschaft.
- Stärke: Empathie und Wärme. Sie hält Menschen zusammen.
- Blinder Fleck: Sie spürt jedes Bedürfnis im Raum, nur nicht das eigene. Auf die Frage "Was brauchst du?" wird es still, oder sie sagt schnell: "Mir geht es gut."
- Das Pferd: Es wird drängelig, kommt zu nah und testet Grenzen. Eigentlich fragt es: Wo stehst du? Wo ist deine Grenze?
Übung: Frag dich jeden Tag, bevor du zum Stall fährst: Was brauche ich heute? Eine Antwort, ein Satz. Dann gönn dir genau das, und zwar zuerst, bevor du dich um alle anderen kümmerst.
Typ 4: Die Sehnende
Sie spürt genau: Da ist noch mehr. Mehr Sinn, mehr Erfüllung, vielleicht ein ganz anderer Weg. Oft ist sie beruflich erfolgreich und fragt sich trotzdem leise: War es das jetzt?
- Stärke: Tiefe, Vision und ein Gespür für das, was wirklich zählt.
- Blinder Fleck: Sie bleibt im Träumen, weil der Alltag ja funktioniert. Aus dem Wunsch wird ein "irgendwann": wenn die Kinder groß sind, wenn das Geld reicht, wenn der Moment kommt.
- Das Pferd: Im Stall ist sie gedanklich woanders, und das Pferd wird abwesend. Es lebt im Hier und Jetzt und lädt dich ein, es auch zu tun.
Übung: Übersetze deine größte Sehnsucht in einen kleinen Schritt, der in den nächsten 72 Stunden passiert. Ein Anruf, eine Recherche, ein Gespräch. Klein, aber echt.
Typ 5: Die Bewahrerin
Sie ist der Fels in der Brandung. Sie plant, sichert ab und hält das Bewährte zusammen. Gerade in unruhigen Zeiten ist auf sie Verlass.
- Stärke: Stabilität, Treue und Weitsicht.
- Blinder Fleck: Sie verwechselt Sicherheit im Außen mit Halt im Inneren. Irgendwann wird es eng, und sie merkt: Ich habe so viel abgesichert, dass für mich kaum noch Raum bleibt.
- Das Pferd: Routine gibt Pferden Halt. Kommt etwas Neues, zählt nur, ob der Mensch an ihrer Seite in sich ruht. Spannt sie sich an, spannt sich auch das Pferd an.
Übung: Schreib drei Dinge auf, die dir inneren Halt geben, unabhängig von Job, Geld und Plan. Wag dann diese Woche eine kleine Veränderung im Stall, etwa einen neuen Weg beim Spaziergang oder eine neue Übung.
Der Überblick und eine Übung für alle

Die 5 Pferdemensch-Typen nach Franziska Müller
| Typ | Blinder Fleck | Reaktion des Pferdes |
|---|---|---|
| Die Getriebene | spürt Müdigkeit erst spät | hektisch oder zurückgezogen |
| Die Verborgene | macht sich klein | drängelt, übernimmt die Führung |
| Die Fürsorgende | übersieht eigene Bedürfnisse | zu nah, testet Grenzen |
| Die Sehnende | bleibt im "irgendwann" | abwesend |
| Die Bewahrerin | Sicherheit statt innerem Halt | angespannt bei Neuem |
Hast du dich in einem Typ sofort wiedererkannt? Oder in zweien oder dreien? Dann nutze diese Faustregel: Dein Haupttyp zeigt dir, wo du gerade am meisten Kraft verlierst. Dein zweiter Typ zeigt dir, wohin du wachsen kannst.
Das 3-Minuten-Ankommen
Diese Übung passt für alle fünf Typen. Bevor du putzt oder sattelst, stellst du dich drei Minuten neben dein Pferd und atmest bewusst aus. Dann stellst du dir zwei Fragen:
- Was brauche ich gerade?
- Welcher Typ meldet sich gerade in mir?
Achte darauf, wann dein Pferd abschnaubt oder den Kopf senkt. Oft ist genau das der Moment, in dem du bei dir ankommst.
Fazit: Pferde zeigen dir, was längst da ist
Pferde zeigen uns selten etwas Neues. Sie zeigen uns, was längst da ist. Wir müssen nur hinschauen. Manchmal hilft dabei ein Mensch, der dich wirklich sieht. Probier das 3-Minuten-Ankommen gleich bei deinem nächsten Stallbesuch aus. Und überleg, welche zwei Typen du bist. Wenn du wissen willst, welches Muster bei dir gerade wirkt und welcher Schritt jetzt dran ist, kannst du dir ein kostenloses Erstgespräch buchen.
Muss ich mich für genau einen Typ entscheiden?
Nein. Die meisten Menschen erkennen sich in einem Haupttyp und einem zweiten Typ. Der Haupttyp zeigt, wo du Kraft verlierst, der zweite, wohin du wachsen kannst.
Woher kommen die fünf Typen?
Sie stammen aus über 20 Jahren Praxis mit Menschen und Pferden und aus der Ausbildung von mehr als 700 Coaches. Immer wieder tauchten die gleichen Sätze, Sorgen und Pferdereaktionen auf.
Warum reagiert mein Pferd so deutlich auf mich?
Pferde spüren deinen inneren Zustand sofort, etwa Tempo, Unsicherheit oder Abwesenheit. Ihr Verhalten spiegelt oft, was gerade in dir los ist.
Wie lange dauert die Übung am Stall?
Das 3-Minuten-Ankommen dauert, wie der Name sagt, drei Minuten. Du machst sie vor dem Putzen oder Satteln und brauchst nur dein Pferd und deinen Atem.