10.400 € netto – und trotzdem kein Geld für ein zweites Kind?
rotz Spitzengehalt Elterngeld sichern – mit der richtigen steuerlichen Gestaltung.
Ein junges Paar verdient zusammen über 10.000 Euro netto im Monat. Beide haben erfolgreiche Karrieren, ein beeindruckendes Gehalt – und trotzdem kommen sie zum Schluss, dass ein zweites Kind finanziell nicht drin ist. Klingt absurd? Ist es auch. Denn dieser Fall zeigt eindrucksvoll: Ein hohes Einkommen allein ist keine Garantie für finanzielle Freiheit. Entscheidend ist, wie du mit diesem Geld umgehst – und welche Weichenstellungen du triffst.
Der Fall: Spitzenverdiener am finanziellen Limit
Sie ist Unternehmensberaterin und verdient 120.000 Euro brutto im Jahr. Er arbeitet als Einkäufer bei Henkel und bringt 100.000 Euro brutto nach Hause. Gemeinsam kommen die beiden 35-Jährigen auf ein Nettoeinkommen von 10.400 Euro monatlich – eigentlich mehr als genug, um einer Familie mit mehreren Kindern ein komfortables Leben zu ermöglichen.
Doch die Realität sieht anders aus: Das Paar hat sich im Speckgürtel von Düsseldorf ein Eigenheim für 1,5 Millionen Euro gekauft. Mit etwa 300.000 Euro Eigenkapital – vermutlich ihr gesamtes Erspartes – und einer Finanzierung zu 3,5 Prozent Zinsen plus 1 Prozent Tilgung liegt die monatliche Rate bei stolzen 4.500 Euro.
Das erste Kind ist unterwegs, die Mutter plant eine einjährige Auszeit. Doch hier beginnt das Drama: Weil das zu versteuernde Einkommen des Paares über 175.000 Euro liegt, haben sie keinen Anspruch auf Elterngeld. Ihr Einkommen sinkt während der Babypause auf nur noch 5.500 Euro netto (durch den Wechsel in Steuerklasse 3) plus 255 Euro Kindergeld. Nach Abzug der Kreditrate bleiben gerade mal 1.300 Euro für alles andere: Lebensmittel, Kleidung, Auto, Versicherungen.
Und ein zweites Kind? In dieser finanziellen Konstellation undenkbar.
Wo liegt der eigentliche Fehler?
Das Problem ist nicht das zu niedrige Einkommen – es ist die fehlende Strategie. Das Paar hat drei entscheidende Fehler gemacht:
- Das gesamte Eigenkapital ins Eigenheim gesteckt. Statt flexibel zu bleiben und ihr Vermögen zu streuen, haben sie alle Reserven in eine einzige, illiquide Immobilie investiert.
- Keine Optimierung des zu versteuernden Einkommens. Durch geschickte Gestaltung – etwa mit Investitionen, die steuerliche Verluste generieren – hätten sie ihr zu versteuerndes Einkommen unter die 175.000-Euro-Grenze drücken können. Dann wäre Elterngeld möglich gewesen.
- Falsches Immobilieninvestment. Ein selbstgenutztes Eigenheim bindet Kapital, ohne Rendite oder Steuervorteile zu bringen. Gerade für Gutverdiener ist das oft eine Vermögensbremse.
Der smarte Alternativweg: Mieten statt kaufen – und clever investieren
Wie hätte es besser laufen können? Ganz einfach: Das Paar hätte zur Miete wohnen und stattdessen in vermietete Denkmalimmobilien investieren können. Klingt ungewöhnlich? Ist aber finanziell deutlich cleverer.

Mit negativen Einkünften kannst du dein relevantes Einkommen gezielt senken – und so die Elterngeldgrenze einhalten.
So funktioniert die Strategie:
- Mietwohnung statt Eigenheim: Das Paar mietet ein schönes Haus oder eine geräumige Wohnung und bleibt flexibel.
- Investment in Denkmalimmobilien: Mit 30.000 bis 40.000 Euro Eigenkapital wird eine vermietete Denkmalimmobilie zu 100 Prozent fremdfinanziert.
- Steuerliche Verluste generieren: Durch erhöhte Abschreibungen (AfA), lineare Abschreibungen und Zinskosten entstehen auf dem Papier „Verluste". Diese negativen Einkünfte senken das zu versteuernde Einkommen – und zwar deutlich.
- Unter die Elterngeld-Grenze rutschen: Liegt das zu versteuernde Einkommen unter 175.000 Euro, besteht Anspruch auf Elterngeld – auch bei hohem Bruttogehalt.
- Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte: Durch einen Freibetrag bleibt monatlich mehr Netto vom Brutto übrig – ganz ohne Mehrarbeit.
Das Ergebnis: Das Paar investiert mit Geld, das sonst ans Finanzamt gegangen wäre. Sie kassieren Elterngeld, der Vermögensaufbau läuft durch Mieteinnahmen und Tilgung weiter, und finanziell bleibt genug Luft für ein zweites oder sogar drittes Kind.
Vermögensaufbau statt Eigenheimfalle
Nach der ersten Elternzeit könnte das Paar in die nächste Denkmalimmobilie investieren, das zu versteuernde Einkommen weiter reduzieren und beim zweiten Kind erneut Elterngeld kassieren. Ohne Verzicht, ohne finanzielle Engpässe – und mit laufendem Vermögensaufbau im Hintergrund.
Statt ihr gesamtes Kapital in einer selbstgenutzten Immobilie zu binden, hätten sie echtes Vermögen aufgebaut: Mehrere Immobilien, die von Mietern und dem Finanzamt abbezahlt werden, während sie selbst maximal flexibel bleiben.
Warum das Eigenheim für Spitzenverdiener oft die falsche Wahl ist
Viele Menschen träumen vom Eigenheim – verständlich. Doch gerade für Gutverdiener ist es in den meisten Fällen keine clevere Investition, sondern eine Geldvernichtungsmaschine. Warum?
- Keine Steuervorteile: Anders als bei vermieteten Immobilien kannst du bei selbstgenutzten Objekten weder Zinsen noch Abschreibungen steuerlich geltend machen.
- Gebundenes Kapital: Dein Eigenkapital steckt fest, statt für dich zu arbeiten.
- Hohe laufende Kosten: Kredit, Instandhaltung, Nebenkosten – alles aus dem Nettoeinkommen.
- Kein Cashflow: Das Haus generiert kein Einkommen, es kostet nur.
Für Spitzenverdiener gilt: Wer Vermögen aufbauen will, sollte nicht im eigenen Haus wohnen, sondern in fremde Immobilien investieren – und die Vorteile des Steuersystems nutzen.
Fazit: Eine Entscheidung – zwei völlig unterschiedliche Leben
Dieser Fall zeigt, wie sehr eine einzige finanzielle Entscheidung dein Leben beeinflussen kann. Das Paar aus Düsseldorf verdient hervorragend, fühlt sich aber finanziell eingeengt. Dabei hätten sie mit der richtigen Strategie nicht nur mehr Netto vom Brutto, sondern auch echten Vermögensaufbau, Flexibilität und die Möglichkeit, mehrere Kinder großzuziehen – ohne Verzicht.
Die wichtigste Erkenntnis: Ein hohes Einkommen ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, was du daraus machst. Investiere klug, nutze Steuervorteile und bleib flexibel. Dann baust du Vermögen auf, statt es in einem selbstgenutzten Haus zu versenken.
Wenn du zu den Spitzenverdienern gehörst und dir die Frage stellst, wie du dein Einkommen intelligent nutzen kannst: Überleg dir genau, ob das Eigenheim wirklich dein Ziel ist – oder ob du nicht lieber echtes Vermögen aufbauen möchtest. Denn am Ende geht es nicht darum, wo du wohnst, sondern wie frei du lebst.