Allianz KinderPolice InvestFlex: Warum du diese Zahlen kennen musst

Allianz KinderPolice InvestFlex

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Ein Sparvertrag für dein Kind – das klingt erst mal nach einer vernünftigen Idee. Monatlich 50 Euro einzahlen, 63 Jahre warten und am Ende eine ordentliche Summe kassieren oder eine lebenslange Rente beziehen. Doch was auf den ersten Blick verlockend wirkt, entpuppt sich bei genauem Hinsehen oft als Kostenfalle. Ein Kunde hat uns sein konkretes Angebot der Allianz KinderPolice InvestFlex vorgelegt – und die Zahlen haben uns zum Nachdenken gebracht. In diesem Artikel zeigen wir dir, was wirklich hinter diesem Vertrag steckt und worauf du achten solltest, bevor du unterschreibst.

Was macht eine gute Altersvorsorge aus?

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz klären, worauf es bei einer soliden Altersvorsorge überhaupt ankommt. Denn nur wenn du die Grundprinzipien verstehst, kannst du einschätzen, ob ein Produkt taugt – oder eben nicht.

Die wichtigsten Faktoren auf einen Blick

Rendite ist König Deine Altersvorsorge sollte eine realistische, möglichst hohe Rendite abwerfen. Denn nur so kann dein Geld für dich arbeiten und sich über die Jahre spürbar vermehren.

Kosten fressen Rendite Jeder Euro, der für Verwaltung, Abschluss oder Fondsgebühren draufgeht, fehlt dir am Ende. Deshalb gilt: Kosten so niedrig wie möglich halten.

Versteckte Renditefresser Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es noch jede Menge andere Faktoren, die deine Rendite schmälern – zum Beispiel ungünstige Anlagestrategien, Transaktionskosten oder die sogenannte Cash-Lock-Falle. Auch die solltest du von Anfang an mitdenken.

Steuern clever nutzen Wer steuerliche Vorteile mitnimmt, profitiert vom Zinseszinseffekt und lässt sein Kapital schneller wachsen.

Inflation nicht unterschätzen Die schleichende Geldentwertung ist real. Was heute viel klingt, kann in 30 oder 60 Jahren kaum noch etwas wert sein. Deshalb musst du die Inflation immer in deine Planung einbeziehen.

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Der konkrete Fall: Ein Angebot unter der Lupe

Der Kunde, der auf uns zukam, hat uns ein Angebot für die Allianz KinderPolice InvestFlex vorgelegt. Die Rahmendaten: 50 Euro monatlich, keine Einmalzahlung, keine Dynamik, Vertragslaufzeit 63 Jahre (Eintrittsalter 4 Jahre, Rentenbeginn mit 67). Insgesamt würde er also 37.800 Euro einzahlen.

Das Geld fließt zu 100 Prozent in den Aktienfonds Pictet – Global Megatrend Selection. Ein Aktienfonds mit nahezu vollständigem Aktienanteil – das bedeutet: hohe Renditechancen, aber auch entsprechende Schwankungen. Für unsere Berechnungen gehen wir von einer durchschnittlichen Marktrendite von 9 Prozent pro Jahr aus – das ist der langfristige Durchschnitt des weltweiten Aktienmarktes, bevor Kosten und Steuern abgezogen werden.

Die Kostenfalle: Was wirklich vom Ertrag übrig bleibt

Jetzt wird's spannend – und ernüchternd. Denn von den 9 Prozent Marktrendite bleibt nach Abzug aller Kosten und Gebühren deutlich weniger übrig. Werfen wir einen Blick auf die Kostenstruktur.

Was die Allianz kassiert

Insgesamt fallen bei der Allianz 25.173,32 Euro an Kosten an. Das setzt sich zusammen aus:

Alpha-Kosten (Abschluss- und Vertriebskosten)

Das sind die Kosten, die entstehen, damit der Vertrag überhaupt abgeschlossen wird – ein Großteil davon geht als Provision an den Vermittler. Sie werden über die ersten fünf Jahre aus deinem Vertragsguthaben entnommen. In diesem Fall: 945 Euro.

Beta-Kosten (Verwaltungskosten auf Beiträge)

Bei jeder Beitragszahlung greift die Allianz zu. Hier sind es 4,5 Prozent pro Monatsbeitrag – macht 1.701 Euro über die gesamte Laufzeit.

Gamma-Kosten (Verwaltungskosten auf das Guthaben)

Das ist der große Brocken: Jedes Jahr werden 0,60 Prozent auf dein gesamtes Vertragsguthaben fällig. Je mehr sich ansammelt, desto höher die Kosten. Geschätzt: 22.527,32 Euro.

Was die Fondsanlage kostet

Doch damit nicht genug. Auch der Fonds selbst will bezahlt werden. Die laufenden Fondskosten liegen bei 1,16 Prozent pro Jahr – berechnet auf dein Fondsguthaben. Über 63 Jahre summiert sich das gewaltig.

Dazu kommen sogenannte Opportunitätskosten: versteckte Renditefresser, die durch ungünstige Anlageentscheidungen, Transaktionskosten und andere Faktoren entstehen. Zusammengerechnet ergibt das eine Gesamtbelastung durch Fondskosten und Renditeminderung von 106.845,89 Euro.

Die Gesamtrechnung

Eingezahlt: 37.800 Euro
Kosten Allianz: 25.173,32 Euro
Kosten Fonds + Renditeminderung: 106.845,89 Euro
Gesamtbelastung: 132.019,21 Euro

Ja, du hast richtig gelesen: Die Gesamtkosten übersteigen deine Einzahlung um das Dreifache. Das ist nur deshalb möglich, weil die Kosten nicht nur von deinen Beiträgen, sondern auch von den erwirtschafteten Erträgen abgezogen werden.

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Was am Ende rauskommt

Nach 63 Jahren steht laut Prognose ein Bruttoendkapital von 212.639,41 Euro im Raum. Klingt erst mal ordentlich. Aber: Nach Abzug der Steuern bleiben noch 191.605,73 Euro netto übrig.

Alternativ könntest du dich für eine lebenslange Rente entscheiden. Die läge bei 382,75 Euro brutto im Monat.

Rente oder Einmalzahlung? Ein ernüchternder Vergleich

Stell dir vor, du entscheidest dich mit 67 für die Rente statt für die Einmalzahlung. Dann müsstest du diese Rente mehr als 46 Jahre lang beziehen, um auf denselben Betrag zu kommen – sprich: Du müsstest über 113 Jahre alt werden. Das ist unrealistisch.

Und dann kommt noch die Inflation ins Spiel. Bei durchschnittlich 2 Prozent Inflation pro Jahr wäre die Rente von 382,75 Euro in 63 Jahren real nur noch 109,93 Euro wert. Auch die Einmalzahlung schrumpft kaufkraftbereinigt auf 55.029,77 Euro zusammen.

Im Vergleich zu den eingezahlten 37.800 Euro hast du die Inflation zwar abgefedert – aber einen echten Vermögenszuwachs? Fehlanzeige.

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Fazit: Augen auf bei der Vertragsgestaltung

Die Allianz KinderPolice InvestFlex ist kein Betrug, aber sie ist auch kein Schnäppchen. Die Kostenlast ist enorm – und das frisst einen Großteil der Rendite auf, die der Aktienmarkt eigentlich liefern könnte. 132.000 Euro Gesamtbelastung bei 37.800 Euro Einzahlung – das sollte dir zu denken geben.

Das Hauptproblem: Die Kosten der Versicherung und des Fonds könnten in vielen Fällen um mehrere Zehntausend Euro reduziert oder sogar ganz vermieden werden. Dann bliebe bei gleicher Einzahlung deutlich mehr für dich übrig.

Bevor du einen solchen Vertrag abschließt, lohnt sich eine individuelle Prüfung. Lass dir die Kostenstruktur genau aufschlüsseln, rechne selbst nach und vergleiche Alternativen. Denn am Ende geht es um dein Geld – und um die finanzielle Zukunft deines Kindes.

Unser Tipp: Hol dir eine zweite Meinung ein. Lass dein konkretes Angebot oder deinen bestehenden Vertrag von einem unabhängigen Experten durchleuchten. Nur so kannst du sichergehen, dass du nicht jahrzehntelang für ein Produkt zahlst, das mehr dem Anbieter nützt als dir.

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