Betriebliche Krankenversicherung: Woran du erkennst, ob sie etwas bringt

Mitarbeiter in blauem Poloshirt zeigt auf eine Wanddekoration im Eingangsbereich eines Betriebs zur betrieblichen Krankenversicherung.

Betriebliche Krankenversicherung: Woran du erkennst, ob sie etwas bringt

Teil 4 der Serie

Ein Fall aus der Praxis: Ein Einzelhandelsbetrieb mit 50 Beschäftigten hat seine betriebliche Krankenversicherung eingeführt. Die Leistungen passen zur Belegschaft, die Kosten sind durchgerechnet und der Arbeitgeber bezahlt jeden Monat die Beiträge. Jetzt möchte der Geschäftsführer wissen, was sein Investment bewirkt.

Betriebliche Krankenversicherung: Woran du erkennst, ob sie etwas bringt

Das ist eine berechtigte Frage. Wenn du Geld in die Gesundheit deiner Mitarbeiter steckst, solltest du auch hinschauen, ob die Hilfe bei ihnen ankommt. Die Passungsdiagnostik hat die Auswahl vorab unterstützt. Jetzt vergleichst du diese Einschätzung mit dem, was im Alltag passiert.

Dabei zählen die Erfahrungen der Mitarbeiter genauso wie die Entwicklung im Betrieb. Wenn du auch krankheitsbedingte Kostenlecks schließen möchtest, gehören Fehlzeiten und der Aufwand für Vertretung mit auf den Tisch.

Wissen deine Mitarbeiter überhaupt, was sie nutzen können?

Wenn du mit Vermittlern arbeitest, die das Angebot in ihrer Vermittler-Sprache oder auch auf „Versicherungs-Chinesisch“ in die Belegschaft hineintransportieren, wird das schwierig. Erkläre deinen Mitarbeitern einfach und verständlich, was sie bekommen. Welche Leistungen gibt es? Wie reicht man eine Rechnung ein? Wer hilft bei Fragen? Und wie erreicht man die angebotenen Gesundheitsservices?

Ein nachdenklicher Geschäftsführer mit Brille berührt sein Kinn – bei der betrieblichen Krankenversicherung zählt der Nutzen.

Erkläre deinen Mitarbeitern einfach und verständlich, was sie bekommen.

Für unseren Einzelhandelsbetrieb bedeutet das auch, alle Arbeitszeiten zu berücksichtigen. Eine Teilzeitkraft, die bei der Vorstellung des Angebots nicht im Haus war, braucht dieselben Informationen wie ihre Kollegen. Eine verständliche Anleitung und ein erreichbarer Ansprechpartner können hier viel helfen.

Wenn eine Leistung wenig genutzt wird, schau deshalb zuerst nach der Erklärung und dem Zugang. Vielleicht passt das Angebot durchaus, aber die Mitarbeiter wissen nicht, wie sie es nutzen können.

Erstattete Rechnungen sind nur ein Teil der Antwort

Natürlich interessiert dich, ob deine Mitarbeiter Leistungen in Anspruch nehmen. Eine hohe Erstattungssumme allein sagt dir aber noch nicht, ob dein Gesundheitsangebot das erreicht, was du dir davon versprochen hast.

Frage Was du daraus erfahren kannst
Kennen die Mitarbeiter die Leistungen? Ob eure Informationen angekommen sind.
Können sie die Angebote nutzen? Ob Zeiten, Zugänge oder Abläufe die Nutzung erschweren.
Welche Leistungen werden genutzt? Wo die Belegschaft Unterstützung in Anspruch nimmt.
Wird die Hilfe als wertvoll erlebt? Ob der Benefit im Alltag hilft und als Wertschätzung ankommt.
Was verändert sich im Betrieb? Wie sich Fehlzeiten, Vertretungskosten und dein Aufwand entwickeln.

 

Ein Mann sitzt in einem Gastraum und gestikuliert im Gespräch über die betriebliche Krankenversicherung.

Du brauchst dafür keine neue große Wunschliste. 

Du brauchst dafür keine neue große Wunschliste. Zusammengefasste Nutzungsinformationen und freiwillige Rückmeldungen können dir bereits helfen. Die Gesundheitsdaten einzelner Mitarbeiter bleiben vertraulich; persönliche Diagnosen gehören nicht in die Auswertung des Arbeitgebers.

Schau auf die Arbeitszeit, die im Betrieb tatsächlich ausfällt

Wenn du Fehlzeiten vergleichen möchtest, erfasse die krankheitsbedingt ausgefallenen geplanten Arbeitsstunden und setze sie zur gesamten geplanten Arbeitszeit ins Verhältnis. Gerade im Einzelhandel mit Vollzeit- und Teilzeitkräften ist das hilfreicher, als allein Krankheitstage pro Kopf zu zählen.

Für den Dienstplan zählt, welche Arbeit tatsächlich ausgefallen ist. AU-Kalendertage aus Krankenkassenstatistiken kannst du deshalb nicht unmittelbar mit den ausgefallenen Arbeitstagen oder Stunden in deinem Betrieb gleichsetzen.

Schau dir außerdem an, was die Ausfälle nach sich ziehen. Musst du zusätzliche Vertretung bezahlen? Fallen mehr Überstunden an? Wie viel Zeit verbringst du damit, die Besetzung wieder hinzubekommen? Das sind die Folgen, die du im Alltag spürst und die in die wirtschaftliche Rechnung gehören.

Dabei solltest du dieselben Kosten nicht zweimal ansetzen. Zusätzliche Ausgaben und entgangene Wertschöpfung müssen sauber voneinander abgegrenzt werden.

Weniger Fehlzeiten sind erfreulich, die Ursache musst du trotzdem anschauen

Wenn nach der Einführung weniger Mitarbeiter ausfallen, ist das erst einmal eine gute Entwicklung. Ob die bKV dazu beigetragen hat, lässt sich aber nicht allein daraus ablesen, dass sie vorher eingeführt wurde.

Vielleicht gab es weniger Infekte. Vielleicht war im Vorjahr eine einzelne Langzeiterkrankung ausschlaggebend. Oder der Geschäftsführer hat zugleich die Schichtplanung und die Arbeitsmittel verbessert. Solche Veränderungen gehören mit in die Betrachtung.

Ein Mitarbeiter hebt die Hand neben leuchtenden Glühbirnen; betriebliche Krankenversicherung als Thema für neue Ideen.

Du kannst daraus trotzdem lernen.

Du kannst daraus trotzdem lernen: Welche Hilfe wird genutzt? Wo berichten Mitarbeiter von einer Entlastung? Wo sinkt der Aufwand im Betrieb? Je genauer du hinschaust, desto besser kannst du entscheiden, was du beibehältst oder veränderst.

Schau dir eure Leistungen einmal im Jahr genauer an

Belegschaften verändern sich. Mitarbeiter kommen und gehen, Aufgaben werden neu verteilt und auch die Beiträge können steigen. Was bei der Einführung gepasst hat, kann deshalb später eine andere Entscheidung brauchen.

Nimm dir einmal im Jahr Zeit dafür. Passen die Leistungen noch zu den Menschen, die heute bei dir arbeiten? Werden sie genutzt? Gibt es Schwierigkeiten, die du aus dem Weg räumen kannst? Wenn sich im Betrieb vorher viel verändert, schau auch früher hin.

Unsere Benefit-Passungsdiagnostik unterstützt dich bei dieser Prüfung. Sie hilft dir, die Leistungen mit der heutigen Belegschaft und den bisherigen Erfahrungen abzugleichen. Manchmal braucht es ein anderes Angebot. Manchmal reicht es, die vorhandene Hilfe besser zu erklären oder für alle Arbeitszeiten zugänglich zu machen.

Damit kommen die vier Teile dieser Serie zusammen: Du prüfst die Passung, wählst passende Leistungen aus, rechnest die Kosten durch und schaust anschließend, was bei deinen Mitarbeitern und im Betrieb ankommt. So kannst du deine Gesundheitsangebote gezielt weiterentwickeln und dein Geld dort einsetzen, wo du einen nachvollziehbaren Nutzen erkennst.

Wenn du herausfinden möchtest, ob eure bKV noch zur heutigen Belegschaft passt, schauen wir im Orientierungsgespräch gemeinsam auf Leistungen, Nutzung und Kosten. Über unsere Website erreichst du uns.

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