Bitcoin shorten – jetzt oder zu spät?

Mann denkt nach über Bitcoin shorten und massive Profite durch sinkende Kurse.

Bitcoin shorten – jetzt oder zu spät?

Stell dir vor, fast jeder Trader am Markt würde ständig zur falschen Zeit die falsche Wette eingehen und das nicht nur gelegentlich, sondern in einem erschreckend wiederkehrenden Muster. Genau das passiert gerade wieder bei Bitcoin. Während der Kurs eine kräftige Korrektur von 50 bis 60 Prozent hinter sich hat, wächst in den sozialen Medien die Zahl derjenigen, die jetzt unbedingt auf sinkende Kurse setzen wollen. Klingt nach einer cleveren Idee? Ein Blick auf die Daten zeigt: Das ist historisch gesehen fast immer der schlechteste Moment dafür.

Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt sich ein Blick auf ein Werkzeug, das in der Krypto-Welt als Stimmungsbarometer gilt: die Funding Rate bei sogenannten Perpetual Futures. Dieses Finanzinstrument erlaubt es, auf steigende oder fallende Kurse zu wetten, ohne echte Bitcoin zu besitzen. Und genau in den Daten dazu versteckt sich ein Muster, das dir zeigt, wie die Marktmehrheit tickt und warum es sich lohnt, genau andersrum zu denken.

Was die Funding Rate über die Marktpsychologie verrät

Bei Perpetual Futures, kurz Perps, wetten zwei Parteien gegeneinander: Die eine setzt auf steigende Kurse (Long), die andere auf fallende Kurse (Short). Weil es sich um eine Wette auf die Zukunft handelt, braucht jede Seite eine Gegenpartei. Und hier kommt die Funding Rate ins Spiel: Sie regelt, wer wen dafür bezahlt, dass er die Gegenposition eingeht.

Das Prinzip ist simpel: Ist die Funding Rate positiv, zahlen die Long-Positionen an die Short-Positionen. Das bedeutet, die Mehrheit der Marktteilnehmer setzt auf steigende Kurse und muss dafür draufzahlen, dass überhaupt jemand die Gegenwette eingeht. Ist die Rate negativ, ist es umgekehrt dann dominieren die Pessimisten, und sie bezahlen die Optimisten.

Wirft man einen Blick auf die Langzeit-Charts verschiedener grosser Börsen wie Binance, Bybit oder Kraken, aber auch dezentraler Plattformen wie Hyperliquid, zeigt sich ein bemerkenswertes Bild: Die Funding Rate ist etwa 97 Prozent der Zeit positiv. Das heisst, die überwältigende Mehrheit der Trader ist fast durchgehend optimistisch gestimmt und wettet auf steigende Kurse. Nur in sehr kurzen Phasen, geschätzt 3 bis 5 Prozent der Zeit, kippt die Stimmung ins Negative.

Grafik zur Funding Rate bei Bitcoin und deren Auswirkungen auf Long- und Short-Positionen.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Der Markt liegt fast immer zur falschen Zeit falsch

Jetzt wird es richtig spannend, denn genau diese seltenen negativen Phasen offenbaren ein zweites, noch wichtigeres Muster. Schaut man sich historische Tiefpunkte an, etwa den Corona-Crash 2020 oder das Bärenmarkt-Tief im Zyklus 2021/22, fällt auf: Ausgerechnet an den absoluten Tiefpunkten des Marktes schlägt die Funding Rate am stärksten ins Negative aus. Mit anderen Worten: Genau dann, wenn die Panik am grössten ist und der Kurs kurz vor der Erholung steht, gehen die meisten Leute erst richtig short.

Das Muster wiederholt sich auch in kleineren Zeitfenstern. Im Februar dieses Jahres etwa, als Bitcoin auf rund 60.000 US-Dollar korrigierte, waren die Trader zunächst noch long positioniert. Kaum stieg der Kurs leicht an, wechselten viele ins Short-Lager, nur um dann von der nächsten Aufwärtsbewegung überrascht zu werden. Anstatt von steigenden Kursen zu profitieren, wetteten sie gegen den Trend und lagen damit erneut falsch.

Diagramm zur Funding Rate von Bitcoin mit Markttiefpunkten und negativen Phasen.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Warum Short gehen mitten in der Korrektur keinen Sinn ergibt

Wenn du also gerade mit dem Gedanken spielst, nach einer 50- bis 60-prozentigen Korrektur noch auf fallende Kurse zu setzen, solltest du innehalten. Genau in dieser Marktphase, mitten im Nirgendwo zwischen Hoch und Tief, verhältst du dich wie die Mehrheit, die laut den Daten historisch fast immer falschliegt. Sinnvoller wäre es gewesen, Short-Positionen näher am Allzeithoch einzugehen, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur deutlich höher ist nicht erst, wenn der Markt schon einen Grossteil seiner Talfahrt hinter sich hat.

Das heisst nicht, dass Short-Strategien grundsätzlich schlecht sind. Im Gegenteil: Auf sinkende Märkte zu setzen, kann sehr lukrativ sein, vorausgesetzt, du gehst es mit einem klaren Risikomanagement und zum richtigen Zeitpunkt an. Besonders gehebelte Short-Positionen gelten als Königsdisziplin unter den Handelsstrategien und sind alles andere als ein Selbstläufer für Einsteiger.

Tabelle zu Bitcoin shorten mit Marktphasen, Strategien und Risiken.

Quelle: Marc Steiner Investment Strategie

Was du aus dem Muster für deine eigene Strategie mitnehmen kannst

Statt dich von der Marktstimmung mitreissen zu lassen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Daten. Die Funding Rate zeigt dir schwarz auf weiss, dass die breite Masse fast immer zu spät reagiert, sowohl beim Einstieg in Euphorie-Phasen als auch beim panischen Short-Gehen in Korrekturen. Wer diesem Herdenverhalten folgt, läuft Gefahr, immer wieder am falschen Ende der Bewegung zu stehen.

Eine sinnvollere Herangehensweise: Fortgeschrittene Short-Strategien eher an echten Trendwendepunkten in Betracht ziehen, etwa in der Nähe eines neuen Allzeithochs. Mitten in einer bereits weit fortgeschrittenen Korrektur, wie sie aktuell vorliegt, ist das Risiko eines Fehltimings dagegen besonders hoch. Wer dennoch experimentieren möchte, sollte das höchstens mit einer kleinen Testposition tun, niemals mit dem Grossteil des eigenen Kapitals.

Fazit: Gegen den Trend, mit Strategie.

Die Funding Rate liefert einen erstaunlich klaren Beweis dafür, dass die Marktmehrheit fast immer zum ungünstigsten Zeitpunkt handelt. Wer jetzt, mitten in einer bereits weit gelaufenen Korrektur, noch auf fallende Bitcoin-Kurse setzen möchte, sollte sich fragen, ob er nicht genau in dieses altbekannte Muster tappt. Spannender dürfte es in den kommenden Wochen und Monaten sein, sich auf steigende Kurse vorzubereiten, statt der Masse beim Short-Gehen zum x-ten Mal hinterherzulaufen.

Beobachte dich beim nächsten Mal selbst: Wenn du das Gefühl hast, jetzt unbedingt gegen den Markt wetten zu müssen, frag dich, ob das aus einer fundierten Analyse kommt oder einfach aus der Angst, die letzte Abwärtsbewegung noch mitnehmen zu wollen.

Hier geht es zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=bcK8YaROtj8&t=59s

DISCLAIMER: Der Inhalt ist KEINE Finanzberatung und widerspiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wieder. Alle Angaben sind ohne Gewähr und sollten nicht als Grundlage für Investmententscheidungen gesehen werden. Kenne die Risiken beim Investieren in Kryptowährungen und kontaktiere einen Fachexperten. Alle Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum um den 20. August 2026.

Was bedeutet es, bei Bitcoin short zu gehen?

Short gehen bedeutet, auf sinkende Kurse zu wetten. Du profitierst also finanziell, wenn der Bitcoin-Preis fällt, anstatt zu steigen.

Was ist die Funding Rate bei Perpetual Futures?

Die Funding Rate ist eine Gebühr, die zwischen Long- und Short-Positionen ausgetauscht wird, je nachdem welche Marktseite gerade in der Mehrheit ist, sie zeigt damit die aktuelle Marktstimmung.

Warum liegt die Mehrheit der Trader laut den Daten so oft falsch?

Weil viele erst dann short gehen, wenn die Panik im Markt bereits gross ist und der Tiefpunkt nahe oder schon erreicht ist also genau zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Ist Short gehen grundsätzlich eine schlechte Strategie?

Nein, aber es gilt als eine der anspruchsvollsten Handelsstrategien und erfordert ein durchdachtes Risikomanagement sowie ein gutes Timing, idealerweise nahe an Trendwendepunkten.

Wann ist der bessere Zeitpunkt, um über Short-Positionen nachzudenken?

Eher in der Nähe eines Allzeithochs oder nach einer deutlichen Erholung, nicht mitten in einer bereits weit fortgeschrittenen Korrektur.

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.