Dieses On-Chain-Signal kündigte den letzten Bullrun an
Dieses On-Chain-Signal kündigte den letzten Bullrun an
Es gibt Momente an den Krypto-Märkten, da lohnt sich ein Blick unter die Motorhaube. Nicht auf den Kurs schauen, sondern auf das, was tatsächlich im Bitcoin-Netzwerk passiert. Genau das ermöglichen sogenannte Onchain-Daten: Dank der Blockchain lässt sich in Echtzeit nachvollziehen, welche Bitcoin wie alt sind, wann sie gekauft und wann sie wieder bewegt wurden. Daraus lässt sich ableiten, wie sich unterschiedliche Anlegergruppen verhalten, etwa kurzfristige Käufer im Vergleich zu langfristigen Haltern.
Genau an dieser Stelle setzt ein Signal an, das in der Vergangenheit erstaunlich zuverlässig grosse Marktwenden angekündigt hat. Bevor du jetzt aber denkst, hier kommt der eine Wunderindikator, der dir die Zukunft verrät: Genau diese Erwartungshaltung ist das Problem, das in der Krypto-Community immer wieder für Fehlentscheidungen sorgt. Mal ist die Geldmenge M2 der heisse Tipp, dann der Pi-Cycle-Top-Indikator, und sobald der nicht liefert, springt die Masse zum nächsten vermeintlichen Heilsbringer. So investierst du nicht erfolgreich. Was du stattdessen brauchst, ist ein Werkzeugkasten mit mehreren aussagekräftigen Werkzeugen, und eines davon schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
Was steckt hinter dem Signal?
Im Zentrum stehen zwei Kennzahlen: der Realized-Price und die Kostbasis der Short-Term Holder. Der Realized-Price ist vereinfacht gesagt der durchschnittliche Einstandspreis aller im Umlauf befindlichen Bitcoin, also der Durchschnittspreis des Gesamtmarktes. Die Short-Term-Holder-Kostbasis dagegen bildet den Durchschnittspreis der Käufe der letzten rund sechs Monate ab, also das, was kurzfristig orientierte oder neu eingestiegene Anleger im Schnitt bezahlt haben. Wenn du zum Beispiel gerade einen Sparplan laufen hast oder in den letzten Wochen zugekauft hast, zählst du zu genau dieser Gruppe.
In einem Bärenmarkt sinkt diese Short-Term-Kostbasis kontinuierlich, weil Anleger bei fallenden Kursen zu immer günstigeren Preisen kaufen. Das ist erstmal simple Logik: Der Preis fällt, es wird eingekauft, der Durchschnittspreis der neuen Käufe sinkt mit.
Wann wird es richtig spannend
Der wirklich aufschlussreiche Moment entsteht, wenn die Short-Term-Holder-Kostbasis unter den Realized Price des Gesamtmarktes fällt. Das bedeutet: Auch kurzfristig orientierte Käufer liegen im Durchschnitt unter Wasser, der komplette Markt befindet sich also in einer waschechten Verlustzone. Psychologisch passiert dann etwas Bemerkenswertes. Sowohl neue Käufer als auch langjährige Halter denken sich: Auf diesem Niveau verkaufe ich sicher nicht mehr, das ergibt überhaupt keinen Sinn.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy
Diese kollektive Verweigerungshaltung ist ein starkes Indiz dafür, dass sich der Markt in der Nähe eines Bodens befindet oder ihn bereits erreicht hat. Historisch betrachtet ist genau dieses Muster mehrfach aufgetaucht, etwa im Zyklus 2014/15, im Zyklus 2017/18 und zuletzt im Zyklus 2021/22. Immer dann, wenn beide Linien sich kreuzten und die kurzfristige Kostbasis unter den Gesamtdurchschnitt rutschte, folgte mittelfristig eine Bodenbildung mit anschliessender Erholung.
Schaut man sich die aktuelle Marktlage an, ist dieses Muster bislang noch nicht eingetreten. Die Kapitulation scheint sich zwar anzubahnen, ein vollständiges Unterschreiten der Gesamtmarkt-Kostbasis ist aber noch nicht sichtbar. Das spricht dafür, dass der Markt eher noch tiefer korrigieren könnte, bevor die eigentliche Trendwende einsetzt.
Was das für deine Strategie bedeutet

Quelle: Marc Steiner Investment Academy
Wichtig ist: Dieses Signal ersetzt keine vollständige Analyse. Andere Onchain-Metriken wie MVRV oder SOPR liefern zusätzliche Puzzleteile für ein umfassendes Bild. Und auch der klassische Vier-Jahres-Zyklus spielt weiterhin eine Rolle bei der Einschätzung, wo wir gerade stehen.
Warum Vorbereitung wichtiger ist als der perfekte Zeitpunkt
Hier liegt der eigentliche Denkfehler vieler Anleger. Wer glaubt, den exakten Boden vorherzusagen und dann erst zu handeln, gerät leicht in eine Falle: Was, wenn der Tiefpunkt doch schon vorher erreicht wird? Was, wenn er später kommt als gedacht? Wer sich auf eine einzige fixe Zahl oder ein starres Datum versteift, etwa "ich kaufe nur unter 30.000", läuft Gefahr, komplett falsch zu liegen und wertvolle Zeit zu verlieren.
Sinnvoller ist es, in Szenarien zu denken und die Vorbereitung schon jetzt abzuschliessen. Dazu gehören ganz praktische Themen:
- Steuerliche Rahmenbedingungen klären
- Sichere Verwahrung über eine Hardware Wallet einrichten
- Portfoliostruktur und Risikostrategie festlegen
- Überlegen, ob und wie Leverage-Positionen sinnvoll eingesetzt werden können
Diese Punkte lassen sich hervorragend in einer ruhigeren Marktphase klären, damit du im entscheidenden Moment nicht erst anfängst nachzudenken, sondern direkt handlungsfähig bist.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy
Fazit: Bereite dich vor, statt zu spekulieren
Das Verhältnis zwischen Short-Term-Holder-Kostbasis und Realized Price ist kein magischer Indikator, der dir den exakten Tiefpunkt verrät. Aber es zeigt dir sehr zuverlässig, in welcher psychologischen Verfassung sich der Markt gerade befindet. Und genau dieses Wissen kannst du nutzen, um deine eigene Strategie zu schärfen, statt hektisch von einem Trend-Indikator zum nächsten zu springen.
Nutze die aktuelle Marktphase, um deine Hausaufgaben zu machen: Kläre steuerliche Fragen, richte deine Verwahrung sicher ein, überlege dir deine Portfoliostruktur. Beobachte anschliessend, wie sich die Kostbasis der kurzfristigen Käufer im Verhältnis zum Gesamtmarkt entwickelt. Wenn sich hier ein ähnliches Muster wie in früheren Zyklen abzeichnet, weisst du, dass die entscheidende Marktphase näher rückt.
Hier geht es zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=bcK8YaROtj8
DISCLAIMER: Der Inhalt ist KEINE Finanzberatung und widerspiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wider. Alle Angaben ohne Gewähr und sollten nicht als Grundlage für Investmententscheidungen gesehen werden. Kenne die Risiken beim Investieren in Kryptowährungen und kontaktiere einen Fachexperten. Alle Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum um den 18. August 2026.
Was sind Onchain-Daten überhaupt?
Onchain-Daten sind Informationen, die direkt aus der Blockchain ausgelesen werden, etwa wann Bitcoin gekauft, gehalten oder bewegt wurden, wodurch sich Rückschlüsse auf das Verhalten verschiedener Anlegergruppen ziehen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Realized Price und Short-Term-Holder-Kostbasis?
Der Realized Price bildet den Durchschnittspreis aller im Umlauf befindlichen Bitcoin ab, während die Short-Term-Holder-Kostbasis nur den Durchschnittspreis der Käufe der letzten rund sechs Monate widerspiegelt.
Warum ist es ein schlechtes Zeichen, wenn die Short-Term-Kostbasis unter den Gesamtmarkt fällt?
Es zeigt, dass selbst kurzfristige Käufer im Durchschnitt Verluste haben, was häufig dazu führt, dass kaum noch jemand verkaufen möchte, was wiederum auf eine Bodenbildung hindeuten kann.
Sollte ich mich allein auf dieses Signal verlassen?
Nein, es ist ein wichtiges Werkzeug unter vielen und sollte immer zusammen mit weiteren Onchain-Metriken und Marktzyklus-Betrachtungen genutzt werden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit der Vorbereitung zu beginnen?
Am besten schon deutlich vor einer vermuteten Bodenbildung, da organisatorische und strategische Fragen wie Steuern, Verwahrung und Risikomanagement Zeit brauchen und im entscheidenden Moment bereits geklärt sein sollten.