Digitale Steuerberaterprüfung: So meisterst du den Wechsel von Papier zu Laptop

Die Digitale Steuerberaterprüfung!

Die Digitale Steuerberaterprüfung!

Die Zeiten, in denen du das Steuerberaterexamen ausschließlich mit Stift und Papier bestreiten musstest, neigen sich dem Ende zu. Immer mehr Bundesländer ermöglichen eine digitale Prüfung am Computer – manche sogar verpflichtend. Diese Entwicklung entspricht endlich der modernen Arbeitsweise im Büroalltag und bietet dir als Prüfling enorme Vorteile. Doch der Umstieg will gut vorbereitet sein: Welche Hardware kommt zum Einsatz? Wie funktioniert die Software? Und worauf musst du in der Vorbereitung unbedingt achten? Hier erfährst du alles, was du über die digitale Steuerberaterprüfung wissen musst.

Was ist die digitale Steuerberaterprüfung?

Über Jahrzehnte hinweg war die Steuerberaterprüfung eine rein analoge Angelegenheit. Doch diese Arbeitsweise entspricht längst nicht mehr dem Standard in Kanzleien und Steuerbüros. Die Bundessteuerberaterkammer hat sich daher zum Ziel gesetzt, die digitale Prüfung flächendeckend in allen Bundesländern zu etablieren. Das bedeutet konkret: Du schreibst deine Aufsichtsarbeiten am Computer statt auf Papier – mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.

Der Trend ist eindeutig, und die Zahlen sprechen für sich: Immer mehr Bundesländer ziehen nach, und die Bereitschaft der Teilnehmer, digital zu schreiben, steigt kontinuierlich. Doch Vorsicht: Digital schreiben ist kein Selbstläufer. Wer nicht vorbereitet ist und die technischen Voraussetzungen nicht beherrscht, kann sich sogar Nachteile einhandeln.

Wo kannst du bereits digital schreiben?

Die Verfügbarkeit der digitalen Prüfung variiert stark je nach Bundesland. Sachsen geht dabei den konsequentesten Weg: Hier ist die digitale Prüfung bereits verpflichtend – handschriftliche Ausarbeitungen gehören der Vergangenheit an. Du hast also keine Wahlmöglichkeit mehr und weißt genau, worauf du dich einstellen musst.

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg waren die Vorreiter und haben das digitale Examen in den letzten Jahren erfolgreich pilotiert. Hier kannst du als Prüfling wählen, ob du handschriftlich oder digital schreiben möchtest.

Ab 2026 ziehen weitere große Bundesländer nach:

  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Hessen
  • Bayern
  • Hamburg (allerdings noch unsicher, da sich die Kammer mit dem geplanten Dienstleister bisher nicht einigen konnte)

Ab 2027 folgen:

  • Rheinland-Pfalz
  • Thüringen
  • Sachsen-Anhalt
  • Berlin
  • Brandenburg

Noch ohne digitale Option sind derzeit Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. Hier bleibt abzuwarten, wann diese Länder nachziehen – eine Ankündigung gibt es bisher nicht.

Die Steuerberaterprüfung kannst du jetzt Digital schreiben!

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Die Hardware: Was wird dir gestellt?

Ein wichtiger Punkt vorweg: Du kannst nicht deine eigene Ausrüstung mitbringen. Tastatur, Maus und Laptop werden dir einheitlich zur Verfügung gestellt. Das hat den Vorteil der Chancengleichheit, bedeutet aber auch, dass du dich im Vorfeld mit der verwendeten Hardware vertraut machen solltest.

Die Tastatur: Cherry KC 1000

Es handelt sich um eine handelsübliche Windows-Tastatur mit Nummernblock und mittlerer Höhe. Für rund 20 Euro kannst du dir das Modell im Handel besorgen – eine Investition, die sich lohnt. Denn: Wenn du normalerweise mit einer Mac-Tastatur, einer Logitech oder einem anderen Modell arbeitest, kann die Umstellung im Examen zur Stolperfalle werden. Die Abstände zwischen den Tasten, der Anschlag, die Position bestimmter Sonderzeichen – all das fühlt sich anders an. Deshalb ist es absolut empfehlenswert, deine Probeklausuren mit genau dieser Tastatur zu schreiben, um eine Routine aufzubauen.

Die Maus: Cherry MC 1000

Die Maus spielt eine deutlich untergeordnete Rolle. Du nutzt sie hauptsächlich zum Scrollen durch deine Lösung und zum Positionieren des Cursors. Eine Anschaffung ist hier weniger zwingend, schadet aber auch nicht.

Der Laptop: Lenovo ThinkPad T16

Der eingesetzte Laptop ist ein solides Lenovo-Gerät. Die genaue Hardware-Ausstattung ist für die Prüfung nebensächlich, entscheidender ist die Displaygröße. Wenn du normalerweise mit einem großen externen Monitor arbeitest, solltest du dich im Vorfeld an ein kleineres Laptop-Display gewöhnen. Der Unterschied kann durchaus spürbar sein, besonders wenn du lange Texte schreibst und zwischen verschiedenen Abschnitten hin- und herspringst.

Die Software: Einfach, aber speziell

Bundeseinheitlich kommt eine Software der Firma IQ zum Einsatz – und das ist gut so. Du arbeitest also nicht mit Microsoft Word oder Google Docs, sondern mit einem speziellen Schreibprogramm, das eher an WordPad erinnert. Der Funktionsumfang ist bewusst schlicht gehalten, bietet aber alles, was du für die Prüfung brauchst:

  • Grundlegende Formatierungen (fett, unterstrichen, Ausrichtung)
  • Kopieren, Ausschneiden, Einfügen
  • Seitenumbrüche einfügen
  • Aufzählungen erstellen
  • Tabellen einfügen (z. B. für Bilanzen)
  • PDF-Vorschau und Export

Das Gute: Du kannst die Software kostenlos im Demoportal der Firma testen. Das solltest du unbedingt tun, um dich mit der Bedienung vertraut zu machen. Übe, wie du Absätze setzt, Tabellen anlegst und zwischen Seiten navigierst. Jeder Handgriff muss sitzen, damit du im Examen nicht wertvolle Zeit verlierst.

Ein Beispiel: Du startest mit „Sachverhalt Teil 1, I. 1." und tippst deine Lösung. „A ist unbeschränkt einkommensteuerpflichtig gemäß § 1 Abs. 1 EStG, da er als natürliche Person (§ 1 BGB) seinen Wohnsitz gem. § 8 AO in Hamburg (Inland) hat." Du kannst Absätze setzen, Seitenumbrüche einfügen und bei Bedarf Tabellen für Bilanzen oder Übersichten erstellen. Die Formatierung ist dabei sekundär – wichtig ist, dass der Korrektor deine Struktur schnell erfassen kann.

Die Vorteile der digitalen Prüfung – und worauf du achten musst

Die digitale Steuerberaterprüfung bietet enorme Vorteile, aber nur, wenn du gut vorbereitet bist. Hier die wichtigsten Punkte:

Übersichtlichkeit und Lesbarkeit

Deine Lösung ist deutlich strukturierter und lesbarer als eine handschriftliche Ausarbeitung. Das erleichtert nicht nur dir die Arbeit, sondern vor allem dem Korrektor. Und je schneller der Korrektor deine Argumentation nachvollziehen kann, desto mehr Punkte kannst du sammeln. Alles, was unleserlich ist, darf theoretisch nicht bewertet werden – ein Risiko, das bei der digitalen Variante entfällt.

Kein Handschmerz mehr

Viele Prüflinge kämpfen in der Vorbereitung mit Sehnenscheidenentzündungen oder Schmerzen im Handgelenk. Sechs Stunden am Stück schreiben, mehrmals pro Woche – das ist körperlich belastend. Am Computer zu tippen ist deutlich komfortabler und schont deine Gesundheit.

Schnelligkeit – wenn du sie beherrschst

Wenn du das Zehn-Finger-System beherrschst, bist du am Computer deutlich schneller als mit Stift und Papier. Du kannst mehr Inhalte in kürzerer Zeit zu Papier bringen – ein riesiger Vorteil im zeitkritischen Examen. Aber Achtung: Wenn du mit zwei Fingern suchend über die Tastatur tippst, ist Handschrift die bessere Wahl. Investiere also rechtzeitig in einen Tippkurs oder übe intensiv, um deine Geschwindigkeit zu steigern.

Copy & Paste mit Vorsicht

Theoretisch könntest du Textbausteine kopieren und an verschiedenen Stellen einfügen. In der Praxis ist das aber mit Vorsicht zu genießen. Bei standardisierten Prüfungsschemata (z. B. bei einer VGA) kann das Sinn machen, bei individuellen Sachverhalten musst du aber jedes Mal anpassen – und das kostet Zeit und birgt Fehlerquellen. Übe daher genau, wann Copy & Paste wirklich einen Zeitvorteil bringt.

Technische Sicherheit

Eine häufige Sorge: Was passiert, wenn der Computer abstürzt? Keine Panik: Deine Fortschritte werden alle paar Sekunden automatisch gespeichert. Sollte ein Gerät ausfallen, bekommst du ein neues und kannst nahtlos weitermachen. In der Regel erhältst du auch ein paar Minuten zusätzliche Bearbeitungszeit als Ausgleich.

Individuelle Entscheidung

Die digitale Prüfung ist kein Automatismus zum Erfolg. Du musst ehrlich zu dir selbst sein: Beherrschst du das schnelle Tippen? Fühlst du dich am Computer wohler als mit Stift und Papier? Bist du bereit, die nötige Zeit in die Vorbereitung zu investieren? Wenn ja, dann nutze diese moderne Möglichkeit. Wenn nein, ist die handschriftliche Variante nach wie vor eine valide Option.

Die Vorbereitung bleibt der Schlüssel zum Erfolg!

Die Vorbereitung bleibt der Schlüssel zum Erfolg!

Fazit: Die Zukunft ist digital – aber Vorbereitung ist alles

Die digitale Steuerberaterprüfung ist mehr als nur ein technisches Update – sie ist ein Paradigmenwechsel, der die Prüfung näher an die moderne Berufspraxis heranführt. Die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Übersichtlichkeit, bessere Lesbarkeit, weniger körperliche Belastung und potenziell mehr Output in kürzerer Zeit. Doch diese Vorteile spielst du nur aus, wenn du dich intensiv vorbereitest.

Dein Action-Plan:

  1. Prüfe, ob dein Bundesland die digitale Prüfung anbietet – und ob du ein Wahlrecht hast.
  2. Besorge dir die Cherry KC 1000 Tastatur und übe damit deine Probeklausuren.
  3. Teste die IQ-Software im kostenlosen Demoportal und mache dich mit allen Funktionen vertraut.
  4. Trainiere deine Tippgeschwindigkeit – idealerweise mit dem Zehn-Finger-System.
  5. Simuliere Prüfungssituationen am Computer, um Routine aufzubauen.

Die digitale Prüfung ist die Zukunft. Wer sie für sich nutzt und die nötige Vorbereitung investiert, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Beobachte dich selbst: Wo stehst du aktuell? Was musst du noch trainieren? Und dann leg los – denn je früher du anfängst, desto sicherer wirst du am Prüfungstag sein.

ESH Examensvorbereitung

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