Fünf Strategien, die dein Ferienwohnungs-Business 2026 profitabel machen
Hendrik Kuhlmann mit seinem Buch: Zwei Zimmer, Küche, Cash. Foto: Paul Hoffmann
Du vermietest Ferienwohnungen oder Apartments – und spürst, dass die goldenen Zeiten vorbei sind? Die Margen schrumpfen, die Konkurrenz wächst, und manche Gastgeber werfen bereits das Handtuch. Doch es geht auch anders: Mit den richtigen Strategien kannst du nicht nur überleben, sondern 2026 richtig durchstarten. Henry Coolmann, Gründer von Bright und Gastgeb.de, betreibt mit seinem Team über 150 Apartments und Hotelzimmer an zehn Standorten in Deutschland. Seine Erfahrung zeigt: Wer jetzt smart agiert, sichert sich langfristig Erfolg und Unabhängigkeit.
Die Realität 2025: Warum viele Gastgeber aufgeben
Seit der Pandemie hat sich der Markt für Kurzzeitvermietung dramatisch verändert. Tausende neue Inserate sind online gegangen – manche professionell, viele improvisiert. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Gäste gestiegen: Schlechte Kommunikation, holprige Check-ins oder Reinigungsmängel werden heute gnadenlos abgestraft. Die angespannte Wirtschaftslage drückt zusätzlich auf die Preise, und viele Gastgeber kämpfen mit sinkenden Buchungszahlen oder einem regelrechten Preiskampf.
Die Folge? In Facebook-Gruppen häufen sich die Verkaufsanzeigen. Gastgeber ziehen sich zurück, weil sich das Geschäft nicht mehr rechnet. Hinzu kommt: Wohnungen ohne Genehmigungen werden konsequent geschlossen, neue Regulierungen auf EU-Ebene verschärfen die Lage. Wer keine Nutzungsänderung vorweisen kann, gerät zunehmend unter Druck.
Doch es gibt einen Weg aus der Krise – wenn du bereit bist, dein Business strategisch weiterzuentwickeln.

Ferienwohnung von BRIGHT in Bielefeld
Die fünf wichtigsten Hebel für 2026
Direktbuchungen: Schluss mit der Abhängigkeit von Booking & Co.
Der wichtigste Tipp vorweg: Hör auf, Provisionen zu verschenken. Es klingt unglaublich, aber es gibt immer noch Gastgeber, die Gäste, die direkt buchen möchten, auf Airbnb oder Booking verweisen. Das ist ein Fehler, der dich 12 bis 15 Prozent Marge kostet – bei jeder einzelnen Buchung.
Direktbuchungen bedeuten:
- Mehr Gewinn, weil keine Kommissionen anfallen
- Stammgäste, die eine persönliche Beziehung zu dir aufbauen
- Kontrolle über deine Gästekommunikation und Marketing
Bei Bright macht Direktbuchung mittlerweile Platz 2 aller Buchungskanäle aus. Wie? Durch konsequente Sichtbarkeit und eine durchdachte Buchungsstrecke.
So machst du Direktbuchungen richtig
Sei auffindbar. Ein Google Business-Eintrag ist Pflicht. Viele Gäste suchen nach einem Inserat auf Booking zunächst bei Google, ob sie direkt günstiger buchen können. Wenn du dort nicht auftauchst, buchen sie über das Portal – und du zahlst Provision.
Investiere in eine performante Webseite. Die meisten Buchungsmaschinen aus Verwaltungssystemen sind lahm und umständlich. Der Gast muss sich durchklicken, Formulare ausfüllen, Kalender durchforsten. Das nervt – und führt dazu, dass er abbricht und doch bei Booking bucht. Direktbuchung ist E-Commerce: Der Weg vom ersten Klick bis zur Bestätigung muss so reibungslos wie bei Amazon sein.
Biete immer den Bestpreis. Selbst wenn du auf Booking Rabatte wie Genius-Rate anbietest, muss der Preis bei dir direkt noch günstiger sein. Sonst bucht der Gast logischerweise dort, wo es bequem ist – und du verlierst Marge.
Nutze deine Apartments als Werbefläche. Platziere Hinweise in der Wohnung: „Beim nächsten Mal direkt buchen und 5 % sparen." Gib Gästen einen Promocode mit. Sprich Geschäftsreisende proaktiv an, die zum zweiten Mal über Booking buchen, und biete ihnen Direktbuchung an.
Dein Mindset sollte sein: Buchungsportale sind Entdeckungsplattformen für Neukunden. Die Folgebuchung gehört dir.
Gewerbeimmobilien: Der Schlüssel zum Wachstum
Wer ernsthaft wachsen möchte, stößt früher oder später an Grenzen – vor allem in Städten mit Zweckentfremdungssatzungen. Die Lösung? Gewerbeimmobilien umnutzen.
Seit der Pandemie stehen viele Büros und Einzelhandelsflächen leer. Eigentümer kämpfen mit Leerstand, weil Homeoffice und schwache Wirtschaftslage die Nachfrage drücken. Genau hier kommst du ins Spiel: Mit Serviced Apartments oder Ferienwohnungen bietest du ein Nutzungskonzept, das funktioniert.
Ein Beispiel: Das Bright-Haus in Dortmund mit 30 Apartments war früher die GEMA-Zentrale – reine Büroflächen. Nach dem Umbau läuft es hervorragend. Aber auch im Kleinen funktioniert das Prinzip: Eine 60-m²-Gewerbeeinheit, die schwer zu vermieten ist, kann zur attraktiven Ferienwohnung werden.
Der entscheidende Vorteil: Du entziehst keinen Wohnraum. In Städten wie Berlin oder Hamburg mit strengen Regulierungen kannst du so legal expandieren. Natürlich brauchst du eine Nutzungsänderung – aber die Mühe lohnt sich.

BRIGHT Apartmentgebäude in Dortmund - Frühere GEMA-Büros als Beispiel für Gewerbekonversion.
Legal bleiben: Genehmigungen sind kein Nice-to-have
Es gibt keine Grauzone mehr. Wer ohne Nutzungsänderung arbeitet, spielt mit dem Feuer. Die Kontrollen werden strenger, EU-Regulierungen verschärfen die Regeln weiter. Apartments ohne Genehmigung werden geschlossen – und das kann dich teuer zu stehen kommen.
Kümmere dich jetzt um die nötigen Genehmigungen. Nur so kannst du ruhig schlafen und musst dir über neue Regulierungen keine Sorgen machen. Legalität ist die Basis für nachhaltigen Erfolg.
KI nutzen: Weniger Aufwand, mehr Effizienz
Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr – sie ist heute schon im Einsatz und spart massiv Zeit und Kosten. Bei Bright werden 85 Prozent aller Gästenachrichten von KI beantwortet – in unter 30 Sekunden und besser, als es ein Mensch könnte.
Das bedeutet nicht, dass Mitarbeiter ihren Job verlieren. Es bedeutet, dass du dich auf wichtigere Dinge konzentrieren kannst, während die KI Routinefragen übernimmt:
- Gästekommunikation: „Kann ich bei euch waschen?" – Die KI kennt deine Immobilie und antwortet präzise.
- Telefon-KI: Eine KI geht ans Telefon und beantwortet Anfragen, bevor ein Mitarbeiter eingreifen muss.
- Zusatzverkäufe: Die KI bietet automatisch Upgrades, Early Check-in oder andere Services an.
Darüber hinaus gibt es Tools für Inseratsoptimierung, Fotoauswahl oder Performanceanalyse. KI hilft dir, datenbasiert bessere Entscheidungen zu treffen – und das bei deutlich weniger Aufwand.
Upselling: Zusatzleistungen bringen echte Marge
Ein Apartment ist nicht nur ein Bett für die Nacht – es ist eine Plattform für Zusatzverkäufe. Wer das versteht, verdient jeden Monat mehrere Tausend Euro extra. Bei Bright sind es regelmäßig vierstellige Beträge.
Was kannst du anbieten?
- Early Check-in / Late Check-out: 10 Euro pro Stunde – wird täglich gebucht.
- Super Late Check-out: Sonntags bis 15 Uhr für 35 Euro, wenn das Zimmer nicht gebraucht wird.
- Parkplätze: 5 bis 10 Euro – ohne spürbare Auswirkung auf Buchungszahlen oder Gästezufriedenheit.
- Zwischenreinigung, Upgrades, Snacks & Getränke: Alles, was dem Gast Komfort bietet, kann verkauft werden.
Wichtig: Die Buchung und Bezahlung muss einfach sein. Der Gast muss wissen, dass es die Leistung gibt – durch Hinweise in deinen Nachrichten, auf der Webseite oder in der Gästereise. Und die Abwicklung für dich muss simpel sein.
Selbst 50 bis 100 Euro Zusatzumsatz pro Apartment im Monat summieren sich über mehrere Einheiten schnell auf – und verbessern deine Marge spürbar.
Fazit: Jetzt handeln, nicht abwarten
Der Markt für Kurzzeitvermietung wird härter – aber nicht hoffnungslos. Wer jetzt strategisch denkt, Direktbuchungen aufbaut, KI einsetzt, legal arbeitet und kreativ mit Zusatzleistungen experimentiert, hat 2026 die Nase vorn.
Der größte Fehler wäre, auf bessere Zeiten zu warten. Die kommen nicht von allein. Aber mit den richtigen Maßnahmen kannst du dein Business profitabler, unabhängiger und zukunftssicher machen.
Also: Fang heute an. Optimiere deine Direktbuchung. Schau dir KI-Tools an. Biete deinen Gästen Mehrwert – und lass dir dafür bezahlen. Und vernetze dich mit anderen Gastgebern, tausche Erfahrungen aus und lerne von Best Practices. Nur gemeinsam bleibt die Branche stark.