Fütterungsroboter für große Betriebe: Wie Familie Kucher 300 Kühe automatisch füttert

Fütterungsroboter für große Betriebe: Wie Familie Kucher 300 Kühe automatisch füttert

Fütterungsroboter für große Betriebe: Wie Familie Kucher 300 Kühe automatisch füttert

Große landwirtschaftliche Betriebe benötigen oft bis zu vier Stunden täglich nur zum Füttern: Mehrere Gruppen, zahlreiche unterschiedliche Rationen.

So sah der Alltag von Familie Kucher aus, bis sie sich dafür entschieden haben zu automatisieren.

Nach einem halben Jahr mit dem autonomen Fütterungsroboter ARANOM von Hetwin fällt ihre Bilanz eindeutig aus:

„Wir können eigentlich nur Fürsprecher sein.“ In diesem Praxisbericht erfährst du, warum die automatische Fütterung für viele Betriebe eine sinnvolle Investition sein kann und wie ein einziger Roboter 300 Milchkühe plus Nachzucht zuverlässig versorgt.

Wenn Füttern zum Zeitfresser wird: Die Ausgangslage auf dem Betrieb Kucher

Der Milchviehbetrieb der Familie Kucher bewirtschaftet rund 250 Hektar, zur Hälfte Ackerland mit Silomais und Getreide, zur Hälfte Dauergrünland. Im Stall stehen etwa 300 Milchkühe plus weibliche Nachzucht, insgesamt über 500 Rinder.

Vor dem Stallneubau 2020 lief die Fütterung klassisch ab: Zwei Hauptmilchgruppen mit zwei Rationen, zweimal täglich frisch gemischt mit dem selbstfahrenden Futtermischwagen. Dazu kamen bis zu sieben verschiedene Rationen fürs Jungvieh.

Das Ergebnis? „Das war einfach wahnsinnig zeitaufwendig“, erinnert sich die Familie. Drei bis vier Stunden täglich nur fürs Füttern – Zeit, die woanders fehlte.

Der Stallneubau bot die Chance, die Abläufe neu zu denken: Wie lässt sich Arbeitspersonal sparen, der Betrieb optimieren und gleichzeitig die Tierversorgung verbessern?

Warum Hetwin? Die Suche nach dem passenden System

Kucher informierte sich bei verschiedenen Herstellern. Die Herausforderung war klar: Mit nur einem Roboter über 500 Tiere zu versorgen, ist keine Kleinigkeit.

Nicht jeder Hersteller konnte das abbilden. Relativ schnell kristallisierte sich Hetwin als beste Lösung heraus – der österreichische Hersteller aus Langkampfen in Tirol überzeugte nicht nur bei der Leistungsfähigkeit, sondern vor allem auch bei der Mischqualität.

Genau das war entscheidend: Bei hohem Kraftfutteranteil ist eine homogene Totalmischration essentiell für die Tiergesundheit.

Der Hof von Familie Kucher in Rosenberg, Baden-Württemberg.

Der Hof von Familie Kucher in Rosenberg, Baden-Württemberg.

Wie der Hetwin-Roboter arbeitet: Einmal befüllen, den Rest macht die Maschine

Der Ablauf ist simpel und genau das macht ihn so attraktiv. Morgens oder abends befüllt die Familie die Futterboxen mit Grassilage, Maissilage, Stroh, Mineralfutter und drei verschiedenen Kraftfuttersorten. Das dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Danach läuft alles vollautomatisch:

  • Der Roboter holt sich die Komponenten in programmierter Reihenfolge unter den Füllboxen
  • Er dosiert je nach Bedarf Wasser, um die Trockenheit auszugleichen
  • Alle Zutaten werden zu einer homogenen Ration gemischt
  • Der Roboter fährt zur Mischposition, lädt ab und verteilt das Futter gleichmäßig
  • Gleichzeitig schiebt er vorhandenes Futter an, sodass das ältere Futter zuerst gefressen wird

Das Besondere: Der ARANOM von Hetwin ist nicht schienengebunden, sondern fährt frei und autonom über den Hof.

Drei Hauptfutterachsen, ein alter Stall und zwei Neubauten, verschiedene Wege, kleine Steigungen – alles kein Problem. 

Leistung, die überzeugt: Die Zahlen nach einem halben Jahr

Nach sechs Monaten im Dauereinsatz sind die Ergebnisse beeindruckend:

  • 44 Mischungen pro Tag, über den ganzen Tag verteilt
  • 22 Stunden täglich im Einsatz (nur rund zwei Stunden Standzeit)
  • 26 bis 28 Tonnen Futter täglich, je nach Feuchtigkeit der Komponenten
  • Störungsunanfällig und zuverlässig im täglichen Betrieb

„Ich bin einfach wahnsinnig flexibel durch den Roboter. Die Boxen können morgens oder abends befüllt werden, auch von anderen Personen. Der Rest läuft von allein, auch am Wochenende.“

Michael Kucher, Landwirt aus Rosenberg

Was die automatische Fütterung wirklich bringt: Vorteile aus der Praxis

Zeitersparnis, die den Alltag verändert: Von drei bis vier Stunden Fütterung täglich auf nur noch 30 bis 45 Minuten zum Befüllen der Boxen, das ist nicht nur ein bisschen Zeit das man spart, sondern ein riesiger Unterschied in der täglichen Lebensqualität.

Mehr Freiraum im Tagesablauf, mehr Zeit am Wochenende, mehr Flexibilität für andere Aufgaben.

Immer frisches Futter statt großer Portionen: Statt ein oder zwei große Fütterungen gibt es jetzt viele kleine, frische Portionen über den Tag verteilt. Das Futter wird nicht alt, Futterreste gibt es kaum noch.

Keine Selektion mehr: Die homogene Mischung verhindert, dass die Kühe das Beste herauspicken und den Rest liegen lassen. „Wir haben seitdem eigentlich keine Selektion mehr", bestätigt Familie Kucher. Das ist besonders bei hohem Kraftfutteranteil wichtig für die Tiergesundheit.

Aktivere Tiere: Sobald der Roboter in die Futterachse einfährt, stehen die Kühe auf und kommen zum Trog. Das akustische Geräusch stört nicht – im Gegenteil, es regt zum Fressen und zur Bewegung an.

Nachhaltigkeit inklusive: Der Roboter läuft rein elektrisch. Der Strom kommt aus der eigenen Photovoltaikanlage und einer kleinen Biogasanlage, die mit Gülle betrieben wird. Kein Diesel, kein Lärm, keine Abgase.

Der Start: überraschend reibungslos

Die Familie war anfangs skeptisch – Robotertechnik war für sie Neuland. Die größte Umstellung: dass plötzlich viel weniger Futter auf einmal am Trog liegt. Statt großer Portionen gibt es jetzt viele kleine. Aber die Kühe gewöhnten sich innerhalb von ein bis zwei Tagen. Große Störungen? Fehlanzeige.

Michael Kucher beim Bedienen des ARANOM mit dem Smartphone.

Michael Kucher beim Bedienen des ARANOM mit dem Smartphone.

Warum Fütterungsroboter statt Melkroboter? Eine bewusste Entscheidung

Viele Betriebe denken bei Stallautomatisierung zuerst an Melkroboter. Familie Kucher entschied bewusst anders. Bei 300 Milchkühen wäre ein Melkroboter zu viel Arbeit gewesen, die Familie wollte zügig im Melkkarussell fertig sein und dann Zeit für andere Dinge haben. Das Füttern dagegen war besonders zeitintensiv und komplex. Somit war der Fütterungsroboter fast wichtiger als ein Melkroboter.

Eine Entscheidung, die sich ausgezahlt hat: Der Betrieb hat die gewünschte Größe erreicht und ist als Familie gut zu bewältigen und das mit genügend Zeit für andere Dinge im Leben.

Häufige Fragen zur automatischen Fütterung

Wie viel Zeit spart ein Fütterungsroboter wirklich?

Bei Familie Kucher reduzierte sich der tägliche Aufwand von drei bis vier Stunden auf nur noch 30 bis 45 Minuten zum Befüllen der Futterboxen. Der Rest läuft vollautomatisch.

Schafft ein einziger Roboter einen Betrieb mit 300 Kühen?

Ja, der Hetwin-Fütterungsroboter auf dem Betrieb Kucher fährt 44 Mischungen täglich, läuft 22 Stunden und mischt 26 bis 28 Tonnen Futter pro Tag.

Muss ein Fütterungsroboter an Schienen geführt werden?

Nein, der ARANOM fährt frei und autonom über den Hof. Verschiedene Futterachsen, alte und neue Ställe, unterschiedliche Wege und Steigungen sind kein Problem.

Stört der Roboter die Tiere?

Nein, die Gewöhnung dauert meist nur ein bis zwei Tage. Das Geräusch des Roboters stört nicht, sondern regt die Kühe sogar zum Aufstehen und Fressen an.

Was bringt der Roboter für die Tiergesundheit?

Durch die homogene Mischung gibt es keine Selektion mehr. Die Kühe bekommen über den Tag verteilt frisches Futter in gleichbleibender Qualität – wichtig für die Pansengesundheit, besonders bei hohem Kraftfutteranteil.

Lohnt sich eher ein Fütterungs- oder ein Melkroboter?

Das hängt vom Betrieb ab. Bei Familie Kucher war der Fütterungsroboter wegen des hohen Zeitaufwands und der Komplexität der Rationen die bessere Wahl. 

Im Stall stehen etwa 300 Milchkühe plus weibliche Nachzucht, insgesamt über 500 Rinder.

Im Stall stehen etwa 300 Milchkühe plus weibliche Nachzucht, insgesamt über 500 Rinder.

Fazit: „Wir können eigentlich nur Fürsprecher sein“

Nach einem halben Jahr zieht Familie Kucher eine durchweg positive Bilanz: Enorme Zeitersparnis, bessere Tiergesundheit, mehr Flexibilität, ein deutlich leichterer Arbeitsalltag. Der Betrieb ist als Familie gut zu bewältigen – mit genügend Zeit für andere Dinge im Leben.

Wenn du über Stallneubau, Modernisierung oder Automatisierung nachdenkst, solltest du nicht nur an Melkroboter denken. Oft ist es die automatische Fütterung, die den größten Unterschied macht – in der Arbeitszeit, in der Tiergesundheit und in deiner Lebensqualität.

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