Hashimoto: 5 Fakten, die jede Betroffene kennen sollte
Hannah ist Schilddrüsen-Expertin und litt selbst jahrelang an Hashimoto
Vielleicht hat dir eine Freundin davon erzählt oder du selbst hast die Diagnose von deinem Arzt erhalten und standest da, verwirrt und ohne wirkliche Erklärung. Hashimoto-Thyreoiditis klingt kompliziert und genau das ist es auch. Es handelt sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, die Millionen Menschen betrifft. In diesem Artikel erfährst du die 5 wichtigsten Basics zu Hashimoto – verständlich, praxisnah und ohne medizinisches Fachchinesisch.
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Die Endung „-itis" zeigt in der Medizin immer an, dass es sich um eine Entzündung handelt. Diese kann durch verschiedene Ursachen entstehen, doch die Folge ist immer eine Autoimmunreaktion.
Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich dein Immunsystem gegen deinen eigenen Körper. Statt Bakterien oder Viren zu bekämpfen, greift es körpereigenes Gewebe an, in diesem Fall die Schilddrüse. Aber Achtung: Dein Immunsystem will dir nicht schaden! Es versucht im Gegenteil, die Entzündung in der Schilddrüse zu stoppen, indem es Antikörper bildet. Diese Antikörper sind im Blut nachweisbar und ein wichtiger Hinweis auf die Diagnose.
Hashimoto gehört übrigens zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt. Der Name geht auf den japanischen Arzt Hakaru Hashimoto zurück, der die Krankheit bereits 1912 erstmals beschrieb, auch wenn ihr volles Ausmaß erst nach seinem Tod verstanden wurde.

Deine Schilddrüse kann sich durch Hashimoto sowohl verkleinern als auch vergrößern
Warum sind vor allem Frauen betroffen?
In Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen von Hashimoto betroffen. Frauen erkranken darunter etwa zehnmal häufiger an Hashimoto als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Erfahrungsgemäß spielen aber häufig folgende Faktoren eine Rolle:
- Hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille
- Lange Diätphasen (z.B. Kalorienreduktion, Low Carb, Vegetarisch / Vegan)
- Anhaltender Stress über längere Zeit
- Hormonelle Umstellungen in verschiedenen Lebensphasen (z.B. nach Schwangerschaft oder Wechseljahren)
Zusätzliche Begleiterkrankungen
Zudem treten bei Hashimoto oft weitere Autoimmunerkrankungen oder Beschwerden auf. Dazu gehört beispielsweise Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt. Ebenso kommt es nicht selten zu Folgeerkrankungen wie Endometriose, PCOS oder Rheuma.
Auch Zöliakie, eine ausgeprägte Glutenunverträglichkeit, kann im Zusammenhang mit Hashimoto stehen. Darüber hinaus sind Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 sowie Morbus Addison, eine Erkrankung der Nebennieren, mögliche begleitende Erkrankungen.

Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Sie erkranken etwa zehnmal so oft an Hashimoto wie Männer.
Wie verläuft die Erkrankung?
Schübe, Unter- und Überfunktion
Hashimoto verläuft, wie viele Autoimmunerkrankungen, schubweise. Es gibt Phasen, in denen die Beschwerden sehr stark sind (ein sogenannter Schub) und Phasen, in denen du dich nahezu beschwerdefrei fühlst.
Während eines Schubs kann es sowohl zu einer Überfunktion als auch zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen, manchmal sogar gleichzeitig. Genau das macht die Diagnose oft so schwierig. Typischerweise beginnt Hashimoto häufig mit einer Überfunktion, die später in eine Unterfunktion übergeht.
Schübe können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen starker Stress, Ernährungsumstellungen oder eine unpassende Ernährung sowie anhaltender Schlafmangel. Auch einschneidende Lebensveränderungen wie ein Umzug, ein Jobwechsel oder eine Trennung können einen Schub begünstigen.
Symptome: So äußert sich Hashimoto
Die Symptome hängen stark davon ab, ob du dich gerade in einer Über- oder Unterfunktion befindest.
Typische Anzeichen einer Unterfunktion sind vor allem starke Müdigkeit und anhaltende Erschöpfung. Häufig treten zudem trockene Haut, Akne oder spröde Lippen auf. Viele Betroffene berichten über Haarausfall und brüchige Haare sowie ein ständiges Frieren mit kalten Händen und Füßen. Auch eine unerklärliche Gewichtszunahme und unregelmäßige oder schmerzhafte Menstruationszyklen können Hinweise auf eine Unterfunktion sein.
Typische Anzeichen einer Überfunktion zeigen sich dagegen oft ganz anders: Starkes Schwitzen, Zittrigkeit und innere Unruhe sind häufige Beschwerden. Hinzu kommen Herzrasen und eine ungewollte Gewichtsabnahme.

Bei Hashimoto können sowohl Symptome einer Überfunktion als auch einer Unterfunktion auftreten
Gut zu Wissen: Hashimoto ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Es gibt aber auch akute Entzündungen der Schilddrüse (subakute Thyreoiditis), die oft mit Halsschmerzen einhergehen. Auch daraus kann sich langfristig ein Hashimoto entwickeln.
So wird Hashimoto diagnostiziert
Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Blutuntersuchung beim Arzt. Dabei werden spezifische Antikörper gemessen:
- TPO-Antikörper (gegen Schilddrüsenperoxidase)
- TG-Antikörper (gegen Thyreoglobulin)
Zusätzlich wird meist der TSH-Wert bestimmt, um festzustellen, ob eine Unter- oder Überfunktion vorliegt. Ideal ist es, wenn auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 gemessen werden. Außerdem gibt ein Ultraschall der Schilddrüse Aufschluss über Größe und Struktur des Organs.
Was passiert mit der Schilddrüse?
Schrumpfen oder wachsen?
Bei Hashimoto gibt es zwei mögliche Verlaufsformen, die die Größe der Schilddrüse beeinflussen:
Zum einen gibt es die atrophe Form, bedeutet: Die Schilddrüsenzellen werden durch die Immunreaktion zerstört, darunter leider auch hormonbildende Zellen. Die Schilddrüse wird dadurch kleiner. Diese Form tritt in Deutschland häufiger auf.
Zusätzlich gibt es die hypertrophe Form. Die Schilddrüsenzellen vermehren sich, die Schilddrüse wird größer. Es kann ein Kropf (Struma) entstehen. Diese Form ist seltener, wird aber schneller diagnostiziert, weil der Kropf sichtbar ist.
Was kannst du tun?
Schilddrüsenhormone als Basis
Die Standardtherapie bei Hashimoto besteht bei etwa 90 Prozent der Betroffenen aus der Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten wie L-Thyroxin. Dabei handelt es sich um das Schilddrüsenhormon T4 in künstlicher Form. Normalerweise produziert die Schilddrüse dieses Hormon selbst, das dann in Leber und Darm in das aktive Hormon T3 umgewandelt wird.
Viele Betroffene spüren durch die Medikamente eine Besserung, doch längst nicht alle. Trotz "guter Blutwerte" leiden viele weiterhin unter:
- Langsamen Stoffwechsel
- Gewichtszunahme
- Periodenschmerzen
- Haarausfall
- Unerfülltem Kinderwunsch
- Starken Wechseljahresbeschwerden
- Frieren oder Hitzewallungen

Hannah lebt mittlerweile ohne Hashimoto und benötigt keine Medikamente mehr
Die wahren Ursachen angehen
Der Grund: Die Medikamente behandeln nur die Symptome, nicht die Ursache. Hashimoto ist in den meisten Fällen keine angeborene Erkrankung. Sie entwickelt sich im Laufe des Lebens. Häufig geschieht dies im Zusammenhang mit einer unerkannten Schilddrüsenunterfunktion, chronischen Darmerkrankungen oder anhaltenden Verdauungsproblemen. Auch eine Dysbalance der Nebennieren mit dauerhaft erhöhten Cortisolwerten kann eine Rolle spielen.
Darüber hinaus stehen hormonelle Störungen wie das PCO-Syndrom oder eine Östrogendominanz, also ein Ungleichgewicht von zu viel Östrogen im Verhältnis zu Progesteron, im Verdacht, die Entstehung zu begünstigen. Eine Östrogendominanz kann die Thymusdrüse blockieren, die eine zentrale Rolle im Immunsystem spielt. Zudem kann zu viel Östrogen die B-Zellen des Immunsystems anregen, Hashimoto-Antikörper zu bilden.
Interne Faktoren, die Hashimoto verstärken:
- Schilddrüsen- und darmunfreundliche Ernährung
- Zu viele Phytoöstrogene
- Diäten und Mangelernährung (zu wenig Kalorien, Kohlenhydrate, fettlösliche Vitamine)
- Vegane Ernährung ohne ausreichende Nährstoffzufuhr
Externe Faktoren:
- Umweltgifte (z. B. Xenoöstrogene in Parfüm, Möbeln, Kleidung)
- Psychischer Stress
- Lichtmangel oder falsche Lichtfrequenzen
Fazit: Löse die Ursache
Hashimoto ist komplex, aber nicht unkontrollierbar. Die Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten ist wichtig und oft unverzichtbar. Doch parallel kannst du durch gezielte Ernährungsanpassungen und Lebensstiländerungen aktiv an den Ursachen arbeiten.
Ziel ist es, die Entzündung zu reduzieren, die Hormonbalance wiederherzustellen und deinem Körper zu helfen, wieder besser zu funktionieren, damit Schilddrüse, Leber und Darm ihre Aufgaben erfüllen können. Verstehe die Zusammenhänge, beobachte deinen Körper und suche dir kompetente Unterstützung. Du hast es verdient, dich gut zu fühlen!
Du möchtest tiefer in das Thema Schilddrüse eintauchen? Hannah litt selbst viele Jahre an Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Durch die natürliche Aktivierung ihrer Schilddrüse hat sie über 25 Kilo abgenommen und braucht heute keine Medikamente mehr.
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