Hetwin Astor Einstreuroboter: Praxistest, Vorteile & Erfahrungen

Hetwin Astor Einstreuroboter: Praxistest, Vorteile & Erfahrungen

Hetwin Astor Einstreuroboter: Praxistest, Vorteile & Erfahrungen

Saubere, trockene Liegeboxen sind die Grundlage für gesunde Kühe und niedrige Zellzahlen. Doch das tägliche Einstreuen kostet eine Menge Zeit. Auf größeren Milchviehbetrieben kann das tägliche Einstreuen mehrere Stunden Arbeitszeit binden – Zeit, die anderswo dringender gebraucht wird.

Während Melkroboter längst zum gewohnten Bild moderner Milchviehställe gehören, wird ein anderer Arbeitsgang oft übersehen: Das Einstreuen.

Dabei kann genau hier ein entscheidender Hebel liegen – für mehr Stallruhe, bessere Tiergesundheit und echte Arbeitszeitentlastung.

Der Hetwin Astor erledigt das Einstreuen vollautomatisch, ohne dass jemand den Stall betreten muss. Und er tut es so leise, dass die Kühe kaum aufschauen.

Was ist der Hetwin Astor?

Der Hetwin Astor ist ein vollautomatisches Einstreusystem des österreichischen Herstellers Hetwin Automation Systems aus Tirol.

Er übernimmt eine der zeitintensivsten Routinearbeiten im Stall: Das tägliche Einstreuen der Liegeboxen, komplett selbstständig.

Das System besteht aus zwei Komponenten: Einem Vorratsbehälter, der bis zu zwei Quaderballen oder drei Rundballen fasst und einem schienengeführten Einstreuroboter, der unter der Stalldecke hängt. Die Steuerung erfolgt per PC, Smartphone oder Touchdisplay.

Wann, wo und wie viel eingestreut werden soll, lässt sich individuell programmieren.

Der Roboter fährt akkubetrieben und nahezu lautlos über die Liegeboxen.

Durch das Deckenschienensystem bleibt der Boden frei, der Hoflader muss nicht mehrmals täglich durch den Stall fahren. Das bedeutet weniger Unruhe, weniger Verschleiß und deutlich mehr Flexibilität bei der Stallplanung.

Das System besteht aus zwei Komponenten: Einem Vorratsbehälter, der bis zu zwei Quaderballen oder drei Rundballen fasst und einem schienengeführten Einstreuroboter.

Das System besteht aus zwei Komponenten: Einem Vorratsbehälter, der bis zu zwei Quaderballen oder drei Rundballen fasst und einem schienengeführten Einstreuroboter.

Welche Einstreumaterialien verarbeitet der Astor?

Der Astor ist flexibel in der Materialwahl. Er verarbeitet:

  • Stroh (max. 5 cm Schnittlänge)
  • Sägespäne
  • Holzspäne
  • Gülle-Separationsmaterial (auch in Kombination mit Kalk)

Diese Vielseitigkeit macht den Astor interessant für Betriebe, die regional unterschiedliche Einstreumaterialien nutzen oder auf Separationsmaterial aus der eigenen Gülle setzen möchten.

Praxis pur: Familie Bühler aus Baden-Württemberg

Wie sich der Astor im Alltag bewährt, zeigt ein Blick nach Hittisweiler im Landkreis Ravensburg.

Familie Bühler bewirtschaftet dort einen Milchviehbetrieb mit 150 Kühen, kombiniert mit Ackerbau, Grünland und Weihnachtsbaumkultur. Im Sommer 2025 ging der neue Stall in Betrieb – mit Melkroboter, automatischer Entmistung und dem Einstreuroboter Astor.

Familie Bühler bewirtschaftet dort einen Milchviehbetrieb mit 150 Kühen.

Familie Bühler bewirtschaftet dort einen Milchviehbetrieb mit 150 Kühen.

„Das Melken zu automatisieren, da reden die meisten darüber, aber das Einstreuen ist auch ein enormer Arbeitszeitaufwand – wenn man einen Melkroboter baut, könnte man einen Einstreuroboter mitnehmen.“

Julius Bühler, Landwirt

Und die Skepsis? Längst verflogen. „Mittlerweile kann ich mir den Roboter eigentlich nicht wegdenken“, sagt Julius Bühler heute.

Die Zahlen sprechen für sich

Vorher investierte Familie Bühler täglich ein bis zwei Stunden ins Einstreuen. Im neuen, größeren Stall wären es sogar zwei bis drei Stunden geworden.

Heute füllt Julius nur noch zweimal pro Woche den Vorratsbehälter: Ein Arbeitsgang, der in wenigen Minuten erledigt ist. „Am Sonntagmorgen schnell zwei Ballen in den Bunker und fertig“, beschreibt er den neuen Ablauf.

Der Astor streut bei Bühler auch den Abkalbe- und Krankenbereich automatisch ein, je nach Belegung zwei bis fünf Mal täglich – in kleinen, dosierten Mengen. Das hält die Liegeflächen konstant trocken, ohne Material zu verschwenden.

Wie reagieren die Kühe auf den Roboter?

Eine häufige Sorge: Erschrecken die Tiere, wenn plötzlich ein Roboter über ihnen fährt? Die Erfahrung der Familie Bühler zeigt das Gegenteil.

„Die Kühe haben am Anfang kurz aufgeschaut, eher neugierig. Ganz entspannt haben sie das aufgenommen.“

- Julius Bühler, Landwirt

Der Grund: Der Astor hängt an der Decke, bewegt sich ruhig und ist akkubetrieben nahezu lautlos unterwegs. Die Tiere nehmen ihn als Teil ihrer Umgebung wahr.

Vorteile des Hetwin Astor auf einen Blick

  • Arbeitszeitersparnis: Bis zu 2–3 Stunden täglich eingespart, nur noch Nachfüllen nötig
  • Bessere Tiergesundheit: Trockene Liegeflächen durch mehrmaliges, dosiertes Einstreuen pro Tag
  • Geringerer Strohverbrauch: Mehrfachgabe in kleinen Mengen reduziert Materialverschwendung
  • Kontrolliertere Stallhygiene: Programmierbare Einstreuzeiten, auch nachts oder am Wochenende
  • Lautloser Betrieb: Kein Lärm, keine Unruhe im Stall, mehr Stallruhe
  • Materialflexibilität: Stroh, Späne, Separationsmaterial – individuell anpassbar
  • Geringes Gewicht: Einfache Nachrüstung, kaum statische Mehrkosten an der Decke

Für welche Betriebe lohnt sich der Astor?

Der Astor wird in unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt:

  • Milchviehbetriebe
  • Bullen- und Rindermastbetriebe
  • Schweinebetriebe

Als Faustregel gilt: Wenn das tägliche Einstreuen mehr als 30 bis 60 Minuten beansprucht oder parallel ein Melkroboter im Stall arbeitet, rechnet sich die Investition meist schon über die eingesparte Arbeitszeit.

Hinzu kommen weitere Effekte wie geringerer Strohverbrauch, weniger Verschleiß am Hoflader und bessere Eutergesundheit durch konstant trockene Liegeflächen.

Astor oder Athos? Welche Lösung passt zu welchem Betrieb?

Hetwin bietet neben dem Astor auch den Athos an: Ein Roboter, der zusätzlich zum Einstreuen auch füttern kann. Welches System passt zu dir?

  • Astor: Die reine Einstreulösung. Ideal für größere Betriebe, die bereits einen separaten Fütterungsroboter nutzen oder planen.
  • Athos mit Einstreumodul: Kombilösung für Klein- und Mittelbetriebe, die sowohl beim Füttern als auch beim Einstreuen automatisieren wollen.

Die Entscheidung hängt von deiner Betriebsgröße, dem Stallkonzept und der bestehenden Automatisierung ab.

Wann lohnt sich die Anschaffung?

Die Wirtschaftlichkeit eines Einstreuroboters ergibt sich nicht aus einem einzelnen Anschaffungspreis, sondern aus der Summe mehrerer Effekte:

  1. Eingesparte Arbeitsstunden: Bei Familie Bühler reduziert sich der tägliche Einstreuaufwand von ein bis drei Stunden auf wenige Minuten Befüllzeit alle paar Tage – das summiert sich übers Jahr auf hunderte freie Arbeitsstunden.
  2. Geringerer Strohverbrauch: Dosierte Mehrfachgabe spart Material.
  3. Weniger Verschleiß am Hoflader: Weniger Fahrten, weniger Diesel, weniger Wartung.
  4. Bessere Eutergesundheit: Trockene Liegeflächen senken das Risiko für Mastitiden und hohe Zellzahlen.

Konkrete Investitionssummen variieren stark je nach Stallaufbau, Schienenlänge und gewünschter Konfiguration.

Der Astor hängt an der Decke, bewegt sich ruhig und ist akkubetrieben nahezu lautlos unterwegs. 

Der Astor hängt an der Decke, bewegt sich ruhig und ist akkubetrieben nahezu lautlos unterwegs. 

Häufig gestellte Fragen zum Hetwin Astor

Wie oft streut der Astor pro Tag ein? Das ist frei programmierbar. Ob einmal, dreimal oder fünfmal täglich – du legst die Zeitpunkte und Mengen fest. Mehrmaliges Einstreuen in kleinen Mengen hält die Liegeflächen konstanter trocken.

Welche Strohqualität braucht der Astor?
Das Stroh sollte trocken sein und eine maximale Schnittlänge von 5 cm haben. Diese Anforderung erfüllen die meisten handelsüblichen Ballenpressen.

Wie laut ist der Roboter?
Der Astor ist nahezu lautlos unterwegs. Der akkubetriebene Antrieb sorgt für einen geräuscharmen Betrieb, der die Tiere nicht stört.

Kann der Astor in Bestandsställen nachgerüstet werden?
Ja. Durch das geringe Gewicht des Deckenschienensystems fallen kaum statische Mehrkosten an. Eine Nachrüstung ist in vielen Bestandsställen technisch möglich.

Welche Wartung fällt an?
Regelmäßig sollten Dosierer, Förderband und Akku kontrolliert werden. Der Wartungsaufwand ist überschaubar und lässt sich gut in den Betriebsablauf integrieren.

Lässt sich der Astor mit anderen Stallrobotern kombinieren?
Absolut. Der Astor arbeitet problemlos parallel zu Melkrobotern, Entmistungssystemen und Fütterungsrobotern. Die verschiedenen Systeme ergänzen sich ideal.

Fazit: Der unterschätzte Hebel im automatisierten Stall

Wenn der Melkroboter kommt, sollte der Einstreuroboter gleich mitgeplant werden.

Denn was nützt die Automatisierung beim Melken, wenn zweimal täglich der Hoflader lautstark durch den Stall fährt?

Der Hetwin Astor sorgt dafür, dass die Stallruhe, die automatisierte Systeme den Tieren bringen sollen, nicht durch das Einstreuen untergraben wird.

Die Praxis zeigt: Landwirte wie Julius Bühler, die anfangs skeptisch waren, wollen den Astor heute nicht mehr missen.

Die Kombination aus Arbeitszeitentlastung, besserer Tiergesundheit und mehr Flexibilität macht den Einstreuroboter zu einem unterschätzten Hebel im modernen Milchviehstall.

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