Indium: Das Metall, das jeder täglich nutzt und kaum jemand kennt
Indium: Das Metall, das jeder täglich nutzt und kaum jemand kennt
Du hast heute wahrscheinlich schon mehrfach mit Indium zu tun gehabt, ohne es zu wissen. Beim Entsperren deines Handys. Am Touchscreen im Auto, während du das Navi eingestellt hast. Vielleicht sogar an der Kaffeemaschine mit Touchdisplay heute Morgen. Und trotzdem: Frag zehn Menschen auf der Straße nach Indium, und neun werden dich fragend anschauen. Genau das macht dieses Metall für mich so faszinierend.
Ich bin Nadine Rajner, und ich arbeite seit über 18 Jahren gemeinsam mit meiner Familie bei NMD Metalpowders im internationalen Rohstoffhandel.
Metalle wie Indium begleiten mich beruflich seit Jahren, sie sind unsichtbare Helden unserer modernen Welt. In diesem Artikel nehme ich dich mit in die Welt eines Metalls, über das kaum jemand schreibt, das aber in fast jedem Bildschirm steckt, den du täglich berührst.
Was ist Indium und wo steckt es überall drin
Indium ist ein weiches, silbrig-weißes Metall mit einem Schmelzpunkt von rund 157 Grad Celsius. Es ist so weich, dass du es tatsächlich mit einem gewöhnlichen Messer schneiden könntest, ein Effekt, der auf Vorträgen immer wieder für erstaunte Gesichter sorgt. Doch seine wahre Bedeutung entfaltet Indium nicht in reiner Form, sondern in einer Verbindung: Indiumzinnoxid, kurz ITO.
ITO ist deshalb so besonders, weil es zwei Eigenschaften vereint, die sich eigentlich ausschließen: Es ist transparent und gleichzeitig elektrisch leitfähig. Genau diese Kombination braucht jeder moderne Touchscreen. Ohne eine hauchdünne ITO-Schicht könnte dein Smartphone-Display weder Licht durchlassen noch deine Berührung registrieren.

Rund 60 Prozent des weltweiten Indiums fließen in Touchscreens und Displays, der Rest in Halbleiter, Lote, Photovoltaik und Glasfasertechnik.
Der größte Teil der weltweiten Indium-Nachfrage entfällt entsprechend auf ITO. Rund 60 Prozent des gesamten Indiums fließen so in Touchscreens und Displays: Smartphones, Tablets, Fernseher, Navigationsgeräte, Bedienfelder von Haushaltsgeräten.
Daneben findet Indium Anwendung in Halbleitern, in Loten und Speziallegierungen, in der Dünnschicht-Photovoltaik sowie in Komponenten für Glasfasertechnik. Und noch etwas Bemerkenswertes: Bis heute gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für ITO. Forscher experimentieren mit Alternativen wie Graphen, aber ein industriereifer Ersatz ist bislang nicht in Sicht.
Warum Indium so selten ist wie kaum ein anderes Metall
Jetzt wird es spannend. Die Erdkruste enthält im Durchschnitt gerade einmal etwa 0,24 Gramm Indium pro Tonne Gestein. Stell dir eine Tonne Fels vor, das Gewicht eines Kleinwagens, und darin steckt eine Menge Indium, die kaum das Gewicht einer Büroklammer erreicht.
Wie wenig das in Summe ist, zeigt die Jahresproduktion: Weltweit werden nur rund 900 bis 1.000 Tonnen Indium pro Jahr raffiniert, nach aktuellen Branchendaten etwa 930 Tonnen.
Zum Vergleich: Bei Gold sind es rund 3.000 Tonnen, bei Silber etwa 25.000 Tonnen.

Die weltweite Jahresproduktion im Vergleich: Indium ist mit rund 930 Tonnen ein winziger Markt neben Gold und Silber.
Die gesamte jährliche Weltproduktion an Indium würde auf wenige Lastwagen passen. Für einen Rohstoff, der in Milliarden elektronischer Geräte steckt, ist das erstaunlich wenig.
Diese Seltenheit allein wäre schon bemerkenswert, doch es kommt ein zweiter Faktor hinzu, der die Sache noch interessanter macht.
Es gibt weltweit keine eigenständigen Indium-Minen. Eine gezielte Förderung wäre schlicht unwirtschaftlich. Stattdessen fallen rund 90 Prozent der Primärproduktion als Nebenprodukt der Zinkverhüttung an.
Das bedeutet: Die Indium-Menge auf dem Markt hängt nicht davon ab, wie groß der Bedarf an Indium ist, sondern davon, wie viel Zink produziert wird. Hinzu kommt: Das Recycling von Indium ist komplex und aufwendig. Einmal in Displays verbautes Indium kehrt daher nur selten in den Markt zurück.
Wenn du meinen Artikel über Silber kennst, kommt dir dieses Muster bekannt vor.
Silber als Wertanlage 2026: Steigende Nachfrage durch KI, Technik und Industrie
Auch Silber wird zu einem erheblichen Teil als Nebenprodukt anderer Metallförderung gewonnen. Die Folge ist bei beiden Metallen ähnlich: Steigt die Nachfrage, kann das Angebot nicht einfach hochgefahren werden. Es bleibt an eine fremde Produktionskette gekoppelt, die sich an anderen wirtschaftlichen Logiken orientiert.
China, Lieferketten und die strategische Dimension
Ein weiterer Aspekt, der Indium strategisch bedeutsam macht, ist die geografische Konzentration der Förderung.
China steht laut dem United States Geological Survey für rund 70 Prozent der Weltproduktion und ist zugleich der führende Exporteur. Damit liegt die Kontrolle über einen Großteil des weltweiten Angebots in der Hand eines einzigen Landes.
Mitte 2026 wird öffentlich diskutiert, ob China auch für Indium Exportbeschränkungen prüfen könnte, ähnlich wie es seit April 2025 bereits bei mehreren Seltenen Erden geschehen ist. Ich formuliere das bewusst vorsichtig, denn beschlossen ist hier nichts, es handelt sich um eine Diskussion, die man beobachten sollte, nicht um eine feststehende Tatsache.

China steht für rund 70 Prozent der weltweiten Indium-Produktion und ist zugleich führender Exporteur.
Für Europa bedeutet das eine hohe Abhängigkeit von einem einzigen Lieferland für einen Rohstoff, der für Displays, Halbleiter und zahlreiche Zukunftstechnologien benötigt wird.
Indium als physischer Sachwert
Technologiemetalle wie Indium lassen sich physisch erwerben und lagern. Damit bilden sie neben Gold und Silber eine eigene, spezialisierte Sachwert-Kategorie. Doch hier möchte ich ehrlich bleiben, denn genau das erwarte ich auch von jedem, der mir etwas über Rohstoffe erklärt.
| Aspekt | Klassisches Anlagegold | Physisches Indium |
|---|---|---|
| Handelsplatz | Börsengehandelt, hohe Transparenz | Kein Börsenhandel, physischer Handel zwischen Produzenten, Händlern und Industrie |
| Markttiefe | Sehr groß, liquide | Klein, spezialisiert |
| Preisschwankungen | Vorhanden, aber vergleichsweise etabliert | Können ausgeprägter ausfallen |
| Informationsbedarf | Überschaubar | Höher, bei Auswahl, Qualität und Verwahrung |
| Laufende Erträge | Keine | Keine |
Indium wird nicht an der Börse gehandelt, sondern direkt zwischen Produzenten, Händlern und Industrie. Der Markt ist deutlich kleiner als bei Edelmetallen, die Preise können stärker schwanken, und du brauchst mehr Fachwissen, um Qualität, Herkunft und Lagerung richtig einzuschätzen. Laufende Erträge wie Zinsen oder Dividenden gibt es nicht, das gilt aber grundsätzlich für alle physischen Sachwerte.
Ich gebe an dieser Stelle bewusst kein Renditeversprechen und keine Preisprognose ab. Indium eignet sich aus meiner Erfahrung eher als Baustein für Anleger, die ihre Sachwert-Seite gezielt um Technologiemetalle erweitern möchten, nicht als Einstiegspunkt für den allerersten Sachwert-Kauf.
Fazit: Ein unsichtbarer Baustein moderner Technik
Indium zeigt eindrucksvoll, dass Technologiemetalle das Fundament unseres technologischen Fortschritts sind. Ohne sie gäbe es keine Smartphones, keinen Thermomix und viele Anwendungen der künstlichen Intelligenz wären nicht denkbar.
Wer sich grundsätzlich mit Sachwerten beschäftigt, sollte diese Kategorie zumindest kennen, auch wenn sie nicht für jeden der richtige erste Schritt ist.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie Technologiemetalle wie Indium in eine durchdachte Sachwert-Strategie passen können, lade ich dich ein zu einem kostenlosen Beratungsgespräch.
Ich begleite vorwiegend Unternehmerinnen und vermögende Privatanleger, die ihr Vermögen langfristig unabhängiger aufstellen möchten.
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Ich freue mich auf dich!
Häufige Fragen zum Thema
Was ist Indium und wofür wird es verwendet?
Indium ist ein weiches, silbrig-weißes Metall, das vor allem als Indiumzinnoxid (ITO) eingesetzt wird, einer transparenten und zugleich elektrisch leitfähigen Beschichtung. Diese Verbindung steckt in Touchscreens und Displays von Smartphones, Tablets, Fernsehern und Navigationsgeräten, außerdem in Halbleitern, Loten und Speziallegierungen sowie in der Dünnschicht-Photovoltaik.
Warum ist Indium so selten?
Indium kommt in der Erdkruste nur als Spurenelement vor, im Schnitt etwa 0,24 Gramm pro Tonne Gestein. Es gibt keine eigenen Indium-Minen, rund 90 Prozent der Produktion fallen als Nebenprodukt der Zinkverhüttung an, wodurch sich das Angebot nicht unabhängig von der Zinkproduktion steigern lässt.
Kann man Indium als Privatanleger physisch kaufen?
Ja, physisches Indium wird üblicherweise in Barrenform über spezialisierte Händler gehandelt. Da es sich um einen kleinen Markt handelt, ist der Informationsbedarf höher als bei klassischem Anlagegold, seriöse Beschaffung und fachgerechte Lagerung spielen eine wichtige Rolle. Dies stellt keine Anlageempfehlung dar.
Wie entwickelt sich der Indium-Preis?
Der Preis für Indium wird nicht an einer Börse gebildet, sondern im physischen Handel zwischen Produzenten, Händlern und Industrie, und kann stark schwanken. Das liegt daran, dass das Angebot als Nebenprodukt der Zinkverhüttung nur begrenzt flexibel ist, während die Industrienachfrage variieren kann. Seriöse Preisvorhersagen sind daher nicht möglich, wer sich mit Technologiemetallen beschäftigt, sollte eher langfristig denken.
Wie werden Gewinne aus physischen Technologiemetallen besteuert?
Für Privatanleger können Gewinne aus dem Verkauf physischer Technologiemetalle nach einer Haltedauer von zwölf Monaten gemäß § 23 EStG in Deutschland steuerfrei sein. Das gilt ausschließlich für das Privatvermögen, Käufe aus dem Firmenvermögen, etwa über eine GmbH, werden regulär besteuert. Kläre deine individuelle Situation immer mit deinem Steuerberater ab.
Disclaimer:
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Gewinne aus dem Verkauf von physischen Edel-, Technologiemetallen und Seltenen Erden können nach 12 Monaten Haltedauer gemäß § 23 EStG in Deutschland steuerfrei sein. Die tatsächliche Besteuerung hängt von den persönlichen Verhältnissen ab und kann sich ändern.
Keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung: Die Informationen in diesem Beitrag dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Sie sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Edel- und Technologiemetallen, Seltenen Erden oder anderen Finanzinstrumenten zu verstehen. Eine Haftung für finanzielle Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen entstehen, wird ausgeschlossen.