Ist Make datenschutzkonform?
Ist Make datenschutzkonform? Frank Müns erklärt
Automatisierung ist für kleine und mittelständische Unternehmen längst kein Luxus mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Tools, wie Make, versprechen schnelle Workflows, nahtlose Verknüpfungen zwischen CRM, E-Mail, Support und Formularen. Doch genau hier beginnt das Problem: Sobald personenbezogene Daten automatisiert zwischen verschiedenen Systemen fließen, reicht es nicht mehr aus, „einfach nur Workflows zu bauen" und „schnell live zu gehen". Denn ohne saubere Planung und rechtliche Absicherung bauen Sie sich möglicherweise eine Schatten-IT auf, die Sie später teuer zu stehen kommen kann.
Der trügerische Trugschluss: „EU-Tool = automatisch DSGVO-konform"
Viele Unternehmen wiegen sich in falscher Sicherheit. Der Gedanke liegt nahe: Make ist ein modernes Tool aus der EU, also wird es schon datenschutzkonform sein. Doch diese Annahme ist gefährlich. Selbst wenn der Anbieter DSGVO-Hinweise liefert, macht das Ihre konkrete Nutzung nicht automatisch rechtssicher. Es kommt nicht darauf an, was das Tool kann, sondern wie Sie es einsetzen.
Gerade wenn Sie Kontaktdaten verarbeiten, Leadstrecken aufbauen, Bewerbungen automatisiert weiterleiten oder sensible Kundendaten zwischen Systemen austauschen, wird aus dem scheinbar harmlosen Szenario-Builder schnell eine rechtliche Stolperfalle. Die Frage ist nicht, ob Automatisierung sinnvoll ist. Die Frage ist: Haben Sie die Kontrolle darüber?
Wo die eigentlichen Risiken liegen
Das Problem ist nicht die Automatisierung selbst. Es ist die fehlende Transparenz darüber, was genau mit den Daten passiert. Welche Informationen fließen wohin? Welche Drittanbieter sind involviert? Wer hat Zugriff? Und vor allem: Ist all das dokumentiert, geprüft und abgesichert?
Sobald personenbezogene Daten unkontrolliert zwischen Tools hin- und herwandern, entsteht ein Haftungsrisiko. Nicht weil Sie böswillig handeln, sondern weil Sie schlicht den Überblick verlieren. Und genau das wird Ihnen im Ernstfall vorgeworfen: mangelnde Sorgfalt, fehlende Dokumentation, unklare Verantwortlichkeiten.
Die unsichtbare Schatten-IT
Viele Unternehmen merken gar nicht, wie schnell sie sich eine Schatten-IT aufbauen. Ein IT-Dienstleister richtet einen Workflow ein, ein Mitarbeiter erweitert ihn, ein Dritter bindet ein neues Tool an. Niemand hat den Gesamtüberblick. Niemand hat geprüft, ob die Datenübermittlung zulässig ist. Niemand hat einen oder mehrere Auftragsverarbeitungsverträge abgeschlossen. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Wer haftet eigentlich, wenn etwas schiefgeht?
So setzen Sie Make datenschutzkonform ein
Die gute Nachricht: Make kann datenschutzkonform genutzt werden. Aber nur, wenn Sie es in ein durchdachtes Datenschutzkonzept einbetten. Das bedeutet konkret:
Klare Rollenprüfung und AVV
Klären Sie, welche Rolle Make in Ihrer Datenverarbeitung spielt. Ist es ein Auftragsverarbeiter? Schließen Sie einen passenden Auftragsverarbeitungsvertrag ab, der die konkreten Verarbeitungstätigkeiten abdeckt.
Kontrollierte Systemauswahl
Nicht jedes Tool, das sich anbinden lässt, sollte auch angebunden werden. Prüfen Sie, welche Drittanbieter involviert sind, wo deren Server stehen und ob Datenübermittlungen in Drittländer stattfinden. Dokumentieren Sie diese Entscheidungen.
Dokumentierte Datenflüsse
Erstellen Sie eine Übersicht darüber, welche Daten wann, wie und wohin fließen. Das ist nicht nur eine rechtliche Anforderung, sondern gibt Ihnen auch operativ die Kontrolle zurück.
Regeln für automatisierte Verarbeitung
Definieren Sie klare Spielregeln: Welche Daten dürfen automatisiert verarbeitet werden? Welche nicht? Wo braucht es menschliche Prüfung? Diese Regeln müssen im Team bekannt sein und eingehalten werden.
Vertrauen durch Professionalität
Mit einem sauber aufgesetzten Make-Setup arbeiten Sie nicht nur effizienter, sondern auch vertrauenswürdiger. Sie vermeiden den Eindruck einer wilden Bastellösung und zeigen stattdessen, dass Sie moderne Automatisierung professionell führen. Das stärkt Ihre Position als verantwortungsbewusstes Unternehmen, das Geschwindigkeit und Datenschutz zusammenbringen kann.
Fazit: Automatisierung braucht Kontrolle
Make ist ein mächtiges Werkzeug. Aber wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie Sie es einsetzen. Wer Automatisierung ohne Datenschutzkonzept betreibt, baut sich ein unsichtbares Risiko auf. Wer hingegen von Anfang an sauber plant, dokumentiert und absichert, schafft ein belastbares System: digital, skalierbar und rechtlich tragfähig. Prüfen Sie Ihre Workflows, klären Sie offene Fragen und schaffen Sie Klarheit. Ihre Daten, Ihre Verantwortung, Ihre Chance.

Wie kann Make bei Ihnen datenschutzkonform eingesetzt werden? Das klären wir im kostenlosen Erstgespräch.