Lohnt sich der Fonds BlackRock - World Healthscience Fund?

Im Test: BlackRock World Healthscience Fund mit Vials und Fachmann.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Die Menschen werden älter, Medikamente werden komplexer, und die Digitalisierung hält auch in Arztpraxen und Kliniken Einzug. Kaum ein Sektor profitiert so sichtbar von langfristigen Trends wie das Gesundheitswesen. Kein Wunder, dass viele Anleger darüber nachdenken, genau dort einen Teil ihres Vermögens zu platzieren.

Ein bekannter Kandidat ist der BlackRock World Health Science, ein Aktienfonds, der voll auf den Gesundheitssektor setzt. Vielleicht besparst du ihn schon monatlich, hast ihn in deiner Strategie oder überlegst noch, ob er passt. In diesem Artikel erfährst du, wie der Fonds aufgebaut ist, welche Chancen und Risiken er mitbringt und für wen er sich eignet.

"Alle Zahlen in diesem Artikel beziehen sich auf den Stand 31.08.2026 und können sich seither verändert haben. Prüfe vor einer Entscheidung immer die aktuellen Werte im Verkaufsprospekt bzw. den wesentlichen Anlegerinformationen des Fonds."

Was steckt hinter dem Fonds?

Mann analysiert den BlackRock World Healthscience Fund am Laptop.

Armin Dzubur

Ziel und Strategie

Der Fonds wird von BlackRock verwaltet, einem der größten Vermögensverwalter der Welt. Das Ziel: langfristiges Wachstum durch innovative Gesundheitsunternehmen. 

Der Fonds strebt durch eine Kombination aus Kapitalwachstum und Erträgen auf das Fondsvermögen die Maximierung der Rendite auf Ihre Anlage an und investiert nach den Grundsätzen für Anlagen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG).

Der Fonds investiert weltweit mindestens 70 % seines Gesamtvermögens in die Eigenkapitalinstrumente (z. B. Aktien) von Unternehmen an, die überwiegender in denBereichen Gesundheit, Pharmazeutik, Medizintechnologie und medizinischer Versorgung sowie in der Entwicklung der Biotechnologie tätig sind.

Sektoren, Länder und Top-Positionen

Ein Investor diskutiert am Telefon über den BlackRock World Healthscience Fund auf seinem Laptop.

Armin Dzubur

Sektoren: Wo investiert der Fonds?

Der BGF World Healthscience Fund investiert ausschließlich in den Gesundheitssektor. Innerhalb dieser Branche zeigt sich aber, wo das Management seine Schwerpunkte setzt. Mit 45,65 % liegt fast die Hälfte des Fondsvermögens in Pharmaunternehmen, also bei den klassischen Arzneimittelherstellern. Das ist nahezu so viel wie im Referenzindex (46,83 %).

Anders sieht es bei der Biotechnologie aus: Sie macht im Fonds 23,58 % aus, im Referenzindex nur 17,54 %. Auch Unternehmen, die Werkzeuge und Dienstleistungen für die Forschung liefern (Biowissenschaften), sind mit 11,55 % deutlich stärker gewichtet als im Index (7,78 %). Untergewichtet sind dagegen die Gesundheitsdienstleister mit 8,69 % (Index: 12,82 %) und die Medizintechnik mit 7,27 % (Index: 14,46 %). Hinzu kommen 3,26 % Cash und Derivate.

Was heißt das für dich? Der Fonds setzt gezielt stärker auf forschungsgetriebene Branchen wie Biotechnologie und weniger auf Medizintechnik und Krankenhaus- bzw. Versicherungsdienstleister. Wenn diese Schwerpunkte gut laufen, kann der Fonds profitieren. Laufen sie schlechter als der Rest des Sektors, kann er hinter dem Index zurückbleiben. Außerdem liegt das ganze Geld in einer einzigen Branche. Wer schon Pharma- oder Gesundheitstitel im Depot hat, stockt dieses Risiko hier weiter auf.

Die Länderverteilung

Gesundheitsaktien sind ein Heimspiel für die USA. Entsprechend liegen im Fonds 75,23 % des Vermögens in den Vereinigten Staaten, im Referenzindex sind es 73,43 %. Auf Rang zwei folgt die Schweiz mit 10,41 % (Index: 9,26 %), vor allem durch die Pharmariesen Roche und Novartis. Danach kommen das Vereinigte Königreich mit 4,07 % (Index: 4,74 %), Dänemark mit 1,57 % (Index: 2,11 %) und Belgien mit 1,54 % (Index: 1,16 %).

Kleinere Positionen sind Israel (0,99 %), China (0,96 %), Japan (0,77 %) und Deutschland (0,74 %). Auffällig: Japan hat im Referenzindex mit 3,38 % ein deutlich höheres Gewicht, Deutschland mit 1,64 %. Weitere Länder machen im Fonds zusammen nur 0,46 % aus, im Index dagegen 3,79 %. Hinzu kommen 3,26 % Cash und Derivate.

Was heißt das für dich? Der Fonds ist nur auf dem Papier ein „Weltfonds". Rund drei Viertel hängen an den USA und damit an einer Währung, dem US-Dollar, sowie an der amerikanischen Gesundheitspolitik und Preisregulierung. Mit Europa hast du fast ausschließlich über die Schweiz und das Vereinigte Königreich Berührung.

Die Top-10-Positionen

Der Fonds hält insgesamt 86 Positionen. Die zehn größten machen zusammen 53,18 % des Fondsvermögens aus. Anders gesagt: Von 100 Euro im Fonds stecken gut 53 Euro in nur zehn Unternehmen.

PositionAnteil am Fondsvermögen
Eli Lilly9,46 %
Johnson & Johnson8,55 %
AbbVie6,32 %
Merck & Co5,58 %
Roche4,75 %
Novartis4,28 %
Thermo Fisher Scientific3,74 %
Gilead Sciences3,63 %
UnitedHealth Group3,55 %
Amgen3,32 %
Summe53,18 %

An der Spitze stehen große Pharmakonzerne: Eli Lilly, Johnson & Johnson und AbbVie machen allein 24,33 % des Fonds aus. Mit Merck & Co, Roche und Novartis kommen drei weitere Pharmariesen dazu. Gilead Sciences und Amgen stehen für den Biotechnologie-Schwerpunkt, Thermo Fisher Scientific für Forschungswerkzeuge und UnitedHealth Group für die Gesundheitsdienstleister.

Was heißt das für dich? Auf den ersten Blick wirken 86 Titel breit gestreut. Tatsächlich entscheiden aber wenige Schwergewichte über das Ergebnis. Bricht eine der großen Positionen ein, etwa durch eine gescheiterte Studie, Patentabläufe oder politische Eingriffe in die Medikamentenpreise, spürst du das direkt in der Wertentwicklung deines Fonds.

Wertentwicklung, Chancen und Risiken

Die Wertentwicklung über 10 Jahre im Vergleich zum Index

Wie hat sich der Fonds in den vergangenen zehn Jahren gegenüber seinem Vergleichsmaßstab, dem MSCI World Health Care Index geschlagen. Die Wertentwicklung der letzten zehn Jahre von 2016 bis 2025 zusammen ergibt folgendes Bild:

KalenderjahrFondsIndexUnterschied
2016-5,12 %-4,03 %-1,09
20177,12 %5,23 %+1,89
201810,13 %7,68 %+2,45
201926,72 %25,51 %+1,21
20204,26 %4,14 %+0,12
202123,50 %28,90 %-5,40
20220,57 %0,79 %-0,22
2023-1,33 %0,24 %-1,57
20248,74 %7,88 %+0,86
20250,06 %1,24 %-1,18

Über die zehn Jahre kommt der Fonds auf rund +97 %, das entspricht etwa 7,0 % pro Jahr. Der Index erreicht rund +102 %, also etwa 7,3 % pro Jahr. Aus 10.000 Euro wären beim Fonds rechnerisch etwa 19.700 Euro geworden, beim Index etwa 20.200 Euro. Der Abstand beträgt rund 500 Euro, das sind etwa 0,3 Prozentpunkte pro Jahr.

Der Fonds lag in fünf von zehn Jahren vor dem Index, in den anderen fünf dahinter. Besonders deutlich fiel der Rückstand 2021 aus (-5,4 Prozentpunkte). Auch zuletzt hat der Fonds den Index nicht eingeholt:

Zeitraum (bis 31.08.2026)FondsIndex
1 Jahr18,27 %20,56 %
3 Jahre (p. a.)4,53 %6,00 %
5 Jahre (p. a.)3,97 %4,88 %

Was heißt das für dich? Das Management hat über zehn Jahre keinen Mehrwert gegenüber dem Branchenindex geliefert, und das trotz aktiver Auswahl. Beachte dabei: Die Fondszahlen sind nach laufenden Kosten (1,81 % pro Jahr) berechnet, der Index, verpackt in einem ETF, kennt keine vergleichsweisen Kosten. Ein Teil des Rückstands ist also der Preis für das aktive Management.

Chancen eines Investments

  • Wachstumsbranche mit langfristigem Rückenwind: Eine alternde Bevölkerung, steigende Gesundheitsausgaben und medizinischer Fortschritt gelten als Treiber des Sektors. Garantien gibt es dafür nicht.
  • Breite innerhalb einer Branche: Mit 86 Positionen und einem Schwerpunkt auf großen Unternehmen (94,22 % Large Caps) setzt der Fonds auf etablierte Konzerne und nicht auf Einzelwetten.
  • Gezielte Schwerpunkte: Das Management gewichtet Biotechnologie (23,58 % gegenüber 17,54 % im Index) und Forschungswerkzeuge (11,55 % gegenüber 7,78 %) höher. Wenn diese Bereiche überdurchschnittlich laufen, kann der Fonds profitieren.
  • Branchenwissen im Management: Der Fonds wird aktiv von einem spezialisierten Team verwaltet. Das ist die Grundlage dafür, dass er in einzelnen Jahren, zum Beispiel 2017 und 2018, deutlich über dem Index lag.
  • Nachhaltigkeitsansatz: Der Fonds ist nach SFDR als Artikel-8-Fonds eingestuft und wendet ESG-Kriterien an.
  • Thesaurierend: Erträge werden im Fonds wieder angelegt, du nutzt also den Zinseszinseffekt ohne eigenen Aufwand.

Risiken eines Investments

  • Klumpenrisiko: Dein Geld liegt zu 100 % in einem einzigen Sektor. Ein Rückschlag im Gesundheitswesen trifft den gesamten Fonds, ohne dass andere Branchen ihn abfedern.
  • Stark USA-lastig: Rund 75 % des Fondsvermögens liegen in den Vereinigten Staaten. Preisregulierung für Medikamente oder politische Eingriffe in den US-Gesundheitsmarkt wirken sich direkt aus.
  • Konzentrationsrisiko: Die zehn größten Positionen machen 53,18 % aus. Allein Eli Lilly, Johnson & Johnson und AbbVie kommen auf 24,33 %. Gescheiterte Studien oder Patentabläufe einzelner Konzerne können die Wertentwicklung spürbar belasten.
  • Kosten: Die laufenden Kosten betragen 1,81 % pro Jahr (davon 1,50 % Managementgebühr). Dieses Geld muss der Fonds zuerst erwirtschaften, bevor du etwas davon hast.
  • Rückstand zum Index: Über 1, 3, 5 und 10 Jahre hat der Fonds den Index nicht geschlagen. Aktives Management garantiert keine bessere Rendite.
  • Währungsrisiko: Die Anlagen lauten überwiegend auf US-Dollar. Der Fonds sichert Währungsrisiken teilweise über Derivate ab. Das kann Kursverluste dämpfen, aber auch Währungsgewinne schmälern. Derivate bringen zusätzlich ein Kontrahentenrisiko mit.
  • ESG-Auswahl: Das Nachhaltigkeits-Screening verkleinert das Anlageuniversum. Das kann sich im Vergleich zu einem Fonds ohne Screening negativ auswirken.

Fazit

Ein Anleger im Anzug sitzt entspannt und informiert über den BlackRock World Healthscience Fund.

Armin Dzubur

Der BGF World Healthscience Fund ist ein spezialisierter Branchenfonds mit klaren Schwerpunkten. Über zehn Jahre lag er mit rund 7,0 % pro Jahr knapp hinter seinem Index (rund 7,3 % pro Jahr). Wer ihn kauft, setzt auf einen einzigen Sektor, hauptsächlich auf die USA und auf wenige große Pharma- und Biotechkonzerne. Das kann sich lohnen, sollte aber bewusst und als Beimischung entschieden werden und nicht als Basisinvestment.

Dein nächster Schritt: Prüfe, wie viel Gesundheitssektor du bereits im Depot hast, zum Beispiel über Welt-ETFs, und vergleiche Kosten und Rendite des Fonds mit einem passiven Gesundheits-ETF auf denselben Index.

Wenn du endlich nicht mehr blind in Fonds oder ETFs investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden. 

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com. 

Ist der Fonds ein ETF?

Nein, es handelt sich um einen aktiv gemanagten Aktienfonds. Das Management entscheidet je nach Marktphase, wie es investiert.

Welche Kosten fallen an?

Beim konventionellen Kauf kann ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % anfallen, dazu kommen laufende Kosten von etwa 1,8 % pro Jahr. Weitere Kosten wie Portfoliokosten können hinzukommen.

Wo investiert der Fonds regional?

Aktuell liegen etwa 73-75 % in den USA, rund 20 % in Europa und ca. 3 % in Asien.

Für wen ist der Fonds nicht geeignet?

Für Anleger, die schnelle Renditen oder reine Dividenden anstreben. Er passt vor allem zu langfristig orientierten Anlegern.

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