Lohnt sich der Fonds DWS Vermögensbildungsfonds I LD?
Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung
Seit 1970 am Markt, rund 20,3 Milliarden Euro Fondsvolumen schwer und ein Name, den fast jeder langjährige Anleger kennt: Der DWS Vermögensbildungsfonds I gehört zu den echten Klassikern auf dem deutschen Fondsmarkt. Vielleicht investierst du schon per monatlichen Sparplan, vielleicht liegt er in deinem Depot, oder du überlegst, ihn aufzunehmen. Dann lohnt sich ein genauer Blick.
Denn Größe und Tradition sind noch keine Garantie für Erfolg. Die entscheidende Frage lautet: Schafft das aktive Management, was es verspricht, nämlich den MSCI World Total Net Return zu schlagen? In diesem Artikel findest du Zusammensetzung, Wertentwicklung, Chancen, Risiken und Kosten kompakt aufbereitet, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst ob sich das ganze für dich lohnt oder nicht.
"Alle Zahlen in diesem Artikel beziehen sich auf den Stand 31.08.2026 und können sich seither verändert haben. Prüfe vor einer Entscheidung immer die aktuellen Werte im Verkaufsprospekt bzw. den wesentlichen Anlegerinformationen des Fonds."
Was steckt im Fonds DWS Vermögensbildungsfonds I LD

Armin Dzubur
Ziel und Strategie
Der Fonds will die Wertentwicklung seiner Vergleichsgröße, des MSCI World, übertreffen. Dafür investiert er hauptsächlich in Aktien aus dem In- und Ausland. Dabei setzt er auf große Unternehmen verschiedener Branchen, aber auch auf mittelgroße und kleinere Gesellschaften mit guten Zukunftsaussichten. Der Großteil der Titel dürfte im Vergleichsindex enthalten sein, das Management darf aber nach eigenem Ermessen auch Werte oder Sektoren außerhalb der Benchmark kaufen, um besondere Chancen zu nutzen. Genau dafür zahlst du bei einem aktiven Fonds.
Wichtig: Wie groß die Outperformance ausfällt, hängt vom Marktumfeld und der tatsächlichen Positionierung ab. Sie kann also begrenzt bleiben.
Sektoren, Länder und Top-Positionen
Der Fonds ist ein reinrassiger Aktienfonds mit einer Aktienquote von 97,3 %. Die restlichen 2,7 % liegen in Kasse. Er hält 112 Unternehmen, der Vergleichsindex dagegen 1.249. Das Fondsmanagement setzt also auf deutlich weniger Titel und konzentriert sich stärker.
Sektoren
Bei der Sektorenverteilung fällt der Schwerpunkt sofort ins Auge: 32,2 % stecken in der Informationstechnologie, also in Unternehmen wie Chipherstellern und Softwarekonzernen. Rechnest du den Kommunikationsservice (10,7 %) dazu, zu dem etwa die Google-Mutter Alphabet gehört, kommt der Technologie-Block auf knapp 43 %.
Auf Rang zwei folgt der Finanzsektor mit 19,5 %, danach das Gesundheitswesen mit 11,3 %. Die übrigen Branchen spielen jeweils eine kleinere Rolle: Industrien mit 7,3 %, dauerhafte Konsumgüter wie Reisen oder Autos mit 5,8 %, Hauptverbrauchsgüter wie Lebensmittel mit 5,6 % und Energie mit 4,9 %.
Was heißt das für dich? Läuft die Tech-Branche gut, profitiert der Fonds überdurchschnittlich. Gerät sie unter Druck, trifft es ihn entsprechend stärker. Wer bereits viel Technologie in seinem Depot hat, etwa über einen ETF, stockt diesen Schwerpunkt mit dem Fonds weiter auf.
Länder
Die Länderstruktur zeigt vorallem, dass mehr als die Hälfte des Aktienvermögens (52,8 %) in den USA liegt. Damit ist der Fonds zwar nicht ganz so USA-lastig wie der Vergleichsindex, wo der Anteil rund 20 Prozentpunkte höher liegt, aber die USA bleiben mit großem Abstand das wichtigste Land.
Auf den Plätzen zwei und drei folgen Taiwan (7,9 %) und Korea (7,3 %). Das ist bemerkenswert, denn beide Länder gehören nicht zum MSCI World, sondern zu den Schwellenländern. Hier weicht der Fonds bewusst vom Vergleichsindex ab. Danach kommen Großbritannien (6,7 %), Frankreich (5,5 %), die Schweiz (4,3 %), Japan (3,6 %) und die Niederlande (3,1 %). Deutschland spielt mit 1,6 % kaum eine Rolle, ebenso Dänemark (0,9 %) und Irland (0,8 %). Auf sonstige Länder entfallen 2,9 %.
Was heißt das für dich? Weil so viel Vermögen in den USA und in anderen Nicht-Euro-Ländern liegt, schwankt dein Ergebnis auch mit den Währungen. Rund 57 % des Fonds hängen am US-Dollar. Wertet der Dollar gegenüber dem Euro ab, mindert das deine Rendite, selbst wenn die Aktien selbst gut laufen.
TOP-Positionen
Die zehn größten Positionen machen zusammen 39,4 % des Fondsvermögens aus. Anders gesagt: Von 100 Euro im Fonds stecken knapp 40 Euro in nur zehn Unternehmen. Beim Vergleichsindex MSCI World sind es nur 27,85 %. An der Spitze ist der Fonds also deutlich konzentrierter.
Ganz vorn liegt der Chipfertiger Taiwan Semiconductor mit 7,9 %, gefolgt von Alphabet mit 6,7 %, dem Speicherchip-Hersteller SK Hynix mit 4,7 % und Microsoft mit 4,2 %. Es folgen Nvidia (3,8 %), die Online-Reiseplattform Booking Holdings (3,1 %), Samsung Electronics (2,7 %), der Energiekonzern TotalEnergies (2,4 %), der Lebensmittelhersteller Nestlé (2,0 %) und der Zahlungsdienstleister Visa (1,9 %).
Fünf dieser zehn Werte stammen aus der Informationstechnologie und kommen zusammen auf 23,3 %. Mit Alphabet sind es 30,0 %. Dazu kommt: Taiwan Semiconductor, SK Hynix und Samsung stammen aus Taiwan und Korea, also aus Ländern außerhalb des MSCI World, und machen zusammen 15,3 % des Fonds aus.
Wertentwicklung, Chancen und Risiken

Armin Dzubur
Was die Zahlen über zehn Jahre sagen
Über zehn Jahre brachte der Fonds im Schnitt eine Rendite von 12,53 % pro Jahr. Das ist für sich genommen ein starkes Ergebnis. Der MSCI World lag im gleichen Zeitraum mit 12,81 % pro Jahr jedoch noch etwas höher. Der Unterschied ist zwar gering, doch das Management hat es mit seinen Über- und Untergewichtungen nicht geschafft, Anlegern einen Mehrwert gegenüber dem Referenzindex zu liefern.
Wichtig: Die Rendite der letzten Dekade wurde sehr wahrscheinlich stark vom Technologiesektor getragen, der enorme Zuwächse geliefert hat. Ob das so weitergeht, kann niemand garantieren. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Das spricht für den Fonds
- Langfristigkeit: Seit den 1970ern am Markt hat der Fonds Ölkrise, Kriege und viele Krisen überstanden. Das spricht für Beständigkeit.
- Risikostreuung: Statt auf einzelne Aktien zu setzen, kaufst du als Anleger ein Bündel aus 112 Unternehmen und reduzierst dein Risiko durch Streuung.
- Freiheit im Management: Es gibt keinen Zwang, auf eine Branche, ein Land oder eine Anlageklasse festgelegt zu sein. Das Management kann flexibel agieren.
- Dividende: Der Fonds zahlt per 2026 eine Dividendenrendite von aktuell 1,9% aus.
Das spricht dagegen
- Underperformance: Weniger Wertzuwachs als der Index passt nicht zum Anspruch eines aktiven Fonds.
- Dollar-Risiko: Rund 57 % des Fonds hängen am US-Dollar.
- Kosten: Es fällt ein einmaliger Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % an, dazu laufende Kosten von 1,45 % p.a. (ohne Transaktionskosten). Die zusätzlichen Transaktionskosten (0,13% p.a.) können steigen, wenn das Management stärker umschichtet.
- Managementfehler: Sie haben sich bereits in der Rendite niedergeschlagen.
- Cashlock-Falle: 2,7 % des Vermögens sind nicht investiert und arbeiten nicht für den Endanleger.
Fazit

Armin Dzubur
Der DWS Vermögensbildungsfonds I setzt aktuell auf 112 statt 1.249 möglicher Unternehmen, ist in den Top-Positionen deutlich konzentrierter als sein Vergleichsindex und aus der Vergangenheit heraus stark von der Technologiebranche und den USA geprägt, wenn auch mit geringerem USA-Anteil als der Index. Das Ergebnis war gut, doch der Vergleichsindex war über zehn Jahre etwas besser, und das bei geringeren Kosten als bei einem aktiv gemanagten Fonds. Wohin die weitere Reise der Weltinvestments geht, wird der Kapitalmarkt zeigen.
Dein nächster Schritt: Vergleiche deinen Fonds selbst mit dem MSCI World Total Net Return, und zwar nach Kosten, Rendite und Risikostreuung. Wenn du merkst, dass du für aktives Management zahlst, das keinen Vorsprung liefert, ist es Zeit, deine Vermögensstruktur zu überdenken.
Wenn du endlich nicht mehr blind in Fonds oder ETFs investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden.
Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com.
Seit wann gibt es den DWS Vermögensbildungsfonds I?
Den Fonds gibt es seit 1970. Per August 2026 verwaltet er rund 20 Milliarden Euro.
Hat der Fonds den MSCI World geschlagen?
Über zehn Jahre nicht. Der Fonds erzielte rund 12,53 % pro Jahr, der MSCI World Total Return Net 12,81 % pro Jahr.
Wie hoch sind die Kosten?
Es fällt ein einmaliger Ausgabeaufschlag von 5 % an, je nach Anlageform. Dazu kommen laufende Kosten von 1,45 % pro Jahr, inkl. der Transaktionskosten betragen die Gesamtkosten 1,58% pro Jahr. Die Transaktionskosten können durch mehr Handel höher ausfallen.
Wie riskant ist die Dollar-Gewichtung?
Rund 57 % des Fonds sind in US-Dollar investiert. Verliert der Dollar zum Euro, mindert das deine Rendite, auch wenn die Aktien selbst gut laufen.