Lohnt sich der Fonds J.P.Morgan U.S. Select Equity Plus Fund?

JPMorgan US Select Equity Plus: Porträt eines Mannes neben dem Schriftzug „Im Test“ und dem Fondsnamen.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Seit 2007 am Markt, rund 9,0 Milliarden US-Dollar Fondsvolumen und ein Konzept, das über einen normalen Aktienfonds hinausgeht: Der JPMorgan US Select Equity Plus kauft nicht nur US-Aktien, die er für attraktiv hält, sondern verkauft zusätzlich Titel leer, die er für weniger attraktiv hält. Im Fonds stecken 121,7 % Long-Positionen und 21,7 % Short-Positionen, netto bleibt es bei 100 % Marktengagement. Vielleicht hast du den Fonds im Depot, vielleicht wurde er dir empfohlen oder du überlegst, ihn aufzunehmen.

Die entscheidende Frage lautet: Schafft das aktive Management, was es verspricht, nämlich den S&P 500 zu schlagen? In diesem Artikel findest du Zusammensetzung, Wertentwicklung, Chancen, Risiken und Kosten kompakt aufbereitet, damit du einschätzen kannst, ob sich der Fonds für dich lohnt.

Alle Zahlen beziehen sich auf die Anteilsklasse JPM US Select Equity Plus A (acc) USD. Wertentwicklung und Kosten: Stand 30.09.2026. Portfoliostruktur (Sektoren, Top-Positionen, Marktengagement): Stand 31.08.2026.

Was steckt im JPM US Select Equity Plus A (acc) USD?

JPMorgan US Select Equity Plus: Mann im Anzug präsentiert vor einem Flipchart.

Armin Dzubur

Der Fonds will langfristiges Kapitalwachstum erzielen, indem er in US-Unternehmen investiert, direkt über Wertpapiere und zusätzlich über Derivate. Die Grundlage ist ein Research-Ansatz: Ein Team aus spezialisierten Sektoranalysten bewertet Unternehmen und deren künftige Gewinne und Zahlungsflüsse. Daraus entscheidet das Management, welche Titel gekauft und welche leerverkauft werden. Dieser „Active-Extension"-Ansatz soll die Erträge verbessern, ohne das Netto-Marktengagement zu erhöhen. Das Vergleichsmaß ist der S&P 500.

Sektoren, Marktgrößen und Top-Positionen

Sektoren

Der Schwerpunkt springt sofort ins Auge: Die Branche Halbleiter und Hardware macht netto 29,9 % des Fondsvermögens aus (33,0 % Long abzüglich 3,1 % Short). Es folgen Medien mit 16,7 %, Pharma mit 9,2 %, zyklische Industrietitel mit 8,7 % und Software und Dienstleistungen ebenfalls mit 8,7 %. Zum Bereich Medien zählt das Factsheet unter anderem Alphabet, Amazon und Meta.

Interessant ist der Vergleich mit dem S&P 500:

SektorLongShortNettoIndexDifferenz
Halbleiter & Hardware33,0-3,129,929,90,0
Medien17,8-1,116,714,7+2,0
Zyklische Industrietitel11,6-2,98,79,3-0,6
Pharma10,5-1,39,27,7+1,5
Software & Dienstleistungen9,0-0,38,79,5-0,8
Zyklische Konsumgüter6,9-2,14,84,80,0
Payments & Business Services6,3-2,14,23,6+0,6
Großbanken und Broker5,9-1,14,85,1-0,3
Rohstoffe5,9-1,54,44,9-0,5
Versorger4,8-2,22,62,0+0,6
Sonstige9,2-3,26,08,5-2,5

Angaben in Prozent des Fondsvermögens. Differenz in Prozentpunkten gegenüber dem Referenzindex.

Was heißt das für dich? Auf Sektorebene weicht der Fonds netto kaum vom Index ab. Die größte Abweichung beträgt 2,5 Prozentpunkte. Das deutet darauf hin, dass der Unterschied zum S&P 500 weniger aus großen Branchenwetten entsteht, sondern eher aus der Auswahl einzelner Titel und aus den Long- und Short-Positionen

Unternehmensgrößen

Das Portfolio besteht fast ausschließlich aus Großkonzernen: 84,15 % entfallen auf Unternehmen mit mehr als 100 Mrd. US-Dollar Marktwert, 17,50 % auf Unternehmen zwischen 10 und 100 Mrd. US-Dollar. In der Größenklasse von 1 bis 10 Mrd. US-Dollar steht ein negativer Wert von -1,65 %. Hier überwiegen also die Leerverkäufe. Small Caps spielen keine Rolle.

Top-Positionen

Die zehn größten Positionen machen zusammen 44,6 % des Fondsvermögens aus. Anders gesagt: Von 100 Dollar im Fonds stecken knapp 45 Dollar in nur zehn Unternehmen. Ganz vorn liegt NVIDIA mit 9,2 %, gefolgt von Microsoft (6,1 %), Amazon (5,7 %) und Alphabet (5,6 %). Es folgen Apple (4,8 %), der Chipkonzern Broadcom (3,2 %), Meta (2,8 %), der Zahlungsdienstleister Mastercard (2,7 %), der Halbleiter-Ausrüster Lam Research (2,4 %) und der Speicherchip-Hersteller Micron (2,1 %).

Sieben dieser zehn Werte sind große US-Technologie- und Plattformkonzerne (NVIDIA, Microsoft, Amazon, Alphabet, Apple, Broadcom, Meta) und kommen zusammen auf 37,4 %. Allein fünf Titel aus dem Bereich Halbleiter und Hardware machen 21,7 % aus.

Wertentwicklung, Chancen und Risiken

Was die Zahlen über zehn Jahre sagen

Über zehn Jahre brachte der Fonds im Schnitt eine Rendite von 14,61 % pro Jahr. Das ist für sich genommen ein starkes Ergebnis. Der S&P 500 lag im gleichen Zeitraum mit 14,76 % pro Jahr jedoch minimal höher. Der Unterschied beträgt nur 0,15 Prozentpunkte pro Jahr, doch das Management hat es trotz Long-Short-Konzept nicht geschafft, Anlegern über zehn Jahre einen Mehrwert gegenüber dem Referenzindex zu liefern.

Zeitraum (bis 30.09.2026)FondsIndexDifferenz
1 Monat0,60 %-0,38 %+0,98
3 Monate2,00 %2,22 %-0,22
1 Jahr11,16 %15,34 %-4,18
Seit Jahresbeginn7,88 %12,45 %-4,57
3 Jahre (p. a.)20,25 %22,41 %-2,16
5 Jahre (p. a.)12,47 %13,30 %-0,83
10 Jahre (p. a.)14,61 %14,76 %-0,15

Rechnet man die 14,61 % und 14,76 % auf zehn Jahre hoch, ergibt sich beim Fonds ein Plus von rund 291 %, beim Index von rund 296 %. Aus 10.000 US-Dollar wären rechnerisch etwa 39.100 beziehungsweise 39.600 US-Dollar geworden, ein Unterschied von rund 530 US-Dollar. Über die letzten fünf Jahre weist das Factsheet selbst aus: Aus 100.000 US-Dollar wurden beim Fonds 179.970 US-Dollar, beim Index 186.740 US-Dollar.

Das spricht für den Fonds

  • Langer Track Record: Der Fonds ist seit 2007 am Markt und hat seitdem unterschiedliche Marktphasen durchlaufen.
  • Research-Ansatz: Ein Team aus Sektoranalysten wertet Unternehmen fundamental aus. Active Extension erlaubt es dem Management, nicht nur Kaufideen, sondern auch Verkaufsideen umzusetzen.
  • Etablierte Großkonzerne: Mit über 84 % in Unternehmen über 100 Mrd. US-Dollar Marktwert setzt der Fonds auf liquide, bekannte Titel und mindert das Risiko gegenüber einem Einzelaktieninvestment.

Das spricht dagegen

  • Rückstand zum Index: Über 1, 3, 5 und 10 Jahre hat der Fonds den S&P 500 nicht geschlagen, das Alpha ist negativ.
  • Kosten: Es fallen laufende Kosten von 1,67 % pro Jahr an, dazu ein einmaliger Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %. Dieses Geld muss der Fonds zuerst erwirtschaften, bevor du etwas davon hast.
  • Tech-Konzentration: Die zehn größten Positionen machen 44,6 % aus, allein NVIDIA 9,2 %. Gerät der Technologiesektor unter Druck, trifft es den Fonds hart.
  • Hebel und Leerverkäufe: Mit 121,7 % Long und -21,7 % Short arbeitet der Fonds mit Derivaten und Leerverkäufen. Das erhöht Komplexität und Risikoquellen, und Verluste bei Short-Positionen sind theoretisch unbegrenzt.
  • Ähnlich wie der Index: Mit einer Korrelation von 0,94 bewegt sich der Fonds sehr eng am Markt. Wer schon einen S&P-500- oder Welt-ETF hat, bekommt wenig zusätzliche Streuung.
  • Dollar-Risiko: Die Anteilsklasse lautet auf US-Dollar. Währungsschwankungen können dein Ergebnis in Euro verbessern oder verschlechtern.
  • Managementrisiko: Falsche Kauf- oder Verkaufsentscheidungen können die Rendite gegenüber dem Index belasten, wie die letzten beiden Jahre zeigen.

Fazit

Ein Mann prüft am Laptop den JPMorgan US Select Equity Plus Fonds.

Armin Dzubur

Der JPMorgan US Select Equity Plus ist ein aktiv gemanagter US-Aktienfonds mit Long-Short-Elementen, der dem S&P 500 in Struktur und Schwankung sehr ähnlich ist. Über zehn Jahre lag er mit 14,61 % pro Jahr knapp hinter dem Index (14,76 % pro Jahr), in den letzten zwei Jahren sogar deutlich. Das Ergebnis war gut, doch der Index war über zehn Jahre etwas besser, und das ohne Managementkosten und ohne Short-Positionen. Ob das Konzept in Zukunft besser abschneidet, lässt sich nicht vorhersagen.

Dein nächster Schritt: Vergleiche den Fonds selbst mit dem S&P 500 nach Kosten, Rendite und Risiko. Prüfe, wie viel US-Technologie du über andere Fonds oder ETFs bereits im Depot hast und ob du das Dollar-Risiko bewusst eingehen willst. Wenn du merkst, dass du für aktives Management zahlst, das keinen Vorsprung liefert, ist es Zeit, deine Vermögensstruktur zu überdenken.

Wenn du endlich nicht mehr blind in Fonds oder ETFs investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen, und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden.

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com.

Was bedeutet „Active Extension” beim JPM US Select Equity Plus?

Der Fonds kauft US-Aktien, die er für attraktiv hält, und verkauft zusätzlich Aktien leer, die er für weniger attraktiv hält. Aktuell liegen 121,7 % des Vermögens in Long-Positionen und -21,7 % in Short-Positionen, netto bleibt es bei 100 % Marktengagement. Das gibt dem Management mehr Möglichkeiten als bei einem klassischen Aktienfonds, bringt aber auch zusätzliche Risikoquellen mit.

Hat der Fonds den S&P 500 geschlagen?

Über zehn Jahre nicht: Der Fonds erzielte 14,61% pro Jahr, während der S&P 500 14,76% erzielte. Auch über 1,3 und 5 Jahre lag er hinter dem Index. 

Was kostet der Fonds?

Die laufenden Kosten betragen 1,67 % pro Jahr. Dazu kann beim Kauf ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % anfallen.

Welche Risiken sollte ich kennen?

Der Fonds ist stark auf US-Technologiekonzerne konzentriert. Zudem ist die Anteilsklasse auf den US-Dollar laufend, daher kommt es zusätzlich zu einem Währungsrisiko. 

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