Lohnt sich die AXA JustInvest Fonds-Basisrente?
Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung
Stell dir folgende Situation vor. Du zahlst fast 30 Jahre lang brav in eine Altersvorsorge ein, und am Ende bleibt dir - nach Abzug der Inflation - kaum mehr als die Hälfte der erwarteten Rente übrig. Genau das zeigt eine aktuelle Vertragsanalyse einer Fondsbasierten Basisrente, die exemplarisch offenlegt, wie stark Kosten und Geldentwertung die tatsächliche Rentenleistung schmälern können.
Gerade bei der Basisrente, oft auch Rürup-Rente genannt, handelt es sich um ein Produkt, das viele Sparer über Jahrzehnte begleitet, ohne dass sie genau wissen, was am Ende wirklich bei ihnen ankommt. Wer monatlich mehrere Hundert Euro investiert, sollte verstehen, wie sich Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren und Fondskosten auf die spätere Rente auswirken. Anhand eines konkreten Beispiels zeigt sich, worauf du achten musst, wenn du selbst einen solchen Vertrag besitzt oder über den Abschluss nachdenkst.
DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police und Situation beurteilen.
Der Praxisbeispiel der AXA JustInvest Fonds-Basisrente
In dem betrachteten Fall spart ein 1986 geborener Interessent seit März 2024 monatlich 350 Euro in eine Fondsbasierte Basisrente ein. Die Laufzeit ist bis März 2053 vereinbart, das entspricht 29 Jahren. Das Vermögen wird nicht über klassische Garantieprodukte aufgebaut, sondern über den freien Kapitalmarkt - konkret über zwei Fonds von JP Morgan, jeweils zur Hälfte in den JP Morgan Emerging Markets Fonds und den JP Morgan US Value Fonds investiert.
Der garantierte Rentenfaktor liegt bei 22,10 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben. Für die Berechnung der Ablaufleistung wird eine Rendite von 9% angenommen - ein Wert, der optimistisch, aber als Rechengrundlage plausibel ist.
Drei Kostenblöcke, die den Vertrag belasten

Armin Dzubur
Um zu verstehen, wie stark ein solcher Vertrag durch Kosten belastet wird, lohnt sich der Blick auf drei Ebenen: die Versicherungskosten des Anbieters, die Vorkosten der Fondsgesellschaft und sonstige nachteilige Einflussfaktoren.
Versicherungskosten der AXA
- Abschluss- und Vertriebskosten: 2,5% aller künftig einzuzahlenden Beiträge, das entspricht rund 3.045 Euro, verteilt auf die ersten fünf Vertragsjahre
- Verwaltungskosten: 8,46% vom Monatsbeitrag (350 EUR), verteilt über die gesamte Laufzeit
- Weitere Verwaltungskosten: 0,62 Prozent vom Vertragsguthaben, jährlich anfallend
- Sonstige Kosten: keine weiteren nachweisbar
Fondskosten und weitere Belastungen
- Fondskosten: 1,15% p.a.
- Sonstige Einflussfaktoren: 1,4% p.a.
In Summe ergibt das eine zusätzliche Kostenquote von 2,55% p.a. - und die schlägt über eine Laufzeit von 29 Jahren ordentlich zu Buche.
Was am Ende wirklich bei dir ankommt
Jetzt wird es spannend: Was bedeutet das konkret für die spätere Rente? Die berechnete Ablaufleistung liegt bei 267.847,49 Euro. Klingt zunächst nach einer stattlichen Summe. Allerdings lässt sich dieses Geld bei einer Basisrente nicht auf einen Schlag auszahlen – es gibt ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente.
Im Beispiel würde das eine monatliche Rente von 589,53 Euro bedeuten. Um überhaupt auf die Höhe der ursprünglichen Ablaufleistung zu kommen, müsste man diese Rente 37 Jahre und 9 Monate lang beziehen. Steuervorteile, die während der Einzahlphase über fast 30 Jahre entstanden sind, sind dabei noch gar nicht eingerechnet.
Der eigentliche Knackpunkt kommt aber erst noch: die Inflation. Rechnest du die Geldentwertung auf die monatliche Rente von 589,53 Euro drauf, bleibt netto nur noch eine Kaufkraft von rund 331,97 Euro übrig. Fast die Hälfte der ursprünglich berechneten Rente verpufft also durch die schleichende Entwertung des Geldes.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Monatlicher Beitrag | 350 Euro |
| Laufzeit | 29 Jahre |
| Angenommene Rendite | 9 Prozent |
| Gesamtkosten über Laufzeit | 98.323,95 Euro |
| Ablaufleistung | 267.847,49 Euro |
| Monatliche Rente (brutto) | 589,53 Euro |
| Monatliche Rente (netto, nach Inflation) | 331,97 Euro |
Worauf du bei deinem eigenen Vertrag achten solltest
Wenn du selbst eine Basisrente bei der AXA oder einem vergleichbaren Anbieter besitzt, lohnt sich ein regelmäßiger Check deines Vertrags. Folgende Punkte solltest du dabei im Blick behalten:
- Kostenstruktur verstehen: Welche Versicherungs-, Fonds- und sonstigen Kosten fallen bei dir konkret an?
- Fonds und ETFs prüfen: Welche Anlagen stecken in deinem Vertrag und welche Rendite haben sie historisch erzielt?
- Alternativen abwägen: Gibt es kostengünstigere Varianten, die bei gleicher Sparleistung mehr Rente ermöglichen?
- Rentenplan anpassen: Manchmal lohnt sich ein komplett neuer, individuell zugeschnittener Rentenplan, um mehr Leistung zu erzielen - sowohl einmalig als auch monatlich.
Fazit

Armin Dzubur
Dieses Praxisfall macht es deutlich: Zwischen der beworbenen Ablaufleistung und dem, was am Ende wirklich netto bei dir als Rente ankommt, können Welten liegen. Kosten von Versicherer und Fondsgesellschaft zusammen mit der Inflation können die reale Kaufkraft deiner Rente locker halbieren.
Schau dir deshalb nicht nur die große Ablaufsumme an, sondern rechne konsequent weiter: Wie hoch ist die monatliche Rente wirklich? Wie lange musst du sie beziehen, um überhaupt auf deine eingezahlte Summe zu kommen? Und was bleibt nach Abzug der Inflation tatsächlich übrig? Nimm dir das als Ausgangspunkt, um deinen eigenen Vertrag kritisch zu prüfen - und im Zweifel professionelle Unterstützung zu holen, um deine Altersvorsorge auf ein solideres Fundament zu stellen.
Wenn du endlich nicht mehr blind in diese, eine andere Basisrente oder grundsätzlich in deine Altersvorsorge investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden.
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Was ist eine Basisrente überhaupt?
Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge, bei der die Auszahlung ausschließlich als lebenslange monatliche Rente erfolgt, eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.
Warum kann ich mir die Ablaufleistung nicht einfach auszahlen lassen?
Das liegt an den gesetzlichen Vorgaben für die Basisrente, die eine Einmalauszahlung ausschließt und stattdessen eine lebenslange monatliche Rentenzahlung vorschreibt.
Wie stark wirkt sich die Inflation auf meine Rente aus?
Schon bei moderaten Inflationsraten kann die reale Kaufkraft deiner monatlichen Rente über die Jahre erheblich sinken, im Beispiel oben sogar auf fast die Hälfte des ursprünglichen Betrags.
Lohnt es sich, meinen bestehenden Vertrag prüfen zu lassen?
Ja, gerade bei langen Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren können sich hohe Kosten stark auf die Rentenhöhe auswirken, weshalb eine regelmäßige Überprüfung sinnvoll ist.
Was kann ich tun, wenn mein Vertrag zu teuer ist?
Je nach Vertrag lassen sich Kosten reduzieren, Fonds anpassen oder in manchen Fällen ein neuer, individuell zugeschnittener Rentenplan aufsetzen, um mehr Leistung zu erzielen.