Lohnt sich die Baloise Invest Vario Tarif FRN Balance?

Im Test: Baloise Invest Vario Tarif FRN Balance und dessen Kostenstruktur.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Stell dir vor, du zahlst 36 Jahre lang treu deinen Sparbeitrag ein – und am Ende musst du 96 Jahre alt werden, damit sich das Ganze überhaupt rentiert hat. Klingt absurd? Genau das ist das Ergebnis, wenn man die Baloise Rentenversicherung mit dem Tarif Invest Vario FRN Balance einmal ganz genau durchrechnet. Viele Sparer unterschreiben solche Verträge, ohne die versteckten Kostenschichten wirklich zu verstehen – und genau das kann am Ende richtig teuer werden.

Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf so eine Vereinbarung. Anhand eines realen Beispiels zeigt sich, wie stark sich Versicherungs-, Fondskosten und die sonstigen Einflussfaktoren auf dein Endkapital auswirken können. Wenn du selbst eine ähnliche Versicherung besitzt oder über den Abschluss nachdenkst, solltest du unbedingt wissen, worauf du achten musst - denn am Ende geht es um dein Geld und deine Altersvorsorge.

DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police und Situation beurteilen.

Das Beispiel: Ein typischer Sparer und seine Zahlen

Mann im Anzug sitzt entspannt auf einer Couch und diskutiert Baloise Invest Vario.

Armin Dzubur

Um die Kostenstruktur greifbar zu machen, schauen wir uns einen Interessenten an. Er ist 1992 geboren, startet seine Vereinbarung 2021 mit einem monatlichen Sparbeitrag von 350 Euro und läuft damit bis 2057 – insgesamt 36 Jahre. Sein Geld fließt zu 100 Prozent in einen Aktienfonds, es gibt kein Garantievermögen. Als Rechengrundlage wird eine jährliche Marktrendite von 9 Prozent angenommen, was für Aktienfonds ein optimistischer, aber gängiger Modellwert ist.

Auf den ersten Blick wirkt das nach einer soliden Strategie: früh anfangen, lange durchhalten, in Aktien investieren. Doch der Teufel steckt im Detail – genauer gesagt in den zahlreichen Kostenebenen, die bei so einem Versicherungsmantel mitschwingen.

Kostenebene 1: Die Versicherung selbst

Gleich zu Beginn schlagen Versicherungen mit Abschluss- und Vertriebskosten für die Verträge zu. Unser Interessent zahlt dafür 3.780 Euro (2,5% von den gesamt zu zahlenden Beiträgen), die über die ersten fünf Jahre verteilt werden - also rund 63 Euro monatlich, die in dieser Zeit quasi verschwinden, ohne dass sie für dich arbeiten.

Dazu kommen die Verwaltungskosten. Diese liegen bei 41,79 Euro monatlich (11,94% vom monatlichen Beitrag)

Zusätzlich gibt es die vermögensabhängigen Gammakosten. Ursprünglich 0,6 Prozent pro Jahr, nach Verrechnung mit Überschüssen im Schnitt etwa 0,16 Prozent jährlich (selbst ermittelt).

Kostenebene 2: Die Fondsebene

Hier wird es nochmal spannend. Auf Fondsebene fallen laufend 1,5 Prozent pro Jahr an. Nach Abzug der Überschüsse bleiben effektiv rund 1,02 Prozent pro Jahr übrig - Geld, das jedes Jahr aus deiner Rendite herausgezogen wird, bevor du überhaupt etwas davon siehst.

Kostenebene 3: Die versteckten Kostenfresser

Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es noch drei weitere Faktoren, die selten im Vertrag groß beworben werden:

  • Transaktionskosten: Durch aktives Fondsmanagement wird ständig gekauft und verkauft, was zusätzliche Kosten von rund 0,5 Prozent verursacht.
  • Renditeverlust durch aktives Management: Fondsmanager treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen - dieser potenzielle Fehler schlägt mit etwa 0,7 Prozent zu Buche.
  • Cashlock-Falle: Geld, das nicht investiert, sondern als Liquidität gehalten wird, bringt keine Rendite - hier rund 0,12 Prozent pro Jahr.

Was am Ende wirklich rauskommt

Jetzt wird's konkret: Unser Interessent zahlt über 36 Jahre insgesamt 151.200 Euro ein. Hochgerechnet mit der angenommenen Marktrendite ergibt sich ein Bruttovertragsguthaben von etwa 400.000 Euro. Nach Steuern bleiben netto rund 372.000 Euro übrig - auf den ersten Blick ein stattlicher Betrag.

Doch hier kommt der Haken: Ohne Berücksichtigung der Inflation wirkt diese Summe deutlich größer, als sie in 36 Jahren tatsächlich wert sein wird. Rechnet man die Inflation über die gesamte Laufzeit mit ein, schmilzt das reale Vermögen auf etwa 182.000 Euro zusammen. Das ist weniger als die Hälfte des nominal ausgewiesenen Betrags.

Wer sich für die lebenslange monatliche Rente entscheidet, bekommt brutto vor Inflation etwa 883 Euro pro Monat. Inflationsbereinigt, also real, bleiben davon nur noch rund 433 Euro monatlich übrig.

KennzahlWert
Eingezahltes Kapital (36 Jahre)151.200 €
Bruttovertragsguthabenca. 400.000 €
Nettoguthaben nach Steuernca. 372.000 €
Realwert nach Inflationca. 182.000 €
Monatliche Rente brutto (vor Inflation)ca. 883 €
Monatliche Rente real (nach Inflation)ca. 433 €

Der Break-Even-Schock

Wer sich für die monatliche Rentenzahlung entscheidet, müsste bei diesem Vertrag stolze 96 Jahre alt werden, um überhaupt sein eingesetztes Kapital wieder herauszubekommen. Das ist keine Altersvorsorge mehr, das ist ein Langlebigkeitswette gegen die eigene Lebenserwartung.

Fazit

Mann am Computer führt ein Gespräch über den Baloise Invest Vario Tarif.

Armin Dzubur

Die Rechnung zeigt deutlich: Zwischen Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren, Fondskosten und versteckten Faktoren wie Transaktionskosten oder Cashlock bleibt von der ursprünglich attraktiven Marktrendite am Ende deutlich weniger übrig, als man zunächst denkt. Gerade im Vergleich zu passiven, kostengünstigeren Anlagelösungen kann der Unterschied über die Laufzeit mehrere Zehntausend Euro betragen.

Wenn du selbst eine ähnliche Versicherung besitzt oder gerade über den Abschluss nachdenkst, lohnt sich ein genauer Blick auf die Kostenstruktur - am besten mit einer unabhängigen Beratung, die dir Klartext über Gebühren, Renditechancen und Alternativen liefert. Schau dir deinen eigenen Vertrag noch heute an und rechne selbst nach, was am Ende wirklich für dich übrig bleibt.

Wenn du gerade einen Vertrag bei der Baloise besparst oder bei einer anderen Gesellschaft und dich fragst: Wie sieht das eigentlich bei mir aus? Lohnt sich das Ganze überhaupt noch? Wenn du keine Lust mehr hast, im Dunkeln zu tappen und in Produkte zu investieren, die du überhaupt nicht verstehst. Wenn du langsam merkst, dass du ein Leben lang nur draufgezahlt hast. Und wenn du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt worden zu sein. 

Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com.

Was sind Betakosten bei einer Rentenversicherung?

Betakosten sind die laufenden Verwaltungskosten, die der Versicherer für die Führung deines Vertrags berechnet - sie werden teilweise durch Überschussbeteiligungen reduziert, sind aber nicht garantiert.

Warum sind Abschlusskosten bei Versicherungen so hoch?

Abschluss- und Vertriebskosten decken die Provisionen und den Verwaltungsaufwand beim Vertragsstart ab und werden meist in den ersten Jahren aus deinen Beiträgen entnommen, was die Rendite am Anfang deutlich schmälert.

Was ist die Cashlock-Falle?

Damit ist Geld gemeint, das bei deinem Fonds als Liquidität gehalten und nicht investiert wird - dieses Kapital erzielt keine Rendite und schmälert dein Endergebnis zusätzlich.

Lohnt sich aktives Fondsmanagement in solchen Verträgen?

Aktives Management verursacht zusätzliche Transaktionskosten und kann durch Fehlentscheidungen sogar Rendite kosten - passive Anlagestrategien erzielen häufig bessere Ergebnisse bei geringeren Kosten in klassischen Indexinvestments.

Wie erkenne ich, ob meine Rentenversicherung zu teuer ist?

Vergleiche die jährlichen Gesamtkosten (Versicherungs-, Fonds- und sonstigen Kosten) mit den erwarteten Renditen und lass dir im Zweifel von einer unabhängigen Beratung die reale, inflationsbereinigte Auszahlung vorrechnen.

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