Lohnt sich die Volkswohl Bund Fondsgebundene Rentenversicherung FR?
Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung
Du zahlst 27 Jahre lang treu deinen Beitrag in eine Rentenversicherung ein – und stell dir vor: Am Ende hat dir die Inflation fast die Hälfte deines Vermögens wieder weggenommen. Genau das zeigt sich bei einem realistischen Rechenbeispiel, das wir uns heute genauer anschauen: eine fondsgebundene Rentenversicherung des Volkswohl Bund, Tarif FR, kombiniert mit dem DWS Top Dividende als freier Fondsanlage.
Wer eine solche Vereinbarung bereits abgeschlossen hat oder gerade über den Abschluss nachdenkt, sollte genau hinschauen. Denn die Kosten einer Rentenversicherung wirken sich über lange Laufzeiten oft viel stärker aus, als man zunächst vermutet. Am Beispiel eines konkreten Rechenbeispiels rechnen wir dir vor, wie sich Versicherungskosten, Fondskosten und weitere Faktoren auf dein Endvermögen auswirken – und was das für deine spätere Rente bedeutet.
DISCLAIMER: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Die 9% Rendite sind eine bewusst optimistische Modellannahme, keine Prognose oder Zusage. Ob und in welcher Form eine Änderung deines konkreten Vertrags sinnvoll ist, lässt sich nur anhand deiner persönlichen Police und Situation beurteilen.
Die Ausgangslage: Ein typischer Vertrag im Check

Armin Dzubur
Der Interessent, um den es hier geht, wurde 1980 geboren und startete seine Vereinbarung im Februar 2020. Die Laufzeit beträgt 27 Jahre, monatlich fließen 350 Euro in den Vertrag. Statt eines Garantieprodukts entschied er sich für eine freie Fondsanlage, konkret den DWS Top Dividende. Als Sicherheitsnetz sicherte ihm der Volkswohlbund einen garantierten Rentenfaktor von 26,73 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben zu. Für die Berechnung wird eine Rendite von 9 Prozent angenommen.
Um zu verstehen, wie sich ein solcher Vertrag tatsächlich entwickelt, lohnt sich der Blick auf drei Kostenebenen: die Versicherungskosten des Volkswohlbund, die Fondskosten der DWS und zusätzliche Faktoren, die sich negativ auf dein Vermögen auswirken können.
Die Kosten des Versicherers im Detail
Zunächst fallen die sogenannten Alphakosten an – das sind die Abschluss- und Vertriebskosten. Sie liegen bei 1,98 Prozent der gesamten Beitragssumme, die sich hier auf 113.400 Euro beläuft. Diese Kosten werden über die ersten acht Vertragsjahre verteilt und schmälern von Anfang an das eingezahlte Kapital.
Dazu kommen die Betakosten, also die laufenden Verwaltungskosten. Sie betragen 9,31 Prozent, werden aber über die komplette Vertragslaufzeit verteilt. Aktuell macht das knapp 32,50 Euro aus, die monatlich direkt vom Beitrag abgezogen werden. Als dritte Position gibt es die Gammakosten – die Verwaltungskosten auf das bereits angesparte Guthaben. Sie liegen bei jährlich 0,15 Prozent des Vertragsguthabens und wachsen mit steigendem Kapital automatisch mit.
Fondskosten und sonstige Renditekiller
Neben den Versicherungskosten schlagen auch die Kosten der Fondsanlage zu Buche. Der DWS Top Dividende verursacht jährlich 1,45 Prozent an Vorkosten. Das klingt zunächst überschaubar, summiert sich über 27 Jahre aber erheblich.
Besonders unterschätzt werden oft die sonstigen Einflussfaktoren: Transaktionskosten, Renditeverluste durch aktives Fondsmanagement und die sogenannte Cash-Lock-Falle. Zusammen erzeugen diese Faktoren zusätzliche Kosten von 1,6 Prozent per anno – ein Posten, der in vielen Vertragsübersichten gar nicht auf den ersten Blick sichtbar wird.
Die Gesamtrechnung: Was am Ende wirklich übrig bleibt
Rechnet man alle Kostenarten über die gesamte Laufzeit von 27 Jahren zusammen, ergibt sich ein deutliches Bild. Die Kosten des Versicherers belaufen sich auf rund 16.346 Euro, die Vorkosten der Fondsanlage auf 67.479 Euro. In Summe muss der Interessent also Kosten von 83.825 Euro tragen - Geld, das seiner Rendite verloren geht.
| Kostenart | Höhe | Zeitraum |
|---|---|---|
| Abschluss-/Vertriebskosten (Alpha) | 1,98 % der Beitragssumme | erste 8 Jahre |
| Verwaltungskosten (Beta) | 9,31 % | gesamte Laufzeit |
| Verwaltungskosten auf Guthaben (Gamma) | 0,15 % jährlich | gesamte Laufzeit |
| Fondskosten (DWS Top Dividende) | 1,45 % jährlich | gesamte Laufzeit |
| Sonstige Einflussfaktoren | 1,6 % jährlich | gesamte Laufzeit |
| Gesamtkosten über 27 Jahre | 83.825 Euro | - |
Was am Ende tatsächlich ausgezahlt wird
Nach Abzug aller Kosten ergibt sich eine Ablaufleistung brutto von rund 234.000 Euro. Wer sich das Geld als Einmalzahlung auszahlen lässt, landet nach Steuern bei etwa 213.500 Euro. Alternativ besteht die Möglichkeit einer lebenslangen monatlichen Rente von 625,44 Euro.
Spannend wird es, wenn man ausrechnet, wie lange diese Rente bezogen werden müsste, damit sie dem angesparten Vertragsguthaben entspricht: Rund 31,2 Jahre wären nötig. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der Versicherte über 98 Jahre alt werden müsste, um das erzielte Vertragsguthaben tatsächlich vollständig auszuschöpfen.
Dieser Unterschied zeigt eindrücklich, wie stark die Kaufkraft über einen Zeitraum von 27 Jahren leidet, wenn man ausschließlich auf Nominalwerte schaut. Wer seine Altersvorsorge plant, sollte deshalb immer die inflationsbereinigten Werte im Blick behalten, nicht nur die Bruttosumme, die auf dem Papier beeindruckend wirkt.
Was du aus diesem Beispiel für deine eigene Vorsorge mitnehmen kannst
Viele Sparer unterschätzen, wie sehr sich Kosten bei langen Laufzeiten auf das Endergebnis auswirken. Gerade bei Verträgen über 20 oder mehr Jahre potenzieren sich selbst kleine Prozentsätze zu erheblichen Summen. Wer die Möglichkeit hat, die Versicherungskosten oder die Kosten der Fondsanlage zu senken, sollte das ernsthaft in Betracht ziehen.
Denn jeder eingesparte Euro an Kosten kann stattdessen in die Rendite fließen – und das wirkt sich direkt auf dein Endvermögen und deine spätere monatliche Rente aus. Wer bei gleichem Beitrag weniger Kosten zahlt, kann am Ende deutlich mehr Vermögen aufbauen oder eine spürbar höhere lebenslange Rente erzielen.
Fazit

Armin Dzubur
Das Beispiel macht deutlich: Eine fondsgebundene Rentenversicherung kann durchaus attraktiv sein, doch die Kostenstruktur entscheidet maßgeblich darüber, wie viel am Ende wirklich bei dir ankommt. Wer die verschiedenen Kostenebenen kennt und aktiv hinterfragt, hat gute Chancen, mehr aus seinem eingezahlten Kapital herauszuholen.
Nimm dir die Zeit, deinen eigenen Vertrag oder eine geplante Vereinbarung genau unter die Lupe zu nehmen. Frag gezielt nach Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten sowie nach versteckten Faktoren wie Transaktionskosten oder der Cash-Lock-Falle. Und vergiss nie, die Inflation in deine Rechnung miteinzubeziehen – nur so bekommst du ein realistisches Bild von dem, was dir später tatsächlich zur Verfügung steht.
Wenn du gerade einen Vertrag beim Volkswohl Bund besparst oder bei einer anderen Gesellschaft und dich fragst: Wie sieht das eigentlich bei mir aus? Lohnt sich das Ganze überhaupt noch? Wenn du keine Lust mehr hast, im Dunkeln zu tappen und in Produkte zu investieren, die du überhaupt nicht verstehst. Wenn du langsam merkst, dass du ein Leben lang nur draufgezahlt hast. Und wenn du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt worden zu sein.
Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch mit mir unter www.armin-dzubur.com.
Was sind Alpha-, Beta- und Gammakosten bei einer Rentenversicherung?
Alphakosten sind Abschluss- und Vertriebskosten, die meist in den ersten Vertragsjahren anfallen. Betakosten sind laufende Verwaltungskosten über die gesamte Laufzeit, während Gammakosten jährliche Verwaltungskosten auf das bereits angesparte Guthaben darstellen.
Warum ist die Inflation bei der Berechnung so wichtig?
Die Inflation mindert die tatsächliche Kaufkraft deines Vermögens über die Jahre erheblich. Ein nominal hoher Betrag kann real deutlich weniger wert sein, weshalb du immer inflationsbereinigte Werte betrachten solltest.
Kann ich die Kosten meines bestehenden Vertrags nachträglich senken?
In manchen Fällen lassen sich Fondswechsel vornehmen oder Vertragsbestandteile anpassen, um Kosten zu reduzieren. Eine individuelle Prüfung deines Vertrags zeigt, welche Optionen dir konkret zur Verfügung stehen.
Was ist die Cash-Lock-Falle?
Die Cash-Lock-Falle beschreibt zusätzliche Kosten, die durch ungünstige Liquiditätsstrukturen innerhalb eines Fonds entstehen können und die Rendite zusätzlich schmälern.
Lohnt sich eine Einmalauszahlung oder eine monatliche Rente mehr?
Das hängt von deiner individuellen Lebenserwartung, deiner Steuersituation und deinen finanziellen Zielen ab. Eine Einmalauszahlung bietet Flexibilität, während die monatliche Rente eine lebenslange Absicherung darstellt.