Mehr Termine am Telefon: 7 Tipps, die Finanzberater wirklich weiterbringen
Mehr Termine am Telefon
Du hast eine Liste mit 20 Kontakten vor dir: Empfehlungen, Bestandskunden, ein paar Interessenten von einer Veranstaltung. Du weißt, dass darin dein Umsatz für den nächsten Monat steckt. Und trotzdem räumst du erst noch den Schreibtisch auf, beantwortest drei E-Mails und holst dir einen Kaffee. Kommt dir bekannt vor?
Das Telefon ist für viele Berater der unangenehmste Teil des Jobs und zugleich der wichtigste. Ohne Termine gibt es keine Beratung, und ohne Beratung keinen Abschluss. Hier bekommst du einen klaren Aufbau für Terminierungsanrufe, sieben praktische Tipps und eine Erkenntnis, die wichtiger ist als jedes Skript.
Der Aufbau: So gelingt dein Terminierungsanruf
Warum Terminierung so oft scheitert
Bevor du am Aufbau schraubst, lohnt der Blick auf die typischen Stolpersteine:
- Zu viel Inhalt am Telefon. Du führst die Beratung schon im Anruf. Dabei ist das einzige Ziel der Termin.
- Kein klarer Grund für den Termin. „Ich würde gern mal mit Ihnen über Ihre Finanzen sprechen“ ist kein Grund, sich eine Stunde Zeit zu nehmen.
- Unregelmäßige Telefonzeiten. Wer nur anruft, wenn gerade Luft ist, kommt nie in einen Rhythmus.
- Unsichere Stimme. Dein Gegenüber hört nach wenigen Sekunden, ob du an deinen Anruf glaubst.
Die fünf Phasen in drei bis fünf Minuten

Der Leitfaden
Ein guter Terminierungsanruf dauert idealerweise nur drei bis fünf Minuten:
- Begrüßung und Bezug: Nenne deinen Namen und sofort den Grund deines Anrufs. „Hallo Herr Müller, Max Muster hier. Ihr Kollege Thomas hat mir gesagt, dass ich mich melden darf.“
- Erlaubnis: „Haben Sie gerade zwei Minuten?“ Wer Ja sagt, hört bewusster zu.
- Grund für den Termin: Ein konkreter Nutzen in einem Satz. „Thomas hat erzählt, dass Sie gerade ein Haus bauen. Viele übersehen dabei die Absicherung der Finanzierung. Das schauen wir uns in 45 Minuten gemeinsam an.“
- Terminvorschlag mit Auswahl: „Passt Ihnen eher Dienstagabend oder Donnerstagvormittag?“
- Bestätigung: Wiederhole den Termin, sag kurz, was der Kunde vorbereiten soll, und kündige eine schriftliche Bestätigung an.
7 Tipps für mehr Termine
- Telefonier in festen Blöcken. Plane zwei Blöcke à 60 bis 90 Minuten pro Woche fest im Kalender ein. Wer im Rhythmus ist, telefoniert besser als jemand, der zwischendurch einen einzelnen Anruf macht.
- Bereite deine Liste vor dem Block vor. Notiere zu jedem Kontakt Name, Bezug und einen möglichen Anlass. Im Block wird nur noch telefoniert, nicht mehr recherchiert.
- Verkauf den Termin, nicht das Produkt. Inhaltliche Fragen beantwortest du kurz und verweist auf den Termin: „Genau das schauen wir uns in Ruhe an.“
- Steh beim Telefonieren. Im Stehen sprichst du freier und klingst energischer. Manche gehen beim Gespräch sogar umher.
- Bereite Antworten auf typische Einwände vor. Auf „Schicken Sie mir doch was per Mail“ passt: „Mach ich gern. Damit ich Ihnen das Richtige schicke, wäre ein kurzes Gespräch sinnvoll. Wie sieht es Donnerstag aus?“
- Sichere den Termin ab. Schick direkt nach dem Anruf eine schriftliche Bestätigung und erinnere am Vortag. Das senkt die Zahl der Ausfälle deutlich.
- Miss deine Zahlen. Halte Anwählversuche, Gespräche und Termine fest. Nach vier Wochen siehst du, wo es hakt: beim Erreichen, im Gespräch oder beim Termin.

7 Tipps für mehr Termine
Deine Stimme trägt deine Energie, nicht dein Skript
Du kannst den perfekten Leitfaden haben und trotzdem kaum Termine vereinbaren. Am Telefon hört dein Gegenüber nicht nur, was du sagst, sondern vor allem, wie du es sagst.
Wie stark das wirkt, zeigt eine bekannte Studie von Nalini Ambady und Kollegen (2002). Probanden hörten kurze Ausschnitte aus Gesprächen von Chirurgen mit ihren Patienten, so gefiltert, dass der Inhalt unverständlich war. Allein am Klang der Stimme ließ sich vorhersagen, welche Ärzte schon einmal wegen Behandlungsfehlern verklagt worden waren. Menschen reagieren oft stärker auf den Ton als auf die Worte.
Denkst du innerlich „Hoffentlich störe ich nicht“, hört man das. Denkst du „Ich habe etwas, das diesem Menschen wirklich hilft“, hört man auch das. Dabei kann die Formulierung exakt dieselbe sein.
In 4 Schritten zu mehr Terminen
- Kläre vor jedem Block deinen Wert: Erinnere dich an zwei Kunden, denen du konkret geholfen hast.
- Starte mit einem leichten Anruf: Ruf zuerst einen Bestandskunden an, der dich mag. Das bringt dich in einen guten Zustand für die schwierigeren Gespräche.
- Telefonier im Stehen und mit einem Lächeln: Das hört man.
- Werte nach jedem Block aus: Schau auf Zahlen und Gefühl. An welchen Tagen und in welcher Stimmung lief es am besten?

Dein Gegenüber hört deine Energie
Fazit
Mehr Termine am Telefon entstehen durch einen klaren Aufbau, feste Telefonzeiten und gute Vorbereitung. Den größten Unterschied macht aber, mit welcher Haltung du zum Hörer greifst. Dein Gegenüber hört deine Energie, lange bevor es deine Argumente hört.
Probier es beim nächsten Block aus: Erinnere dich vorab an zwei zufriedene Kunden, steh auf, lächle und starte mit einem leichten Anruf. Danach wertest du aus, was gut lief.
Wie lange sollte ein Terminierungsanruf dauern?
Idealerweise drei bis fünf Minuten. Ziel ist nur der Termin, nicht die Beratung.
Darf ich Privatpersonen einfach anrufen, um einen Termin zu vereinbaren?
Nur mit Einwilligung oder bei einer bestehenden Kundenbeziehung. Unaufgeforderte Werbeanrufe bei Verbrauchern sind nach § 7 UWG nicht erlaubt.
Was ist eine gute Terminquote am Telefon?
Das hängt stark von der Kontaktquelle ab. Bei Empfehlungen und Bestandskunden ist die Quote deutlich höher als bei kalten Kontakten. Miss deine eigenen Zahlen über einige Wochen, um einen realistischen Vergleichswert zu bekommen.