myLife Fondsrente: Alles was du wissen musst und welche Alternativen es gibt
Detailanalyse myLife Fondsrente als ETF-Nettopolice
Über eine Million neue Rentenverträge werden jedes Jahr in Deutschland abgeschlossen – doch nur ein Bruchteil davon sind Nettopolicen. Dabei bieten diese provisionsfreien Verträge erhebliche Vorteile: keine Vorabpauschale wie im Depot, nur die Hälfte der Erträge wird im Alter besteuert, und im Todesfall bleiben alle Erträge einkommensteuerfrei.
Eine bei Honorarberatern beliebte Option ist die "Fondsrente" der myLife. Doch lohnt sich dieser Tarif wirklich? Wir haben ihn uns genauer angeschaut – denn auch hier steckt der Teufel im Detail.
Was kostet die myLife Fondsrente wirklich?
Die Effektivkostenquote ist der Schlüssel zum Vergleich verschiedener Anbieter. Sie zeigt, wie stark Kosten die Wertentwicklung beeinträchtigen. Dabei musst du vier Kostenarten im Blick haben: Abschlusskosten (bei "echten" Nettotarifen normalweise null), Verwaltungskosten auf den monatlichen Beitrag, jährliche Vertragskosten und laufende Kosten auf das gesamte investierte Kapital.
Bei der myLife Fondsrente sehen die Zahlen beeindruckend aus. Nehmen wir einen monatlichen Sparplan von 500 Euro als Beispiel: Ein 25-Jähriger zahlt effektiv nur 0,27 Prozent pro Jahr für die Police (nach Abzug der ETF-Kosten von 0,2 Prozent). Bei einem 35-Jährigen sind es 0,3 Prozent, bei einem 45-Jährigen 0,34 Prozent und selbst bei einem 55-Jährigen nur 0,46 Prozent.
Wichtig zu wissen: Diese Kosten gelten für einen 500-Euro-Sparplan. Für deine individuelle Situation brauchst du ein persönliches Angebot. Doch ein großer Pluspunkt: Gerade für ältere Kunden mit kürzerer Laufzeit bleibt die "Fondsrente" extrem günstig – selbst im Vergleich zu anderen häufig empfohlenen Nettotarifen.
Was bringt dir die Rente später?
Der Rentenfaktor zeigt, wie viel monatliche Rente du pro 10.000 Euro Vertragsguthaben erhältst. Bei der myLife Fondsrente liegt der aktuelle Rentenfaktor für einen 25-Jährigen bei 27,72 Euro, der garantierte bei 26,53 Euro. Mit steigendem Abschlussalter verbessert sich der garantierte Faktor: Bei 35-Jährigen auf 27,50 Euro, bei 45-Jährigen auf 28,55 Euro und bei 55-Jährigen auf knapp 30 Euro.
Die ETF-Auswahl überzeugt
Hier punktet die myLife wirklich: Über 100 ETFs stehen zur Verfügung – nicht etwa eine Mischung aus Fonds und ETFs, sondern tatsächlich reine ETFs. Allein für MSCI-World-Varianten findest du 69 verschiedene Optionen, von breit gestreuten Welt-ETFs bis zu spezialisierten Sektor- und Länder-ETFs. Wer seine Anlagestrategie selbst steuern möchte, findet hier definitiv das passende Werkzeug.
Natürlich gibt es auch gemanagte Modellportfolios mit ETFs oder Indexfonds für alle, die sich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchten.

Thorsten Illig-Martin - Experte für Nettopolicen: Fondsauswahl der myLife Fondsrente
Wie sicher ist die myLife?
Die Finanzstärke eines Versicherers ist entscheidend – schließlich planst du für Jahrzehnte. Die myLife erhält von der deutschen Rating-Agentur Assekurata ein solides A+. Noch aussagekräftiger ist die Solvabilitätsquote: Sie liegt bei knapp 209 Prozent (Stand: April 2025). Das bedeutet, die myLife kann ihren Verpflichtungen selbst unter extremen Stressbedingungen wie Finanzmarktkrisen mehr als doppelt so gut nachkommen, wie es die Aufsicht mindestens fordert (100 Prozent).
Die Tücken im Kleingedruckten
So günstig und attraktiv die Fondsrente auch ist – es gibt wichtige Einschränkungen, die du kennen musst:
- Kein Anlagemanagement bei Einmalanlagen: Wer einen größeren Betrag auf einmal investiert, bekommt keine automatische zeitliche Streuung.
- Kein kostenfreies Rebalancing: Die regelmäßige Anpassung deines Portfolios zurück zur ursprünglichen Gewichtung musst du selbst vornehmen oder separat bezahlen.
- Endalter 85 nur bei Vertragsabschluss: Und hier wird es wirklich kritisch. Wenn du planst, die Police später für einen Entnahmeplan zu nutzen oder die einkommenssteuerfreie Todesleistung an deine Erben weiterzugeben, musst du das richtige Endalter von Anfang an beantragen. Eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich.
Wer mehr Flexibilität möchte – etwa automatisches Rebalancing oder nachträgliche Anpassungen –, sollte sich den großen Bruder anschauen: den myLife-Tarif Invest. Dieser bietet zusätzliche Komfortfunktionen, kostet aber entsprechend mehr.
Fazit: Günstig, aber nicht für jeden geeignet
Die myLife Fondsrente gehört zu den günstigsten Nettopolicen am Markt. Besonders die niedrigen Kosten auch bei höherem Einstiegsalter und die breite ETF-Auswahl überzeugen. Doch die fehlende Flexibilität beim Endalter und die eingeschränkten Service-Leistungen machen deutlich: Die Kostenquote alleine reicht nicht als Entscheidungsgrundlage.
Bevor du dich für eine Nettopolice entscheidest, solltest du mindestens drei verschiedene Tarife vergleichen – denn die günstigste Police bringt dir nichts, wenn du sie nach ein paar Jahren doch wieder auflösen musst und die Steuervorteile verlierst.
Prüfe also genau, welche Leistungen dir wichtig sind und ob die Fondsrente zu deiner langfristigen Planung passt. Nur so stellst du sicher, dass deine Altersvorsorge wirklich für dich arbeitet. Wenn du dabei Unterstützung möchtest, melde dich gerne bei uns. Die Vertragsanalyse ist zunächst kostenfrei.
Hinweis: Die konkreten und tatsächlichen Kosten-und Vertragsbedingungen sind den individuellen Angebots-und Informationsdokumenten zu entnehmen.