PV-Anlagen gehören in Dachdecker-Hände: Was du jetzt wissen musst

PV-Anlagen sind Dachdecker-Sache!

PV-Anlagen sind Dachdecker-Sache!

Lange Zeit herrschte Unklarheit darüber, wer eigentlich Photovoltaikanlagen auf deutschen Dächern installieren darf. Während viele glaubten, die Montage sei ein "Minderhandwerk", das praktisch jeder ausführen könne, haben Dachdecker stets betont: Das ist unsere Sache. Jetzt gibt es endlich Klarheit – und die ist eindeutig. Die neue Regelung im offiziellen Abgrenzungsleitfaden ordnet alle Arbeiten auf der DC-Seite von PV-Anlagen klar dem Dachdeckerhandwerk zu. Ein wichtiger Erfolg, der für mehr Sicherheit und Qualität auf deutschen Dächern sorgt.

Endlich Klarheit: PV-Montage ist Dachdecker-Handwerk

Jahrelang galt eine umstrittene Regelung: Die "reine Montage von Aufdachsystemen ohne Eingriff in die Dachunter- oder Fassadenkonstruktion" wurde als Minderhandwerk eingestuft. Das bedeutete konkret: Jeder durfte ran ans Dach, eine Eintragung in die Handwerksrolle war nicht nötig. Viele Anbieter nutzten diese Lücke geschickt aus und formulierten ihre Gewerbemeldungen entsprechend.

Doch diese Einstufung war von Anfang an fragwürdig. Denn eines ist klar: Bei jeder PV-Montage wird in die Dachkonstruktion eingegriffen – selbst bei Auflastsystemen. Die zusätzliche Last verändert die Statik des Gebäudes, und auch bauphysikalische Aspekte spielen eine Rolle. Das bestätigte bereits 2013 das Verwaltungsgericht Münster in einem wegweisenden Urteil.

Sachliche Aufklärung zahlt sich aus

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) hat nicht locker gelassen. In unermüdlicher Aufklärungsarbeit dokumentierte man gegenüber dem Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Realität: Zahlreiche Schadensbilder zeigten schwerwiegende Mängel bei unsachgemäßer Installation.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Im neuen Abgrenzungsleitfaden, der die Grundlage für die tägliche Verwaltungspraxis von Handwerks- und Handelskammern bildet, ist die alte Formulierung gestrichen. Das Ergebnis: Alle Arbeiten auf der DC-Seite – also der Gleichstromseite – von Photovoltaikanlagen gelten nun offiziell als wesentliche Tätigkeiten des Dachdeckerhandwerks. Die eindeutige Zuordnung macht es künftig auch leichter, gegen schwarze Schafe vorzugehen.

Warum Dachdecker die richtigen Profis für deine PV-Anlage sind

Eine PV-Anlage auf dem Dach zu installieren, ist deutlich komplexer, als viele denken. Es geht nicht nur darum, Module zu verschrauben. Der Einbau greift massiv in die Gesamtkonstruktion ein und kann die Dichtigkeit des Daches beeinflussen. Zudem arbeiten moderne Solarmodule Jahrzehnte – Hersteller gewähren oft Garantien von 20 bis 30 Jahren. Diese Garantien sind aber nur dann etwas wert, wenn die Montage fachgerecht erfolgt.

Setze auf die ECHTEN Profis auf dem Dach!

Setze auf die ECHTEN Profis auf dem Dach!

Die perfekte Kombination: Dachdecker und Elektriker

Dachdecker kennen sich mit der Dachkonstruktion, Statik und Abdichtung aus. Sie wissen genau, wo Befestigungen sicher angebracht werden können, ohne die Dichtigkeit zu gefährden. Für den Anschluss an die Hauselektrik und das Stromnetz kommt dann der Elektrofachbetrieb ins Spiel. Die meisten Dachdeckerbetriebe arbeiten heute eng mit Partnern aus dem Elektrohandwerk zusammen – so bekommst du alles aus einer Hand, mit klaren Verantwortlichkeiten.

Lohnt sich eine PV-Anlage überhaupt?

Kurze Antwort: Ja, praktisch immer. Aus Klimaschutz-Perspektive sowieso, aber auch wirtschaftlich rechnen sich PV-Anlagen zunehmend. Als sogenannter Prosumer produzierst und konsumierst du deinen eigenen Strom. Je mehr du selbst verbrauchst, desto besser die Bilanz – denn der Strom vom eigenen Dach ist deutlich günstiger als aus dem Netz.

Die Zahlen sprechen für sich

  • Ohne Batteriespeicher: Bis zu 30 Prozent deines Strombedarfs deckst du selbst
  • Mit Batteriespeicher: Bis zu 70 Prozent Eigenversorgung sind möglich
  • Überschüsse: Was du nicht brauchst, speist du ins Netz ein und erhältst dafür eine Vergütung

Seit dem EEG 2023, das am 30. Juli 2022 in Kraft trat, gibt es für neue Anlagen sogar höhere Einspeisevergütungen als zuvor. Zusätzlich macht dich eine eigene PV-Anlage unabhängiger von Strompreisschwankungen und externen Anbietern.

PV-Anlagen lohnen sich IMMER!

PV-Anlagen lohnen sich IMMER!

Was kostet eine PV-Anlage?

Der Preis lässt sich nicht pauschal beziffern – er hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig zu wissen: Der Preis steigt nicht proportional zur Leistung. Eine Anlage mit vierfacher Leistung kostet oft nur das Dreifache, weil Montagekosten weniger ins Gewicht fallen. Je größer die Anlage, desto günstiger wird sie pro Kilowatt Peak (kWp) Nennleistung.

Aktuell schwanken die Preise für Module, Wechselrichter und Batteriespeicher erheblich. Daher ist eine pauschale Preisangabe kaum möglich. Lass dir am besten ein individuelles Angebot von einem Dachdeckerbetrieb erstellen, das deine spezifische Dachsituation, Ausrichtung und Neigung berücksichtigt.

Kaufen oder mieten?

Einige Anbieter werben mit Miet- oder Pachtmodellen. Das klingt zunächst verlockend: geringe Anfangsinvestition, monatliche Raten zwischen 80 und 300 Euro, Wartung oft inklusive. Doch Vorsicht: Die Laufzeiten betragen meist mindestens 20 Jahre und sind praktisch nicht kündbar. Verkaufst du dein Haus, muss der neue Besitzer den Vertrag übernehmen. Rechnest du die monatlichen Kosten zusammen, übersteigen sie die Anschaffungskosten einer eigenen Anlage oft um das Zwei- bis Dreifache. Fazit: Kaufen ist in den allermeisten Fällen deutlich günstiger.

Die richtige Größe für deine Anlage

Grundsätzlich gilt: So groß wie möglich, so klein wie nötig. Mit "Größe" ist dabei die elektrische Leistung gemeint, angegeben in Kilowattpeak (kWp). Für 1 kWp benötigst du etwa fünf bis sieben Quadratmeter Dachfläche.

Zu klein sollte die Anlage nicht sein – das rechnet sich oft nicht, weil kleine Anlagen pro kWp teurer sind. In den meisten Fällen setzt die verfügbare Dachfläche die natürliche Grenze. Bei der Planung solltest du nicht nur den aktuellen Stromverbrauch berücksichtigen, sondern auch zukünftige Anschaffungen wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto mitdenken.

Wichtige Tipps für den Kauf

Professionelle Beratung ist Pflicht. Lass dir von einem Fachbetrieb die baulichen Voraussetzungen prüfen. In der Regel brauchst du für kleinere PV-Anlagen keine Baugenehmigung, aber eine kurze Rückfrage bei deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung schafft Sicherheit.

Beantrage Fördermittel, bevor du unterschreibst. Die Bewilligung muss vorliegen, bevor du einen Vertrag mit dem Anlagenhersteller oder Fachbetrieb abschließt.

Gründach und PV: Eine clevere Kombination

Ja, das funktioniert – und zwar sogar besonders gut. Die Begrünung darf natürlich die Module nicht verschatten, aber im Gegenzug profitiert die PV-Anlage von der Dachbegrünung. Begrünte Flächen erwärmen sich weniger stark als reine Abdichtungen oder Kiesflächen. Die Verdunstungskühlung steigert sogar die Effizienz der Solarmodule. Ob die Kombination auf deinem Dach möglich ist, muss individuell geklärt werden.

Erfahre alles über SolarGründach (Dirk Wildenberg, GF der SolarGründach GmbH)

Erfahre alles über SolarGründach (Dirk Wildenberg, GF der SolarGründach GmbH)

Was du nach der Installation beachten musst

Anmeldepflichten einhalten

Deine PV-Anlage muss an drei Stellen angemeldet werden:

  1. Beim Netzbetreiber: Acht Wochen vor Inbetriebnahme
  2. Beim Finanzamt: Bis vier Wochen nach Inbetriebnahme
  3. Bei der Bundesnetzagentur (Marktstammdatenregister): Bis vier Wochen nach Inbetriebnahme

Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt in der Regel der beauftragte Dachdeckerbetrieb als Errichter. Die anderen Meldungen musst du selbst vornehmen.

Versicherung nicht vergessen

Mindestens solltest du deine PV-Anlage in der Wohngebäudeversicherung mitversichern – das deckt Schäden durch Sturm, Hagel, Blitz und Feuer ab. Spezielle PV-Versicherungen sind teurer, können aber sinnvoll sein, wenn die Anlage besonders hochwertig ist oder du einen Kredit zur Finanzierung aufgenommen hast.

Laufender Betrieb und Wartung

Kontrolliere regelmäßig Funktion und Ertrag deiner Anlage. Die meisten Wechselrichter speichern die Daten der Energieerzeugung und machen sie per Display, App oder im Internet abrufbar. Vergleiche deine Erträge mit anderen Anlagen in der Region – so erkennst du schnell, ob etwas nicht stimmt.

Mindestens einmal pro Jahr sollte ein Fachbetrieb Sicherheit und Funktion prüfen. Auch eine professionelle Reinigung der Module ist sinnvoll und kann im Rahmen der jährlichen Inspektion erfolgen.

Keine Angst vor Brandgefahr

Eine häufige Sorge: Sind PV-Anlagen brandgefährlich? Die klare Antwort: Nein. Laut einer umfangreichen Recherche des TÜV Rheinland, Fraunhofer ISE und des Bundeswirtschaftsministeriums haben bis 2013 gerade einmal 0,016 Prozent der in Deutschland verbauten Anlagen tatsächlich einen Brand verursacht. Das Risiko ist also minimal.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

In der Regel über 20 Jahre, oft sogar mehr als 30 Jahre. Entscheidend ist die Qualität der einzelnen Komponenten. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf qualifizierte Handwerker zu setzen, sondern auch auf hochwertige Materialien. Dachdeckerbetriebe beraten dich hier individuell und finden Lösungen für jeden Geldbeutel.

Wichtig: Ein Austausch einzelner Bauteile kann selbst dann sinnvoll sein, wenn sie noch funktionieren – nämlich dann, wenn neuere Komponenten deutlich leistungsfähiger sind. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter.

Steuerliche Vorteile nutzen

Seit 2023 profitierst du von erheblichen steuerlichen Erleichterungen. Der Erwerb, die Einfuhr und die Installation von PV-Anlagen und Stromspeichern sind von der Umsatzsteuer befreit. Auf deiner Rechnung stehen also 0 Prozent Umsatzsteuer.

Einkommensteuer: Für die meisten steuerfrei

Für Anlagen unter 30 kWp auf Einfamilienhäusern oder unter 15 kWp pro Wohn-/Gewerbeeinheit bei Mehrfamilienhäusern sind Einnahmen und Entnahmen einkommensteuerfrei. Das gilt sogar für Altanlagen. Achtung: Die Steuerfreiheit entfällt, wenn alle deine PV-Anlagen zusammen mehr als 100 kWp Leistung haben.

Der Vorteil: Du musst keine Einnahmenüberschussrechnung erstellen. Der Nachteil: Du kannst auch keine Kosten mehr steuerlich geltend machen – weder Abschreibungen noch Wartungs-, Reparatur- oder Versicherungskosten.

Gewerbesteuer: Erst ab 30 kWp relevant

Anlagen unter 30 kWp begründen keinen Gewerbebetrieb im gewerbesteuerrechtlichen Sinne. Du brauchst also kein Gewerbe anzumelden und zahlst keine IHK-Beiträge. Erst größere Anlagen sind gewerbesteuerpflichtig – allerdings mit einem Freibetrag von 24.500 Euro.

Fazit: Profis ans Werk lassen zahlt sich aus

Die neue Regelung bringt Klarheit und Sicherheit: PV-Anlagen gehören in Dachdecker-Hände. Wer auf qualifizierte Fachbetriebe setzt, investiert in Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit. Die steuerlichen Erleichterungen machen PV-Anlagen attraktiver denn je – wirtschaftlich wie ökologisch. Lass dich von einem Dachdeckerbetrieb in deiner Nähe beraten und hole dir individuelle Angebote ein. Dein Dach hat das Potenzial, für Jahrzehnte sauberen, günstigen Strom zu liefern. Nutze es!

Paul Schmidt,  Geschäftsführer der Bedachungen Schmidt GmbH

Paul Schmidt,  Geschäftsführer der Bedachungen Schmidt GmbH

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.